Warum werden Menschen Heute wieder häufiger als "Gutmensch" oder als "Nazi" diskreditiert?

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14 Antworten

Mit diesen Ausdrücken macht man es sich gerne einfach und schiebt andere Menschen lieber in eine Schublade, statt sich wirklich auseinanderzusetzen.

Die meisten Menschen hören heutzutage ja gar nicht wirklich zu, sondern warten nur darauf dass der andere schweigt, damit man seinen eigenen Kram loswerden kann.

Sehr viele plappern dann oft nur das nach, was sie in Foren etc. aufgeschnappt haben und gerade zu ihrem Weltbild passt.

Eine der Schattenseiten des Internets ist es, dass man das mittlerweile sehr häufig mitbekommt. Jeder denkt, er hat die Weisheit für sich gepachtet, und alle anderen sind doof. Durch die vermeintliche Anonymität des Internet fühlen sich auch diejenigen, die sonst eher still waren, berufen, ihre Ansichten loszuwerden.


Wichtig: Die meisten Patrioten sind nicht für Deutschland, sondern gegen Ausländer. Feiner Unterschied.

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Du hast durch die Wortwahl deiner Frage die Frage doch schon selbst beantwortet, es geht darum, die Gegenargumente als nicht ernstzunehmend darzustellen, indem sie in eine extreme Position gerückt werden, also eine Diskreditierung.

Du stellst deine Frage ja gerade so, als ob vorher nur Politik-Professoren über gesellschaftliche Themen diskutiert hätten, und das auf einem stets sachlich-argumenativen Niveau. Wenn du vor 20 Jahren an den Stammtischen und Frühstückstischen der Menschen gesessen hättest, hättest du auch dort festgestellt, dass die Rhetorik unsauber und gehässig sowie durchtränkt von ideologischen Positionen ist und es nur selten die Bereitschaft gibt, die Position des anderen einfach als "die Bessere" zu akzeptieren, weil dieser die besseren Argumente hat.

Das Phänomen, dass du also vermutlich eher meinst, ist die Öffentlichkeit dieser sagen wir mal unausgereiften politischen Meinungen. Diese resultiert aus der Existenz sozialer (ggf. anonymer) Medien und des Internets, das heute als Austauschplattform für Diskussionen jeder Art fungiert. Ähnlich wie am Stammtisch zählt nur selten die argumentative Stringenz, viel wichtiger ist eine auffallende Rhetorik, eine starke Meinung (bzw. eben starke/extreme Behauptungen) und das Beharren auf seiner eigenen Position. Wahr ist für viele Menschen das, was sich überzeugend anhört und nicht das, was sich mit Fakten und Statistiken belegen lässt.

Nun zurück zu deiner Frage: Warum gibt es eine dermaßende Häufung von populistischen Positionen und deren Vertretern? Diese gab es schon immer, heute werden diese Positionen nur viel selbstverständlicher im öffentlichen (und ggf. trotzdem anonymen) Raum vertreten und beworben. Das, was früher ausschließlich in Form öffentlicher Debatten auf hohem Niveau ausgetragen wurde, wird heute von jedermann und ohne Beachtung von political correctness ausgetragen.

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Die momentanen Umstände auf der Welt infolge von Krieg und Terror verunsichern viele Menschen. Angst führt dazu, dass einige Leute radikalere Ansichten verfolgen und diese für zwingend notwendig halten.

Dann kommt dazu, dass Personengruppen unterschiedlicher Ansichten, der Gegenseite prinzipiell immer das genaue Gegenteil ihrer eigenen Motivation vorwerfen. Dazu gibt es sogar Studien und empirische Erhebungen.

Bsplw. hatte man Israelis gefragt, wie sie sich selbst sehen und wie sie die Rolle der Palästinenser wahrnehmen und andersrum. Dabei sind natürlich beide Seiten davon überzeugt das richtige zutun und werfen der Gegenseite vor aus purer Boshaftigkeit so zu handeln, wie sie es tun.

Genau so ist das bei der momentanen politischen Debatte.

Der eine Teil der Bürger in Deutschland halten es für notwendig und richtig Rechts zu wählen und halten sich dabei für Realisten und werfen den Gegnern vor naive Gutmenschen zu sein die Anarchie und die Rechtsordnung abschaffen wollen (das Gegenteil ihrer eigenen Motivation).

Der andere Teil wirft den Rechtswählern vor, menschenverachtende Kriegstreiber zu sein (wieder das Gegenteil ihrer eigenen Motivation).

Es wäre wirklich besser wenn beide Seiten die Gegenargumente ernst nehmen würden und man so zu einem Kompromiss kommt.

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Kommentar von Augsburgblick
27.09.2016, 12:07

wie bitteschön könnte man denn mit "menschenverachtenden Kriegstreibern" zu einem ernsthaften Kompromiss kommen?

nur ein bisserl Menschenverachtung und krieg ist in Ordnung, er sollte nur maximal so und sovieöle Tote haben oder wie stellst dun dir das vor?

