Warum werden manche Themen gesellschaftlich verankert und manche nicht?

3 Antworten

Okay, ich bin in dem Bereich Philosophie auch nicht so erfahren, finde dein Thema jedoch sehr interessant, also versuche ich mal etwas dazu zu sagen :)

Ich verstehe auf jeden Fall, was du meinst. In deinem Beispiel mit den Hexen und der Homosexualität könnte ich mir vorstellen, dass es daran liegt, dass die Menschen, von denen man dachte dass es Hexen sind wirklich getötet wurden. Wäre nichts zu schlimmes mit ihnen passiert wären die Meinungen der Menschen vielleicht auch etwas anderes. Es geht vielleicht also um das Verhältnis. (Wie wahrscheinlich ist es, dass der Mensch eine Hexe ist, wie groß ist die Strafe etc.)

Da heutzutage immer noch viel zu viele glauben, dass Homosexualität falsch ist, ist für sie das Unterdrücken dieser Menschen eine „Strafe“ die gerechtfertigt ist. Das ist nicht meine Meinung, aber ich denke dass das der Glaube dahinter sein könnte.

Die Menschen sehen schließlich ein Homosexuelles Paar, und haben die Möglichkeit, sich dazu aktiv eine Meinung zu bilden, wohingegen sie einer Hexe noch nie wirklich begegnet sind.

Außerdem hat es bei deinem Beispiel vielleicht auch etwas mit Religion zu tun, da diese dem Menschen in verschiedenen Bereichen vorgibt, was er zu Glauben hat, falls das Sinn macht.

Ich denke es gibt also viele Dinge, die beeinflussen, was ein Mensch über die Jahre glaubt, und welcher Glauben abgelegt wird. Letztendlich folgt der größte Teil immer der breiten Masse.

ich hoffe das war einigermaßen verständlich, und hat dir irgendwie weitergeholfen :)

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

Dein Kommentar macht definitiv Sinn und ist einläuchtend.

Ich habe vielleicht auch daran gedacht, dass es daran liegt, dass manche Denkweisen vergleichsweise sehr sehr früh abgelegt wurden.

Bei meinem Beispiel und da könnte auch dein Gedanke bezüglich, hexen hat man noch nie gesehen, gut reinpassen, dass schon viele Generationen früher sicherlich nicht mehr sich Gedanken über hexen zum Beispiel gemacht hat und es somit sehr sehr früh eine Denkweise war, die die Gesellschaft abgelegt hat. Homosexualität hingegen ist aber ein Thema, was eben auch heute noch Thematik ist und es somit jetzt noch ziemlich schwierig für die Gesellschaft ist diese Denkweise abzulegen. Wer weiss, ob viele viele Jahre in der zukunft für die Gesellschaft Homosexualität kein Thema mehr ist.

Ich finde es auch hier interessant, dass die Kirche im Vergleich zu früher meines Erachtens keinen großen Einfluss hat als früher. Bei manchem Themen und Ansichten, die die Kirche hat, glauben Menschen einfach nicht mehr daran und werden kritisch betrachtet, während aber andere Sichtweisen der Kirche trotzdem noch verankert sind.

Aber denke wirklich auch, so wie du es selber beschrieben hast, dass es einfach darauf ankommt wie "tastbar" ein thema ist. Wie real ist etwas, was habe ich selbst gesehen und macht es somit existent.

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Du vergleicht Entwicklungen von vor mehreren hundert Jahren mit aktuellen Entwicklungen. Es handelt sich um Veränderungen, die ihre Zeit brauchen. Beim Blick in die Vergangenheit ist einem das vielleicht nicht so bewusst, wie bei gegenwärtig erlebten Entwicklungen. Die Abschaffung der Hexenprozesse erfolgte nicht von heute auf morgen, sondern vollzog sich über viele Jahre hinweg. Das geänderte Recht musste sich erst in den Köpfen der Menschen festsetzen. Und so kann man auch von aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen nicht erwarten, dass diese nach wenigen Jahren abgeschlossen sind.

Das stimmt defintiv und genau da frage ich mich eben, wie konnte es sein, dass das eine Thema abgelegt wurde aber das andere nicht.

