Warum wird bei einem Belastungs-EGK die Leistung nur über die Kraft (Problem Beinmuskeln vs. Herzfunktion) gesteigert?

3 Antworten

Vielleicht vor ab:

Ob Ruderer oder Radfahrer, bei beiden kommt der meister Bums aus den Beinen.

Maßgeblich für die Leistungsfähigkeit der Muskulatur ist deren Fähigkeit ein gewisses Maß an Maximalkraft zu entfalten.

Je höher die Fähigkeit der Entfaltung der Maximalkraft ist desto weiter verschieben sich die aerobe und anaerobe Schwelle nach oben.

Das bedeutet aber auch dass die aeroben Stoffwechselprozesse effizienter ablaufen, wenn ich eine erhöhte Maximalkraft besitze.

Um die Kraftentfaltung über längere Zeit jedoch aufrecht zu erhalten, bedarf es einer ausreichenden Sauerstoffversorgung über das Herz-Kreislauf-System.

Ist dieses zu schwach (z. B. zu geringes Herz-Minutenvolumen), kannst Du noch so viel Kraft haben, das HKS wird Deine Leistungsfähigkeit begrenzen.

Zwischen beiden o. g. Schwellen befinden sich Laktataufbau und Laktatabbau weitestgehend im Gleichgewicht.

Wird die anaerobe Schwelle überschritten, erfolgt mehr Laktataufbau als abgebaut werden kann.

Folge: Die Leistungsfähigkeit sinkt bei der anaeroben Stoffwechsellage drastisch.

Jetzt zur Frage Kraft / Drehzahl: Die Tretleistung ergibt sich aus dem Produkt von

Kraft x Winkelgeschindigkeit

Bedeutet:

Ergometer kann man auf eine definierte Leistung einstellen, die drehzahlunabhängig ist.

Allerdings ist es nicht der Weisheit letzter Schluss, daraus zu folgern, dass man ruhig etwas langsamer treten kann, denn dann muss man nach obiger Formel mehr Kraft aufwenden für die gleiche Leistung.

Eine höhere Trittfrequenz würde bei entsprechender Einstellung des Ergometers eher zum Ziel führen. Natürlich sind der Erhöhung der Trittfrequenz auch Grenzen gesetzt.

Auch ist es so, das bei großen Kraftanstrengungen der Muskel sich selbst die Energiezufuhr abschneidet, indem durch die Muskelkontraktion die feinen Kaplaren einfach zu machen und somit die Nährstoffversorgung des Muskels behindern.

Daher fahren Radfahrer gern die 90er Nähmaschine (also Trittfrequenz ca. 90 RpM), weil sich diese als Optimum in Bezug auf die Versorgung des Muskels herausgestellt hat.

Günter

Dein Beispiel hinkt. Es kommt auf die Leistung des Herzens an, nicht auf die der Muskeln. Dem Herz ist es egal, in welcher Körperregion der Sauerstoff umgesetzt wird. Das Herz registriert: körperliche Anstrengung, also Kreislauf hochfahren und Gas geben.

Gut, gehen wir ins Extreme, die Untersuchung wird mit einer Drehzahl von nur 1 RPM ausgeführt. Selbst ein guter Marathonläufer würde sich hierbei schwer tuen. Irgendwann könnten seine Beine das Rad einfach nicht mehr bewegen, wohl aber die Beine eines ganzheitlichen Kraftsportlers. 

Oder ganz anders: Wir führen das Belastungs-EGK beim Bankdrücken (an einer Maschine) durch. Es ist selbstredend, dass auch hier ein Kraftsportler gegenüber einem Marathonläufer einen riesigen Vorteil hat. Der Kraftsportler kann vielleicht hundert Kilo und mehr drücken, aber der Marathonläufer nicht, obwohl er ebenso ein gut trainiertes Herz hat.

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@HantelbankXL

Es geht nicht um Kraft/Wettbewerb, sondern darum, wie das Herz bei Belastung reagiert, z.B. stolpert. 

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@FlyingCarpet

Diesen Zweck erfüllt das EKG natürlich. Trotzdem werden - als Beilage sozusagen - leistungsspezifische Daten mitgeliefert und diese sind meines Erachtens aus beschriebenen Gründen nur bedingt brauchbar/vergleichbar.

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@HantelbankXL

Das genau ist aber der Punkt. Ich mache keine Leistungsprüfung oder so. Ich will das EKG sehen, wenn das Herz belastet ist. Ich macher das BelastungsEKG ha auch beim Kardiologen und nicht beim Sportmediziner.

Außerdem müsste ich für Leistungsdaten ja auch eine CO2 Messung, Laktatwerte etc. bestimmen.

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Das ist egal, das Herz muss eine Leistung erbringen und die wird gemessen. Im Prinzip könnte man auch mit den Armen wedeln. Laufband oder Fahrrad ist halt bequemer mit den ganzen Untersuchungsgeräten. 

Aber weder das Wedeln mit den Armen noch das Laufen auf dem Laufband erfordert soviel Kraft wie das Fahrradergometer beim Belastungs-EGK.

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@HantelbankXL

:D Es wird auch nicht mit den Armen gewedelt.

Das Laufband wird nach hinten schräg gestellt. Wird viel bei Kindern gemacht, die noch nicht gleichmäßig treten können. Die Eltern können dann am Ende stehen und das Kind bischen halten oder auffangen, falls es rückwärts fällt.

Es geht auch in Liegeposition mit dem Fahrrad, da sind unten an der Liege Pedalen.

Oder bei Patienten die Probleme mit Knie und Beinen haben, wird eine Injektion gemacht, die das Herz auf Leistung treiben.

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