Warum werden die früheren wie auch die heutigen Gräuel der Kirche so vehement von vielen Gläubigen verteidigt?

17 Antworten

Es fällt schwer auf diese Frage zu antworten. Das schwierige daran ist, dass du unterstellst, dass Menschen das tun. Die Frage ist unstrukturiert.

Ich werde ein Beispiel durchgehen. 

Kreuzzüge: Was gibt es daran zu verteidigen? Spanien wurde von Muslimen eingenommen, der Kreuzzug hat Spanien zurück erobert und ist halt bis in den Nahen Osten vorgedrungen. Das kann man so verteidigen, dass jedes Seilziehen im Menschen steckt (Du haust mich, ich haue dich). Wie würdest du als Atheist die Hölle von Verdun verteidigen? Da kommen wir zum nächsten Punkt: Wir haben nichts damit zu tun. Ich kann nichts für die Kreuzzüge und du nichts für den Ersten Weltkrieg. 

Religion fördert Wissenschaft. Außer sie wird von asozialen Menschen gehemmt. Mönche haben viel Zeit zum nachdenken, sie betätigen sich körperlich und leben ein Leben, dass ihnen Ruhe schenkt. Die Mendelschen Regeln wurden nicht umsonst von einem Mönch entdeckt und entwickelt. Für Atheisten gibt es abgesehen von Ruhm und Geld kaum eine Motivation zu forschen. Religiöse Menschen hingegen sind getrieben von der Frage, wie Gott die Welt geschaffen hat und warum. Darwin war begeistert von der Welt und konnte deswegen auch die Begeisterung in seine Forschung hinein nehmen. (Welcher Atheist hätte die Geduld Finken genau zu betrachten?) 

Religion tut Gutes. Und du kannst mir nicht erzählen, dass alle Atheisten plötzlich begeisterte Humanisten sind. Betrachte es mal aus der psychologischen Sicht: Ein Mensch, der sich selbst von seinem Phantasiefreund gewertschätzt sieht und andere deshalb auch mit wertschätzenden Augen sehen kann, kann sehr viel Gutes bewirken. Das kann man sich auch über Carl Rogers herleiten. 

Religion ist meist etwas, dass tief in einem Menschen verankert ist. Es bildet das gesamte Weltbild, die Ethik und Gerechtigkeit in einem Menschen ab. Umso schlimmer ist es, wenn man das angreift und da kommt es zu einer Abblockreaktion. Das Video von Harald Lesch beschreibt das ziemlich genau: 

https://youtube.com/watch?v=ue0AwvWetdE

Thema ist zwar die politische Meinung, es lässt sich aber genauso gut auf Religionen anwenden. 

Weil man Religion wie die meisten anderen Dinge eben auch nicht nur von einer Perspektive aus betrachten kann. Religion hat ja auch viele gute Seiten, zb gibt sie Menschen Halt. Sie fühlen sich einer Gemeinschaft zugehörig. Man kann sich an Werten orientieren, hat Hoffnung dass das Leben nach dem Tod nicht vorbei ist. Das ist ja erstmal nichts Schlechtes.


Es bleibt nur leider nicht bei "erstmal".

0
@Toastybeef

Also ich kenne genug Gläubige, die ihre Religion so ausüben, wie ich das beschrieben habe. Und so macht es ja auch der grösste Teil der Gläubige. Ein paar Spinner gibts halt immer.

0

Was möchtest Du wissen?