An meinem Beispiel. Das sind ja beides Beispiele, die auch früher thematisiert wurden. Bei der einen Thematik konnte es aber gesellschaftlich abgelegt worden wären (quasi hexen sind einfach nur schwachsinnig und daran glauben wir nicht mehr) aber Thema Homosexualität hat sich bis heute angehalten und es wird auch über all die Jahre stark darüber diskutiert und findet nur sehr sehr langsam Veränderung.

Auch mal ein anderes Beispiel, wenn wir psychologisch bleiben. Soweit ich informiert bin war es ja sehr sehr viel früher erlaubt Kinder zu Prostituieren, weil man davon ausging, dass Kinder nicht verstehen was passiert und es keinen Schaden anfügt, wenn man sexuellen akt mit ihnen durchführt weil sie eben keine Emotionen und Verbindung damit aufstellen können. Freud hat aber die Theorie gestellt, dass Kinder eben sehr wohl einen gewissen sexualltrieb haben und es psychische Folgen für sie haben kann, wofür er zunächst stark kritisiert wurde aber dann haben Menschen eben (Gott sei dank) sehr wohl erkannt, dass dies Sinn macht und es ist Gott sei Dank gesellschaftlich verankert, dass es falsch ist derartige Aktionen mit Kindern zu begehen. Andere psychische Theorien kommen aber eben bei der Gesellschaft noch nicht an. Man geht ja auch psychologisch von der Annahme weg, dass Homosexualität psychisch erkrankt ist aber die Gesellschaft nimmt dies noch nicht an

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Es hat auch natürlich mit der Aufklärung zu tun, wie sich die gesellschaftlich anerkannte Meinung verändert und oder bestand hält, schließlich regierte damals noch Aberglaube die Menschen und nicht die Wissenschaft.

Ich stelle mir übrigens auch oft die Frage von richtig und falsch, da die Menschen schon immer von der Richtigkeit ihrer Taten überzeugt waren, wo man heute sagt es sei falsch.Und dabei rede ich nicht von Genoziden.

Ich meine, z.B. war früher das hauen von Kindern nichts besonderes, heute gibt es nur noch Küsse, dabei sieht man ja, was das jetzt für eine Höhlenmenschen Generation ist.Ich führe nicht die Verdorbenheit dieser Generation auf zu wenig Prügel zurück, aber auf verloren gegangene Strenge.

Das stimmt natürlich auch, dass die Wissenschaft jetzt auch viel mehr Einfluss hat als die kirche.

Ich denke in manchen Punkten ist es auch ziemlich schwierig zu sagen, was richtig und falsch ist und eine wissenschaftliche Aussage ist ja auch nur so lange richtig, bis sie widerlegt wurde.

Ich finde es einfach nur interessant wie manche, jetzt auch mal weg vom kirchlichen sondern auch vom wissenschaftlichen/psychologischen, wie manche Aussagen und Theorien sinn für die Gesellschaft macht und anerkannt wird aber manche Theorien finden keinen Anklang oder werden nur schwer begriffen

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Es gibt natürlich Theorien, die von niemanden zu 100% belegt werden kann.

Zum Beispiel treffen in unserer Gesellschaft (ja sogar in unserer Welt, wie ich finde)immer mehr Verschwörungstheorien auf offenes Gehör bei der Gesellschaft.

Es werden Dinge erzählt und als legitime Meinung oder Theorie ausgegeben die sich nicht zu 100% widerlegen lassen oder die Anhänger dieser Theorien sich einfach von den Fakten nicht stören lassen.

Ich finde bei den ganzen leicht verständlichen Verschwörungstheorien meistens, den Wahrscheinlichkeitsfaktor als logistischstes Argument, denn wie wahrscheinlich ist es, dass wir auf einer flachen Erde leben und uns das verheimlicht wird.

Darüberhinaus finde ich, dass ein ziemlicher Wandel bereits im Gange ist, es werden unseriösen Youtubern mit 300 Abos mehr geglaubt als Wissenschaftlichen Instituten, das finde ich einfach erschreckend, denn das missachten der Fakten ist die Grundlage jeder Verschwörungstheorie und führt zu imaginären Welten in denen es jeweils andere Probleme gibt.

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