Warum wird bei Prostitution mit einem ganz anderen Maß gemessen, wenn der Freier behindert ist?

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7 Antworten

Es ist eine moralische Ansichtssache. Und damit einer subjektiven Meinung unterworfen. Rechtlich gibt es keinen Unterschied. Das Prostitutionsgewerbe ist mittlerweile eine anerkannte Berufsgruppe mit allen Drum und Dran. Somit gibt es zwar Kundschaft oder Freier, aber keine Täter oder Böse, solange es im rechtlich zulässigen Rahmen verläuft (keine Kinder, keine Zwangsprostitution). Natürlich ist Prostitution tief verwurzelt im kriminellen Milieu und wird dort weiterhin verhaftet bleiben, das ist aber eine andere Ebene.

Der einzige Unterschied ist die Teilhabe am gesellschaftlichem Leben. Ein nicht behinderter Mann hat nun mal meist andere Möglichkeiten, sich sexuell auszuleben. Ein Behinderter ist dagegen ggf. in einer Zwangslage, seine Libido nicht ausleben zu können. Das kann zu sexueller Frustration und somit zu depressiven Krankheitsbildern führen. Somit ist es aus meiner Sicht begründet, dass es hier eine differenzierte Sicht geben muss. Könnte mir sogar vorstellen, dass u. U. geldliche Mittel aus der Gesetzesgrundlage zur Förderung der Teilhabe zur Verfügung stünden, was aber im Allgemeinen von den Ämtern abgelehnt wird.

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Kommentar von Karl1004
18.07.2017, 17:04

Zitat;

"Ein nicht behinderter Mann hat nun mal meist andere Möglichkeiten, sich sexuell auszuleben."

___

Wenn das so ist, warum sollte er dann dafür bezahlen?

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Die Frage ist vielmehr: Warum wird Prostitution generell so negativ beurteilt?

Würde man sich nicht derart über "normale" Prostitution aufregen, dann wäre auch der Einsatz einer Surrogatpartnerin oder Sexualbegleiterung für alte und behinderte Menschen kein Sonderfall mehr!

Das traurige ist, dass viele überzeugte Prostitutionsgegner selbst noch nie mit einer Prostituierten gesprochen haben, sondern lediglich das an Voruteilen und Gerüchten wiederkäuen, was sie von anderen gehört und gelesen haben! Jeder spricht also ÜBER Prostituierte, aber nur die wenigsten MIT ihnen.

Das es "böse" ist einen "Frauenkörper zu benutzen" ist eine ganz persönliche Moralvorstellung. Die eigene Moral in Gesetze gießen zu wollen, hat schon oft mehr Leid verursacht als verhindert. Es gab auch in Deutschland Zeiten, da durften Kondome nur an Verheiratete verkauft werden und wer einem unverheirateten Paar ein Zimmer vermietete, der wurde wegen Kuppelei bestraft. Hohe "moralische Standards" - die wir uns heute nicht mehr gefallen lassen würden - oder?!

Das unsägliche Prostitutionsschutzgesetz, mit dem die (ja praktisch ausschließlich selbständig tätigen) Dienstleisterinnen gegängelt werden, wird von sämtlichen Hurenorganisationen abgelehnt, weil es in erster Linie weder der Anerkennung in der Gesellschaft noch dem Schutz der Damen, sondern allein der leichteren Besteuerung der vereinnahmten Beträge gilt!

Frauen sind Prostituierte natürlich allein schon deswegen suspekt, da die Möglichkeit jederzeit unkompliziert Sex kaufen zu können, die Damen eines beliebten Belohnungs- und Steuerungsinstruments beraubt... .

Wer Prostitution verurteilt bedient sich oft einer Doppelmoral, denn bei der gerne empfohlenen Alternative "Such Dir doch einen One-Night-Stand" wird oft gelogen bis sich die Balken biegen ("Natürlich bin ich Single", "Ich suche etwas Festes..." usw.) um das Opfer ins Bett zu bekommen. Warum der angeblich so verwerfliche "Sex ohne Liebe" in einem solchen Fall moralisch wertvoller ist, als bei einem fairen Geschäft, ist mir nicht klar. Auch eine Versorgungsehe, bei der der Braut die finanzielle Ausstattung des Gatten wichtiger war, als die Liebe zu einem "armen Schlucker" wird selten wirklich beanstandet.

