Warum werden Japaner nicht häufiger als Rassisten kritisiert?

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7 Antworten

"Haben Japaner das Recht, die Homogenität ihres Volkes zu erhalten?"

Solange sie keinen Völkermord begehen. Gegenfrage: hat der Rest der Welt das Recht, die Japaner zu mehr Heterogenität zu zwingen?

"Sind sie Rassisten? " Nicht mehr oder weniger als andere Völker auch - manche Japaner sind wohl Rassisten, andere nicht. Alleine, dass Du bei einem Volk von über 100 Mio. jedem die gleiche Haltung zumutest, ist ja schon latent rassistisch ;).

"Und stimmt das Gefühl, dass Japaner für strenge Einwanderungsregeln
weniger stark kritisiert werden als europäische Länder und die USA?"

Über die Einwanderungsregelungen in Japan weiß ich zu wenig. Aber historisch ist das auch eine vollkommen andere Ausgangslage: die USA sind ja per se durch Einwanderung erst entstanden und haben entsprechend eine ganz andere Tradition. In Europa hat man auf kleinem Gebiet sehr viele verschiedene Völker und Ethnien, Grenzverschiebungen gab es zuhauf, sodass diese Fragen in Europa immer wieder anders diskutiert werden.

Japan war schon aufgrund seiner Lage jahrhundertelang isoliert und konnte sich dadurch viel einfacher gegen Einflüsse von außen abschotten. Die Öffnung erfolgte erst vor gut 100 Jahren. Dass das einen anderen Einfluß auf eine Einwanderungspolitik hat, ist nur normal.

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Die Japaner haben sich nur wenige "Gastarbeiter" ins Land geholt. Sie sind einen anderen Weg gegangen und haben auf Roboter gesetzt. Allerdings sind auch Roboter in Japan nicht frei von Diskriminierung. Aus diesem Grund haben sie vor kurzem die erste weltweite Robotergewerkschaft gegründet. In Japan wollte sehr viele Roboter dieser Gewerkschaft beitreten. Der Ansturm war enorm. Vielleicht gibt es dort tatsächlich viele Roboter-Hasser (Rassisten). :))

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Hm, eine echt interessante Frage, die ich nur aus meinem Allgemeinwissen heraus - kommentieren möchte - beantworten nicht, weil ich mich dazu nicht kompetent genug fühle.

Also es ist ja so, daß Japan erst recht spät in "die internationale Welt" kam und sich jahrhundertelang abgeschottet hat. Wir in Europa - und damit auch die USA - haben eine lange Tradition von demokratischen Werten, geistig auch das alte Griechenland mal mitgezählt. Und die Aufklärung.
In Japan ist das alles erst so richtig im 19. Jahrhundert eingesickert - und mit Macht auch erst nach dem zweiten Weltkrieg.
Und dafür sind sie schon recht weit, finde ich. Immer eine Frage des Standpunktes.

Die islamische Welt ist da teilweise ähnlich unaufgeklärt bzw. WIEDER unaufgeklärt, weil da Fanatiker an vielen entscheidenden Stellen sitzen und auch dort die Aufklärung nicht so richtig greift. Es kommen aber noch ungezählte weitere Faktoren hinzu - Vergleiche hinken ja bekanntlich immer.

Aber für Japan ist meine These vielleicht nicht unschlüssig. Es ist halt ein Inselvolk, das sich erst spät geöffnet hat. Und nationale Tendenzen haben Nicht-Europäer ja nicht gepachtet - siehe Brexit.

Ein sehr komplexes Thema, das sich nicht so ohne weiteres beantworten läßt, denke ich.

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Kommentar von kaltbuergerin
17.05.2017, 18:32

Ich verstehe nicht was du meinst ,

1-islamische Welt = ?

2-Fanatiker an vielen entscheidenden Stellen sitzen ?!?!

3-Aufklärung?!?!

Hoffe ich schreibe zu keinen Islamfeind ..dafür habe ich keine Lust !

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Kommentar von Apfelkind89
17.05.2017, 20:29

Man könnte meinen, dass du Japan als unaufgeklärt bezeichnet hast, ich bin mir nicht sicher, ob du das so meintest. Laut meiner Definition von Aufklärung ist Japan schon wesentlich weiter als wir ("durch rationales Denken alle den Fortschritt behindernden Strukturen zu überwinden", aus Wikipedia), denn Japan hat erkannt, dass sich die Völker, die sich nicht gegen Massen-Einwanderung wehren, am Ende selbst aus den Geschichtsbüchern entfernen. Das gilt natürlich besonders für Gesellschaften, die so weit entwickelt sind, dass sie nur wenig Nachwuchs erzeugen, und so selbst bei geringer Einwanderung auf lange Sicht verloren wären, falls man davon ausgehen würde, dass Einwanderer ihr Vervielfältigungsverhalten behalten.

