Warum wird der Buddhismus als Religion angesehen, wenn er keinen Gott hat?

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9 Antworten

Auch wenn "Buddhisten" hier um den heißen Brei rumreden, und die Frage nicht beantworten wollen:

Die Frage ist, ob der Buddhismus eine Lehre hat, die völlig unbewiesene und unbeweisbare Behauptungen in den Mittelpunkt stellt.
Solche mit Aufforderungcharakter, also nicht nur Behauptungen wie π=3,17.

Da ist es auch egal, was früher mal der als Gründer der Religion angesehene gesagt und/oder gemeint hat oder haben könnte.

Der Buddhismus vertritt hier und heute zumindest zu einem großen Anteil die Lehre von der Wiedergeburt. Das ist Religion, durch nichts bewiesen oder auch nur nahegelegt.

Hey liebe ThomasJNewton: Sinngemäß war das doch das, was ich unten geantwortet habe. Wo hätte ich da um den heißen Brei herumgeredet?

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@ArbeitsFreude

Ich sprach ja nicht von allen, sondern von einigen, jedenfalls meinte ich es so.

Und will auch keine Namen nennen, wen ich nicht gemeint habe.
Der Rückschluss wäre zu offensichtlich.

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Ich bin Buddhist und äußere mich mal dazu.

Beim Buddhismus kann man zwischen verschiedenen Ebenen unterscheiden, wie der Buddhismus verstanden werden kann.

Ebenen des Buddhismus

Die Lehre des Buddha selbst hat keinerlei Verehrungscharakter, sondern stellt eher eine Art von Praxis-Anleitung zur Selbstbefreiung dar.

Die organisierte Religion führt verschiedene Rituale, wie Rezitationen, Zeremonien zum Ahnengedenken, Begräbnisfeiern, usw. durch.

Der asiatische Volksglaube gibt dem Buddha teilweise gottartige Züge, was zu einer Verehrung seiner Person mit dem Wunsch nach persönlichen Vorteilen führt.

Fazit

Angesichts der Tatsache, dass der gegenwärtig praktizierte Buddhismus sowohl zeremoniell-rituelle Elemente aufweist, als auch Verehrungscharakter haben kann, hat er durchaus Züge einer Religion.

Entwicklungen im Buddhismus

Einige westliche Buddhisten unterscheiden diese Ebenen nicht, sondern übernehmen Rituale und abergläubische Vorstellungen, ohne sie zu hinterfragen. Sie werden alle als gleichwertig angesehen.

Das führt womöglich zu einem exotisch wirkenden Buddhismus mit wenig Tiefgang, da man in äußeren Formen stecken bleibt

Andere entfernen alle religiösen Elemente und reduzieren den Buddhismus auf eine theoretische Philosophie mit etwas Meditationspraxis. Dieser  Buddhismus kann leicht über-intellektualisieren.

Das führt womöglich zu einem zu theoretischen Ansatz, bei dem der Wert von Zeremonien verloren gehen kann.

Manche reduzieren den Buddhismus auf eine Möglichkeit zur emotionalen Balance und einer Art empathischen Morallehre, aus der sie dann den Aufruf nach sozialem Engagement ausformulieren.

Das führt womöglich zu Wohlfühl-Buddhismus, oder Aktionismus, bei der man sich als "Retter" für alles verantwortlich fühlt (Burnout-Gefahr).

Manche suchen nach der Bedeutung und dem Wert traditioneller Zeremonien und gliedern die religiösen Elemente in ihre übrige buddhistische Praxis ein, betrachten sie als eine zusätzliche Dimension ihres Trainings - oder verwerfen gänzlich unpassende Formen.

Das führt meiner Ansicht nach zu einem lebendigen Buddhismus.

Natürlich kann aber auch jeder hier einer anderen Ansicht sein, ich erhebe da keinen Anspruch auf absolute Richtigkeit. :-)

Ich bin Nichiren-Buddhist, liebe(r)KyleBroflovski,

und empfinde diesen B. als Religion, weil die Nichiren-Buddhisten

  • an das "mystische Gesetz" (von Ursache und Wirkung) GLAUBEN und
  • die Buddhanatur in allen Lebewesen - inklusive ihrer selbst - anBETEN.

Wenn Du dennoch sagst: "Das giltet aber trotzdem nicht!" - tant pis! - Es ist mir nicht so wichtig, ob der B. Religion angesehen wird....

Dennoch pflichte ich Dir bei: Auch aus Sicht des Nichiren-Buddhismus wäre Lebensweise tatsächlich die treffendere Bezeichnung (nur schließt dies halt m.E. die Bezeichnung Religion nicht aus:)

die Buddha-Lehre ist keine Religion, sie kann zwar auch religiös praktiziert werden,  in manchen Schulen werden dann mächtige Tathagatas wie Amitabha oder Vajrasattva visualiert, die helfen sollen bei der eigenen Entwicklung und die dann sowas ähnliches sind Gottheiten.

Aber der Buddha selbst war kein Religionsstifter und hat sich selber auch nur als Guru, als Heiler, als Arzt betrachtet, der nichts über Götterwelten lehrt, sondern nur den Weg aus der Allgegenwart des Unverstandes, der seelischen Umnachtung und dem Leiden zeigt.

Kurz und bündig.
Religionen haben ein transzendentes Heilsziel und weisen den Weg dahin.
Der Buddhismus hat das auch. Er hat (in der Praxis)auch Götter, welchen aber nicht das Sein und die Macht zugedacht wird, wie bei den monotheistischen Religionen.

Der Buddhismus gilt am Philosophie.

aber auch als weltreligion

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@KyleBroflovski

Ist aber der falsche Terminus. Hab ich auch mal in einem Buch über Religionen gelesen, dass dort der Buddhismus nix zu suchen hat ; - )

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@KyleBroflovski

Ja, aber nur im Westen, der bis heute die akademische Deutungshoheit hat. Im Osten gilt der Buddhismus nicht als Religion. 

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Warum muss eine Religion einen Gott haben?

laut definition ist religion eine weltanschauung mit einem glaube an eine übergeordnete , höhere macht

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Die Macht muss aber nicht unbedingt eine personifizierte Macht, wie ein Gott, sein.

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Weil es die, die keine Budhisten sind, nicht besser wissen.

Budhismus ist eine Lebenseinstellung. Mit Religion im Sinne von "Glauben an einen Gott/Götter hat das nichts zu tun.

Es gibt gute "Einsteigerliteratur" zum Budhismus. Da wird Vieles klar. Es ist eben gerade nicht, einem Gott zu dienen, sondern sich selbst. Die Spirituelle Komponenete dabei ist kein Widerspruch.

Was verleitet dich zu der irrigen Annahme, eine Religion müsse einen Gott haben??

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