Warum werden beim CT Kontrastmittel oral, rektal und iv gegeben?

... komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Hoffentlich hilft das:

Vor allen CT-Untersuchungen mit Kontrastmittel (iv, oral oder rektal) ist nur eine Nüchternheit 2 Stunden vor der Untersuchung notwendig, nicht länger!

1. Orales Kontrastmittel:

Bei der sogenannten positiven Kontrastierung des Magen-Darm-Traktes mit Kontrastmittel wird das Innere des Darmtraktes hell angefärbt. Es wird in der Regel wässeriges jodhaltiges Kontrastmittel verdünnt appliziert.

Dabei werden 20-25 ml Telebrix-Gastro auf einem halben Liter Wasser gegeben. Die Flüssigkeit, ca. 500 ml, sollte möglichst lauwarm etwa eine ¼ Stunde vor der Oberbauchuntersuchung getrunken werden.

Bei Untersuchung des Gesamtabdomens sollte am Abend vor der Untersuchung bei einer geplanten Untersuchung bis zum Mittag des Folgetages 1 Liter verdünntes Kontrastmittel mit der oben genannten Zubereitung getrunken werden.

Wenn die Untersuchung erst am Nachmittag oder Abend vorgesehen ist, kann die entsprechende Menge am Morgen des Untersuchungstages getrunken werden.

Vor der Gabe des jodhaltigen Kontrastmittels muss immer nach möglichen Schilddrüsenfunktionsstörungen gefragt werden!

Bei Unklarheiten wird alternativ die CT-Zubereitung eines bariumhaltigen Kontrastmittels verabreicht (Mikropaque-Zubereitung in der verdünnten CT-Konzentration).

Nicht bei jeder Abdomenuntersuchung wird allerdings dieses „positive“ orale Kontrastmittel gegeben. Geht es z. B. um die Darstellung der Nieren und der Harnwege oder auch zum die Darstellung abdomineller Gefäße ist eine Anfärbung des Gastrointestinaltraktes durch positives Kontrastmittel eher unerwünscht.

Deshalb sollte bei jeder Untersuchungsanmeldung so gut als möglich die genaue Fragestellung geklärt werden. Zur Klärung der Frage nach einer Fistel oder Anastomoseninsuffizienz ist grundsätzlich ein positives Kontrastmittel notwendig.

Zur Darstellung der Wandung des Magen-Darm-Traktes ist oft eine negative Kontrastierung mit Wasser sinnvoller, weil dann die Wand z. B. bezüglich der Dicke und Aufnahme des i.v. Kontrastmittels besser ohne Störung durch Hochkontrastartefakte beurteilt werden kann!

Wasser ist das ideale negative Kontrastmittel (Dunkle Anfärbung! des Lumens im Magen-Darm-Trakt). Nach forciertem Trinken ( ca 500 ml) direkt vor der Untersuchung und Buscopan-Gabe i.v. kann z. B. der Magen im Sinne einer sogenannten Hydro-CT gut beurteilt werden.

Beim CT Sellink wird eine wässrige Manitollösung als negatives Kontrastmittel verabreicht und bei der CT Kolonographie wird Luft als negatives Kontrastmittel verwendet (siehe entsprechende Untersuchungsprotokolle).

Auf die routinemäßige positive orale Kontrastierung kann bei unspezifischer Fragestellung in der Multislice-Spiral-CT-Technik auch durchaus verzichtet werden (jeweils Rücksprache mit dem befundenen Arzt).

Kontraindikationen für die Gabe oralen Kontrastmittels ist ein Ileus- oder Subileusbild. Kontraindikationen für die Gabe des wässerigen jodhaltigen Telebrix-Kontrastmittels sind Schilddrüsenfunktionsstörungen. Kontraindikation für das bariumhaltige Mikropaque ist der Verdacht auf eine mögliche Perforation oder Fistelbildung, sodass bei unklarem akuten Abdomen kein bariumhaltiges Kontrastmittel gegeben werden darf und auch nicht bei einer unmittelbar präoperativen CT!

