Warum wird die Bedrohung durch den Terrorismus so überschätzt, der Alltag ist doch in Wahrheit viel gefährlicher?

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5 Antworten

Eins vorweg: Risiken und Wahrscheinlichkeiten korrekt einzuschätzen ist eine Fähigkeit, die den meisten abgeht. Auch den meisten derer, die es dank Abitur, auch wenn nur Grundkurs in Mathe, eigentlich besser wissen müssten.

Ist hinlänglich belegt durch Untersuchungen.

Daraus folgt dann, dass ein Risiko nicht nach seiner Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt wird, sondern nach seiner Medienpräsenz. Soweit zur Frage, warum so viele Menschen mehr Angst haben, durch einen Terroranschlag ums Leben zu kommen, als durch MRSA.

Warum werden fünf Terroropfer in den Medien so hochgepusht und fünf Opfer eingesparter Krankenhaushygiene bekommen bestenfalls einen Zweispalter unter Vermischtes? Ich weiß es auch nicht.

Natürlich haben die Einsparer ein Interesse daran, die tödlichen Folgen ihres Tuns totzuschweigen. Natürlich haben die Überwachungs-Fanatiker in Politik und Polizei ein Interesse daran, ihre Überwachung als Problemlösung darzustellen.

Das führt dann auch dazu, dass ein paar Opfer linken Terrorismus (damals, im letzten Jahrhundert) die politische Landschaft über den Haufen werfen, während eine vergleichbare Opferzahl durch rechte Terroristen (recht aktuell) außer ein paar Politikern der Grünen und Linken niemanden stören.

Aber Medien richten sich daneben auch nach dem vermuteten Interesse der Käufer. Und mit einer Schlagzeile zum "Terror, der uns alle treffen kann" lässt sich viel mehr Umsatz machen als mit Mördern, die zum Glück nur Ausländer ermorden oder Keimen, von denen man zumindest hofft, dass sie nur die anderen dahinraffen mögen.

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Du hast vollkommen Recht. Ich führe das auch immer an.

Es sind die Medien, die diese Dinge auch hochtreiben.

Ausserdem muss man sehen, dass z. B. die Boko Haram vermutlich jede Tag im Norden Nigerias Leute umbringt und Schulkinder entführt.

Ich sehe das Risiko eines Anschlags für mich als als völlig irreal und kaum als gegeben an.

Hier in Berlin fährt mir mindestens einmal pro Monat ein Radfahrer fast über die Füße, obwohl ich grün habe, oder auf dem Fußweg bin. Das ist eine reale Gefahr.

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Kommentar von olafzimmerli
05.06.2016, 23:37

Ich denke nicht, dass das Problem primär bei den Medien liegt. "Die Medien" gibt es ja nicht, weil das nichts zentral gesteuertes ist, sondern die Summe von Reaktionen der Leser und die Einschätzungen der Redaktoren. Die beruhen aber auf etwas anderem.

Psychologen haben bewiesen, dass wir bei der Bedrohung nicht auf Grund der Eintreffwahrscheinlichkeit wahrnehmen. Vielmehr überschätzen wir seltene Einzelereignsse, wenn sie hohe Operzahlen haben, unterschätzen aber häufige Ereignisse, die jeweils nur geringe Todesopfer fordern.

Zum Beispiel sterben jedes Jahr mehr Leute im Strassenverkehr als durch Terrorismus - auch in Ländern mit vielen Anschlägen wie zb Israel. Trotzdem nehmen wir die seltenen Anschläge als viel bedrohlicher war.

Interessant auch: Nach dem 11. September verzichteten viele Amis auf das Flugzeug und nahmen stattdessen das Auto. Die durch den Mehrverkehr erzeugten Unfälle forderten mehr Tote als die 4 Flugzeuge, die abgestürzt sind. Krass, oder?

Mein Infos zu diesem Thema findest übrigens hier: http://weltreiseforum.com/blog/kommentar-wieso-ich-mich-nicht-vor-terroristen-fuerchte/

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Gegen den Terrorismus kann man vielleicht nichts machen, aber zumindest versucht man es. Mit dem "Kampf gegen den Terrorismus" können Regierungen auch hervorragend strengere Kontrollen und Gesetze rechtfertigen, also ihre Macht ausbauen.

Gegen Alltagsgefahren kann man letztlich nichts machen. Man kann bestimmte Gefahren verringern (um bei deinen Beispielen zu bleiben, könnte man Alkohol verbieten oder überall Tempo 20 einführen), aber das würde erstens einen viel zu großen Eingriff in die Lebensqualität darstellen, zweitens würde es den Regierungen nicht wirklich größeren Einfluß verschaffen und drittens würde man kein Ende finden - wenn man Verkehr und Alkohol ausgeschlossen hat, bleiben fallenden Ziegelsteine, rutschige Fliesen, etc.

Sich über ein Thema aufzuregen lohnt sich nur dann, wenn man als Konsequenz auch irgendetwas tun kann.

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Ich denke, an die Alltagsgefahren ist man gewöhnt. Wir haben Regeln, Gesetze, Vorschriften mithilfe derer wir uns recht sicher fühlen. Die Gefahren sind latent immer vorhanden aber  wir haben gelernt, uns nicht ständig damit zu beschäftigen. Würden wir das tun, würden wir vermutlich durchdrehen. 

Die Anschläge sind aber vollkommen unberechenbar. Keinen Regeln gehorchend, an denen man sich orientieren könnte. Es gibt keinen wirklichen Schutz. Ich denke, vor allem das schürt die Ängste.

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Kommentar von HantelbankXL
26.03.2016, 23:08

Teilweise kann ich mit der Antwort was anfangen. Es stimmt schon, dass der Terrorismus eine recht neue (jedenfalls für uns) Bedrohung ist, an die wir uns noch nicht gewöhnt haben.

Allerdings ist es genauso unberechenbar, sollte mir vielleicht schon morgen ein Ziegelstein auf den Kopf fallen. Ebenso wenig gibt es einen Schutz dafür, schließlich kann man nicht ständig mit Schutzausrüstung herumlaufen :-).  

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Durch Haushaltsunfälle sterben rund 7500 Menschen im Jahr  (in Deutschland )

Es sterben jedes jahr rund 40000 tausend Menschen  an Keimen in Krankenhäusern. 

Keiner geht auf die Straßen um gegen die Verkeimung  des Abendlandes zu demonstrieren.  Aber wenn ein Moslem seine Religion  falsch auslebt, sind auf einmal  tausende auf deutschen Straßen.  So traurig!  Terrorismus  kann jeder Zeit geschehen. Auch ich kann jetzt eine Waffe  nehmen und auf Leute  einstechen. Da Deutschland  5 Millionen  Muslimische Bürger hat, denken sich die besorgten Bürger , dass alle potenzielle  Terroristen  sein könnten. Diese Pegida Logik zum lachen

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Kommentar von HantelbankXL
26.03.2016, 23:03

Wahre Worte. Todesfälle im Krankenhaus sollen nach Möglichkeit vertuscht werden und eignen sich nicht dafür, noch mehr Hass zu schüren und die Überwachung dementsprechend weiter zu verschärfen. Was ist nur mit der Menschheit geworden...

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