Ich für meinenn Teil halte das für absurd, mit Rechtsextremen macht man keine Kompromisse, die bekämpft man. Wenn man es nicht tut kann man das Resultat sehr gut in Sachsen sehen das mittlerweile nicht mehr zu Deutschland gehört

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Kommentar von OlliBjoern
29.09.2016, 00:55

Ja, da hast du schon Recht. Allerdings habe ich öfters die Erfahrung gemacht, dass Gegenargumente gar nicht wahrgenommen werden, und im schlimmsten Falle einfach als "Lüge" abgekanzelt werden. Selbst wenn man konkrete Zahlen und Nachweise vorlegen kann, wird mit "Fälschung" entgegnet, und ich stehe dann wieder "mit leeren Händen da".

Ich habe den Eindruck, man will viele Dinge gar nicht wahrhaben, und versteift sich so sehr auf negative Aspekte, dass jeglicher Versuch einer (nachweisbaren!) positiven Relativierung fehl schlagen muss.

Natürlich ist ein Kompromiss anzustreben, aber wenn die Wahrnehmung der Realität so divergiert, wie sollte das gelingen? Für viele steht Deutschland "vor dem Abgrund", und da ist oft ganz schwer dagegen anzukommen.

Klar versuche auch ich, Argumente ernst zu nehmen (und manchmal ist das auch fruchtbar). Aber wenn die andere Seite eine so (aus meiner Sicht) "verzerrte" Realitätswahrnehmung hat, sprechen wir von 2 verschiedenen "Deutschlands", die in Paralleluniversen zu liegen scheinen.

Oder mal ein konkretes Beispiel: wenn sich jemand vom Anblick von 2 händchenhaltenden Schwulen persönlich bedroht oder beleidigt fühlt, wie sollte da ein Kompromiss aussehen?

Soll ich mich da auf dieses Gefühl, diese Emotion (die mir fremd ist) einlassen? Aber auf dieser Emotion basiert oft die Argumentation. Dasselbe, was für ihn schlimm ist, ist für mich nicht schlimm, und umgekehrt. Mir wird schlecht, wenn von "Umvolkung" die Rede ist. Für viele ist das normaler Sprachgebrauch geworden.

Es ist nicht so, dass Einigkeit über ein Problem bestünde, und nur 2 verschiedene Lösungswege da wären. Vielmehr besteht für den einen ein Problem, und für den anderen nicht. Ich sehe es als extrem schwer an, einen Kompromiss zu finden, wenn es 2 gefühlte Realitäten gibt.

Das hier mag etwas arrogant rüberkommen, aber oft denke ich mir "der Klügere gibt solange nach, bis er der Dumme ist." Und bei manchen Dingen will ich gar keine Kompromisse eingehen, weil sie elementare Dinge des Zusammenlebens in Frage stellen würden. Soll ich das aufweichen, nur um meinem Gegenüber einen Gefallen zu tun?

Es gibt auch "faule Kompromisse".

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Was du willst sind völlig sterile Verhältnisse, nämlich blutleere Menschen. Wenn einem was nichts weiter angeht, man ausgesprochen unbeteiligt ist, dann klappt das ja zuweilen, doch wenn es einem berührt, dann ist einfach Schluß mit derlei Stelzengeherei als auch Beobachtung einesw Geschehens mit dem Opernglas.

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Menschen definieren sich dadurch was sie konsumieren und womit sie ihr Leben verbingen. Für Menschen ohne Verstand, die so stark an ihrer Meinung festhalten, ist es dann natürlich sehr beleidigend, wenn man auch nur ein Teil ihrer Vorstellung hinterfragt.
Beleidigungen in dem Zusammenhand sind dann nur die logischen Folgen von hirnlosen Behauptungen, die wiederum auf andere treffen.

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Den Bürgern in Deutschland geht es sehr gut. Und wem es gut geht, der hat Angst, dass es ihm schlechter gehen könnte. Dann müssen nur welche daherkommen, die den Bürgern einreden, dass ihnen die bösen Ausländer alles wegnehmen wollen und schon ha'm wer den Salat.

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Kommentar von voayager
27.09.2016, 12:51

Unsinn was du hier verbreitest, seit wann geht es allen Bürgern in Deutschland gut? Was ist mit den abgehartzten Menschen, den Armutsrentnern, den Niedriglohnempfängern, die hast du glatt übersehen!

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Weil die Menschen heute entweder Naiv oder radikal sind, ein dazwischen gibt es nicht mehr!

Kommt Kritik, dann ist man direkt radikal, kommt was gutes, dann direkt ein Gutmensch...

Aber beides gehört zum Leben, Kritik und Hilfe.

Menschen werden halt immer blöder und lassen sich hier und da blenden und werden dann aufeinander gehetzt.

