Warum werden manche Berufe nicht wertgeschätzt in Deutschland?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich kann aus Erfahrung sagen, dass in Deutschland oder auch in Westeuropa eher weniger auf die "Stellung" eines Berufes geurteilt wird als in Drittweltländern .

Ich war in Afrika oder auch über ein Jahr in Indien. Dort sind Studierte sowas von arrogant, dass sie einen Arbeiter noch nichtmal nach der Uhrzeit fragen würden. In Chile ist sogar wichtig wo ein Ingeneur studiert hat. Da sind dann jenachdem auch Ingeneure untereinander wie Katz und Hund. In Brasilien wiederum interessiert niemanden, was jemand arbeitet. In der Freizeitkleidung sieht man dort auch niemanden an, ob er studiert hat und 200000 Euro verdient, oder bei MacDoof Burger bratet. Die Leute stehen auch in Kneipen zusammen und trinken ihr Bier gemeinsam.

Bei uns wird höchstens jemand etwas abwertend behandelt, weil man körperliche Arbeit mit niedrigen Löhnen verbindet. Wobei das ja auch nicht immer stimmt. Ein guter Handwerker als Vorarbeiter  oder Meister verdient oft mehr als ein Ingeneur. Ich habe aber Respekt vor allen Berufen. Wobei ich allerdings keinen Respekt vor Leuten habe, die sich auf ihren Beruf etwas einbilden und nichts "drauf haben". Dafür habe ich schon zuviele Pfeifen gesehen, die trotz Studium in ihrem Beruf erbärmlich schlecht waren. Anwälte, Ärzte oder auch Ingeneure. Andersrum gibt es Handwerker die in ihrem Beruf so erstklassik sind, dass es fast Künstler sind. Da ist es natürlich lächerlich, wenn so jemand nur wegen seiner Arbeitskleidung als "Untermensch" verurteilt wird.

Ich sage meiner Tochter auch manchmal, wenn sie sich nicht mehr in der Schule anstrengt, dann wird sie vielleicht später  mal bei Bürgerking oder sowas arbeiten.  Bei uns kann jeder alles erreichen, da die Bildung für alle fast umsonst ist. Das ist in den meisten Ländern ja nicht der Fall. Jeder ist seines Glückes Schmied.

Wie schon gesagt: Gerade in Drittweltländern werden Arbeiten ohne Studium deutlich weniger geschätzt. Da hab ich oft genug erlebt, wie überrascht ein Arbeiter reagiert hat, wenn ich als Construction Manager ihn direkt angesprochen habe.


17

Interessante Erfahrung. Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Es ist natürlich auch immer hilfreich wenn man seinen eigenen Horizont extrem erweitert hat und wie Sie viel Lebenserfahrung auf der Welt sammeln konnten.

Ja das mit den Kindern habe ich auch nicht negativ gemeint. Klar ist es besser immer weit zu kommen in der Schule, damit man hinterher noch mehr Chancen hat auf dem Arbeitsmarkt. Das einzige worauf ich hinauszielen wollte ist, dass wenn eben "jeder" nur studieren würde und gute Noten schreiben würde um hinterher einen guten Beruf zu bekommen, dann gäbe es ja sogut wie garnichts mehr.

Weil es keine Leute geben würde die sich bereit erklären T-Shirts zu verkaufen oder eben Briefe auszutragen usw. Es muss immer für alle Berufe genügend Leute geben auf dem Arbeitsmarkt die scharf drauf sind diese auszuüben.

0
36
@Renguees

Genauso ist es. Da seit 10 Jahren immer mehr glauben, sie müssen unbedingt studieren merkt man das auf dem Arbeitsmarkt ja auch. Da werden dann die freien Stellen auch knapp und zum anderen werden immer mehr Leute gesucht, die körperlich arbeiten. Und jemand, der viele Jahre in Abitur und Studium investiert hat muss dann mit 25 Jahren feststellen, dass sein Abschluss alleine keine Garantie für einen gutbezahlten Beruf ist.

