Warum werden Menschen aus dem Osten Deutschlands so häufig als "Nazis" bezeichnet?

... komplette Frage anzeigen

14 Antworten

Dafür gibt es mehrere Gründe.

Zum Einen ist es die Nützlichkeit eines solchen Vorwurfs in Hinblick auf die Delegitimierung der DDR, indem unterstellt wird, dass diese Erscheinungen Ergebnis der DDR-Erziehung sein sollen.

Bewusst außer Acht gelassen werden dabei die Verwerfungen des gesellschaftlichen Wechsels, die Negierung aller bis dahin gültigen Werte wie Antifaschismus und Internationalismus, die Entwertung von Biografien, die soziale und ökonomische Entwurzelung, die ganze Regionen dauerhaft zu wirtschaftlichen Notstandsgebieten gemacht hat, samt der damit verbundenen Perspektivlosigkeit und der ökonomischen und sozialen Existenzängste usw.

Außerdem wird beharrlich ignoriert, dass gerade die jungen Leute (bis 35 - 40) ihre politische Sozialisation in der Bundesrepublik und nicht in der DDR erhalten haben. Ignoriert wird auch, dass die Anzahl der LINKEN-Wähler ebenfalls bedeutend größer ist als im Westen, was aber niemanden zu der Behauptung veranlasst, dass die Menschen in den neuen Ländern besonders links sind. Warum eigentlich nicht?

Dann wird diese These natürlich gerne im Westen aufgegriffen. Das macht den "Altbundi" erstens zum richtigen Deutschen, zweitens zum kulturell und zivilisatorisch überlegenen, drittens lenkt es von den braunen Vätern der Bundesrepublik und ihrem Erbe ab und es entledigt sie viertens der Aufgabe, über die wahren Wurzeln dieses Rechtsrucks nachzudenken, der nicht das Ergebnis des Sozialismus in der DDR, sondern Ergebnis des Neoliberalismus und des Sozialabbaus in der Bundesrepublik ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von wfwbinder
18.09.2016, 11:18

Ignoriert wird auch, dass die Anzahl der LINKEN-Wähler ebenfalls
bedeutend größer ist als im Westen, was aber niemanden zu der Behauptung
veranlasst, dass die Menschen in den neuen Ländern besonders links
sind. Warum eigentlich nicht?

Ist mir auch aufgefallen.

Was mich wundert ist, das im Osten polarisiert wird.

aus früher ca. 25 % Linke, sind 30-40 % rechts und linksaussen geworden.

5
Kommentar von dataways
18.09.2016, 12:29

Und wie immer ignorierst Du, dass es auch in der DDR Neonazis gab und dass der braune Mob in Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda in der DDR sozialisiert war. Ein Staat, der Weltoffenheit mit Mauern bekämpft hat und seine Vertragsarbeiter vom Rest der Bevölkerung isolierte, bot ideale Voraussetzungen für rechtes Gedankengut.

2

Das Meinungsbild wird vom zur Schau gestellten Mengenbild verzerrt, welches nicht das wirkliche Mengenbild ist.

Das pauschalierende Bezeichnen (egal, ob Nazi, Randalierer usw.) trifft einerseits nur auf eine Minderheit zu recht zu, und andererseits sind diejenigen, die solche Pauschalbezeichnungen verwenden, selbst nur eine sehr kleine Minderheit, die sich aber vorwiegend ganz oben an den Schaltstellen der öffentlichen Darstellung befinden (Presse, TV, Organisationen, Politik) und von dort aus ihr persönliches Lobbydenken fälschlich als weit verbreitete Meinung darstellen.

Hinzu kommen noch diverse Troll-Instanzen, wo Trolle eigens dafür arrangiert werden, speziell im Internet jedweden Bereich abzuklappern, in dem öffentlich Meinungen geäußert werden, nur um dort massiv Unfrieden zu schüren und den Eindruck zu erwecken, es wären Mehrheitsmeinungen.

Manchmal kann man sogar seltsame Stilblüten erleben, abhängig davon, in welchem Kreis man was äußert oder bekannt werden läßt.

