Warum wird bei Türkei "der" benutzt und bei Aserbaidschan oder China kein Artikel?

6 Antworten

Es hat immer damit zu tun, ob der Ländername weiblich, sächlich oder männlich ist.

Weibliche Ländernamen werden immer mit Artikel genannt und es gibt nicht so viele davon. Die Türkei, die Schweiz, die BRD, die Dominikanische Republik.... Entsprechend wird der Artikel auch in jedem Fall (Kasus) genannt: Ich komme aus der Türkei.

Bei sächlichen Ländernamen fällt der Artikel immer weg. Die meisten Länder sind sächlich und werden daher stets ohne Artikel genannt.Beispiele: Dänemark, Frankreich, Grossbritannien, Polen, Ungarn, Litauen, Malta, Zypern etc.

Dann gibt es Länder, die männlich sind (aber auch sächlich gebraucht werden), das sind auch recht wenige. Wenn sie männlich gebraucht werden, dann gehört der Artikel dazu: der Irak, der Iran, der Kongo, der Libanon, der Vatikan...

Und der Vollständigkeit halber sei noch angemerkt, dass einige wenige Länder im Plural stehen und dann ebenfalls immer mit Artikel: die Niederlande, die USA, die Seychellen, die Vereinigten Emirate...

Im Deutschen wird das Genus eines Substantivs (einschließlich Namen) meist durch erkennbare Regeln bestimmt, die aber meistens auch Ausnahmen kennen und miteinander konkurrieren. Nicht erklärbare Genuszuordnungen gibt es auch, aber nicht allzu viele, weil die Deutschen gern "warum" fragen; das Zufallsprinzip ist verpönt.

1) So haben Ländernamen nach dem Oberbegriff "Land (n)" hauptsächlich das Genus Neutrum. Das wird aber dadurch verdeckt, dass man den Artikel ohne weitere Zusätze nicht verwendet. Erst wenn man z.B. ein Adjektiv davorsetzt, kommt das Genus Neutrum ans Licht:

"Deutschland" => "das schöne Deutschland"

2) Ländernamen, die eine Pluralform darstellen, haben kein Genus. Sie werden nie isoliert verwendet, sondern haben immer einen Begleiter, z.B. die Pluralform des bestimmten Artikels:

"die Bahamas"

3) Einige Ländernamen haben das Genus Femininum:

a) die auf -ei enden (wie andere Substantive auf -ei auch, sogar "Schweinerei" :-)

b) die im Namen als letzten Bestandteil ein "normales Subjekt" mit Genus Femininum haben wie

"die Dominikanische _Republik_"

c) sonstige

"Die Schweiz" evtl. wegen "Helvetia" (mit allegorischer Frauengestalt), evtl. auch Genusübernahme von "Confoederacio helvetica".

Ländernamen mit Genus Femininum werden nie isoliert verwendet, sondern haben immer einen Begleiter, meistens den bestimmten Artikel "die".

4) Einige Ländernamen haben das Genus Maskulinum

"DER Vatikanstaat" wegen "staat" (siehe 3b)

Manchmal Genusübernahme von gleichnamigen Flüssen (Tschad, Kongo), sonst kaum erklärbar. Oft ist das Genus aber nicht gesichert und schwankt zwischen Maskulinum und Neutrum, deshalb kann auch die isolierte Form ohne Begleiter stehen. Man sieht an dieser Restklasse, dass die Genuszuordnung erst allmählich durch den Sprachgebrauch gefestigt wird. Je weniger ein Genus begründet werden kann, desto länger schwankt es im Sprachgebrauch.

Im allgemeinen benutzt man im Deutschen bei Ländernamen keinen Artikel, im Französischen geht es nicht ohne Artikel: l' Allemagne, la France. 

Es gibt im Deutschen aber Ausnahmen. Insbesondere bei Ländernamen mit der Endung -ei, die es ja auch bei Landschaften und Regionen (Lombardei) gibt, wird die Artikel benutzt: die Mongolei, die Türkei, auch die Schweiz.

Bei einigen wenigen wird der männl. Artikel benutzt: z. B. der Sudan, der Tschad, der Irak. 

Iran wird prinzipiell ohne Artikel verwendet, durch eine falsche Übersetzung aus dem Französischen wurde allerdings der Artikel übernommen, sodass man oft auch bei uns "der Iran" hören oder lesen kann.

Es heisst DIE Türkei, DIE Slowakei (ei ist Anzeichen auf feminine Form). Wenn man das Land weglässt, heisst es also "ich komme aus xy (Dativ)". Will man seine Geburt beschreiben, würde man sagen: "ich komme aus DER Frau" (komisches Beispiel, egal).

Bei maskulinen bzw. neutralen Wörtern wie Aserbeidschan oder China müsste man eigentlich pararell dazu sagen: "ich komme aus dem Mann", übertragen also "ich komme aus dem China"; bei anderen Ländern ist dies tatsächlich der Fall (Sudan, Libanon etc.). Doch warum ist dies bei den zwei vorherigen Beispielen nicht der Fall? Ganz einfach: Maskuline Länder dürfen auch ohne Artikel stehen- bei einigen hat sich das so weit entwickelt, dass dies nur noch die einzige akzeptierte Form ist!

Es liegt nicht an der Endung "ei". Auch andere Staaten, wie : die Schweiz, die Ukraine, u. a. Es gibt nach meiner Einschätzung nur "feminine" Artikel. Bei Bezeichnungen, wie die Vereinigten Staaten, die Niederlande, geht die Erklärung vielleicht über die Zusätze Staaten als Plural.

Mehr fällt mir im Augenblick auch nicht dazu ein, werde aber verfolgen, was hier noch angeboten wird, denn die Frage ist sehr interessant.

der Sudan, der Tschad, ... :)

Es gibt einige Staaten mit (im Deutschen) maskulinen Namen.

Und auch Landschaftsnamen (die keine Staaten bezeichnen) auf -ei sind weiblich:

die Walachei

Ich kenne nun keine Bezeichnung auf -ei, die nicht weiblich wäre. Auch z.B. "Einsiedelei" ist weiblich. (Lebensbereich eines Einsiedlers)

 

0

Was möchtest Du wissen?