Warum werden asoziale Soziolekte auf dem Schulhof nicht verboten?

7 Antworten

Ein Soziolekt kann per se nicht asozial sein - das ist ein semantisch-logischer Widerspruch.

Ansonsten ist neben der gruppenbildenden und -stärkenden (= sozialen) Funktion auch der spielerische Aspekt nicht zu unterschätzen. Stöbere mal ein wenig in dieser Seite - du wirst überrascht sein, wie farbig und kreativ Jugendsprache eben auch ist:

https://www.mundmische.de/

Übrigens ist auch unter sozialkritischen Aspekten Jugendsprache nicht automatisch niedriger und Standarddeutsch höher anzusiedeln: Unsere Politiker und Wirtschaftsbosse sprechen zum Beispiel fast alle ein ungefärbtes Hochdeutsch ...

Amtssprache in Deutschland ist Deutsch, und zwar Hochdeutsch. Diese armen Kinder versauen sich ja selbst die Aussicht auf einen Ausbildungsplatz. In den 80ern hatten wir auch unsere Jugendsprache, konnten aber noch mit unseren Eltern kommunizieren, ohne jeden Satz zweimal sagen zu müssen. Ich habe mich auch oft gefragt, warum sich deutsche Jugendliche an Dialekte anpassen, deren Herkunft sie nicht ansatzweise kennen. Wer Dialekte von Zuwanderern übernimmt, sollte sich auch für deren ursprüngliche Sprache und Kultur interessieren? Leider auch hier Fehlanzeige, scheinbar heisst diese Kunstsprache einfach "Youtuberisch", und ist ein Produkt abgedrehter krakelender Youtuber. Genau hier sollte man ansetzen, warum sollte es nicht auch Youtube Channels geben, die jungen Menschen nahebringen, wie sie ihre Meinung richtig zum Ausdruck bringen, statt nur shit zu laban ey?

Lass sie... die werden schon noch feststellen, dass man mit so nem Sprachfehler zwar nen Job als Müllmann kriegt, aber mit Sicherheit niemals Führungsperson wird.

Wie wolltest du das denn verbieten? Die Lehrer haben schon nicht im Griff, dass Schüler regelwidrig ihr Handy benutzen, Schneebälle werfen oder andere mobben... und jetzt sollen sie obendrein auch noch kontrollieren, welche Worte die Schüler benutzen?

Ich würde vorschlagen das mit Technik zu überwachen

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@ichbinlogik2002

Und dann? Brauchst du auch jemanden, der das abhört. Mal überlegen... Eine Schule mit 1000 Schülern, da kommen in 15min Pause mal eben 15.000min = 250h Gespräch zusammen. Wenn man von 8 Arbeitsstunden täglich ausgeht, müsstest du also für diese eine Schule 31 Leute anstellen, die das auswerten. Willst du das auch bezahlen? Wo sollen die Leute herkommen, in einem Land wo sich mittlerweile die "zivilisierten" Schulabgänger ihre Ausbildungsstelle aussuchen können, weil die Betriebe froh sind, wenn ein Bewerber geradeaus Deutsch spricht?

Nein, das ist schon gut so, wie es ist. Die Deppen, die den Wert einer adäquaten Artikulationsfähigkeit nicht erkennen, gucken bei der Jobwahl in die Röhre und sind daran selbst schuld.

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