Warum werden logische Schlussfolgerungen, wissenschaftlich fundierte Fakten und eindeutige Nachweise von so vielen religiösen Menschen einfach ignoriert?

19 Antworten

Menschen verstehen Wissenschaft oft nicht (wieso sollte das auch einfach sein?) und beurteilen sie dann falsch aufgrund ihrer Ansichten. In schlimmen Fallen leben sie in einer Informations-Blase mit viel Propaganda. Ein häufig auftretendes Phänomen dabei ist eine schlechte Meinung von Wissenschaftlern; daher wird den Wissenschaftlern nichts geglaubt.

Dieses Phänomen ist nicht nur auf religiöse Leute beschränkt, zum Beispiel gibt es Klimawandel-Leugnung. AIDS-Leugnung und verschiedene Formen von Esoterik und Geschichtsleugnung.

Die religiösen Wissenschaftsleugner sind häufig Kreationisten. Sie haben bereits eine religiöse Ansicht über die Entstehung der Lebensvielfalt auf der Erde, daher eine Ansicht über genau das, was die Evolutionstheorie beschreibt und erklärt. Den Wissenschaftlern glauben sie nicht, weil sie entweder einer Verschwörungstheorie anhängen oder denken, die Evolutionstheorie sei sogar unter Wissenschaftlern kontrovers ("teach the controversy").

In den USA gibt es sehr viele Prediger und Rhetoriker, die Bücher schreiben und Reden halten und von denen Kreationisten gerne ihre Informationen bekommen. Sie drehten auch viele Propagandafilme. Auch in Europa gibt es welche. Vor einigen Jahren schien das im Internet noch populärer gewesen zu sein: Da traf ich auch auf dieser Webseite fast täglich Kreationisten, die ihre Idole zitierten. Mir kommt vor, es sind weniger geworden.

Hallo Toastybeef,

grundsätzlich sind Glaube an Gott und Wissenschaft aus meiner Sicht miteinander zu vereinbaren, sofern sich jede der beiden Richtungen ihrer Grenzen bewusst ist.

Unglaubwürdig werden Vertreter des Glaubens , wenn sie eindeutige wissenschaftliche Erkenntnisse, die unwiderlegbar bewiesen sind, einfach ignorieren und sogar glauben, "wissenschaftliche Beweise" für ihren irrigen Standpunkt gefunden zu haben. Das beraubt sie nur jeder Glaubwürdigkeit und spielt eher denen in die Hände, die gegen die Existenz Gottes argumentieren. Leider haben das einige fundamentalistische Gruppen, wie z.B. die Kreationisten, getan, und haben dadurch der Glaubwürdigkeit der Bibel einen schlechten Dienst erwiesen.

Wissenschaftler bewegen sich grundsätzlich auf einem anderen Terrain als ein Verfechter des Glaubens. Ein Wissenschaftler hält sich bei seinen Forschungen an empirisch belegbare Tatsachen. Da jedoch die Existenz Gottes in diesem Sinn nicht belegbar ist, ziehen viele Wissenschaftler daraus den Schluss, dass es keinen Gott gibt. Hierbei sollte jedoch der Wissenschaftler wieder an seine Grenzen denken. Wenn er glaubt, dass nur das existieren kann, was wissenschaftlich belegbar ist, überschreitet er eindeutig seine Grenzen. Wissenschaft kann nicht die gesamte Welt erklären, sondern immer nur einen Teil daraus. Die Frage nach Gott liegt eindeutig jenseits dessen, was ein Wissenschaftler erforschen kann. Aus diesem Grund kann auch niemals der Glaube an einen Gott widerlegt werden.

Andererseits kann gerade das naturwissenschaftliche Forschen dazu führen, dass auch ein Wissenschaftler an Gott glaubt. Zum Beispiel zeigt das immer weitere Vordringen in den molekularen Aufbau der Strukturen des Lebens, dass überragende Intelligenz mit im Spiel ist. Dabei geht es nicht darum, in einem Schöpfer eine Erklärung für das Unerklärbare zu suchen. Es geht einfach darum, anzuerkennen, dass der Zufall keine zufriedenstellende Antwort auf die Frage ist, wie das Leben in all seinen vielfältigen Formen entstehen konnte. Auch können die Gesetzmäßigkeiten in der Natur allein nicht erklären, wie die komplexen Strukturen von lebenden Organismen mitsamt ihren komplizierten Bauplänen entstanden sein könnten.

