Warum werden Bio-Bananen neuerdings in Plastiktüten verpackt - ist das nicht unlogisch und gegen die eigentliche Idee von Bio-Produkten?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Hallo,

Bio-Produkte sind keinesfalls "so Bio wie möglich", sondern eben nur "ein bisschen mehr Bio" als Standard-Produkte.

An dem von dir genannten Widerspruch kann man das gut erkennen. Es wird aus ökonomischen oder Haltbarkeits-Gründen auf Plastik umgestiegen, obwohl das um ein Vielfaches schädlicher für die Umwelt als Pappe oder Holz ist.

Die allermeisten Hersteller von Bio-Produkten legen ihre Produktion so aus, dass ihre Produkte "gerade so" das Bio-Siegel erhalten, sich aber die Kosten und der Herstellaufwand möglichst minimal erhöhen (womit also auch der Tierschutz- und Umweltschutzgewinn minimal ist!). Im (aus Unternehmenssicht) besten Fall ist der "Preisaufschlag wegen Bio" des Produktes höher als die Mehrkosten für das Erhalten des Bio-Siegels.

Im Übrigen solltest du dir auch mal die Frage stellen, warum kaum jemand sich an solchen wie dem von dir genannten Widersprüchen stört:

Der Grund dafür ist, dass viele Personen glauben wollen, dass sie sich und der Umwelt etwas Gutes tun, ganz egal, ob sie das nun wirklich tun. Das liegt daran, dass Menschen zum Schubladendenken neigen: Die Annahme, dass konventionelle Produkte immer der Umwelt schaden, sowie dass Bioprodukte immer der Umwelt helfen, ist ziemlicher Blödsinn. Trotzdem wird sie von vielen Personen vertreten. Die hohe Komplexität von Themen wie zum Beispiel des Schutzes der Umwelt führt dazu, dass Menschen sich an das wenige Einfache klammern, was sie verstehen, nämlich das formschön in Szene gesetzte Bio-Siegel auf dem Produkt.

Vergleiche hierzu die Diskussion um E10, den "Bio-Kraftstoff". Für die Produktion dieses Kraftstoffes werden massenhaft Lebensmittel wie Rapspflanzen und andere Lebensmittel in Dritte-Welt-Ländern produziert, wobei teilweise eine große Ausbeutung der Umwelt (Waldrodung etc) sowie vor allem der Bevölkerung (Es werden aus Ländern, in denen Menschen verhungern, unnötigerweise Lebensmittel in riesiger Menge angebaut, um diese dann nicht zu verspeisen, sondern sie für Kraftstoff in Europa zu verwenden!) stattfindet. Trotzdem wird diese Farce weiterbetrieben, damit man behaupten kann, man helfe der Umwelt.

Und Nein, ich will nicht sagen, dass Bio-Siegel generell ein falscher Weg sind, das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung zu erhöhen, aber ich will sagen, dass die derzeitige Umsetzung nicht nur nicht/kaum der Umwelt hilft, sondern vor allem den Gedanken der Nachhaltigkeit korrumpiert, weil langfristig diese großangelegte Verarsche dazu führen wird, dass die Menschen die Bio-Siegel nicht mehr ernst nehmen werden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von grubenhirn
05.04.2016, 16:23
Merci pour la résponse
0

Bio und Umweltschutz sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge. Von daher steht es auch nicht im Widerspruch zueinander.

Der Grund darin liegt jedoch im Lebensmittelrecht, denn wenn offene Bioprodukte zusammen mit normalem Produkten der gleichen Art angeboten werden, so müssen diese so angeboten werden, dass ein Verwechsung ausgeschlossen ist. Deshalb gibt es auch keine losen Bio-Äpfel sondern auch nur in Tüten wenn es normale lose Äpfel gibt. Auch Bio-Gurken sind meist eingeschweißt und mit einem Aufkleber versehen. Du wirst also niemals in einem Supermarkt sowohl Bio als auch normale Gurken gleichzeit ohne jede Kennzeichung am Produkt finden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von grubenhirn
04.04.2016, 19:42

Verstehe! Eine sehr bedenkliche Praxis.

0

Die Antwort von Cokedose ist interessant und erklärt einiges.

Habe mal Bio-Zwiebeln in Netzen gesehen. Man könnte das doch auch
mit Bananen und Äpfeln und dem Rest machen? Vielleicht kann man auch Netze aus Maisstärke oder Hanffasern oder etwas anderem pflanzlichen herstellen?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von grubenhirn
07.04.2016, 11:02

Gute Idee.

Vielleicht schreibe ich die Produzenten oder Händler mal an, so dass sie die Alternative wenigstens mal überdenken.

1

Bio=nur ein bestimmter anteil des Lebensmittels ist Bio (ich glaub es müssen 17 prozent sein). Da zählt ne plastiktüte zum "nicht bio" teil.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Tokik
05.09.2016, 17:55

beim Bio-Produkt müssen es schon 95% Bio sein, mindestens. Das ist gesetzlich vorgeschrieben (außer die verpackung, die ist nicht geregelt). Das mit den 17% bezieht sich wsl. auf (bestimmte) Fairtrade-Waren, das ist aber wieder ein ganz anderer Bereich.

0

Was möchtest Du wissen?