Warum will Erdogan die PKK vernichten/ können wir nicht alle gemeinsam in Frieden leben?

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5 Antworten

Die Kurden wollen einen eigenständigen Staat, der ihnen nach dem 1. Weltkrieg um 1920 auch zugesagt wurde. Das wurde dann stillschweigend von den Siegermächten wieder kassiert, als Atatürk aus den Resten des osmanischen Reiches die heutige Türkei gründete. Die Kurden wurden auf türkischen Boden dann diskriminiert, die Verwendung der kurdischen Sprache verboten usw.

Was der werte Herr Erdogan da heute abzieht, ist ganz einfach Völkermord unter dem Deckmantel der Terroristenbekämpfung. Da ist ein toter PKK Kämpfer ein Terrorist, ein toter türkischer Soldat ein Märtyrer! So einfach ist das!

Urlaub in der Türkei zur Zeit: Nein, danke!

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Kommentar von Yakupbro
31.03.2016, 11:19

Achso, hatten denn die Kurden zuvor einen eigenen Staat oder haben die  beim Vertrag gehandelt so und soviel Land gehören uns usw.?

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Also, die PKK ist eine terroristische Vereinigung, gegründet von dem Terrorgruppenanführer Abdullah Öcalan, der seit 1999 inhaftiert ist.

Der türkische Staat versucht, im Südosten der Türkei seine Hoheitsrechte durchzusetzen, denn auch dort gelten die Gesetze und Rechte der türkische Verfassung und Strafbücher für Jeden. Das ist legitim, auch mit Wafengewalt, denn das Militär und die Polizei ist nicht grundlos ausgerüstet.

Die PKK verübte jahrzehntelang Anschläge auf Polizeiwachen, Militärkasernen und -konvois sowie Amtspersonen wie Staatsanwälte oder Richter. Sie tut es immer noch, davon hört man nur weniger, weil die Medien hierzulande dies nicht berichten.

Die PKK beabsichtigt so, den türkischen Staat unter Druck zu setzen und einen kurdischen Staat zu erzwingen, was nicht gelingen wird, denn kein Staat auf der Erde würde dies zulassen, sofern er sich dagegen wehren kann. Und die Türkei ist deutlich stabiler, aufgerüsteter und unabhängiger als Syrien und Irak.

Die Mehrheit der kurdischen Bevölkerung bekennt sich zum türkischen Staat. Millionen von ihnen siedeln sogar um, weil sie die militante Bewegung nicht mehr ausstehen können. Sie rekrutieren Kinder und Jugendliche, indem sie sie den Eltern entziehen und in den Gebirgen "erziehen". Das sind aktuelle Berichte von ehemaligen Terroristen und betroffenen Eltern.

Der türkische Staat hat in der Geschichte einen Fehler gemacht und die Kurden im Stich gelassen, indem er in diese Gebiete weniger investierte. Dadurch entwickelte sich in der Gegend Armut, was dazu führte, dass unzufriedene kurdische Jugendliche und Männer der PKK beitraten, auch unter dem Einfluss der Propaganda der PKK.

Mittlerweile hat die Türkei ihren Kurs geändert. Es wird die kurdische Sprache anerkannt, kurdische Sprache wird gelehrt, es gibt kurdische Schulen, Universitäten. Seit Jahren sind Spitzenpolitiker kurdischer Abstammung. Die Verfassung wird geändert, dort wird die Rede von "Türkiyeli" statt "Türk" sein, was wie "Deutschländer" statt "Deutsche" bedeutet, um nicht nur Türken anzuerkennen, sondern jeden, der dort lebt.

Und was den kurdischen Staaten angeht. Nach dem Zerfall des osmanischen Reichs wurde durch die Siegermächte ein Vertrag des Serves (1920) aufgezwungen. Dort wurden neue Grenzen aufgezogen, Besatzungszonen eingerichtet und ein kurdischer Staat versprochen. Der osmanische Vertreter hat es unterschrieben, da sonst die komplette "Vernichtung" drohte.

Die Bevölkerung hatte die Besatzungen und den Niedergang des Reichs satt und unter Führung von Atatürk begann der türkische Befreigungskrieg, indem fremde Besatzungsländer wie Griechenland, Italien, Großbritannien, Frankreich und die USA zurückgedrängt wurden. (1920-1923)

Dadurch ergab sich der Vertrag von Lausanne (1923), der den Vertrag von Sevres revidiert, d.h. aufhebt. Somit wurden alle Versprechungen aus dem Vertrag des Sevres überflüssig und ungültig.

Der kurdische Staat, den besonders Frankreich und Großbritannien forderten, die zugleich auch die aktuellen Grenzen des Irak, Syrien etc aufzogen, konnte so nie verwirklicht werden.

Und am 29. Oktober 1923 wurde die türkische Republik gegründet.

Seit 1980 versuchen kurdische Extremisten (teilweise auch Armenier) einen unabhängigen Staaten zu erzwingen. Dies geschieht natürlich mit der freundlichen, aber geheimen Unterstützung des Westens. Denn so wie man es im Irak und in Syrien sieht, entstehen nach und nach kurdische Autonomien, die später zusammenführt zu einem großen Staaten werden.

D.h. die Militärinvasion im Irak und die Lage in Syrien waren mehr oder weniger ein Plan der Errichtung des kurdischen Staats. So will man neue Grenzen im nahen Osten aufziehen. Das ist mehr als deutlich, denn momentan werden wieder die Grenzen zwischen Syrien und Irak diskutiert. Das sind keine Zufälle.

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Schön wäre es, wenn wir alle Frieden und Gerechtigkeit leben könnten? 

Aber die Welt ist nun mal nicht so harmonisch und wird es auch nie sein. Es wird immer Konflikte geben und auch Kriege. Ganz einfach, weil jeder Mensch unterschiedliche Interessen hat und einen freien Willen zu entscheiden und zu handeln. Dass kannst du niemand absprechen und ich glaube, ich will auch in Zukunft, dass ich frei entscheiden kann. 

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Er will den Seperatismus der Kurden brechen.

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Zur Sache, können wir nicht einfach in Frieden leben? Nein, es wird immer Konflikte geben, was selbstverständlich ist.

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Kommentar von Yakupbro
31.03.2016, 11:15

Schönes Messer!

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