warum will das finanzamt dass ich mich gewerblich anmelde, wenn ich dann unter dem Freibetrag bleibe

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4 Antworten

Als Gewerbetreibender musst du Steuererklärungen abgeben! Da hast Du kein Wahlrecht ( und auch nicht das Finanzamt!). Gewöhn Dir an nach Steuerarten getrennt zu denken: ESt, USt, GewSt!!! Aus Deinen Angaben seh ich schon, dass du anscheinend DInge mischst und das funktioniert so nicht!

Einkommensteuer: Ob Steuer raus kommt oder nicht wird bei Abgabe der Steuererklärung geprüft. Da zählen übrigens auch alle Deine anderen Einkünfte, die Du evtl während des Jahres hattest dazu. Ist dein zu versteuerndes Einkommen unter rd 8000€ ist deine Steuer 0€.

Gewerbesteuer: Grundlage ist grundsätzlich der steuerliche Gewinn. Ggfalls sind Hinzu- bzw Abrechnungen zu berücksichtigen.... Aber in punkto GewSt hast Du nen Freibetrag von 24500€. Sieht so aus, als ob Du diesbezüglich auf der sicheren Seite bist.

Umsatzsteuer: Als Unternehmer bist du immer umsatzsteuerpflichtig. Du kannst aber die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, wenn im lfd. Jahr dein Umsatz unter 17500€ UND im Folgejahr unter 50000€ (geschätzt) liegt. Dies hast zur Konsequenz, dass du keinen Vorsteuerabzug hast, aber auch keine Umsatzsteuer in deinen Rechnungen ausweisen darfst. Verzichtest du auf die Kleinunternehmerregelung dann rechnet sich deine monatliche Umsatzsteuererklärung sie folgt: (Bruttoumsätze:119 x 19) abzüglich Vorsteuer. Die Differenz ist dein Zahlbetrag oder Erstattungsanspruch ans Finanzamt.

Frage: Was verdient der Staat? Du kaufst beim Händler für 100€ +USt ein und verkaufst die Ware an deinen privaten Kunden für 200+ USt = brutto 238€.

Der Händler führt 19€ USt aus dem Verkauf an Dich ans Finanzamt ab Bei Dir entsteht aus dem Einkauf ein Vorsteuererstattungsanspruch iHv 19€ (Saldo f. d. Staat bisher 0€). Aus deinem Verkauf musst du 38€ ans Finanzamt abführen. Der Saldo für den Staat liegt bei +38€, da der private Endverbraucher keinen Vorsteuerabzug hat. Dein Saldo beträgt 100€. Der letztendlich Umsatzsteuerbelastete ist IMMER der Endverbraucher, da der Gewerbetreibende die anfallende Umsatzsteuer dem Kunden in Rechnung stellt und aus den Einkäufen ja ein Erstattungsanspruch besteht.

Gut gemeinter Rat: Wenn Du vollkommen planlos bist und du das Gewerbe ernsthaft betreiben willst, solltest du dich unbedingt steuerlich beraten lassen!!!! An dem Punkt gespart ist oft am falschen Ende gespart.

Das mit der USt muss ich berichtigen: Die 17.500 € Umsatz im VORJAHR, NICHT im laufenden Jahr sowie die 50.000 € im aktuellen Jahr (also genau jeweils 1 Jahr verschoben im Gegensatz zu deiner Antwort) § 19 (1) UStG. Der Rest ist korrekt.

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Wenn du gewerblich tätig bist, dann musst du jedes Jahr eine Einkommensteuererklärung abgeben, in der du belegen musst, wie viel du verdienst. Und diese Erklärung will man von dir !

Außerdem verlangt das Gewerberecht (nicht Steuerrecht), dass du dein Gewerbe bei Gewerbeamt anmeldest. Das hat den Sinn, dass die Gewerbeaufsichtsbehörde weiß, wer in ihrem Bezirk was gewerblich macht. Erwischt man dich ohne Anmeldung, gibt es ein dickes Bußgeld.

Die Mehrwertsteuer die du bezahlst kannst du als Vorsteuer von dem abziehen was du beim Verkauf von deinem Kunden an Mehrwertsteuer bekommst. Damit wird nur der "Mehrwert" besteuert, daher der Name.

Weil es das kontrolieren will

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