So kann es durchaus passieren, daß jemand als Rassist beschimpft wird, der einen ausländischen Rauschgiftdealer bei der Polizei anzeigt, und daß ein anderer von der selben Gruppe als krimineller Unterstützer beschimpft wird, wenn er eine solche Anzeige unterlassen hat.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Niemand behauptet, dass "alle" Ostdeutschen Nazis seien. Das saugst du dir aus den Fingern. Das ist schlicht eine unwahre Tatsachenbehauptung. Eine Lüge, mit der man Stimmung machen kann und die davon ablenkt, dass die Ex-DDR mit ihrer ca. 65 jährigen totalitären Dauervergangenheit erst unter dem Faschismus und dann unter dem Stalinismus offensichtlich für antidemokratische, antifreiheitliche und völkische Sichtweisen besonders anfällig ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Jährlich fließen etwa 100 Mrd. Euro als Transferleistungen von West nach Ost. Sehr viel mehr Geld als aktuell für Flüchtlinge ausgegeben wird, und natürlich auch von Migranten im Westen erwirtschaftet.

Natürlich sind nicht alle Ostdeutschen Nazis, aber beispielsweise bei der AfD war in MV der Anteil der Arbeitslosen unter den Wählern deutlich höher als bei der Linken. Die Forderung "ICH, ICH, weil ich "DEUTSCHER" bin und NIX für die Ausländer".

Dazu kommt, dass viele Menschen im Osten wohl ihre lieb gewonnenen Erinnerungen an autoritäre Strukturen pflegen. Beispielsweise wenn es um bewaffnete Truppen zur Grenzsicherung geht.

http://www.heute-show.de/media/heuteshow/afd-meck-pomm-fahrrad-buergersteig-mecklenburg-vorpommern.jpg

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

"Nazi" ist die Kurzform für Nationalsozialist. Und Nationalsozialisten sind rassistisch und antidemokratisch. Die Menschen im Osten, die Flüchtlingen Hilfe verwehren, die unsere Medien als Lügenpresse bezeichnen und die der Meinung sind, dass in Deutschland nur Deutsche leben dürfen, vertreten diese Ideologie. Deshalb werden sie so bezeichnet.

Das Argument, dass es keine Nazis mehr gibt, ist dabei fasch. Das wäre, als ob man sagen würde, dass es keine Kommunisten mehr gibt, weil Karl Marx nicht mehr lebt. Eine Ideologie besteht weiter – und wer so denkt, wird so bezeichnet.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Sagittarius1989
18.09.2016, 16:17

und was mit den west Nazis.

0

Es werden nicht die Leute aus den östlichen Bundesländern als Nazis bezeichnet, sondern nur die, die sich wie solche benehmen.

Wer Asylantenheime anzündet, Flüchtlinge durchweg als potenzielle Verbrecher beschimpft, Merkel und Gabriel Figuren an Galgen durch die stadt trägt, der trägt Nazi-Gedankengut in sich. Den darf man als Nazi bezeichnen.

Damit sind nicht die Leute gemeint, die sich einfach nur Sorgen machen, auch wenn die unbegründet sind. Sorgen machen darf sich jeder und wenn die auch ohne Beleidigungen vorgetragen werden, ist es in Ordnung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von marylinjackson
18.09.2016, 13:29

Was eine Beleidigung und keine Sorge ist, liegt im Auge des Betrachters.

0
Kommentar von Sagittarius1989
18.09.2016, 16:15

Wer Asylantenheime anzündet, Flüchtlinge durchweg als potenzielle Verbrecher beschimpft, Merkel und Gabriel Figuren an Galgen durch die stadt trägt, der trägt Nazi-Gedankengut in sich

wo haben die Nazis so was gemacht??? alleine in der Wehrmacht waren viele Ausländer,und die Türkei war dem 3 reich gut gestellt.

