Warum wird der Mord an einer 95 jährigen Peron mit lebenslänglich bestraft?

10 Antworten

Mord ist Mord, egal wie alt.
Beim Mord von Alten und Kindern (bzw. allgemein Hilflosen) kommt eine besondere Grausamkeit hinzu, die die Strafe erhöht.

Ob es die Angehörigen "schlimmer hätten, wenn das Kind ermordet würde, statt die Uroma" ist kein Kriterium für das Urteil.
Es beinhaltet nichteinmal einen moralischen Ansatz...

Hm hab ich was verpasst ?

Wenn es Mord ist heißt es doch zwingend lebenslänglich nur wenn Totschlag ist nicht

Das hat aber nichts mit dem Alter des Opfers zu tun.

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@Terqas
Das hat aber nichts mit dem Alter des Opfers zu tun.

Genaud as habe ich doch in meinem ersten Satz geschrieben...

Nochmal generell:
Mord wird immer mit lebenslanger Haft bestraft, das ist richtig.
Lebenslänglich endet nicht nach 15 Jahren, was viele denken.

Aber es gibt nach 15 Jahren die Möglichkeit, die restliche Strafe zur Bewährung auszusetzen.
Diese dazu:
https://www.strafrecht-bundesweit.de/strafrecht-kanzlei-verzeichnis/toetungsdelikte-und-kapitalstrafsachen-wie-mord-totschlag/

Eine lebenslange Freiheitsstrafe wird – beispielsweise im Falle eines Mordes –tatsächlich für das „ganze Leben“ verhängt. Es gibt, anders als viele meinen, keine automatisch Entlassung nach 15 Jahren. Es besteht jedoch bei einer verhängten lebenslangen Freiheitsstrafe nach 15 Jahren die Möglichkeit, die restliche Strafe zur Bewährung auszusetzen. In diesem Fall ist tatsächlich eine vorzeitige Entlassung möglich. Ob und wann die lebenslange Freiheitsstrafe aber ausgesetzt wird, entscheidet die Strafvollstreckungskammer im jeweiligen Einzelfall.

Ist ein Mord allerdings besonders Grausam, kann sich der Zeitpunkt, ab wann der Rest der Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann, nach Hinten verschieben.

Anders sieht es in den Fällen aus, in denen die „besondere Schwere der Schuld“ festgestellt wurde. In diesen Fällen ist eine Entlassung erst zu einem späteren Zeitpunkt als die üblichen 15 Jahre möglich. Ob eine „besondere Schwere der Schuld“ vorliegt, entscheidet bereits das Gericht, welches über die Strafe zu entscheiden hat. Daher wird bereits zu diesem Zeitpunkt eine Entscheidung getroffen, die Auswirkung auf die vorzeitige Entlassung in 15 Jahren haben kann. Dies zeigt besonders, mit welcher Weitsicht im Falle der Tötungsdelikte verteidigt werden muss.

Hinzu kommt noch die Sicherheitsverwahrung, die erfolgt, wenn vom Täter auch nach der Strafe weiterhin eine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht.

Dies zeigt sich auch beim Fall der Sicherungsverwahrung. Hier erfolgt die Freiheitsentziehung nicht mehr als Strafe, sondern allein zum Schutz der Bevölkerung. Hier kommt eine Entlassung erst dann in Betracht, wenn die Gerichte davon ausgehen, dass keine Gefahr mehr vom Verurteilten ausgeht.
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Es ist doch für die Eltern schlimmer das Kind zu verlieren als die Uroma ( das zeigt sich doch auch bei der Trauer ).................Das setzt du als normal und universell voraus : Wo mehr getrauert wird , ist das Leben mehr wert.

Justizia ist blind . Daher fragt sie nicht nach dem Opfer , sondern nach der Tat : Ist es Mord ? Hat die Tat alle Merkmale eines Mordes ? Dann folgt daraus die Strafe .

In DE würden wahrscheinlich beide Szenarien mit dem Adjektiv : besondere Heimtücke : versehen . Beim Kind , weil es das Leben noch vor sich hat und völlig wehrlos ist , bei dem 95jährigen Menschen ,weil man ihm die letzten Tage ( wieviel eigentlich , man kann doch 110 werden ) nimmt und der völlig wehrlos ist.

Mord wird mit Lebenslänglich bestraft. So steht es im Gesetz.

Die Gerichte bewerten aber jeden Einzelfall: die Schuldfähigkeit, die Motive, nicht jeder Todesfall durch Fremdeinwirkung ist Mord, es gibt auch Totschlag, Körperverletzung mit Todesfolge, fahrlässige Tötung, Tötung auf Verlangen etc.

Es kann auch mit Bewährungsstrafe enden, habe gerade einen Spiegel-Artikel gelesen wo ein Mann nach fast 70 Jahren Ehe sein demente Frau getötet hat die ihn nicht mehr kannte und die er nicht in ein Heim geben wollte und der er versprochen hatte, "gemeinsam zu gehen". Der Suizidversuch scheiterte, er wurde wegen Totschlag zu 2 Jahren auf Bewährung verurteilt, musste also gar nicht ins Gefängnis.

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/gemuenden-92-jaehriger-mann-gesteht-toetung-demenzkranker-ehefrau-a-7825f5d0-3f82-4f4f-a666-24079a380421

Weil Mord idR so bestraft wird. Es geht um den Tatbestand, nicht um das Alter des Opfers.

Deine Einstellung über die Wertigkeit von Menschen empfinde ich als höchst bedenklich. Die 94-jährige Person hat ihren Beitrag zur Gesellschaft schon jahrzehntelang (im Gegensatz zu dir!) geleistet, hat Steuern gezahlt, hatte vielleicht Kinder groß gezogen, sich um Enkel gekümmert, war wahrscheinlich arbeiten gegangen, hat sich ihre Rente verdient. Und nun hat sie wohl deiner Meinung nach es nicht mal verdient, nicht eines gewaltsamen Todes zu sterben, ohne dass der genauso wie bei jedem anderen vergleichbaren Fall geahndet wird

Schon mal was vom Grundgesetz gehört?

Artikel 2

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Artikel 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

Was bist du für einer, der solche Rechte in Frage stellt und eine Wertigkeit für Menschen fordert? Haben sonst noch irgendwelche Personengruppen für dich eine geringere Wertigkeit? Zurück zur Sklaverei mit denen oder sich die dann vogelfrei für dich?

Mit dem Alter scheint für dich der Wert eines Menschen zu sinken und für dich sind Menschen wohl ähnlich wie Gebrauchsgegenstände - irgendwann mal sind sie abgelaufen und gehören wohl deiner Ansicht nach per Tod entsorgt.

Hallo Tergas!

Bei der Strafbemessung geht es um die Tat und nicht um Alter und Gesundheitszustand des Opfers

Ein Mensch ist moralisch und gesetzlich mit 95 ebenso viel wert wie mit 15 und das ist auch richtig

Sollen wir eine altersgezogenen Wertetabelle ins Gesetzbuch einführen? Nein.

Übrigens ist Mord auch Mord wenn man einen Killer ermordet, schönen Tag

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