In einem modernen Sauna- oder FKK-Club (im Amtsdeutsch "Bordellähnlicher Betrieb") findet die Begegnung zwischen Dienstleisterin und Freier quasi auf Augenhöhe statt und zwar fern der gängigen Klischees von Schmuddel und Zwang. Man sollte in Bezug auf Paysex auch nicht alle Erscheinungsformen über einen Kamm scheren - es ist ein Unterschied ob jemand unter Zwang auf dem Drogenstrich anschafft oder man eine freiwillig und selbstbestimmt arbeitende Sexworkerin in einem seriösen Bordell besucht! Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu Zwangsehen - sollte man deshalb nicht sicherheitshalber die Ehe komplett abschaffen?!

Es ist ein Klischee, dass die meisten Frauen gezwungen werden als Prostituierte zu arbeiten. Allerdings behaupten einige Frauenrechtlerinnen bereits die Notwendigkeit Geld verdienen zu müssen sei "Zwang" - dann bin ich allerdings auch "Zwangsarbeiter", denn ich gehe nicht ins Büro, weil mir zuhause langweilig ist! Die meisten Dienstleisterinnen stammen aktuell aus Rumänien und Bulgarien, wo der Durchschnitts-Monatsverdienst unter 400€ liegt. Die "Generation Party" dieser Länder steht oft auf dem Standpunkt "ich bin jung - ich will mir JETZT etwas leisten können" - da kommt ein Job in Germany, wo man in einer Nacht mehr verdienen kann als eine Krankenschwester in der Heimat im ganzen Monat, gerade recht! Die allermeisten Männer gehen mit den Damen auch zärtlich und respektvoll um, weshalb diese ihre Tätigkeit auch z.B. der einer Krankenschwester usw. vorziehen, da Schwestern einen unangenehmen Patienten beim nächsten Mal nicht einfach ablehnen können!

Eine Session ist meist erotischer, wilder, zärtlicher, verschmuster, alberner und schöner, als es sich die Theoretiker und Moralapostel überhaupt vorstellen können. Auch von der viel beschworenen Distanz zwischen Dienstleisterin und Gast ist hier wenig zu spüren, denn die meisten Frauen praktizieren den beliebten "Girlfriend-Sex" wo neben dem eigentlichen Akt auch Streicheleinheiten, Schmusen, Kuscheln, Zungenküsse, Lecken und Blasen ganz selbstverständlich dazugehört. Da der allergrößte Teil der Männer die Frauen zärtlich und mit Respekt behandelt, sehen die Frauen die Männer auch nicht als "Täter", sondern als willkommene Gäste.

Daher haben laut verschiedenen Umfragen im Laufe ihres Lebens die meisten Männer schon einmal für Sex bezahlt. Laut der Zeitschrift Brigitte sogar 88% und 47% sogar einmal jeden Monat:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/peinlich-aber-erfolgreich-und-keiner-wills...

Im Bordell finden sich daher ein Querschnitt durch die männliche Bevölkerung - und keineswegs nur "Perverse", "hässliche" und "alte" Männer, die in der "freien Wildbahn keine abbekommen".

Wer im Bordell "Liebe" sucht ist allerdings fehl am Platz - denn die Gefühle gehen selten über gegenseitigen Respekt und der Sympathie für einen guten Geschäftspartner hinaus. Wer sich bemüht kann allerdings auch im Bordell eine Menge über guten Sex hinzulernen und nicht alle Orgasmen der Dienstleisterinnen sind gespielt... . Viele Details über die verschiedenen Geschäftsmodelle und die Motivation von Gästen und Dienstleisterinnen findest Du in dem unterhaltsamen und informativen Buch "Wir sehen uns im Puff!" (Amazon).

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Kommentar von Wurzelstock
11.07.2017, 22:40

Ein selten gehaltvoller Beitrag von dir; wenn ich auch nicht allem folge.  Zum Beispiel dem "Sex ohne Liebe". Das kenne ich nicht. Liebe gibt es auch im Bordell - auch wenn sie flüchtig, bzw. oberflächlich sein mag. (...und sogar gefürchtet.)

