Warum werden Hersteller von Asbest-Produkten nicht zu Gunsten eines Entschädigungsfonds enteignet?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Solche Vergleiche sind ungebührlich. Das eine ist Produkthaftung, das andere ist Genozid. Die einen haben aus purem Hass Menschen ermordet, die anderen waren mit der Absicht an den Start gegangen, einen haltbaren Baustoff entwickelt zu haben.

In grauer Vorzeit machten sich die Hersteller keine Gedanken um die menschliche Gesundheit oder Verträglichkeiten. Als irgendwann bekannt wurde, wie schlimm der Umgang mit Asbest für den Menschen ist, wurde in vielen Ländern die Produktion und der Handel verboten. Viele Hersteller wurden verklagt, fast alle sind Pleite gegangen. Ich vermute daher dass so mancher in Europa verprellter Hersteller sich selbst inklusive seiner Produktionsanlagen ins Ausland verlagert hat, um vor Ort weiterhin den Tod auszuliefern. Aber solchen Typen in diesen Ländern das Handwerk zu legen brauchst Du die Unterstützung des jeweiligen Landes - eher geht also ein Kamel durch ein Nadelöhr.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Weil sie sich nichts haben zu Schulden kommen lassen, beschwer dich doch bei demjenigen, der das Haus gebaut hat - aber selbst den trifft keine Schuld. Das Problem mit dem Asbest ist doch in erster Linie, daß wir heute so einen Aufstand darum machen.

Wo ist eigentlich dein Problem, du siehst doch, wenn du auf Asbest triffst und bist dann einfach entsprechend vorsichtig - dafür brauchst du keine Proben zu nehmen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von VictorStern
01.11.2016, 03:26

Natürlich war es seit der NS-Zeit bekannt, wie tödlich Asbest ist. Es war damals bereits als Berufskrankheit anerkannt. Unter Ausnutzung der Kriegsniederlage haben die betreffenden Hersteller ab Ende der 1950er diese erkannten und dokumentierten Gefahren bewußt ignoriert und diese Produkte auf den Markt gebracht. Wenn Behördenvertreter dies genehmigt haben, also mit Herstellern gemeinsame Sache machten, gehören diese ebenfalls zur Verantwortung gezogen. Manche Firmen haben quasi "wie die Geistesgestörten" überall Asbest in die Produkte geschüttet, ohne daß es dafür überhaupt einen ernsthaft nachvollziehbaren Grund gab.

Gerade bei Spachtelmassen erkennt man es im Gegensatz zu Fertigprodukten wie Blumenkästen oder Dachziegeln eben nicht, ob diese Asbest enthalten. Eine Einzelhaussanierung wird da immer zum Risiko.

0

Das gleiche müsste für Alkohol Zucker Tabak und tausende andere Produkte gelten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Weil du dich öffentlich noch nicht dafür eingesetzt hast.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

das liegt schlicht und einfach daran, daß die asbestverwendung nicht verboten wurde, sondern als im bau nützliches produkt geduldet wurde.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Solange die Verwendung von Asbest legal war kannst du daraus auch keinem einen Strick drehen. Wenn morgen rauskommt dass Alpinaweiß krebserregend ist wird man den Hersteller auch nicht verklagen können.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von VictorStern
01.11.2016, 03:36

Es heißt ja "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht"! Da die Gefahren bekannt waren, haben jene Hersteller grob fahrlässig gehandelt. Auch wurde Asbest oft nicht erkennbar deklariert, sondern mit Fachausdrücken für den Verwender verklausuliert, der Verbrauicher also arglistig getäuscht.

Im Beispiel Alpinaweiß: Einen Hersteller kann man immer verklagen, in dem man eine Klage einreicht. Die Frage ist, was das Gericht daraus macht. Nach heutiger Rechtsprechung müßte der Hersteller sehr wohl Schmerzensgeld zahlen, wenn sich das Produkt als krebserregend herausstellt, obwohl es zugelassen war. Der Erfolg hängt natürlich immer von einem guten Anwalt ab, der sich nicht einschüchtern läßt.

0

Was möchtest Du wissen?