Warum werden in der Strahlentherapie überwiegend Betastrahler verwendet und selten nur Alphastrahler ?

1 Antwort

1. In der Strahlentherapie wird ganz überwiegend Photonenstrahlung (="ultraharte Röntgenstrahlung") verwendet.

2. Betastrahler werden meist in der Nuklearmedizin angewendet. Z.B. hat die Elektronenstrahlung (Betastrahlung) von radioaktivem Jod  eine mittlere Reichweite von ca. 0,5 mm. Dies macht es zu einem nahezu perfekten Stoff für die Radiojod-Therapie.

3. Alphastrahlung hat - wie du richtig erwähnst, eine sehr geringe Reichweite im Gewebe. Diese Reichweite kann zu gering sein, um die gewünschten Tumorzellen zu erreichen (nicht immer ist -gerade bei Tumoren die Perfusion perfekt).

Du sprichst von Injektion in Tumorgewebe.

Wenn du die Injektion von z.B. flüssigen radioaktiven Stoffen in das Tumorgewebe meinst: dies ist nicht sinnvoll möglich, da weder der Abstrom ausreichend kontrolliert werden kann, noch eine zuverlässige Verteilung im Tumor garantiert werden kann.

Mit moderner Strahlentherpie-Technik kann die Strahlendosis meist sehr exakt appliziert werden, hierbei ist immer auch zu bedenken, daß der in den Voruntersuchungen dargestellte Tumor fast immer "Ausläufer" besitzt, die sich auf den Bildern nicht darstellen (da zu klein) - dies wird von den Pathologen immer wieder bestätigt, wenn diese OP-Präparate untersuchen.

Also: Mit den verwendeten Photonen und Elektronen kommen wir in der Strahlentherapie ganz gut hin - und die Technik wird laufend weiter verbessert (VMAT, IGRT etc.), was man an der deutlichen Reduktion von Nebenwirkungen ablesen kann.

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