Warum werden in Filmen die im alten Japan spielen immer so viele mit dem Schwert erstochen?

8 Antworten

Das hat mit deren werten und Ehr-empfinden zu tun. Die Samurais waren dessen stolzeste Krieger die ihr Leben nach deren Richtlinien gerichtet haben. Wenn z.B. ein Kampf verloren wurde haben diese Selbstmord begangen um ihre Schande wieder gut zu machen.

Es handelt sich bei den japanischen Filmen mit vielen Todesopfern meist um "Jidaigeki", das sind eben Filme, deren Geschichten vor der Öffnung Japans spielen.

Bei uns im Westen wären das beispielsweise "Mittelalterfilme" oder Historiendramen, welche Gestalten der klassische Antike wie etwa Spartacus, behandeln.

Eine Sonderform der japanischen Jidaigeki-Filme sind die "Chambara" - Samurai-Filme, bei denen die Schwertkämpfe im Vordergrund stehen.

Beide Filmsparten beinhalten nicht sinnloses Gemetzel, sondern es werden meist einfach jene Waffen eingesetzt, die damals üblich waren - und sich besonders gut vor der Kamera machen.

Vielen Dank, auf Tele 5 kommen chinesische und japanische Kampfsportfilme. Die chinesischen sind die Martial Arts die alle in der damaligen britischen Kolonie Hong Kong gedreht wurden und bei denen es um Kampfkunst im Zweikampf ohne Waffen geht und die japanischen bei denen immer Schwerter eingesetzt werden und Blut fliesst. Ich sehe solche Filme sehr gerne weil sie von der Optik also den Kulissen und der Kleidung sehr hochwertig sind und gut unterhalten.

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@02052014

Es gibt beispielsweise einen interessanten, mentalitätsbedingten Unterschied zwischen Western und Eastern auf der einen - und den Chambara-Filmen auf der anderen Seite.

In allen drei Sparten ist die Geschichte - Held gegen Bösewicht - eigentlich gleich. Es geht um Rache, wiederherstellung der Ehre o.ä.

Der Unterschied liegt darin, dass in Western und Eastern der Bösewicht und auch seine Handlanger charakterlich recht weit ausgearbeitet werden.

Ist der Schauspieler gut, entwickelt man persönliche Hassgefühle gegen diesen Filmbösewicht und seine brutalen Mitkämpfer

Letzen Endes wird dann diese bösartige Gestalt vom Helden der Geschichte getötet - es ist also eine emotional sehr persönliche Angelegenheit

"ja, gibs ihm! Erschieß ihn! Mach den finnishing move deines Meisters - aaah, endlich ist dieser eklige Bösewicht tot!!"

In Chambara metztelt der Held zwar mehr als ein Dutzend feindlicher Samurai nieder - aber deren Charakter ist nicht sehr ausgearbeitet.

Man hat also keine persönliche Beziehung zu diesen Horden von Gegnern und entwickelt nicht unbedingt Emotion und Aggression.

Diese Samurai-Kämpfer sind einfach "Schwertfutter" um zu zeigen, was für eine tolle Schwerttechnik der Hauptcharakter drauf hat.

Auch ist die Tötung des Bösewichts nicht immer ein Showdown-artiger "Endkampf", sondern manchmal wird er einfach "abgestochen", so dass das Ende an sich unspektakulär ist.

Damit fließt im Chambara zwar vielleicht mehr Blut - rein emotional ist es jedoch oft nicht so ansteckend, wie ein Western oder Eastern.

Das ist natürlich nur eine sehr allgemeine Aussage, aber trotzdem interessant wie ich finde und lässt Diskussionen darüber zu, welche Filmsparte tatsächlich brutaler ist. :-)

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Sie sind nicht brutaler als die anderen. Denkst Du es ist weniger brutal jmd. mit einem Faustschlag ins Jenseits zu befördern?

Das Zeigen in Filmen ist einfach eine Frage der Tradition. Japaner sehen es nicht so eng wenn Kampf/Krieg realistisch gezeigt wird mit Blutspritzern und abgschlagenen Gliedmassen. Die chinesische Kultur ist da etwas verschlossener.

Hinzu kommt, dass in Japan die Samurai einen besonderen Platz in der Kultur einnehmen und deren Kultur oft als Grundlage zumindest der traditionellen japanischen Kultur gesehen wird. Samurai kämpften mit dem Schwert haupsächlich(aber nicht immer). Nciht nur weil es die bevorzugte Waffe war, sondern weil nur sie Schwerter tragen durften. Hier kommt ein grosser Abstecher in die jap. Kultur.

Was oft nicht bekannt zu sein scheint, die Samurai-Kultur ist in grossen Teilen in Friedenszeiten entstanden und wurde von philosophierenden Adeligen/Samurai geschaffen, formuliert und verfeinert. Der Ehrenkodex, die Regeln, selbst die verfeinerte Schwetkampfkunst(eigtl. damals schon des Duells) entastanden nach der grossen japanischen "Zeit der streitenden Reiche" oder sengoku-jidai 1477-1573. Während dieser Kriege erreichte die japanische mittelalterliche Kriegskunst wohl ihren Höhepunkt, aber da gab es die Samurai-Kultur so wie wir sie heute kennen noch nicht. Dennoch hat sich diese später entwicklete Kultur sich für lange Zeit eigebürgert(und zwar auch in Japan selbst) als essentieller Bestandteil der japanische Kultur. Und deswegen hat das auch grosse Auswirkung auf die japanische Filmkunst. Samurai mit ihren Schwertkämpfen, Erhernvorstellugen(dazu gehört auch der Selbstmord.) usw. sind eine sehr beliebtes Thema für japanische Filmemacher. Nicht nur 08/15-Regisseure, sondern auch solche Weltgrössen wie Kurosawa, der z.B. unter anderem Shakespeares "King Lear" als "Ran" in die Samurai-Welt versetzt und verfilmt hat.

Was Du als Fanatismus in den Filmen siehst ist auch Teil diese Kultur übrigens. Und eigtl. kein Fanatismus sondern die Vorstellung, dass der Dienst des Samurai seinem Herren übergeordnet ist. Es ist für den Samurai ehrenvoll treu zu dienen unabhängig davon ob sein Herr recht hat, ob man für eine gerechte Sache kämpft usw. Und der Tod ist unbedeutend, denn die Idealvorstellung des Samurai ist, dass er bereits vor dem Kampf tot ist(Yamamoto Tsunetomo "Hagakure"). Das ist einfach eine komplett andere Lebensphilosophie. Deswegen mag sie einem Europäer fremd erscheinen.

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