0

Die Gesellschaft braucht oft einen Sündenbock und benutzt heute sehr oft die Imperativ Form, also Befehlsform zur Verständigung

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Dummpfköpfe sind die Basis der linken und rechten Szene. Keine Bildung und wer nicht der gleichen Meinung, ist eben ein Nazi. Man hat zwar noch keinen gesehen, macht aber nix. Ich denke auch schon manchmal, dass ich ein solcher bin, weil ich doch 1939 geboren wurde.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

PeVau hat alles dsbzgl. gut dargestellt, dem ist nichts mehr hinzuzufügen, weil alles auf den Punkt gebracht wurde.

Für diverse User hier sei folgendes gesagt: wickelt eure Vorurteile, meinethalben in die BILD-Zeitung rein und entsorgt dann diese "Packung".

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hast du mal einen Beispiellink für mich, in der jemand alle Menschen aus dem Osten als "Nazis" bezeichnet? So als Grundlage der Frage?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das liegt an den vielen Wessi's die in den Osten ziehen.
Im Osten hat mehr Wossi's , asl Einheimische.

Abgesehen davon, dass weder alle Flüchtlinge Vergewaltiger sind, noch überhaupt mehr, als Deutsche selbst.
Es gab sie nicht die Vergewaltigungen von Hamburg, Köln, Frankfurt, Darmstadt.
Es gab nur jede Menge falscher Strafanzeigen, hysterischer Feministinnen.

In der Kriminalstatistik gibt es keine Anzeichen dafür, dass Flüchtlinge krimineller sind, als sonstige Bürger Deutschlands.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das hat eine ganz einfach Ursache.

In den ehemaligen Ostgebieten wurden die Menschen in den Schulen bezüglich der Naziverbrechen nicht in der Form sensibilisiert, wie die Schüler in den alten Bundesländern.

Daraus resultiert, dass die Ostdeutschen eher kein Blatt vor dem Mund nehmen, weil sie das Gefühl einer Nazi-Schuld nicht kennen.

Und damit hat sich das Rätsel der "Ost-Nazis" auch gleich gelöst. Die sagen einfach was, wo der Wessi sagt, sowas kann man doch nicht sagen.

Dies bedeutet aber nicht, dass sie es auch machen. Ostdeutsche sind genauso Menschen wie Westdeutsche auch. Ich empfinde die Ostdeutschen in der Hinsicht sogar als erfrischend und bereichernd.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Apfelkind86
18.09.2016, 10:18

Und damit hat sich das Rätsel der "Ost-Nazis" auch gleich gelöst. Die sagen einfach was, wo der Wessi sagt, sowas kann man doch nicht sagen.

Die machen vor allem auch was, wo der Wessis sagt, sowas kann man doch nicht machen.

Es ist absolut kein Geheimnis, dass Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus im Osten sehr viel stärker ausgeprägt sind.

In Bautzen steht die NPD bei 15-18%...

4
Kommentar von Verflixtomato
18.09.2016, 10:30

Dieser 1988Ritter meint anscheinend auch, die im Osten seien alle Nazis. Was für beknackte Vorurteile die Leute doch dauernd verbreiten wollen!

2
Kommentar von MAB82
18.09.2016, 11:06

In den ehemaligen Ostgebieten wurden die Menschen in den Schulen bezüglich der Naziverbrechen nicht in der Form sensibilisiert, wie die Schüler in den alten Bundesländern.

Als jemand der im Osten zur Schule ging, kann ich dieser Meinung kein bißchen zustimmen. Auf schulischer und sozialer Ebene wurde die Zeit des Nationalsozialismus und dessen Verbrechen genauso bewertet und verurteilt wie im westlichen Schuluntericht.

Die Tendenz einiger Ostbürger zu allgemein "extremen" Wahlverhalten sowohl links als auch recht, liegt meiner Meinung nach im Empfinden seit der Wende zu den wirtschaftlichen und sozialen Verlierern zu gehören und von den etablierten Parteien, die seitdem die Politik bestimmen, nicht ausreichend Berücksichtigt zu werden.


2

Man muss auch bedenken , dass alle Aüsländer die über deutsche Religion, Kultur, Politik usw hetzen, auch Rassisten sind. Davon gibt es reichlich.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Von wem.....wer ist bitte "meistens"!?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?