Warum werden Männer verpönt wenn sie weinen?

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24 Antworten

Hallo blumenFee47!

Also als Mann sag ich mal.....Männer die Schwäche/Gefühl zeigen, und auch mal weinen, sind gesellschaftlich immer akzeptierter. Die Zeiten des starken, selbstbewussten Mannes, den nichts emotional berührt, sind langsam vorbei. Diese Erwartung findet man kaum noch.

Aber seit dem Frauen entdeckt haben, dass sie mehr Möglichkeiten haben, als Kinder, Küche, Kirche, und sich von dem klassischen Rollenbild, verabschiedet haben, und sich emanzipiert haben, hat sich natürlich auch die Rolle und die Erwartungen, an uns Männer verändert.

Mein Vater hatte es mit seiner "Rolle" als Mann sehr viel einfacher, als ich heute. Von meinem Vater wurde nur erwartet, dass er seine Familie ernährt und beschützt. Er brachte das Geld nach Hause, kümmerte sich um Hausbau und Garten, und das war es auch schon. Für alles andere war die Frau zuständig.

Eine Generation später muss ich sehr viel mehr Erwartungen erfüllen. Im Beruf meinen "Mann" stehen, meiner Familie ein Heim schaffen, ein guter Vater sein, und mich aktiv in die Erziehung einbringen, meinen gerechten Anteil an der Hausarbeit übernehmen, ein guter Handwerker und Liebhaber sein, empathisch auf die Gefühle meiner Frau eingehen, und allgemein mit ihr auf Augenhöhe agieren. Dabei niemals vergessen ein Gentleman zu sein. Also ein "Softie", der aber Macho genug ist, seine Frau in der U-Bahn zu verteidigen.

Wir Männer sind heut zu Tage in einem gewissen Dilemma. Frauen wollen gleichberechtigt sein. Sie erwarten heute den empathischen Mann, der Gefühle zeigt, sich um Kinder und Haushalt kümmert, der aber auch stark und selbstbewusst, sich und seine Familie, durch die Leistungsgesellschaft boxt. Es ist schwer dem allen gerecht zu werden. Sein eigenes Selbstverständnis als Mann zu finden.

Neben der Rolle als Mann in der Familie, gibt es noch die Rolle unter anderen Männern. Freunde, Bekannte, Sportkameraden, oder Arbeitskollegen. Da hängen wir noch oft unseren alten Männlichkeitsritualen nach. Da geht es nicht um Gefühle. Da geht es um Konkurrenzkampf, Stärke, und so zu sein, wie Männer nun mal seit Jahrtausenden sind. Da ist dann weinen keine Stärke. Sondern eine Schwäche. "Mädchenhaftes" Gehabe. So haben wir es seit Menschengedenken von unseren Vätern gelernt. "Männer weinen nicht"! 

Ist natürlich Quatsch, aber es macht die Sache einfacher. Denn heute dürfen Männer weinen. Die Frage ist wann und vor wem? Das ist schon komplizierter.

Sorry für den langen Text, aber das Thema deiner Frage, berührt ja auch die Rolle des Mannes in unserer Gesellschaft. Ein Thema, wo Mann, sich durchaus Gedanken macht.

LG :-)


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Kommentar von blumenFee47
20.03.2016, 11:50

Danke für deinen wirklich so schön geschriebenen Text.. dieser berührt mich gerade sehr... mein Exmann hatte das Glück... seitdem ich nur noch die Hausfrau - und Mutterrolle übernahm.. ihm alle Freiheiten gelassen habe (er brauchte nur arbeiten)...trotz meiner körperlichen Schäden habe ich den Rest alles alleine gemacht... und noch minijobs nebenbei.. doch habe ich heute das nachsehen... ich stehe gesundheitlich und finanziell vor dem Nichts... erhalte nichtmal Erwerbsminderungsrente... und das tut weh... ob das der Sinn von Rollenverteilung ist... aber dein Text ist sehr treffend... danke... lg Blümchen 

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Kommentar von Nashota
20.03.2016, 12:03

Wir Männer sind heut zu Tage in einem gewissen Dilemma. Frauen wollen gleichberechtigt sein. Sie erwarten heute den empathischen Mann, der Gefühle zeigt, sich um Kinder und Haushalt kümmert, der aber auch stark und selbstbewusst, sich und seine Familie, durch die Leistungsgesellschaft boxt. Es ist schwer dem allen gerecht zu werden. Sein eigenes Selbstverständnis als Mann zu finden.