0

Ich hatte auch mal eine Freundin, die aus reichem Hause kam. Die war schon intelligent und hat dann auch Jura studiert und ist Anwalt geworden, aber sie war schon immer eingebildet und hat über Leute gelacht, die einfache Berufe hatten. Zudem wollte sie zu solchen Leuten kein Kontakt. Ich finde solch eine Einstellung bedauerlich, aber man kann einem Menschen der so ist nicht ändern. Aus dem Grund habe ich auch keinen Kontakt mehr zu ihr, da mir das persönlich gegen den Strich ging, da einige meiner Freunde die nicht studiert haben von ihr verpöhnt wurden. Das macht auf Dauer keinen Spaß. Dann lassen wir eben die Leute in Ruhe und leben unser leben einfach weiter. Jeder hat es verdient respektiert zu werden, egal welchen Beruf er gelernt hat solange er anständig ist. Aber das wollen einige Leute mit gehobener Nase nicht begreifen. 

17

Genau. Du sprichst mir aus der Seele. Das ist einfach nur traurig. Ich hab selber eine Verkäuferausbildung gemacht und habe jeden Menschen versucht immer so behandelt wie es ihm gebührt. Aber wie du gesagt hast, solche Leute waren einfach ekelhaft. Kein Respekt kommt von denen und dann wollen die First Class behandelt werden.

1
17

immer so zu behandeln*

1
42
@Renguees

Selbst habe ich Bankkaufmann gelernt und ich war mal in einem Stadtviertel eingesetzt wo es viele reiche Leute gab. Habe mich dort nicht wohl gefühlt, denn die Leute waren dermasen eingebildet, daß es keinen Spaß gemacht hat sie zu bedienen. Zum Glück wurde ich nach 1-2 Jahren versetzt und kam dann in eine interne Abetilung. 

1
17
@christl10

Hui, nochmal Glück gehabt hehe. Aber du siehst selber, aus solchen Berufen nimmt man extrem "viel" mit fürs Leben. Man lernt einfach irgendwann die Menschen kennen und wie sie ticken. Irgendwann weiß man automatisch nach paar Sekunden wie dieser Mensch neigt zu "ticken"

1

Du hast leider die falschen Leute kennengelernt. Die meisten, die sehr gut ausgebildet sind ( auch durch ein Studium ) sind überhaupt nicht arrogant anderen Berufen gegenüber. Jede Arbeit ist es wert geschätzt zu werden. Ich kenne, Richter, Professoren, Ärzte und ganz viele Menschen in total anderen Berufen. Sie alle schätzen, wenn man seiner Arbeit nachgeht. Egal was. Natürlich gibt man seinen Kindern auf den Weg: "Je besser du ausgebildet bist, um mehr Chancen hast du später" Auch sog. einfache Tätigkeiten müssen ausgeübt werden. Speziell im Dienstleitungsbereich ist höchste Anerkennung angesagt.

17

Ja hast Recht. Ich sag ja auch nicht alle Leute mit Topberufen sind so. Ich geh schon noch davon aus das die meisten Leute arbeitende Menschen in zweitklassigen Berufe wertschätzen.

0

Wo habt ihr eure Ausbildung gemacht? Vor Ort oder doch ganz wo anders?

Ich stehe gerade vor einem Problem, was mich schon länger beschäftigt.

Es geht darum, dass ich derzeit zwar ein Studium mache, das aber zunehmend auf der Kippe steht.

Entweder mache ich eine Ausbildung oder Studiere was anderes.

Ausbildung hätte ich auch schon ein zwei Berufe ins Auge gefasst. Ich kann die auch hier vor Ort absolvieren. Dann bleibe ich an meinem Elternhaus und würde so die 3,5 Jahre machen.

In meinem Innersten will ich aber schon was anderes von Deutschland sehen. Aber irgendwie stehe ich mir dabei immer selbst im Weg. Einerseits stelle ich mir vor, wie toll es wäre, irgendwo was eigenes zu haben und für sich selber zu sorgen.(Oder eine Studium WG mit ein oder zwei Leuten)

Dann wiederum stehen dem die Zweifel gegenüber wie: "Was wenn ich es nicht schaffe?....Wenn ich keine Wohnung finde?.....Ich keine Freunde finde?(habe echt Probleme bei sowas)......Ich meine 2 eisern gehaltenen Freunde auch verliere?......Nicht genug verdiene?......Es mir einfach nicht gefällt?"

