Warum werden so viele Tiere ins Tierheim gebracht?

31 Antworten

Hallo, PaulineCo. 1. Weihnachtsgeschenke, die nach den Feiertagen überflüssig werden sprich man stellt fest, dass die geregelte Versorgung doch nicht drin ist oder 2. Tier funtkioniert nicht wie menschengedacht. IMMER aber ist es unüberlegte Anschaffung eines fühlenden Wesens, dass durch die Ortsverlagerung + Trennung vom eigenen Menschen sowie Revier leidet. LG + schönen Feiertag.

das hat viele unterschiedliche Gründe. Ich habe bis zur Geburt meines Sohnes als Tierpflegerin im Tierheim gearbeitet. Bei den Tieren, die vor der Tierheimtür ausgesetzt wurden, kann man das natürlich nicht nachvollziehen. Das waren aber leider nicht wenige. Immer wieder mal habe ich morgens angeleinte Hunde oder Katzen im Katzenkorb gefunden. Einmal lag morgens eine höchchstens 6 Woche alte Katze direkt, also ungeschützt, vor der Tür. Die Überlebenschancen waren nicht sehr gut, da sie offensichtlich schon länger dort lag. Die ganz Kleinen werden dann von Tierheimmitarbeitern mit nach Hause genommen und aufgepäppelt. Die kleine Katze hat überlebt und konnte dann später vermittelt werden. Die Gründe, die bei der Abgabe eines Tieres angegeben wurden, sind vielfältig. Trennung ( beide Partner neue Wohnung , der Vermieter erlaubt keine Hunde oder Katzen) / eine plötzliche ( oder bis dahin unbekannte ) Allergie / das Tier zeigt Verhaltensauffälligkeiten ( Katze, die unsauber wird, ein Hund, der schnappt oder beißt) / arbeitslos geworden und zu wenig Geld um für das Tier aufzukommen / der Besitzer wird krank / muss ins Krankenhaus / Seniorenheim / die Frau ist schwanger und erwartet ein Baby ( ein Abgabegrund, den ich nie nachvollziehen konnte) / keine Zeit mehr für das Tier / Wechsel der Arbeitsstelle und Wohnung ( wie oben, Vermieter erlaubt kein Tier oder durch die neue Arbeit zu wenig Zeit) / Tiere die als Geschenke gedacht waren, dann aber doch " zu viel " werden / das Tier hat Junge bekommen und die Besitzer wissen nicht, wohin damit . Dann gibt es noch die Tiere, die eigentlich Pflegetiere sind. Wenn man in den Urlaub fährt, krank wird oder aus anderen Gründen eine kurzzeitige Unterbringungsmöglichkeit für sein Tier braucht. Man zahlt dafür einen bestimmten Betrag pro Tag und das Tier wird dann nach dem Urlaub / nach der Krankheit wieder von seinem Besitzer abgeholt. Manche Tiere wurden nicht mehr abgeholt. Das macht die spätere Vermittlung besonders schwierig, weil man erst die Einwilligung des alten Besitzers braucht um das Tier weiter vermitteln zu können. Dann muss erst hinterher telefoniert werden. Eine meiner Katzen ist auch ursprünglich eine " Pflegekatze " gewesen, die von ihrer Besitzerin nicht mehr abgeholt wurde. Manchmal wurden Tiere von der Polizei gebracht, aus unterschiedlichen Gründen. Ausgesetzte Tiere / Hunde, die scheinbar ohne Besitzer auf der Straße rumliefen. Die Polizei hat einen Schlüssel für den Außenzwinger. Der befindet sich vor dem Tierheim und Nachts oder spät Abends aufgefundene Hunde konnten dann bis morgens sicher dort verbleiben. Hin und wieder kamen Tiere, die von Amtswegen wegen schlechter Haltung ihren Besitzern weggenommen wurden. Darunter war ein bissiger Schäferhund und eine ganze Horde von Maine Coon Katzen. Ich meine,es wären 9 Katzen gewesen. Der häufigste Abgabegrund bei Kleintieren ist eine Allergie. Wir hatten etliche Kleintiere im Tierheim ( Meerschweine / Hamster / Hasen), deren Besitzer angeblich eine plötzlich eine Allergie bekamen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Aufzucht von Waisenkatzen, langjährige Katzenhaltung

Wow, sehr informativ. Beste Antwort wert, finde ich.