Sind es wirklich Erwartungen oder doch eher (heimliche) Wünsche einer Frau von heute?

Ganz davon angesehen, dass die aufgezählten Dinge in meinen Augen völlig normale Dinge sind, wenn eine Beziehung und die Erziehung gemeinsamer Kinder vernünftig funktionieren soll.

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Weil es ihnen entweder anerzogen wurde oder sie es sich selbst einreden, damit unmännlich und schwach zu sein.

Ich konnte diesem Denken noch nie was abgewinnen. Männer sind auch nur Menschen. Und wenn es ihnen mal seelisch nicht so gut geht, soll(t)en sie auch weinen, um so inneren Druck abzubauen.

Männer, die es sich selbst verbieten, sind für mich auch nicht männlicher. Eher im Gegenteil.

Es ist ein Zeichen von Stärke, auch mal Schwäche zu zeigen.

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Kommentar von blumenFee47
20.03.2016, 12:08

So empfinde ich auch und habe das auch schon irgendwo zu einer Antwort kommentiert... danke.. lg Blümchen 

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Hallo :)

Das ist so verpönt, weil es nicht mit dem gesellschaftlichen Rollenbild, ein Mann müsse stets stark, schweigsam, cool & gefühlskalt sein, umher geht. Ganz einfach. Ist zwar Quatsch, aber leider weit verbreitet.. Sätze wie "ein Indianer weint nicht" werden immer noch geklopft.

Die meisten haben inzwischen zwar Verständnis wenn auch ein Mann weint oder anderweitig beweist, etwa wenn es ihm schlecht geht usw., aber trotzdem ist dieses Image noch verbreitet.

Ich (m, 25) finde allerdings, dass es manchmal sehr schön sein kann Gefühle zu zeigen oder auch sentimental zu sein. Das sind doch echt die Momente, die das Leben echt menschlich & lebenswert machen... ist zumindest meine Ansicht dazu. So habe ich es auch von meinem Opa beigebracht bekommen. 

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Kommentar von blumenFee47
20.03.2016, 22:29

Danke, deine Antwort gefällt mir.. lg Blümchen 

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Ich bin ein Junge, wenn ich traurig bin weine ich, ich sehe keinen Grund dazu das ich das ändere!

Männer sollen immer die starken sein, die nicht weinen müssen. Ganz ehrlich, ich finde es sogar stärker wenn man weint!

Weinen erleichtert, an die Männer die denken das "richtige" Männer nicht weinen: Ihr solltet mal darüber nachdenken was für einen Mist ihr erzählt!

LG

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Kommentar von blumenFee47
20.03.2016, 22:18

Danke für deine lieben Worte.. lg Blümchen 

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Hallo Blumenfee,

meiner Meinung nach ist dies Resultat von Erziehung und Rollenbildern,  die immer noch Bestand haben.  

Ich bin aber relativ optimistisch, dass da  in Zukunft mehr Spielraum sein wird, auch wenn die Menschenmasse recht träge reagiert und sich nur langsam wandelt. Vor einigen Jahren ist mir beispielsweise verstärkt aufgefallen, dass immer mehr junge Väter Kinderwägen schieben oder ihren Sprössling sogar im Tragetuch vor der Brust tragen... dadurch, das Frauen wie auch Männer, Väter wie Mütter beide berufstätig sind, sich die Aufgaben mehr und mehr teilen, werden die weiteren Generationen diese Rollenbilder weiter aufbrechen.  Eine Gleichheit haben wir aktuell noch nicht... Männer und Frauen werden auch im Berufsleben zum Beispiel nach wie vor unterschiedlich behandelt und bezahlt.

Ich persönlich habe nichts gegen Männer, die Schüchtern sind oder ihren Emotionen auch mal Ausdruck verleihen können....  ich brauche aber auch keine Männer, die mir die Tür aufhalten ... genauso wenig wie ich es akzeptieren würde, dass mir im Zusammenleben automatisch der Herd und der Haushalt zugewiesen wird.   