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Warum werden Japaner nicht häufiger als Rassisten kritisiert?

Um mal nur auf deine Eingangsfrage einzugehen: Was Japan in diesen Belangen macht oder nicht macht, betrifft allerhoechstens einen verschwindend geringen Bruchteil aller Europaer/Deutschen. Es ist also nicht von oeffentlichem Interesse darueber zu berichten oder die Japaner (wegen was auch immer) deswegen zu kritisieren. Herr Mueller-Hinterschmidt aus Jedermannsdorf wird bei einer solchen Nachricht wahrscheinlich lediglich 'Ach so,... und?' kommentieren, sofern er ueberhaupt weiss, wo Japan liegt.

Lies halt chinesische und koreanische Nachrichten. Dort wird wahrscheinlich mehr dazu berichtet werden.

Mal ganz davon abgesehen: Die Europaer/Deutschen, die es betreffen wuerde, werden wahrscheinlich alle Voraussetzungen fuer ein Visum erfuellen koennen. Das ist nicht so schwer zu bekommen, wie man das gerne darstellt. Wer aber keine besonders gute Ausbildung hat und kein Japanisch kann, braucht sich nicht wundern, wenn er in Japan keinen Job findet. Das ist aber ueberall so. Kein Land will Looser bei sich haben.

Uebrigens wurden Voraussetzungen fuer bestimmte Visa gelockert, fuer manche kann man neuerdings sofort 5 Jahre Aufenthaltserlaubnis bekommen und besondere Bedingungen (z.B. fuer angehende Altenpfleger aus dem suedasiatischen Raum) wurden eingefuehrt, um das Ganze zu erleichtern. Bedarf nach Japanischlehrern ist zur Zeit auch sehr hoch, da man viele Einwanderer erwartet.

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Kommentar von Trakl1887
18.05.2017, 09:26

Wieso und inwiefern muss es Europäer "betreffen"? Wir Kritisieren Rassismus und Abschottung doch nicht vornehmlich dann, wenn wir selbst die Opfer sind, ganz im Gegenteil.

Bist du dir ganz sicher, dass kein Land "Loser" (nicht "Looser") haben will? Nach Deutschland wandern seit langem die Unterschichten eh schon rückständiger Länder ein. Meine Frage ist, ob da nicht mit zweierlei Maß gemessen wird und Japan nicht viel stärker kritisiert werden müsste, oder jene westlichen Länder, die dem Vorbild Japans folgen wollen, weniger.

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ein Inselvolk hat es leichter als ein Einwanderungsland

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Weil die Japaner, trotz ihrer Niederlage, nicht bereit waren und sind, sich umerziehen zu lassen, geschweige denn ihre Kultur preiszugeben. Wenn die wirtschaftliche Not dereinst drängt, werden sie schon eine Lösung finden. Womöglich auch eine, die mehr Zuwanderung beinhaltet. Aber nicht aus ideologischen Motiven, um ihr Land "bunt" zu machen (wer dort der Herr im Haus ist, würden Muttis Kölner Antänzer sehr schnell merken) oder aus Selbsthass, sondern aus rein rationalen Überlegungen.

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Rassismus ist -Aus meiner Sicht-wenn du als -nicht Japaner- in deinem Alltag (in Japan ) discriminiert fühlst.Oder Angegriffen wirst.. Dass Japaner nur Japaner heiraten -Was nicht stimmt- ist ihr Problem :)Sorry für mein Deutsch..

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Kommentar von Apfelkind89
17.05.2017, 20:31

Definierst du dabei Alltag als Urlaubs-Alltag, oder als Einwanderer-Alltag? Ich denke, die Diskriminierung hängt auch davon ab, mit welchen Erwartungen man in ein Land reist...

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Kommentar von WithoutName852
18.05.2017, 08:05

"Diskriminierung hängt auch davon ab, mit welchen Erwartungen du in ein Land reist."

Klingt für mich in etwa so... wie die Diskussion, ob ein Vergewaltigungsopfer selbst Schuld hat/zuzuschreiben ist, weil sie einen Rock getragen hat 🙄

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