2

Hallo Pauline Co, mir scheint, die Menschen werden in der Tendenz immer egoistischer, das heisst, keiner will mehr etwas für andere tun oder Dinge tun, zu denen er gerade keine Lust hat. Die Werbung stellt das Halten eines Haustieres, vor alllem das von Hunden, als pures Vergnügen dar, in einer Hundefuttermittelwerbung las ich einmal, dass der Hund eine lebenslange Glückgarantie gäbe. Dass die Versprechen der Werbung natürlich oft völliger Quuatsch sind und der Werbung fast jedes Mittel recht ist, um Umsatz zu machen, bedenken viele Menschen nicht. Dass es sehr viel Arbeit, Zeit und Geld kostet, einen Hund zu haben, wird nicht erwähnt. Dass er Krankheiten hat und man ständig zum Arzt muss. Als eine Bekannte von mir sich einen Hund angeschafft hatte, hat sie mir anfangs ständig ins Telefon geweint, dass ihr Hund so viel Arbeit mache und dass sie ihn am liebsten wieder abschaffen wüde und dass sie es sich mit Hund viel schöner vorgestellt hatte, da der Hund sie doch sehr in ihrer Freiheit einschränke. Und dass sie sich bei diesem Arbeitsaufwand und bei dem Geld, das ein Hund kostet, doch lieber noch ein Kind hätte anschaffen können, wozu es aber da zu spät war. Der Hund ist dann aber auch nach kurzer Zeit gestorben. Als ich einmal in unserem Tierheim war, waren dort fast überwiegend Hunde, fast zu zwei Dritteln Kampfhunde, weil sie wegen Gefährdung anderer Menschen ihren Besitzern weggenommen wurden, da ja Kampfhunde fast immer von Typen gehalten werden, die weder charakterlich noch sonst irgendwie geeignet sind, solche "Waffen auf vier Beinen", wie Kampfhunde zu recht oft bezeichnet werden, zu halten. Einige dieser Kampfhunde waren auch dort, weil ihre Besitzer gerade im Knast oder in psychiatrischen Einrichtungen waren. Das Geld, was der Steuerzahler für das Durchfüttern solcher Kampfhunde in öffentlichen Einrichtungen zahlen muss, könnte sinnvoller investiert werden., Wenn der Gesetzgeber nicht mehr zulassen würde, dass jeder sich so ein unberechenbares und gefährliches Tier anschaffen darf, könnte man das Geld besser dazu verwenden, Kindern in dritten Welt vor dem Verhungern zu retten.

da sieht man mal wieder, wie unaufgeklärt hier über "Kampfhunde"? geurteilt wird. "Das Geld könnte sinnvoller genutzt werden", genau, gut das es im Tierschutz bleibt.

3

Hi Nicky100,

die von dir genannten "Kampfhunde" kommen nicht unberechenbar und gefährlich auf die Welt und sie würden es nicht werden, wenn es nicht die vielen unberechenbaren und gefährlichen Menschen geben würde, die nicht wissen, wie man mit Tieren umgeht und was sie wirklich möchten und brauchen!!!

1

Es gibt Leute, die verschenken Hunde zum Geburtstag und wenn die Familie in den Urlaub will, wird er eben ausgesetzt. Ebenso ist es mit Welpen, die keiner haben will. Der Besitzer möchte dafür kein Geld ausgeben, sie durchzufüttern, und gibt sie im Tierheim ab. Oder wenn ein Hund alt ist, und Medikamente oder aufwändige Pflege braucht.

Aber am besten Bescheid weiß das Tierheimpersonal selbst, also erkundige dich in einem Tierheim in deiner Nähe.

Überfordert , wegen Urlaub, Allergien, Berufswechsel, Umzug, keine Lust mehr, zeit gründen, sicher auch kosten gerade wenn der Hund älter wird

Was möchtest Du wissen?