Das waren bisher auch Gründe, warum ich Studienplätze nicht weiter als 30 Km entfernt gesucht habe.

Ich habe aber zunehmend das Gefühl, dass mich diese Haltung eher ausbremst als mir nützt.

Jedoch habe ich eben diese Verlustängste mein geordnetes Umfeld zu verlassen und aufs geradewohl in die Welt aufzubrechen. Und wenn ich dann mit eingeklemmten Schwanz zurückkehre, weil es einfach nicht gefunzt hat, wäre das etwas doof.

Daher wollte ich einfach mal fragen, ob hier auch einige wohnortnah Studiert/Ausbildung gemacht haben oder doch weiter weg gegangen sind.

Wo seid ihr hin gegangen?

Wart ihr damit zufrieden?

Wie schafft man es dort?

Welche Tipps könnt ihr geben?

Oder meint ihr es wäre besser erst was in der Tasche zu haben und dann umzuziehen?

...zur Frage

Wie finde ich einen vernünftigen Job ohne spezielle Kenntnisse?

Hallo,

meine Situation ist folgende: ich hab erfolgreich mein Technomathematik Studium bereits vor einigen Jahren abgeschlossen. Seitdem hab ich aber keinen Job gefunden. Zurzeit verdinge ich mich als Zeitarbeiter um über die Runden zu kommen, aber das ist natürlich auf Dauer keine Lösung.

Ich hab mein Studium eigentlich aus Interesse gewählt und nicht deswegen, weil man damit gute Berufschancen hat. Dementsprechend habe ich mich auch nicht wirklich auf ein bestimmtes Fach spezialisiert sondern habe ein breit gefächertes Grundwissen. Wenn ich nun nach Mathematiker oder Ingenieurs Berufe suche, finde ich aber ausschließlich Berufe, die vertiefte Kenntnisse in den verschiedensten Themen zwingend voraussetzen.

Daher meine Frage: Welchen Job kann ich machen, bei dem ein Hochschulstudium vorausgesetzt oder zumindest empfohlen wird, es dabei aber nicht so sehr darauf ankommt was man genau studiert hat, oder bei dem Grundkenntnisse ausreichen.

Alternativ: kennt jemand ein gutes/aktuelles Internetforum, dass sich auf Berufe/Jobsuche spezialisiert hat?

Danke und Grüße

Alex

...zur Frage

Ich bin sehr faul geworden, kann ich im Leben überhaupt was erreichen?

Ich interessiere mich 0 für meine Ausbildung, in der Schule hätte ich im Nachhinein mehr tun sollen, aber die Zeit kann ich nicht zurückdrehen.

Ich finde die meisten Berufe langweilig und kann mich schwer aufraffen, um da mit Elan an die Tat zu schreiten. Bin mittlerweile 24 und muss noch 1 Jahr meine Ausbildung machen. Was ich danach mache, weiß ich nicht, aber der Beruf interessiert mich im Grunde 0.

Ob es mittlere Büroberufe sind oder eben handwerkliche bzw. industrielle Berufe, keiner würde mich wirklich reizen. Und lieber gammle ich, als mich für 200 Euro im Monat mehr anzustrengen.

Wenn ich meine "Berufung" finden würde, wäre ich vermutlich deutlich engagierter und auch motivierter wie wahrscheinlich die meisten Menschen. Habe leider auch nicht studiert (nur erweiterter Realschulabschluß) , daher wird sich mein Gehalt wohl lebenslang zwischen 1200-2100 netto einpendeln.

Wie soll ich mich damit abfinden, hat jemand Ideen?

...zur Frage

Stars sind auch "NUR" Menschen oder?

Hi,

meine Frage ist zwar bisschen doof gestellt aber jeder weiß ja das Promis auch Menschen sind.

