Warum werden manche spiele zensiert und manche nicht?

3 Antworten

Wie bereits gesagt zensiert die USK nicht und ist nicht mal dein 'Feind'. Tatsächlich kannst Du die USK in der gesamten Rechtskette noch am ehesten auf Seiten der Konsumenten sehen.

Jeder Artikel der in Deutschland auf den Markt kommen soll muss einer Prüfung unterliegen um gewisse Mindestrichtlinien einzuhalten. Sei es das CE-Siegel für sichere Elektronikgeräte, Nahrungsmittel ohne unzulässige Zusätze oder eben Spiele, Filme, Bücher usw mit Alterskennzeichnung.

Die USK arbeitet im Auftrag von Vater Staat. Das Gremium setzt sich aus verschiedenen Branchenvertretern, Pädagogen, auch Spielejournalisten und Branchenexperten zusammen. Da sitzen also keine verkalkten Spaßbremsen, sondern teilweise Szeneinsider, die sich selbst seit Jahren beruflich mit Spielen auseinander setzen und für und wider diverser Medien einschätzen. Eine Prüfung erfolgt immer durch mehrere Personen, die viele Aspekte des Mediums beleuchten und sich im Falle von Spielen diese auch ausführlich präsentieren lassen.

Die Entscheidungen die über eine Einstufung entscheiden sind umfangreich und vielseitig.

Warum Mortal Kombat dabei vermutlich besser wegkäme als Dying Light hat zumindest ein paar recht offensichtliche Gründe. Der starke Fokus auf Gewalt bzw das nicht gewaltfrei mögliche Gameplay, realitätsnahe Darstellung und bewusst düster gehaltene Stimmung sind Garanten für mindestens eine Freigabe ab 16, meist direkt 18. Für die Entwicklung der menschlichen Psyche sind derlei negativ prägende Darstellungen nicht förderlich. Das ist keine neue Erkenntnis.

Was machen die Spiele jetzt also so grundsätzlich anders? Mortal Kombat distanziert den Spieler durch die Kamera. Man ist nicht mitten im Geschehen und erlebt die Aktionen quasi mit eigenen Augen, sondern ist Betrachter der sich gegenüber stehenden Kontrahenten.

Mortal Kombat nimmt es auch mit der Realität noch weniger genau. Zombies sind immer noch sehr menschennahe und die Städte / Landschaften tatsächlichen Ortschaften schlüssig nachempfunden. Mortal Kombat bringt mehr nichtmenschliche Charaktere ins Setting, spielt auch an fremdartigen, teils weltfremden Orten und zeichnet auch geschichtlich ein abstrakteres Weltbild. Die Gewalt ist obgleich vielleicht defacto brutaler gleichzeitig auch wesentlich überzeichneter. Machete hackt Arm oder Kopf ab? Ja das kommt der Realität noch halbwegs nahe, selbst wenn man mit dem Kopf anschließend Fußball spielen sollte. Aber mit bloßer Hand und einem Ruck eine Wirbelsäule herausreissen, die Innereien von Innen nach außen kehren oder den Gegner mit einem Flammenatem einäschern? Das ist eine abstrakte Überzeichnung und nimmt der Darstellung damit wieder Realismus. Zu guter Letzt ist Mortal Kombat in seinem Grundgameplay tatsächlich noch eher an einer sportlichen Darstellung mit Mitmenschen orientiert, während Dying Light den Spieler als primär Einzelgänger (Koop optional) stärker in die Spielwelt zieht.

Das halte ich persönlich für die wahrscheinlichsten Indizien warum Dying Light 2 eher mit einer Indizierung zu rechnen hätte als Mortal Kombat.

Und gleichzeitig muss ich sagen: Scheiß drauf. Ob der Kopf abfliegt oder nicht fällt mir nach 100 bekämpften Zombies nicht mehr auf. Spätestens nach dem dritten abgehackten Arm hat sich der Effekt auch abgenutzt und wird nicht mehr genauer betrachtet. Und entweder das Spiel taugt mit weniger Gore was um als Spiel zu überzeugen, oder es war ohnehin Geldverschwendung. Ginge es nur um Gewaltdarstellungen könnt man sich auch im Netz mal eben ein paar Unfallopfer ansehen. Die haben auch die besseren Texturen.

Alternativen dazu weil Deutschland so böse ist? Australien verbietet alles was irgendwie mit Drogen zu tun hat. Beliebte Spiele wie die Fallout-Reihe sind dort gar nicht erst erschienen.

China verbannt alles was pseudoreligiöse Symbolik, Skelette u.a. verbieten könnte.

Nicht nur Deutschland hatte Phasen mit bunten Blut. Taiwan setzt das bis heute voraus, auch für Titel die weit weniger problematische Darstellungen aufweisen. Blaue, grüne und lilafarbene Wolken anstelle von Blut sind dort Alltag.

Spiele als Generelles? Oh auch da gibt es ein paar Länder die sie gleich ganz allgemein und pauschal verbieten oder wenigstens den Konsum auf ein tägliches Minimum zwangsreduzieren.

Glaub mir, dass man in Deutschland am ehesten darüber sinniert ob der Gewaltgrad zu hoch ausfällt ist eines der kleinsten Übel.

Woher ich das weiß:Hobby – 1991 begann die Leidenschaft mit einem Game Boy und PC.

bei manche spiele sterben Menschen, schau manhunt das wurde sogar indiziert, und wenn man Dead space anschaut da sterben Monster

Zuerst möchte ich sagen das eine zensur der USK absolut scheiße finde und diese Menschen hasse.

Interessant, die USK Zensiert nämlich gar nicht, das machen die Entwickler selber.

Die USK ist nur für die USK 0 6 12 16 18 Aufkleber zuständig. Die Entwickler zensieren für den Deutschen markt um sich dadurch eine Niedrigere USK Freigabe zu ermogeln oder um einer Indizierung zu entgehen.

Woher ich das weiß:Hobby – Leidenschaftlicher Zocker

Die USK zwingt die Entwickler aber ihre spiele zu zensieren da sie sonst nicht in den Handel genommen würden.

1
@xNightcrawler

Nein. Wie der Gewaltgrad der Spiele aussieht entscheiden die Entwickler sowohl vor als auch nach einer durchgeführten Prüfung. Die USK zwingt nicht und lässt die freie Entscheidung. Darüber hinaus arbeitet die USK auch nur im Auftrag des deutschen Staats um die Jugendschutzgesetze zu wahren.

Und so sehr ich als 15jähriger die Einstellung verteidigt haben mag, wenn ein Spiel schlechter wird nur weil zwei, drei - zumeist im Spielfluss schwerlich wahrnehmbare - Designentscheidungen geändert wurden, dann hat das Spiel auch nichts zu bieten.

2
@Krabat693

Nein, das ist falsch. Die Spiele müssen der USK nicht vorgelegt werden. Sie werden dann nur automatisch als USK 18 eingestuft.

Es liegt also ganz alleine am Konzern, ob sie sich den Betrag für eine andere USK Einstufung haben möchten oder nicht.

Viel verzichten von Haus auf auf diese Vorlage beim der USK, weil sie es gar nicht beabsichtigen etwas anderes unter 18 zu bekommen.

Und was noch falsch ist: Natürlich dürfen die in den Handel kommen. Sie dürfen auch beworben werden.

Was du meinst gilt für indizierte Spiele. Wenn du nachdenkst, dann wird dir sicherlich Call of Duty einfallen. da gibt es immer jede menge Werbung, obwohl es USK 18 ist. :)

0

Was möchtest Du wissen?