Warum wird bei Sekten nur über Zeugen Jehovas gesprochen aber nicht über die Neuapostolische Kirche die doppelt so viele Mitglieder hat?

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7 Antworten

Das kommt zunächst einmal darauf an, nach welcher Definition des Begriffes Sekte man geht.

Da gibt es zum Einen die ältere wertneutrale Bedeutung, welche nur darauf abzielt, dass eine Glaubensrichtung sich aus einer anderen abgespalten hat und relativ wenige Mitglieder hat.

Da ich selbst Mormone bin, weiß ich, dass diese Bedeutung auf die Mormonen nicht zutreffend ist, da Mormonen zwar anfangs relativ wenige Mitglieder hatten, aber es hat sich nie um eine Abspaltung in dem Sinne gehalten, was die Hauptkirche der Mormonen betrifft, sondern wenn überhaupt, dann um eine Wiederherstellung, aber genau darum geht es Mormonen ja auch, nämlich um eine Wiederherstellung des christlichen Evangeliums.

Zum Anderen gibt es die moderne, wertende Bedeutung des Begriffes Sekte, welcher darauf abzielt, dass Werte oder Methoden gelinde ausgedrückt zweifelhaft sind. Je nachdem, wie man diese Werte und Methoden klassifiziert, können diese für einzelne Glaubensgruppen oder für alle gelten. Gemeinsam haben diese beispielsweise, dass es praktisch immer eine Lehre gibt, eine Art Hierarchie, mindestens einen Anführer und so weiter. Wollte man nach diesen Eigenschaften gehen, wäre wohl jede Religion eine Sekte. Unterscheiden kann man aber klar zwischen jenen, wo Einflüsse einen entsprechenden sozialen Druck bewirken, da kann man im wertenden Sinne durchaus von Sekten sprechen, und wo dies nicht der Fall ist - zu letzteren zählen Mormonen. Allerdings gab es auch in der Geschichte der Mormonen einiges, wovon ich mir als Mormone gewünscht hätte, dass dies nie dagewesen wäre, beispielsweise das Mountain-Meadows-Massaker oder die Akzeptanz der Polygamie.

Dass Scientology im modernen und damit wertenden Sinne eine Sekte ist, dürfte jedoch offensichtlich sein. Diese Glaubensrichtung hat sogar eine elitäre Gruppe, die direkt dafür gedacht ist, die Mehrheit der Mitglieder durch entsprechenden Druck unter Kontrolle zu behalten.

Was Zeugen Jehovas angeht, so kann ich nur aus der Erfahrung durch Bekannte sprechen, wobei ich zum Einen eine Ex-Zeugin gekannt habe, die nach Jahren geistiger und sozialer Schwierigkeiten endlich wieder ein selbständiger Mensch wurde, der auch wieder gelernt hatte, soziale Kontakte aufzubauen und Freude am Leben zu haben, was für diese Person eine äußerst große Herausforderung war und zum Anderen eine Zeugin Jehovas, mit der ich mich über die Bibel unterhalten hatte und mit der ich ein paar Mal einen Königreichssaal besucht hatte. Sie war nur für Bibelaussagen aus der NWÜ zugänglich und das auch nur, soweit es ihre Haltung zur entsprechenden Kirchenlehre der Zeugen Jehovas zuließ. Bei allem anderen, auch bei der Einheitsübersetzung beispielsweise ging alles durch ein Ohr hinein und durch das andere hinaus. Ich behaupte nicht, dass alle Zeugen Jehovas so sind, aber so war es bei ihr. Ich kenne auch persönlich ein paar weitere Zeugen Jehovas, die da etwas anders sind, sofern sie irgendwo eine Bestätigung für ihren Glauben sehen, sei es auch durch eine andere Bibelübersetzung. Dennoch merkte ich, dass diese Zeugin Jehovas unter einem gewissen sozialen Druck stand und ihre Haltung eine Art Schutzhaltung war, der wohl dazu dienen sollte, dass sich dieser soziale Druck nicht vergrößert. Als ich dann mit ihr im Königreichssaal war und sogar ihre Familie kennen lernte, verstärkte sich dieser Eindruck, den ich in Bezug auf diesen sozialen Druck hatte, zusehends.

Die Neuapostolische Kirche kenne ich gar nicht und ebenso wenig kenne ich die Sieben-Tags-Adventisten, aber bei Scientology von einer Kirche zu schreiben, obwohl es von den entsprechenden Mitgliedern ebenfalls Gang und Gäbe scheint, ist an sich ein blanker Hohn, denn Kirche bedeutet, dass es etwas mit christlichem Glauben zu tun hätte, was bei Scientology offensichtlich keineswegs der Fall ist.

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Die Zeugen Jehovas gehen von Haustür zu Haustür und nerven ohne Ende. Selbst zu mir kommen sie hin und wieder.. trotz mehrerer Buddha-Statuen in Haus und Garten und trotz dass sie wissen wie ich denke... also sie sollten es inzwischen eigentlich wissen...

Von den Neuapostolen hab ich sowas noch nie mitbekommen. Ich kenne einige die zu denen gehören, aber da kam noch nie irgendjemand der meinte er müsse mich bekehren oder so...

Scientology hingegen steht gewaltig unter Beobachtung, da die für rabiate Aktionen bekannt sind...

Solange die sich alle friedlich vehalten, mich nicht belästigen und nicht gegen Gesetze verstoßen ist auch alles im grünen Bereich... Soll jeder glauben was er meint.. und nicht "Andersgläubige" umbringen...

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Das ist sicher eine Frage der Wahrnehmung. Ich finde durchaus, dass auch über andere Vereinigungen gesprochen wird..

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Kommentar von JenniBerlin
29.10.2016, 12:32

Nein kaum Infos im Netz nur Wikipedia und die Sekte auf ihren Homepages

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Erstens stimmt es nicht, dass bei Sekten NUR über die Zeugen Jehovas gesprochen wird.  Es ist aber halt einmal so, dass die ZJ am meisten Werbung für sich machen. Wer aber viel Werbung macht, muss sich auch damit abfinden, dass viele seiner Aussagen überprüft und - wenn notwendig - als falsch deklariert werden.

Das sieht man ja auch hier im Forum. Zeugen Jehovas stellen hier oft selbst Fragen, um sie dann von anderen 'beantworten' zu lassen. Mit anderen Worten, sie lügen um neue Mitglieder werben zu könne.

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Die sind in unseren breiten eben am aktivsten

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