Warum werden die Menschen immer egoistischer und rücksichtsloser?

15 Antworten

Habe heute dazu in der Tageszeitung eine Abhandlung eines Wissenschaftlers darüber gelesen.

Die Wahrnehmung täuscht nicht, vor allem die junge Generation ist sehr deutlich egoistischer, als die ältere Generation.

Generation Facebook eben, in der die Selbstdarstellung über alles geht.

Wo man früher Gruppenbilder rumgezeigt hat, stellt man sich heute selbst in den Focus und definiert sich über die sozialen Medien.

Es ist Fakt, daß die jungen Menschen deutlich sozialinkompetenter sind, als Menschen jenseits der 40.

Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Hallo!

Das ist ein Phänomen, das alle paar Jahre wieder auftritt & das ich insofern nicht wirklich ernstnehme ----> da wird auch gern dramatisiert, es ist in etwa damit vergleichbar, dass viele die "Jugend von heute" aller denkbaren Untugenden bezichtigen aber dabei vergessen, selbst nicht besser gewesen zu sein.

Dass sich der Liedermacher Herman van Veen bereits vor 24 Jahren in seinem Titel "Ja" mit diesem Thema auseinandersetzte sollte ebenfalls zeigen, dass die "Ellenbogenwelt" kein Problem unserer Zeit ist.

Dem ungeachtet halte ich (m, 27) den Umgangston zwar manchmal für verbesserungsbedürftig, doch kommt es auch auf das Milieu an in dem man sich bewegt bzw. auf die Leute, mit denen man zu tun hat.

Ich würde deine Meinung als Einbildung bezeichnen, wenn es eine Lüge wäre, aber das ist es nicht. Es kommt nur darauf an, wo die Menschen leben, welche Wirtschaft das Land, Dorf oder die Stadt hat und wie das Umfeld der Menschen ist. In der Stadt sind die Menschen meist egoistischer und rücksichtsloser als in als auf dem Land, einfach weil es dort stressiger zugeht. Je mehr Menschen, desto weniger kann man sich auf alle konzentrieren (helfen, reden, lachen) und desto mehr kümmert man sich um sich selbst. Ich bin in einem Dorf (jetzt Gemeinde) aufgewachsen, aber durch den immer häufigeren Aufenthalt in der Stadt merke ich auch schon an mir, dass ich etwas mehr an mich selbst denke, als an andere. Ich finde, es kommt immer darauf an, wo die Menschen leben, wie sie aufgewachsen sind und welchen Menschen man begegnet. Denn nicht alle Menschen sind so :)

Sind Menschen, die bei dem "Fortschrittswahn" nicht mitmachen, weniger Wert als Menschen, die davon profitieren? Wird Natürlichkeit später ein rares Gut sein?

Schon lange stelle ich mir die Frage, ob Menschen, die aus der modernen Gesellschaft sozusagen aussteigen, überhaupt noch einen Wert haben.

Ich meine heutzutage wo das ganze Fortschrittsdenken die Gesellschaft durchdrungen hat, Status denken und Konsum am wichtigsten geworden sind und man sozusagen keine andere Wahl hat als mitzumachen, haben da "Aussteiger" überhaupt noch einen Wert?

Kinder die man nach Wunsch und Intelligenz designen kann, den natürlichen Vorgang zu stürzen und sich wie der König der Welt breit zu machen, mit Gier und Konsumdenken, ist das nicht der Todesstoß für Menschen, die da nicht mitmachen wollen?

Ich persönlich bin in der Situation, noch darüber im unklaren zu sein, welcher Seite ich angehören möchte. Einerseits möchte man einen Ferrari haben und ein schönes Haus besitzen. Andererseits höre ich von außen, dass man am meisten glücklich und zufrieden ist, wenn man mit sehr wenig, viel anfangen kann.

Ich stehe im Zwiespalt meiner selbst, dann kommen noch täglich die Nachrichten, die mich natürlich nachdenklich machen. Ich denke mir dann immer, dass ich nur eine Chance habe, wenn ich da mitmache, auch wenn es unmenschlich, nicht fair, oder skrupellos ist.

Was sollte man heutzutage tun? Worauf sollte man wert legen, ist ein Profiteur gleich mehr Wert als ein Verlierer des Systems?

Wird ein Leistungs und Machtsystem der Untergang der Liebe, der Menschlichkeit, ja gar der Vernunft sein?

Bin ich als Individuum, das nicht optimiert ist mit irgendwelchen technologischen und leistungssteigernden Dingen, überhaupt was wert gegenüber jemanden, der sowas hat?

Ich frage mich, warum sich viele solche Fragen nicht stellen, warum können diese Sorgenlos leben und warum mache ich mir diese Gedanken?

Nennt mich verrückt, aber ich stelle mir eben täglich solche philosophischen Fragen...

Ich frag mich, wann ich den Sinn meines Lebens endlich erkenne. Zurzeit bin ich nur am philosophieren, über Themen, worüber nur wenige sich die Mühe machen, tatsächlich darüber viel nachzudenken.

Zusammengefasst habe ich die Befürchtung, dass wenn ich mich zurückziehe, abgehängt werde und ich somit keinen Wert mehr in meinen Leben sehe.

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