Warum werden manche Antagonisten in Filmen nur selten oder wenig gezeigt?

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4 Antworten

Beim weißen Hai hat das verschiedene Gründe, die auch auf viele andere Tier- und Alien-Horrorfilme der Vor-CGI-Ära zu treffen: Das Biest war teuer, oft waren beim genaueren Hinsehen mechanische Elemente, Fäden oder andere störende Elemente zu sehen. Je weniger man sich das Vieh ansehen kann, desto weniger fallen diese auf. Es gibt aber auch dramaturgische Gründe, die heute leider nur noch selten zum Tragen kommen: Was man nicht oder nur kurz teilweise sieht, bleibt in weiten Teilen der Phantasie überlassen. Und die kann oft einen sehr effektiven Grusel erzeugen.

Was menschliche Antagonisten betrifft: Ich kenne dein Beispiel nicht. Wenn es um die reine Demaskierung erst gegen Ende eines Films geht, so findet die meist erst so spät statt, damit die Identität weiter ein Rätsel bleibt, ob nun für den Protagonisten oder für den Zuschauer oder beide.

Zudem: Gegenläufige Kräfte, deren Ursache bekannt ist, sind meist leichter zu bekämpfen. Weiß man nicht, was man bekämpft, ist der Kampf deutlich schwieriger.

Nicht zuletzt ist der Gegner nunmal der Charakter, der dem Helden entgegensteht. Im reinen Unterhaltungsfilm reicht das durchaus. Da möchte man die Beweggründe nicht verstehen, die vielleicht klar werden würde, bekäme man den Antagonisten häufiger zu Gesicht. Schwarz-weiß-Malerei schafft Befriedigung. Man muss kein Mitgefühl mit dem Antagonisten entwickeln, ihn nicht verstehen und damit kann der Antagonist leichter durch den Helden "beseitigt" und seiner gerechten Strafe zugeführt werden.


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Kommentar von LuigiFan
27.08.2016, 15:57

In Ant-Man oder Iron Man meine ich im zweiten Beispiel.Dort sind die Bösen erst manchmal und kurz im Film zu sehen und sind erst ganz normale Leute die etwas mit dem Helden zu tun haben.Sie bauen den ganzen Film über einen Anzug/Rüstung die in den Fähigkeiten den/die Anzug/Rüstung des Helden ähneln.Und erst gegen Ende des Films ziehen die Bösen es an und kämpfen gegen den Helden.

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Manche Antagonisten lieben es, im Hintergrund zu agieren. Nicht selten umgibt sie auch ein Geheimnis, was ihre Identität wahrt. Es gibt beispielsweise die grandiose Filmtrilogie "20th Century Boys", bei der der Bösewicht sehr oft zu sehen ist, allerdings immer maskiert. Und das Schlimme ist, dass er sich selbst als Retter der Menschheit und die Protagonisten als Terroristen der Welt verkauft. Und WER der Typ ist, wird sogar erst nach dem Nachspann des dritten Teils verraten. Die ganze Geschichte war quasi nur um das Geheimnis der Identität des Antagonisten gestrickt. Ich feiere solche Ideen.

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Ich würde nicht behaupten, dass es oft vorkommt. Bei "jaws" ist das natürlich der Witz um den Horror zu erzielen... Bei den anderen vermutlich eher weil sich der Zuseher mit dem Protagonisten identifizieren soll. Bei Psych, z.b. Wird der - anscheuliche - Protagonist sehr früh gekillt, sodass sich der Zuseher zwangsläufig mit dem Antagonisten identifizieren muss.

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Je weniger man den Antagonisten zeigt oder erwähnt, desto weniger muss das Eigenschaftsprofil / Charakterprofil von dem ausgearbeitet werden, was dem Filmemacher jede Menge Arbeit spart.

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