2. Rektales Kontrastmittel:

Z. B. bei der Frage nach Fistelbildung oder Perforation (z. B. perforierte Sigmadivertikulitis?) bzw. Anastomoseninsuffizienz (Lekage) oder bei gewünschter detaillierter Darstellung der Dickdarmwandung kann die CT-Untersuchung nach rektaler KM-Gabe erfolgen.

Dabei werden 500-1000 ml Flüssigkeit rektal verabreicht. Es wird die wässerige KM-Lösung mit Telebrix-Gastro in gleicher Weise und in gleicher Konzentration vorbereitet wie für die orale Darmkontrastierung. Die Flüssigkeit sollte vor der Instillation körperwarm sein.

Vor der Untersuchung kann (muss aber nicht) eine Ampulle Buscopan i.v. verabreicht werden. Das Darmrohr wird mit Vaseline eingeschmiert und vorsichtig eingeführt. Nur in Ausnahmefällen kann ein geblocktes Darmrohr verwendet werden.

Nur bei eindeutiger absoluter Kontraindikation gegen jedwede Jodapplikation kann für die rektale KM-Gabe auch verdünntes Mikropaque in der üblichen CTZubereitung verwendet werden, nicht jedoch bei Verdacht auf Fistelbildung bzw.Perforation oder Anastomoseninsuffizienz!

Wenn es nicht um die Abklärung einerPerforation oder Lekage geht, kann auch negatives Kontrastmittel im Sinne von Wasser verwendet werden.

Nach der Untersuchung mit rektalem Kontrastmittel muss dem Patienten in Betreuung die Gelegenheit zur Entleerung gegeben werden. Vor jeder rektalen KM-Füllung muss der CT-Tisch mit einer wasserdichten Unterlage abgedeckt werden.

3. Retrograde Harnblasenkontrastierung:

Im Bedarfsfalle kann auch über einen Harnblasenkatheter eine retrograde Kontrastierung der Harnblase erfolgen. Hierzu kann über den Harnblasenkatheter eine ca. 1:5 bis 1:10 verdünnte Lösung mit i.v. Kontrastmittel und Kochsalz verwendet und unter aseptischen Kautelen installiert werden. Die Zubereitung und Injektion muss im Bereich der Harnblase (im Unterschied zur rektalen Kontrastierung) steril erfolgen!

4. i.v.-Kontrastmittel-Applikation:

Wir verwenden zurzeit i.v. Kontrastmittel mit 300 mg Jod pro ml für alle Untersuchungen außer für die Kardio-CT. Bei der Kardio-CT verwenden wir KM mit 370mg Jod/ml.

Das Kontrastmittel sollte bei der Injektion möglichst eine Temperatur nahe 37 Grad (körperwarm) haben, um die unangenehmen Nebenwirkungen bei schneller Injektion zu minimieren.

Das ist vor allem beim Kardio-CT extrem wichtig! Deshalb werden die als nächstes verwendeten KM-Flaschen im Wärmeschrank im CT-Raum gelagert.

Die Doppelkopfspritze (KM und NaCl-Kolben) wird arbeitstäglich mit neuen Kolben versehen. Die Kontrastmittelreste des Vortages müssen verworfen werden. Es sollte deshalb exakt geplant werden, um möglichst wenig Kontrastmittel verwerfen zu müssen!

Bei geplanten Untersuchungen unter Verwendung von i.v. KM sollte der dazugehörige Aufklärungsbogen der Praxis dem Patienten schon beim Betreten der Praxis ausgehändigt werden.

Der Patient sollte den Bogen soweit als möglich selbstständig ausfüllen. Danach erfolgt die Kontrolle und die Unterstützung der kompletten Ausfüllung durch die Assistentinnen.

Falls dabei relative Kontraindikationen auffallen, sollte seitens der CT-Assistentin das weitere Procedere gebahnt werden und mit dem CT-Arzt abgesprochen werden.

Dies betrifft insbesondere Schilddrüsenfunktionsstörungen bzw. den Verdacht auf Hyperthyreose und die Einnahme z. B. metforminhaltige Antidiabetiker und die Anamnese von Nierenfunktionsstörungen.

