Warum werden wir Deutschen immer noch für unsere Vergangenheit verantwortlich gemacht?

4 Antworten

Es soll nichts vergessen werden. Die Schuldfrage bleibt bestehen. Meinen israelischen Bekannten konnte ich nur sagen, daß es so ist. Anderes Beispiel in Europa: Kenne Leute, die sind mal nach Finnland in Urlaub gefahren. Dort kam jemand mit der Axt, um auf die Deutschen loszugehen. (Finnland hat große Gebiete Kareliens verloren durch die Kriegswirren, verursacht durch Deutschland.) Aber, daß und wie man auch in Zukunft einen Modus Vivendi finden kann und muß, hängt von beiden Seiten ab. Ein wenig Völkerverständigung sollte schon betrieben werden.

Die letzten Zahlungen mit staatlichen Geldern laufen über eine 2000 eingerichtete Stiftung für ehemalige Zwangsarbeiter (Juden und Nichtjuden). Die Leistungsberechtigung ist Ende September abgelaufen, die Auszahlung weitgehend abgelaufen. Deutsche Unternehmen (Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft) und Bundesregierung haben jeweils 5 Milliarden Euro eingezahlt.

Die Bundesregierung zahlt dem Zentralrat der Juden in Deutschland nach einem 2003 unterzeichneten Staatsvertrag jährlich 3 Millionen Euro (Anpassung wird in 5-Jahres-Abstand besprochen). Auch wenn in der Präambel die geschichtliche Verantwortung genannt wird, sind dies keine Wiedergutmachungszahlungen. Zwecke sind Erhaltung und Pflege des deutsch­jüdischen Kulturerbes, Aufbau einer jüdischen Gemeinschaft und Beitrag zu den integrationspolitischen und sozialen Aufgaben. Diese Juden sind deutsche Staatsbürger, die religiös und kulturell zum Judentum gehören.

Individuell können in absehbarer Zeit keine Deutschen mehr für die schlimmen Taten in der nationalsozialistischen Zeit verantwortlich gemacht werden. Wer eine nationale Zugehörigkeit hat, kann sich aber aus der damit verbundenen Geschichte nicht nur einen Teil aussuchen. In anderen Völkern wird eine Sichtweise auf die Deutschen, in der gelegentlich die nationalsozialistische Vergangenheit eine wichtige Rolle spielt, sich noch weiter abschwächen. Moralisch bleibt diese Vergangenheit eine Mahnung, aber allgemein für alle Menschen. Welche Ansichten sich dadurch stützen lassen, ist eine Sache vernünftiger Argumentation. Unzutreffende Begründungen und eventuelle Instrumentalisierungen in Zusammenhängen, wo keine relevante Ähnlichkeit besteht, lassen sich zurückweisen. Krampfhafte Versuche, eine Art Schlußstrich der moralischen Verantwortlichkeit ziehen zu wollen, wären dabei eher schädlich.

Eine Verantwortlichkeit für selbst begangene Taten und die Bereitschaft, sich von dem, was in der Vergangenheit der eigenen Nation Schlimmes geschehen ist, moralisch mahnen zu lassen, gilt für alle Nationen.

Die gestellte Frage beantwortest du nicht, es hat den Anschein, als wäre die Frage für deine Antwort gestellt worden. Es wäre wirklich hilfreich, wenn du in der Lage wärst, dich etwas deutlicher aus zu drücken. Bedauerlicherweise wird eben nicht klar wo du inhaltlich stehst. Es wäre doch gut zu wissen, was du mit deinen Äußerungen tatsächlich meinst, es ist unklar. Es ist wirklich so, entweder bist du eine rechtsradikale Sau oder eben genau dies nicht. Formuliere deine ganze Sache noch einmal neu.

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@Amhang90

Mit dem Hinweis auf schlimme Taten und die Rolle, die Geschichte bei der Zugehörigkeit zu einer Nation spielt (in der Sicht durch andere und als moralischer Impuls), habe ich die Frage sehr wohl beantwortet, im Gegensatz zu anderen. Mit der Einordnung als bleibende Mahnung und der Ablehnung eines Schlußstriches ist doch eine Verneinung einer Abbezahlung einer moralischen Schuld und ihres Verschwindens nach einer gewissen Zeit klar. Einige Informationen habe ich zur sachlichen Klärung gegeben, um die Vorstellung eines ständig weitergehenden Zahlens für Verbrechen in der Vergangenheit zu entkräften.

Auch bei aufgeregten Gefühlen sollte ein Beitrag sorgfältig gelesen werden. Einen unzutreffenden Verdacht auf irgendeine Absprache zu äußern und eine mich beleidigende Beurteilung als Möglichkeit in den Raum zu stellen, ist nicht in Ordnung.

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@Amhang90

@Amhang90:Du solltest Dich mal etwas zurücknehmen und nicht die User hier beleidigen!Spiel Dich nicht so auf.Das ist ja unerträglich!

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@Amhang90

Lieber Amhang90,

ich möchte Dich bitten, Unterstellungen und/oder Beleidigungen zu unterlassen. Ein freundlicher Ton, Respekt und Höflichkeit gegenüber den anderen Community-Mitgliedern sind uns wichtig. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Beitrag von Albrecht sehrwohl eine Antwort auf die Frage darstellt - und zwar eine sehr differenzierte.

Vielen Dank für Dein Verständnis.

Verena vom gutefrage.net-Support

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  • Einmal ist es doch für "alle Anderen" sehr praktisch, immer einen Sündenbock zu haben und ein schönes Argument, dem unsere Politiker nichts entgegensetzen können, wenn sie zu irgendwelchen Zahlungen erpresst werden sollen.

  • Solange bei uns über bestimmte - eindeutig sehr schlimme - Dinge nicht sachlich gesprochen werden darf, wird das auch so bleiben und gleichzeitig werden den "Rechten" damit immer wieder traumhafte Argumente geliefert für ihre üblichen Geschichtsklitterungen.

Wow, mal was kritisches von Dir, dem ich zustimmen kann. DH! Quengeln wir nun beide?

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@Mikatto

@Mikatto:

Warum nicht, wenn wir uns einig sind in unserer kritischen Perspektive?

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@demosthenes

Hm, ICH hatte das schon immer so gesehen, aber nach deinem Kommentar neulich stellt sich mir die Frage: Sind wir kritisch, wenn wir einer Meinung sind und "quengel" ich, wenn Du eine andere Meinung hast als ich?

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