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Das ist genauso, wenn Parkplätze für behinderte fast durchweg leerstehen und freigehalten werden , während andere nicht wissen, wo sie hinsollen. das sind so Lumpentricks, um die Gesellschaft gegeneinander aufzusticheln und aufzuwiegeln. Die haben auch schon behinderte bewußt dazu angestiftet, gegen nicht behinderte frech und dummdreist zu sein. das haben die schwarzen Krampen alles schon gemacht. Und das mit dem sex und mit diesem Staatlichen Sexverkauf auf krankenschein paßt eben genau da rein : Der normalo kriegt das geld abkassiert beim Lohn und kriegt von den Banditen gesagt: du kannst ja draußen sex finden ! Der rollstuhlfahrer hingegen kriegt vom AOK-Dokter den sex kostenlos auf rechnung der anderen aufgeschrieben. Das ist bewußte Provokation und aufwiegelung. das ist dasselbe, wenn sie "Flüchtlinge" beischaffen und ihnen das geld des Steuerzahlers zustecken. aber das paßt genau zu den schwarzen Mafiosi und ihren mit geld gekauften grünen u.a. Knechten. Die haben nänlich die Grünen knechte mit diesem "Vorschlag" nur vorgeschickt, damit es so aussieht, als käme es von den grünen. Weil sie selber das nicht sagen wollen.

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Kommentar von Wurzelstock
13.07.2017, 16:11

Leonid, dein Zorn geht ins Leere. Auf Krankenschein kann es so etwas nur geben, wenn es zu einem wissenschaftlich abgesicherten Erfolg führen kann. In allen anderen Fällen wäre die Finanzierung allenfalls eine Aufgabe für das Sozialamt. Das aber kann man nicht so rigoros verdammen, wie Du es tust. Da ich selbst auf Zärtlichkeit nicht ein Leben lang verzichten wollte, würde ich meine Steuern für solche Fälle gerne zahlen.

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nein das ist natürlich nicht angemessen.

Das rührt daher, daß ein kriminelles Pack hier die politische Macht hat, und was die wollen , ist, Gruppen von Leuten vom Sex ausschließen -wie bei Arbeit (Arbeitslose) oder wohnungen (Obdachlose). wir sollen damit unterjocht und fertiggemacht werden, aber , Leute, wischt ihnen am 24.9. eins aus, das wirkt !

Und mach dir keine sorgen, die Verfassungsklage gegen das Trojanergesetz ist gestellt, es wird anulliert .! dauert halt noch.

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Kommentar von darkhouse
12.07.2017, 07:39

Sorry, aber du schwurbelst ganz schönen Kram zusammen...

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In der Tat sehr doppelmoralisch. Wahrscheinlich wird beim nichtbehinderten Freier seine Nichtbehinderung mit körperlicher Überlegenheit gleichgesetzt und diese wiederum bereits als bedrohlich beurteilt. Wohingegen das Krüppelein der arme, schwache Kümmerling ist, der die Prostituierte wegen seiner körperlichen Unzulänglichkeit nicht in die Knie zwingen kann wie der nichtbehinderte Unhold. 

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Kommentar von LeonidB
11.07.2017, 21:23

Ja, haha, könnte man denken, aber es ist nicht das, sondern die pure niedertracht von diesen geifer-emanzen. Kann ich dir sicher sagen. es ist Nazi-gesinnung.

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Ich habe das noch nie so gesehen, Freier sind die Bösen.... warum auch? Was ist gegen Prostitution einzuwenden sofern die Frauen es freiwillig machen und anständig bezahlt und behandelt werden.

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Was mündige Menschen in freier Entscheidung einvernehmlich miteinander tun, ohne dass jemand Schaden dadurch nimmt, kann kein Straftatbestand sein - ob mit oder ohne Behinderung, ob mit oder ohne Bezahlung.

Das Naserümpfen kann man aber auch niemand verbieten; weder den einen, noch den anderen Seite.


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Kommentar von LeonidB
11.07.2017, 21:34

Nee das naserümpfen ist ja normal . Miserabel wird es ja nur dann, wenn ein Staatsgesindel den sex systematisch verhindern will. was sie aber wollen - vorschlag der Grünen - ist eine Art Staats-sexverkauf, der dann vom Krankenkassen-Beitragszahler bezahlt werden soll - für Behinderte.

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