Das Einverständnis für die i.v. KM-Gabe wird letztlich beim Zugang legen unter Zeugenschaft des anwesenden Assistenzpersonals oder des Arztes auch nochmals mündlich eingeholt! Patient und Arzt sollten den Aufklärungsbogen unterschreiben!

Eine Erklärung häufiger Nebenwirkungen des Kontrastmittels sollte durch die CTAssistentin erfolgen (Geschmackssensation im Mund, Kältegefühl im Arm und Wärmeschwall im gesamten Körper). Es sollte im gleichen Zusammenhang auch das Atemkommando und seine Funktion für die Untersuchung erklärt und erläutert werden.

Der Patient muss von der Assistentin daraufhingewiesen werden, auf Hustenreiz, Niesreiz, Juckreiz oder Luftnot bzw. Schleimhautschwellungen oder Hautrötungen während und nach der Untersuchung zu achten. Die Informationen und Anweisungen sollten in einer Art und Weise geschehen, die den Patienten nicht unnötig beunruhigen.

Die Assistentin, die auf Anweisung des Arztes den i.v Zugang einbringen darf, ist berechtigt Einmalhandschuhe zu verwenden.

Bei einem Flow bis 2 ml/s können blaue Braunülen (22G) verwendet werden, bei 2-4 ml/s sollten rosa Braunülen (20G) verwendet werden, im „Notfall“ (bei sehr schlechten Venen) können bis zu einem Flow von 3 ml pro Sekunde die blauen Braunülen benutzt werden. Bei einem Flow von 5 und mehr ml pro Sekunde müssen grüne Braunülen (18G) verwendet werden! Die Injektionsmenge und –Geschwindigkeit ist in den Untersuchungsprotokollen angegeben.  

Der Einfachheit halber sollte immer ein NaCl Chaser-Bolus von 40ml verwendet werden. Diese relativ hohe Menge ist vor allem bei den angiographischen Protokollen sinnvoll.

i.v.-KM darf nicht über ein liegendes Portsystem verabreicht werden, da die Viskosität des Kontrastmittels das Portsystem verkleben kann. Über einen liegenden zentralvenösen Zugang kann im notwendigen Falle, wenn periphere Venen nicht auffindbar sind, i.v. verabreicht werden.

Weil manchmal mehrere schmale Lumina vorliegen, darf die Injektionsgeschwindigkeit 3 ml pro Sekunde nicht übersteigen! Es muss immer nach der i.v. KM-Gabe mindestens 10 ml Kochsalz nachgespült werden um das visköse Kontrastmittel aus dem Katheterschlauch zu eliminieren!

Die i.v.-KM-Gabe erfolgt in Abhängigkeit von Körpergewicht, um immer eine gleich gute Organkontrastierung, z. B. der Leber zu erzielen. Es werden für Abdomenuntersuchungen ca. 0,5 g Jod pro kg Körpergewicht appliziert. Insbesondere um bei einer möglichen KM-Budgetierung der Praxis auf der sicheren Seite zu sein, kann das gewichtadaptierte Volumen auch z.B. um 10% reduziert werden. Der untersuchende Arzt soll darüber jeweils entscheiden.

Für angiographische Protokolle und Untersuchungen des Schädels, des Thorax und des Halses werden ca. 300 mg Jod pro kg Körpergewicht appliziert ( - Die Pathologien kontrastieren hier überwiegend first pass bzw. arteriell - ).

Am Display der Doppelkopf-Kontrastspritze klebt eine Liste auf der das jeweilige KM-Volumen in Abhängigkeit vom Körpergewicht aufgeführt ist. Die verwendete Menge muss für den befundenden Arzt aufgeschrieben werden, damit sie im Diktat erwähnt werden kann.

Viele Grüße und alles Gute.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von helm1
22.01.2017, 18:47

hatte meine Frage nicht ganz richtig gestellt. Beim letzten CT wurde Kontrastmittel oral, rektal und iv  gegeben, also für eine CT alle drei Variationen und bei iv. wurde mit sehr viel Druck und Geschwindigkeit gearbeitet was sehr starke Schmerzen auslöste.

0

Was möchtest Du wissen?