Warum werden Elektroautos von der Regierung so propagiert aber andere Antriebe die Umweltfreundlicher wären nicht?

12 Antworten

z.B. Wasserstoffantrieb.

Och Kinder...

Wenn es etwas gibt, was propagiert wird, dann wohl das Wasserstoffauto.

Wasserstoff wird zu exorbitanten Preisen per Dampfreformierung gewonnen, rein von der Umweltbilanz her wird Erdgas dafür praktisch verbrannt. Die Gewinnung aus Elektrolyse erfordert gegenüber einem rein batterieelektrischen Auto ca. dreimal so viel Energie.

Zum Fahrzeug selbst: Gut an die Fahrzeugstruktur anpassbare Traktionsbatterien weichen unförmigen zylindrischen Tanks. Da Wasserstoffatome so klein sind, diffundieren sie durch die meisten DIchtungsmaterialien und selbst den Tank selbst hindurch, die AUtos entleeren sich innerhalb weniger Wochen. Wie tankst du eiN Wasserstoffauto mit leerem Tank bei dir zuhause auf? Einen Verbrenner betanke ich mit dem Kanister, zum E-Auto kann man zur Not ein Kabel verlegen, doch woher nimmst du Wasserstoff bei 700 bar?

Weiterhin verschwindet der Wasserstoff nicht einfach nur in die Luft, er lagert sich auch in Leitungen und dem Tank ein. Das Ergebnis heißt Wasserstoffversprödung und führt zur RIssbildung. Bei 700 bar ungünstig.

Was die Energiedichte und den WIrkungsgrad der Umwandlung zu elektrischer Energie angeht, ist das Wasserstoffauto weitgehend zuende entwickelt, wo beim E-Auto nur mit den aktuell in der Entwicklung befindlichen neuen Technologien Steigerungen um den Faktor 50 im Raum stehen.

Nicht genug? Wir produzieren allein mit dem Stromüberschuss von 2017 genug Strom, um über 18 Millionen E-Autos zu betreiben im Alltag. Praktisch sind es natürlich etwas weniger bedingt durch die Tatsache, dass wir dieses Überangebot kaum gleichmäßig nutzen können, aber nur, damit du mal eine Vorstellung von der Größenordnung hast. Das speißen wir in unsere Netze ein, das vermögen unsere Netze zu leisten. Wo ist das Wasserstoffnetz in Deutschland? Ach ja, quasi kaum existent.

so dass es erst mal mind. 8 Jahre fahren muss um erst bei Gleichstand zum Benziner anzukommen.

Da moderne E-Autos, was die Garantieleistungen angeht, diese 8 Jahre mühelos schaffen sollten, sehe ich darin kein Problem. Zumal nur bei der Fertigung eines ANtriebskonzepts die Hersteller aktuell gigantischen Aufwand betreiben, um die Fabriken mit Ökostrom zu betreiben, CO2-Ausstoß zu minimieren und Probleme bei der Rohstoffförderung zu lösen.

Es wird nur die Umweltbelastung verlegt. Statt in D treten die Belastungen halt dann in z.B. China auf.

Was hat China damit zu tun? Falls du auf Seltenerdmetalle hinaus willst: Die braucht jeder Verbrenner auch. Und auch jedes Wasserstoffauto in der Brennstoffzelle. Der Clue ist, dass ein E-Auto darauf nicht zwangsläufig angewiesen ist. Die Akkus enthalten entgegen weitläufiger Meinung nämlich keine. Die Synchronmotoren mit ihren magnetischen Werkstoffen werden von Brennstoffzellenautos genauso benötigt und könnten auch durch Asynchronmaschinen ersetzt werden, die dann ebenfalls keine Seltenerdmetalle mehr benötigen.

Dass wir für Erdöl weite Teile des Nigerdeltas oder Westsibiriens Tag für Tag gigantischen Umweltkatastrophen aussetzen, und das seit Jahrzehnten, wird gekonnt ignoriert.

oder Schwungradantrieb in Bussen bspw. - gabs schon !

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Vllt stehen mögliche wirtschaftl. Profite im Vordergrund. Andere Technologien werden als nicht profitabel angesehen / mit zu hohen Kosten verbunden / oder die Entwicklung steht in den Kinderschuhen / oder es gibt keine Industrie dafür. Vllt will man auch nicht ins Hintertreffen kommen, bei einer möglichen Zukunftstechnik.