Männern werden auch heute noch gewisse Persönlichkeitsaspekte und Interessen seit Geburt an antrainiert.  Sei es das blau-grüne Kinderzimmer, das Lego, die Spielzeugautos...Spielzeugwaffen..... während Mädchen die Prinzessinenbarbie und den Kaufladen bekommen. Wenn der Junge hinfällt und sich das Knie aufschlägt heißt es "Ein Indianer kennt keinen Schmerz", während das Mädchen das Knie bepustet bekommt und man dazu neigt, zu trösten. Man selektiert als Eltern auch ein Stück weit und ebnet den Weg. 

Letztendlich ist es aber auch die Art, wie man seinen Mitmenschen begegnet. Auf ausgedörrtem Boden wächst nichts... Wenn ich eine gewisse Erwartungshaltung an den Mann stelle und ihm die Möglichkeit verwehre, Emotionen zuzulassen, beschneide ich gleichsam wie ich auch das Klischee weiter forme. Aber auch "ich" als Frau unterliege meiner Rollenerziehung.

Zusammengefasst denke ich, dass das Zeigen von Emotionen immer auch eine gewisse Gefahr birgt, generell. Man macht sich angreifbar, zeigt sich verletzlich oder offenbart, was einem nah geht. Es wird immer Leute geben, die nicht damit umgehen können oder sich anderer Leute Schwäche zu Nutze machen.     

Die Summe des Ganzen ist ziemlich restriktiv... ich denke, dass Gleichheit und Gleichberechtigung nicht nur bei Religion oder Herkunft relevant ist, sondern eben auch im Kinderzimmer anfängt und die dadurch resultierende Empathie, das Verständnis füreinander und die Wertschätzung der Bedürfnisse des Gegenübers im Miteinander sich eben wiederum positiv auf große Themen wie Religion, Herkunft auswirkt und man insgesamt lernt, dass der andere Mensch ist, wie man selbst... lachend wie weinend, mit den gleichen Interessen und Sorgen.

Ich hoffe, das war dir jetzt nicht zu ausschweifend... ^^'   

Liebe Grüße,

Deli

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Kommentar von Premiumbrot
20.03.2016, 14:25

"Eine Gleichheit haben wir aktuell noch nicht.."

Wirst du jetzt auch zur Feme? 😁 aeahea sorrey ^^

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Das ist ein Mythos , unverletzlich und über den Dingen stehend zu sein  , den die Männer  selbst gern, und  mit Nachdruck  pflegen !                           In Frauen löst solch eine Situation , Zärtlichkeit und Verständnis , und  n i e m a l s  Häme aus ! :)

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Die Zeiten sind zum Glück vorbei. Männer sind nicht schwach weil sie weinen, ganz im Gegenteil.

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An sich das keine schlimme Sache, wenn Männer Gefühle zeigen.

Allerdings hat unsere Gesellschaft ein klares Bild wie man(n) zu sein hat. Er hat stark, selbstbewusst und rational denkend zu sein. Starke Gefühle, die einen weinen lassen, sind da eher verpönt.

Von daher halte ich es für wichtig diese Geschlechterklischees aufzubrechen und einfach nur Mensch zu sein.

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Kommentar von blumenFee47
20.03.2016, 02:07

Genauso sollte es sein....ich würde einen Mann dann genauso schätzen...auch wenn er weint...lg blümchen

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In der Gesellschaft, sollte der Mann, der "Starke" sein. Für viele Menschen bedeuten Tränen, Schwäche. 

Doch diejenigen, die keine Gefühle zeigen, sind die wirklich Schwachen. 

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Kommentar von blumenFee47
20.03.2016, 22:22

Deine letzten Zeilen gefallen mir sehr gut.. Danke.. lg Blümchen 

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Hallo,

ich  denke,  dass  wir  Männer  gefühlstechnisch  härter  als  die  Frauen  sind.

Selbst  wenn  man  wollte  geht  es  nur  sehr  schwer.

Zudem  möchte  man  als  Mann  maskulin  rüberkommen,  tränen symbolisieren  eher  jemanden  der  sensibel  ist.  Sensibelchen  haben  es  schwieriger  beim  Thema  Frauen.