Warum eifert man denen eigentlich so nach? Weil sie viel Geld haben oder was? Weil sie in den Charts sind? Ich kann doch ner Freundin von mir auch ein Autogramm geben lassen, nur weil Stars im TV sind und sie jeder kennt, warum schreien sie Fans so nach ihnen? Was ist an denen wichiger oder besser als an Menschen, die nicht berühmt und reich sind? Heißt das, nur wenn man im TV ist, dass man mehr Aufmerksamkeit erregt, weil einen ganz Deutschland sehen kann?

Boah das nervt mich total das diese leute mehr aufmerksamkeit bekommen nur weil sie singen, schauspieler oder sonstwas machen. Ich kann auch mit meiner Clique en Film zuhause drehen oder ein Fotoshooting machen oder singen...

Allerdings wäre es bestimmt mal toll, zu erfahren wie es sich anfühlt wenn fast die ganze Welt einem nacheifert (so wie bei Justin Bieber oder Selena Gomez). Die sind so verdammt jung (und ich bin so alt wie Selena und die hat schon Mio. krass!) und haben schon so einen Erfolg. Ist bestimmt ein supe Gefühlt wenn alle denken boah ist die hübsch, ich will mal privat mit denen shoppen gehn usw... aber andererseits ist es ungerecht, weil Star zu sein und im Rampenlicht zu stehen ist einfacher und macht auch glaub ich spaß (auch einen visagist und personaltrainer zu haben) als harte Arbeit (z.B. Zeitarbeit oder Bächereifachfrau. Die einfachen Berufe sind alle langweilig!! Schauspieler, Sänger oder Model, sind sie berufe die eigentlich am meisten spaß machen und auch am meisten geld reinbringen. und die normalen arbeiter verdienen nixxxx -.-

was sagt ihr???

...zur Frage

Ausbildung als Werkzeugmacher zuende, was nun?

Hey Leute,

ich werde in Kürze meine Ausbildung als Werkzeugmacher abschließen. Mein Zeugnis wird einen sehr guten Durchschnitt haben, sprich: 1,3-1,6. Ich habe eine sehr gute Ausbildung genossen, mit betriebsinternem Unterricht und vielem, was andere Firmen so nicht anbieten. Ich habe vorher einen Realschulabschluss gemacht. Jetzt zu meinem Problem: Was mache ich nun weiter?

Ich bin ziemlich kreativ und kann mich daher nur schwer an immer gleichen Arbeiten erfreuen. Die Arbeit hat mir in der Ausbildung gut gefallen, aber ich kann es mir nicht so richtig für "immer" vorstellen. ich brauche Arbeiten, in denen ich mich mit Köpfchen einbringen kann. Entwicklung oder etwas in die Richtung.

Ich weiß, dass man dafür häufig den Ing. braucht aber bestimmt gibt es ähnliche Berufe, in denen es nicht nötig ist bereits studiert zu haben. Ich habe zwar vor meinen Meister zu machen aber kommt Zeit, kommt Geld :D

Nun meine Frage: kennt Ihr Berufe, in denen ich sowohl kreativ als auch Handwerklich geschickt sein muss, ohne fertig studiert zu haben?

wichtig noch, ich wohne nicht mehr zuhause, einfach studieren geht also nicht.

im Vorraus schonmal danke!

...zur Frage

Bekommt man als Studierender mehr Geld?

Hallo,

das mit dem mehr Geld verdienen ist ja das häufigste Argument warum man studieren geht. Aber kriegt man, nur weil man studiert hat, automatisch mehr Geld als einer der nicht studiert hat, obwohl er die gleiche Arbeit macht?

Weil ich habe gerade die Schule (Gym) fertig gemacht und habe jetzt auch angefangen zu arbeiten. Und zwar in einem Büro als Buchhalter. Und da mache ich Arbeiten die halt jeden Tag anfallen, Rechnungen bearbeiten, mit Kunden telefonieren usw.

Wenn jetzt ein neuer Mitarbeiter anfängt, der gerade mit dem Studium (in dem Fall wahrscheinlich BWL), kriegt der dann mehr Geld als ich obwohl er das gleiche macht?

Oder gibts für Studierende sozusagen eigene Berufe? Also halt dass in der Berufsbeschreibung "studiert" als Vorraussetzung drin steht.

Danke

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?