Beim Wasserstoffantrieb ist die Argumentation folgende:

Zu hohe Kosten Wasserstoff herzustellen, bei der Tankstelleninfrastruktur, geringe Energiedichte.

Die Kanzlerin kooperiert da irgendwie mit der Automobilindustrie, wenn die nun ganz plötzlich ein Mio Ladestationen errichten lassen will. Man überlege sich das mal in allen Details und berücksichtige dabei auch noch die langen Ladezeiten. Das Laden ist doch nicht mit dem Tanken zu vergleichen, wird aber wohl unterbewusst damit gleichgesetzt.

Irgendwie, fürchte ich, ein spontaner ziemlich unüberlegter Schnellschuss der Kanzlerin.

Es könnte auch sein, dass sich beim Kunden dann am Ende doch die Wasserstofftechnik durchsetzt und dass diese Fahrzeuge dann nicht von VW, sondern gar von Hundai und Co. aus Korea kommen.

Die 1 Mio Ladesäulen stünden dann aber als Merkels Denkmäler in der Gegend herum. Wenn die weiterhin nichts gegen den Mietenwahnsinn unternimmt, könnte man die Ladesäulen aber immer noch als Energieversorgung für die neuentwickelten Wohnboxen für Obdachlose benutzen. Schöne neue Welt!

Weil dadurch das grosse Geld gescheffelt werden kann.

Dann kann man noch mehr Windrädchen bauen und noch mehr Solarpanels installieren. Die Chinesen können Südamerikaner und die Afrikaner noch mehr ausbeuten und alle sind happy.

Mit freundlichen Grüssen

Das könnte man mit Wasserstoffautos noch viel besser, haben diese doch einen dreimal so hohen Energieverbrauch!

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@Lukomat99

Das kann man mit einem batterieelektrischen Fahrzeug ebenfalls. Ohne sündhaft teure, erst in einigen Jahren (wenn überhaupt) verfügbaren Wasserstofftankstelle. Mit nur einem Drittel der Stromkosten. Wenn man über Nacht lädt, reicht eine billige Gummileitung aus dem Baumarkt sogar aus.

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@SpitfireMKIIFan

Ja, aber die Reaktoren müssen trotzdem gebaut werden. Beim Wasserstoff wird der Treibstoff direkt zuhause produziert.

Die Frage ist jetzt, was mehr Strom benötigt. Die Elektrolyse zur Herstellung von H2 oder eine Tankladung eines Elektroautos.

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@Lukomat99
Die Frage ist jetzt, was mehr Strom benötigt. Die Elektrolyse zur Herstellung von H2 oder eine Tankladung eines Elektroautos.

Zum Dritten Mal: Du willst Strom in Wasserstoff umwandeln, den Wasserstoff wieder in Strom.

Umwandlung Strom in Wasserstoff mit einer stationärer Anlage geschieht mit bis zu 70% Wirkungsgrad. Die Umwandlung Wasserstoff zu Strom geschieht in der mobilen Brennstoffzelle mit ca. 40% Wirkungsgrad. Macht zusammen ganze 28%.

Stecke den Strom direkt in einen Akku, und du bist mit 90% Wirkungsgrad dabei.

Und der größte Witz? Der Strom, der aus der Brennstoffzelle kommt, wird selbst erstmal in einer Batterie gespeichert.

Egal,w ie rum du es drehst und wendest: Es bleibt eine gigantische Energieverschwendung. Als Zwischenspeicher im großen stationären Betrieb, wo Akkus zu teuer wären und die stationäre Umwandlung Wasserstoff zu Strom ebenfalls mit ca. 70% funktioniert, mag das noch eine brauchbare Lösung sein, um Überproduktion tagsüber zu speichern und Nachts wieder abzugeben. Fürs Automobil ist das nichts weiter als Symbolpolitik.

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@SpitfireMKIIFan

Es ist alles Symbolpolitik, das stimmt!

Allerdings habe ich nicht mit dem Thema Wasserstoffautos begonnen.

Der Ottomotor ist immer noch super. :)

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Erst einmal ist Wasserstoff nicht umweltfreundlicher, da zu seiner Herstellung einiges an Erdöl verbrannt werden muss. Und falls man es durch Elektrolyse machen will, muss erstmal Strom aufgebracht werden, was den Wirkungsgrad ziemlich reduziert.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

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