Ich  weiß  nicht  wie  viele  Jahre  es  her  ist  als  ich  das  letzte  mal geweint  hatte,  Situationen  hätte  es  genug  gegeben.

Wir  Männer  jammern  lieber.

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Kommentar von blumenFee47
20.03.2016, 00:20

Ich weiß, ein Schnupfen reicht da schon aus :D....lg blümchen

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Kommentar von TrudiMeier
20.03.2016, 08:31

Wir  Männer  jammern  lieber.

Das finde ich um einiges nerviger und "schlimmer" als einen weinenden Mann.  Wenn ich mir so manches Gejammer anhöre, dann rutscht mir manchmal schon der Spruch raus: "Was soll das? Bist du ´n Kerl oder ein Weichei!"   Meist kriege ich als Antwort: "Ein Weichei!" :-)

Warum sind Tränen bei Männern eigentlich nicht verpönt, wenn ihr Lieblingsfußballverein mal wieder das Aufstiegsspiel versemmelt hat?

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Es ist völlig ok, wenn Männer weinen. Emotionen gehören zum Leben dazu.

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Kommentar von blumenFee47
20.03.2016, 00:23

Ja,so sehe ich es auch....lg blümchen

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Kommentar von Waldemar2
20.03.2016, 01:00

Ja, das werde ich tun.

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Anscheinend ist das so in Deinem Umfeld, aber es gibt keinen Anlaß diese Annahme auf alle Männer in allen Gesellschaftsschichten auszuweiten. Soweit ist die Emanzipation schon lange. Daher kann diese Frage leider nicht eindeutig beantwortet werden.

Jeder Mensch hat Schwächen und darf diese auch zeigen.

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Kommentar von blumenFee47
20.03.2016, 22:26

Es gibt hier aber sehr viele verschiedene Meinungen... lg Blümchen 

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Jedes Geschlecht hat sein stereotypisches Rollenbild. Beim Mann ist es eher "stark" und "selbstbewusst", bei Frauen "zierlich" und "emotional"... Deshalb weicht es bei einigen Personen von der Norm ab. In der heutigen Zeit sollte das aber kein Problem mehr sein!

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Kommentar von blumenFee47
19.03.2016, 23:18

Viele heranwachsende werden dann aber als "Weicheier" bezeichnet was ich aber als sehr schlimm empfinde....denn jeder hat ein Recht darauf seine Gefühle zuzeigen....lg blümchen

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Kommentar von Etter
20.03.2016, 04:13

Glaub mir: Ist es und wird es noch lange sein.

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Das beantwortest du in deinem Beitrag selbst. :D

Weinen wird oft mit Schwäche verbunden, und ein Mann möchte doch nicht das Bild des "Mannes" zerstören; Männer tragen den Status von Stärke.

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Kommentar von blumenFee47
19.03.2016, 23:38

Das empfinde ich eher als schwäche, wenn sie  dadurch still leiden.......lg blümchen

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Weil es sich so eingebürgert hat, dass es bei Frauen "normal" ist und bei Männern verweichlicht.

Und der Mensch ist ein Gewohnheitstier und will sich dort auch nicht umgewöhnen, zumindest viele wollen das in der Hinsicht nicht.

Ganz nach dem Motto: "Hab` bis jetzt so gelebt, es hat mir nicht geschadet, also warum sollte ich das nicht weiter machen?"

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Weil es einfach zu viele Menschen gibt die wie Schafe einen Hirten folgen.... Liegt an deren Intelligenz und unserem Bildungssystem welches sehr schlecht ist.

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Nein, ist es nicht. Jeder Mensch sollte weinen dürfen wenn ihm danach ist.

Allerdings würde ich es merkwürdig finden wenn der Mann mehr flennt als ich.

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Weil Männer die Beschützer-/Kriegerrolle intus haben. In dieser stecken Männer leider fest und wer dagegen verstößt ist eine Memme oder ein Weichei.

Das ist halt (leider) das Geschlechterdenken seit Urzeiten.

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Das liegt wohl vor allem an den Frauen.

Frauen stehen nicht auf Männer die öfter weinen als sie selber. Was
der Gleichberechtigung an sich widerspricht.

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