Warum werden psychische Erkrankungen so verteufelt?

6 Antworten

Zum einen glaube ich, dass viele Mitmenschen Hemmungen im Umgang mit psychisch Kranken haben. Das erlebe ich mit Angehörigen in meiner Praxis nahezu täglich. Sie wissen nicht, wie sie mit den veränderten Wesenszügen und Verhaltensweisen umgehen sollen, da sich speziell Patienten mit Depression zurückziehen.

Andererseits liegt es daran, dass diese Menschen (leider) in früherer Zeit oft weggesperrt wurden. Angehörige haben sich oft für ihre behinderten Angehörigen geschämt. Es war und ist häufig gesellschaftlich nicht anerkannt - obwohl es anders behauptet wird.

Eine Depression kann jeden treffen. Das muss und allen klar sein. Aber die Erkrankung ist heilbar, mit therapeutischer Hilfe und (häufig) durch unterstützende Medikamente.

Es hilft nur, sich immer wieder vor Augen zu rufen, dass es Krankheiten, wie jede andere auch, sind, die sich heilen lassen. Es braucht aber viel Zeit und Unterstützung durch Mitmenschen. Dies kann nur geschehen, wenn Ängste und Vorurteile vor diesen Erkrankungen nachhaltig bekämpft werden.

Alles Gute.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Wenn es ''gesunden'' Menschen schlecht geht wollen die doch auch nicht das jemand daneben steht und sagt: ''Jetzt reiß dich mal zusammen!''

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Sie werden nun nicht unbedingt Verteufelt, oder zumindest nicht immer, viel mehr ist es so, dass in den Köpfen vieler Leute noch das frühere Bild eines Irren herumschwirrt, der fixiert in irgendeiner Gummizelle in der "Klappse" sitzt. Und leider leider werden psychische Erkrankungen oft nicht ernst genommen. Da sprecheich leider etwas aus Erfahrung. Gerade bei Depressionen und oder Burn Out heißt es nicht selten, dass er oder sie sich mal mehr zusammenreißen muss.

Diese und andere derartige Äußerungen machen es wirklich schwer diejenigen die solche Sprüche raus hauen, davon zu überzeugen das es wirklich ernstzunehmende Krankheiten sind. Zwar wurde das Bild in der Öffentlichkeit etwas besser nachdem sich Robert Enke vor den Zug geschmissen hat, aber hinter vor gehaltener Hand gilt man dann trotzdem immer noch als Weichling.

Denen geht es ja auch irgendwann mal schlecht dann würde ich auch gerne mal sagen jetzt reiß dich mal zusammen...

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@jasminbo091993

Das ist schon richtig. Aber es geht ja nicht nur darum das es einem mal eine kurze Zeit schlecht geht. Und leider fehlt da etwas die Vorstellungskraft. Im Zweifel so lange bis er oder sie selbst aus welchem Grund auch immer eine psychische Erkrankung bekommt.

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@jasminbo091993

Isso, ich finde solche Sprüche auch unmöglich, ich habe eine Angstörung und sowas habe ich auch Mal zuhören bekommen das regt mich richtig auf😠

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Diesen Eindruck habe ich nicht so, wie du ihn schilderst, dass "viele Menschen psychisch Kranke verurteilen", insbesondere, wenn diese sich nicht so verhalten, dass man Angst vor ihnen hat...
Du selbst scheinst aber schlechte Erfahrungen gemacht zu haben ...
Wie alt bist du (etwa)? Gehst du noch zur Schule oder stehst du im Beruf?

Ich bin 26 und gehe gelegentlich putzen

Ich bin selber pychisch krank und habe immer das Gefühl das ich deswegen weniger Wert bin...

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@jasminbo091993

Danke für deine Mitteilung!
Ja, das glaube ich, dass es eine ziemliche harte Situation ist, wenn man mit psychischen Problemen zu kämpfen hat und dann noch weitere Probleme dazu kommen, weil man einfach nicht die Power und die Stabilität hat, die für viele andere sozusagen 'selbstverständlich' ist!
Hast du therapeutische (oder sonstige) Unterstützung?

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@Tamtamy

Ich wohne in einem Wohnheim für psychisch Kranke aber da sind die auch überfordert ich will mir therapeutische Hilfe suchen aber viele sagen sie hätten schon alles voll und ich soll mich bitte an jemand anderen wenden

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@jasminbo091993

Ich würde ja gerne zu dir sagen: "Bleib hartnäckig mit deinem Wunsch nach einem Therapieplatz!" -
Was würdest du gerne erreichen wollen für dich?