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Es ist sehr einfach:

Die Leute trauen sich ihrer eigenen Meinung nicht mehr standhaft zu sein. Und wenn man dann merkt das man mit dem Mediengewäsch nicht mehr weiterkommt bei einem Meinungsfesten Menschen dann muss man diesen Kleinbekommen indem man Ihn als GUTMENSCH oder NAZI bezeichnet.

Ich sagte gestern als beispiel zu einem Bekannten: Die Anschläge müssen aufhören da diese immer Brutaler werden vom IS. Seine Reaktion: " Bist jetzt auch einer von den Nazi´s oder wie???"

Ich denke wer aus Scheinheilligen gründen andere als Nazi und/oder Gutmensch bezeichnet ist einfach Geistesarm.

Das ist aber nur meine bescheidene Meinung

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Ich denke die politischen Ansichten sind in vielen Fällen zu verschieden, als dass man noch eine vernünftige Diskussion führen könnte.

Die Flüchtlingskrise ist eben ein besonders kontroverses Thema, dementsprechen kochen die Emotionen über.

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Kommentar von voayager
27.09.2016, 12:30

Es macht wenig bis keinen Sinn mit allen möglichen Leuten diskutieren zu wollen, die auf einer ganz anderen Wellenlänge funken als man selbst. Das ist einfach nur noch kindisch.

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Versuche Du dies mit Interesse zu ergründen , um eine Grundlage für eine Diskussion zu erlangen.

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Weil beides ziemlich bequem ist. Wer nur die leiseste Kritik an Merkel übt, ist ein Nazi, wer links oder grün oder SPD wählt ist ein Gutmensch. Damit liegt man immer richtig. So sind die Menschen. Keiner will als Nazi hingestellt werden, also sind sie lieber ruhig. Habe gerade gestern gelesen, dass dieser AFD Vorsitzende früher mal ein Freund der SPD war und sogar Willy Brandt verehrt hatte...tja..Sachen gibts...Ich glaube, da finden wir keine Lösung.

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Kommentar von voayager
27.09.2016, 12:49

Was die Kritik anbelangt, sei Folgendes angemerkt: Kritik ist nicht gleich Kritik, es kommt auf deren Inhalte an und in welche Stoßrichtung sie zielt.

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Gutemench ist doch keine beleidigung oder der gleichen.

Poltik ist und war immer so. Weil bei Politischen Diskussionen meist große Meinungsverschiedenheiten gibt, werden Leute beleidigend wenn sie keine Gute argumente mehr haben. 

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Kommentar von Augsburgblick
27.09.2016, 12:13

natürlichn ist Gutmensch Nazijargon und eine recjhtsextreme Ausdrucksweise die tief blicken lässt in das Gedankengut desjenigen der sich so äussert. natürlich disqualifiziert sich jeder für eine ernsthasfte Diskussion der sich so äussert und natürlichbnist es eine ziemlich starke Beleidigung die keine weiteren fragen offen lässt über denjenigen der sich derart in nazisprechweise äussert-

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Weil nun mal für die meisten Deutsche alle die rechts sind oder rechts denken so wie eine Begrenzung der Einwanderung wollen Nazis sind.

Und alle die Links sind kommen in die  Sozialisten, Kommunisten und Deutschlandhasser Schublade,da sie ja mit ihrer Übertriebenen Guten Gedanken denken für alle menschen sprechen zu müssen und die Sünden der Nazis gut machen zu müssen, und jeder der was dagegen sagt in ihren Augen eine Gefahr das wieder die nazis an die macht kommen.

Oft Liegt so was an falscher Bildung und die Medien unterstürzen so was ja noch. Beispiel nach 27 Jahren gibt es immer noch Ossi und Wessi Gedanken und Kommentare Ossis faul,nazis und keine deutschen,Wessi eingebildet,Hässlich,verwohnt,usw.auch hier helfen die Medien das weiter aufrecht zu erhalten.

Das das Minderheiten sind und Schubladen denken ist auf die Idee kommt keiner.

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Weil die Leute keine Ahnung haben...
Inkl. Politiker und Medien...

Denn wenn man schon sowas von sich gibt, dann sollte man wissen, dass nur noch sehr sehr wenige "Nazis" gibt. Der Rest sind "Neonazis". Und solange sowas nicht verstanden wird, kann man solche Leute, mit solchen Aussagen, alle in einen Sack stecken, mit dem Knüppel drauf hauen und dennoch immer den richtigen treffen!!!

Und ein "Gutmensch"...ach lassen wir das...
Ich sage es dir...die Leute haben keine Ahnung und glauben sogar noch an die Worte, die ihren Mund verlassen...traurig...traurig...

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Kommentar von GoodFella2306
27.09.2016, 11:04

Man kann sich natürlich auch an Begrifflichkeiten festhalten, statt das Thema zu diskutieren. Egal ob Nazi oder Neonazi, beiden liegt eine ausländerfeindliche Gesinnung zugrunde. Sich dann über den richtigen Ausdruck zu streiten, ist lediglich ein Versuch, die Diskussion auf einen Nebenkriegsschauplatz zu zerren, statt die Diskussion zu fördern.

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