Daher gab und gibt es viele Wissenschaftler, die ihre Überzeugung zum Ausdruck gebracht haben, dass es einen Gott gibt. Sie sehen also in der Wissenschaft einerseits und dem Glauben an Gott andererseits keinen Widerspruch.

LG Philipp

Fange doch erst einmal damit an, konkret zu schreiben, von welchen Religionen und welchen "vielen" Menschen du da überhaupt redest, bevor du Suggestivfragen stellst. Zudem bin ich mir sicher, dass deine Frage schon mehrmals in ähnlicher Form gestellt wurde, die Antworten darauf aber alles bereits abdecken.

So in diesem Zuge einmal wieder die Evolutionstheorie als unvereinbares Kompendium zu Religionen darzustellen, ist erst einmal falsch. Denn fragt man bspw. die deutschen offiziellen Institutionen für Buddhismus, Judentum, Christentum (Evangelisten, Katholiken) oder Muslime, dann sehen diese keinen Widerspruch zu ihrer Religion und der Evolutionstheorie. Die Römisch-katholische Kirche hat bereits vor über 30 Jahren einen offiziellen Kompromiss gefunden. Wie weitere Religionen dazu stehen (Hinduismus, usw.) solltest du selbst einmal recherchieren.

Laut Wikipedia gibt es des Weiteren auch Menschen, die nicht glauben und die Evolutionstheorien ablehnen. Die Annahme von wissenschaftlichen Fakt A oder B ist nicht religionsgebunden. Generell ist es jedem Menschen selbst überlassen, woran er glaubt und woran nicht. Ihn deswegen im Vorhinein als nicht logisch denkenden Menschen anprangern zu wollen, ist falsch, denn was würdest du nur machen, wenn jemand daherkommt und dir eine gänzlich andere Theorie beschreibt, die in allen Punkten mindestens genauso belegbar ist, wie deine Theorie?

Religiös orientiert fallen mir derzeit nur die Zeugen Jehovas ein, die sich aktiv gegen die Evolutionstheorien (u.a. wissenschaftliche Berichte) stellen. Scientology hat wohl ein veraltetes Modell der Evolutionstheorie und einige Ureinwohner auf der Erde werden sich womöglich auch noch nie so wissenschaftlich mit der Evolution auseinandergesetzt haben. Bei beiden erstgenannten handelt es sich um Sekten, in denen man die Kontrolle erhalten möchte. Ein von ihnen gesehener und gelehrter Widerspruch zum Glauben könnte fundamentale Lücken in ihrem Gemeinschaftsmodell aufreißen, die sie wohl nicht schließen können. Argumente gegen die Wissenschaft finden sie durchaus und zumindest innerhalb ihrer Welt, sind sie logisch und begründet.

Warum spricht Glaube auch so oft intellektuell weniger gut gestellte Menschen an?

Weil es um Hoffnung und Schutz geht. Umso gebildeter man ist, umso einfacher fällt es, sich eine solide Lebensgrundlage aufzubauen und selbstbestimmter zu leben.

Jeder Mensch kann doch logisch denken, auch wenn man nicht gut gebildet ist...

Wenn ich bspw. an ein armes Kind in Afrika denke, das auf der Straße lebt und an Gott glaubt, dann frage ich mich, wieso es sich mit wissenschaftlichen Theorien auseinandersetzen sollte, von denen es noch nicht einmal gehört hat. Würde das Kind zur Schule gehen und Bildung erfahren, über Mathematik, Physik oder Chemie, würde es sich mehr mit wissenschaftlichen Themen auseinandersetzen und freier bestimmen können, woran es noch glaubt und woran nicht.

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