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@jasminbo091993

Ich dachte jetzt mit Blick auf eine Therapie, also wohl die "nähere bis mittlere" Zukunft ... (:-))

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@Tamtamy

Ich möchte auch irgendwann wieder eine Therapie beginnen aber will mir da nicht wieder zu viel Druck machen weil ich sonst wieder nen Burnout kriege und nebenbei muss will ich ja auch noch andere Sachen auf die Reihe kriegen und alles auf einmal ist für mich sehr anstrengend

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@jasminbo091993

Das kann man auch verstehen! (:-)
Aber dann würde das doch eigentlich ganz gut passen können: wenn du eh mit einer längeren Wartezeit auf einen Therapieplatz rechnen musst (was ja leider meistens der Fall ist), dich eben auf eine Warteliste setzen zu lassen!

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@Tamtamy

Ja habe mich bei einer auf eine Warteliste setzten lassen die voraussichtlich im Sommer einen Platz frei hat (hoffentlich melden die sich auch) und die meisten Therapeuten schreiben sie habe zu viele Patienten und ich soll mich bitte an jemand anderen wenden das regt mich richtig auf!

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@jasminbo091993

Wenn du den Platz haben willst, dann melde dich ruhig zwischendrin mal!
Dann gute Wünsche für dich!

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Hallo meiner Erfahrung nach ist eine psychische Erkrankungen deswegen nicht so relevant weil sie nicht öffentlich genug ist wie zb eine Lähmung es wurde ja niemand nem Rollstuhlfahrer sagen los steh auf und Lauf los du tust ja nur so aber eine psychische Behinderung sieht man nunmal nicht auf den ersten Blick und viele können sich auch gut präsentieren wir h zb deswegen glaubt mir keiner wenn ich sage ich habe eine Behinderung auch wenn ich's auf gut Deutsch mit Zertifikat nachweisen kann

Das ist sehr traurig da man selbst irgendwann daran zweifelt und sich icht eingesteht das man Hilfe braucht und so keine Besserung auftreten kann

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Was man nicht versteht, davor fürchtet man sich und das verteufelt man. Das war schon immer so in der Geschichte der Menschheit. Nur wenige Menschen versuchen Unverständnis durch Bildung beizukommen und bleiben bei Angst und Denunzierung/Verteuflung. Ist einfacher.

Ich möchte die mal sehen wenn es denen mal schlecht geht...

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@jasminbo091993

Das Problem ist, dass sich viele Mitmenschen nicht in psychisch Kranke hineinversetzen können. Ich kämpfe im täglichen Praxisalltag für ein Umdenken.

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@jasminbo091993

Als Neurologe in der eigenen Praxis mit einem Partner der Neurologe/Psychiater ist. Als Neurologe betrachte ich aber immer auch intensiv den Gemütszustand meiner Patienten. Nach einigen Jahren Berufserfahrung und genug Empathie kann ich Patienten oft am Gesicht ablesen, was sie so beschäftigt.

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@Hypothalamus88

Naja ich fühle mich immer wie ein Sonderfall mit meinem Gemütszustand da ich eine Borderline Störung habe

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@jasminbo091993

Erst einmal sind wir alle ja "besonders".

Wenn es dich sehr bedrückt und dir zu viel Lebenskraft raubt, ist wirklich einmal zu überlegen, ob du dich mit deinem Hausarzt zusammensetzt und eine Therapie in Erwägung ziehst. Je nachdem müsste man dann vielleicht eine gewisse Dauer Medikamente einnehmen. Die können Nebenwirkungen haben, sind aber meist nach 2 oder 3 Wochen hochwirksam.

Irgendwie wirkst du bedrückt, als würden dich im Alltag Ängste oder Grübeleien bedrücken.

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@Hypothalamus88

Ich möchte auch irgendwann wieder eine Therapie beginnen aber habe noch so viele andere Dinge die ich nebenbei noch auf die Reihe kriegen will und muss und das ist einfach alles viel zu viel gleichzeitig ich weiß gar nicht wo mir der Kopf steht und wie ich alles gleichzeitig auf die Reihe kriegen soll fühle mich extrem überfordert mit allem und weiß nicht wie und wo ich anfangen soll

Ich wohne eigentlich in einem Wohnheim für psychisch kranke Menschen und hoffe schon sehr lange das ich da Hilfe bekomme aber die haben auch keinen Plan von nichts...

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