Warum will die Welt die Staatenlosigkeit vermeiden?

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4 Antworten

Eine Staatloser genießt nicht den Schutz eines Staates.

Wenn Du einer Straftat bezichtigt wirst, wird kein Staat eine Auslieferung beantragen und kein Konsulat wird Dir Unterstützung gewähren.

Diverse Grundrechte in Deutschland stehen nur Deutschen oder EU-Bürgern zu; andere Verfassungen gewähren Rechte ebenfalls nur an eigene Staatsbürger. In solchen Staaten bist Du dann Bewohner zweiter Klasse.

Es gibt auch keinen Staat der Dir Ausweisdokumente ausstellt, und ohne Pass keine VISA. Du genießt also auch keine Reisefreiheit.

Es steht überall, dass man nicht ausgebürgert werden kann wenn man staatenlos wird.

Das steht durchaus nicht überall, es gibt Staaten, die sind ziemlich schnell, wenn es darum geht, mißliebige Bürger los zu werden.

Welche vor und nachteile bringt eine staatenlosigkeit?

Staatenlosigkleit hat keine Vorteile, sondern nur Nachteile, da man als Staatenloser viele der Rechte, die ein Staatsangehöriger besitzt, eben nicht besitzt, z.B. das Wahlrecht.

Ein Nachteil ist, dass du im Zweifel in kein Land mehr einreisen kannst. Und wenn dich dann das Land, in dem du dich gerade befindest zu Ausreise auffordert, hast du ziemlich ins Klo gegriffen.

Nun, eine staatenlose Person hat niemanden mehr, der ihr ein Reisedokument ausstellen könnte. Und ohne Reisedokument kann man so gut wie nirgendwo einreisen. Und da es kaum einen Flecken Erde gibt, der nicht zu irgend einem Staat gehört - wo soll ein Staatenloser dann hin?

PatrickLassan 14.11.2016, 14:59

Staatenlose können in Deutschland einen Reiseausweis erhalten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Reiseausweis_f%C3%BCr_Staatenlose

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Fuchssprung 14.11.2016, 15:07
@PatrickLassan

Das Zauberwort ist "können". Sie müssen jedoch nicht unbedingt einen Reiseausweis bekommen.

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GanMar 14.11.2016, 15:12
@PatrickLassan

Das Staatenlosenübereinkommen ist eine recht "moderne" Errungenschaft.

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GanMar 15.11.2016, 08:23
@PatrickLassan

Das nenne ich durchaus noch "modern". Und ob es ein solches Abkommen ohne die in den Fünfzigern noch sehr lebhafte Erinnerung an die Schrecken zweier Weltkriege auch heute noch geschlossen werden könnte, ist durchaus fraglich.

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