Warum wird bei heutigen Gerichtsprozessen mehr auf Vergleich hin gearbeitet als zu Urteilen?

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14 Antworten

Mit Bequemlichkeit hat das nichts zu tun.

Ein Vergleich hat den großen Vorteil, dass beide Seiten sich einigen müssen und somit alle mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden sind.

Bei einer richterlichen Entscheidung ist das nciht unbedingt der Fall.


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Weder noch und ist völliger Quatsch, was du da meinst. Gerade im Zivilrecht können die Verfahren lang und anspruchsvoll sein. Um die überlasteten Gerichte ein wenig zu entlasten, wird versucht die Streithähne zu einem Vergleich zu bewegen, da dies auch für sie günstiger wird. Wenn die Parteien sich nicht einigen wollen und können, wird irgendwann doch die Sache vor dem BGH gehen.

Im Strafverfahren gibt es sogenannte Deals, was aber das Bundesverfassungsgericht eingeschränkt hat.

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Ich denke die Angst, dass sich viele auf die Urteile beziehen können, ist nicht der Grund.

Schließlich bestimmt ein Gericht nur die Schuldfrage unter den gegebenen Voraussetzungen und die Strafe fällt ziemlich immer anders aus.

Die Schuldsprechung selbst, wird oft dazu genutzt, in ähnlichen angelegenheiten eine eindeutigere Rechtslage und Rechtssicherheit zu bekommen.


Die Vergleiche sind in dem Sinne auch eigentlich eine hilfe für die Richter, genau wie Gutachten und dergleichen auch.

Aber einfacheit? Der Richter muss sich die anderen Dinge ja beim Vergleich anschauen, also Lesen und verstehen, sowie nochmal ähnlich beschreiben.

Es reicht oftmals dann sich auf ein anderes Gericht zu berufen oder zu stützen, somit kommen nicht 100 ähnliche Fälle mit etlich anderen Rechtslagen heraus.

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doch mehr die Angst das sich viele dann auf die Urteile beziehen könnten?

In Deutschland gibt es kein 'case law', Urteile unterer Instanzen sind nicht bindend, daher fällt das als Grund generell aus.

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Ob gezielt darauf hin gearbeitet wird, kann ich nicht sagen. Immerhin ist ein Vergleich die beste Art, einen Streit zu beenden. Die beiden Parteien einigen sich. Dadurch minimierte jeder sein Risiko und auch die Kosten. Ein Vergleich ist immer noch besser, als durch einen Gerichtsbeschluss als Verlierer dazustehen.

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Das Ziel der Richter ist es auf einen Vergleich hin zu arbeiten, weil es den Richtern dadurch erspart bleibt eine Urteilsbegründung zu schreiben.

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Es es entsteht eine Einigung zwischen beiden Parteien, welche größeren Rechtsfrieden schafft, als ein einseitiges Urteil oder Beschluss. Außerdem haben Rechtsanwälte ein Interesse daran, da mit dem Abschluss zusätzliche Vergütung entsteht. Das Gericht hat Interesse daran, da es meist weniger Aufwand bedeutet. Also ist im günstigsten Fall jedem damit geholfen.

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Vergleiche sind für die Richter in der Tat weniger arbeitsintensiv, weil sie keine Urteile und keine Urteilsbegründungen zu schreiben brauchen.

Vergleiche werden immer dann geschlossen, wenn die Beweislage nicht eindeutig ist und beide Parteien den Prozess verlieren bzw. gewinnen können. Um dieses Risiko auszuschließen werden Vergleiche geschlossen. Damit werden übrigens auch die Prozesskosten minimiert (Gerichtsgebühren und Anwaltskosten).

Ob heutzutage häufiger Vergleiche geschlossen werden als früher, kann ich nicht beurteilen. Angesichts einer stetig steigenden Anzahl von Prozessen mag das der Fall sein. Der Prozentsatz der Vergleiche im Verhältnis zur Anzahl der Gerichtsverfahren könnte aber dennoch unverändert sein.

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Es wird nicht mehr auf Vergleiche hingearbeitet als auf Urteile. Zudem hat es natürlcih enorme Vorteile, wenn man sich einen aufwändigen Prozess erspart und sich einigt.

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Ein Vergleich, auch wenn er durch einen Richter moderiert wurde, ist immer noch eine gemeinsame Entscheidung; es wirkt wie etwas bei dem Beide etwas gewinnen.

Ein Urteil ist etwas, dass einem vom Richter aufgedrückt wurde.

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Nach einem Vergleich ist die Sache erledigt, nach einem Urteil ist der Rechtsweg nach oben in der Regel offen. Das kostet viel Zeit,Geld  und Nerven bei einem offenen Ausgang.

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Beides !

Bei einem Vergleich muss der Richter kein ellenlanges Urteil mit Begründung schreiben

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weil nach der Gebührenordnung sowohl Gericht als Anwälte beim Vergleich mehr kassieren - und der Richter sich nicht ne Stunde hinsetzen muss und sich ne schriftliche Urteilsbegründung ausdenken muss, so wie eben beim "Urteil im Namen des Volkes".

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Miramar1234 19.02.2016, 10:12

Das ist richtig.Wenn aber Tatsachen vorliegen,die dem unterliegenden eine Peinlichkeit ersparen,oder die Sachlage komplex wäre,oder es ein Exempel statuieren würde...genau zu urteilen....kann es wichtig und gut sein einen Vergleich zu machen.Im Arbeitsrecht wo Schuld aus hätten,können,sollen bestehen kann,völlig üblich.

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suziesext05 19.02.2016, 10:27
@Miramar1234

hi miramar - bei Arbeitsgericht, bei Kündigung aus betrieblichen Gründen, drängt jeder Richter stark auf ne gütliche Einigung und schlägt von sich aus auch ne Abfindungssumme vor. Bei zivilprozess kann der anwalt vom beklagten schätzen wie hoch die Chancen sind und denn "vergleichen" se sich, und bein strafprozess machen se manchmal n deal, staatsanwalt und verteidiger, wenn der Angeklagte teilgeständnis macht, denn gehts ohne Urteil oder n milderen Strafantrag oder Geldstrafe ohne Hauptverhandlung.

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flirtheaven 19.02.2016, 10:28

weil nach der Gebührenordnung sowohl Gericht als Anwälte beim Vergleich mehr kassieren 

kannst du das belegen?

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suziesext05 19.02.2016, 10:30
@flirtheaven

da gehts um Streitwert, ist Verhandlungssache, und bei Vergleich setzen se n höheren Streitwert ein. und aus dem Streitwert ergeben sich die Gebühren.

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flirtheaven 19.02.2016, 10:35
@suziesext05

Wenn der Streitwert bei einem Vergleich höher wäre, würde eine der beiden Parteien ja wesentlich schlechter dastehen, als beim Urteil gegen sie. Außerdem bringt dem Anwalt eine Reihe langer Prozesse viel mehr Geld ein, da ja neben den Grundgebühren noch einige andere Gebühren anfallen.

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was Du sagst, kann allenfalls für Zivil- oder Arbeitsgerichtsprozesse zutreffen.

Bei Strafprozessen gibt es keinen Vergleich.

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