Warum werden am Ende des Schuljahres nur noch Filme geguckt?

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10 Antworten

Ganz einfach: Weder Lehrer noch Schüler haben irgendwelche Motivation, sich NACH den Zeugnis-Konferenzen noch dem eigentlichen Unterricht zu widmen.

Nach wie vor finde ich das lustlose Verhalten der MEISTEN (!) Lehrer sträflich, unverantwortlich: Filme, Projekt-Tage, Wandertage, Frühstücken, Klassenräume säubern, Quiz............................

Das umso mehr, als ich armes Schwein "ordentlichen" Unterricht durchzuziehen versuche und Schüler durchaus Verständnis dafür haben, nicht aber so genannte "Kollegen".

pk

Auch wenn deine Antwort etwas frustiert und plakativ rüber kommt, ich zeichne sie als hilfreichste Antwort aus, da du mit ihr wie kein anderer den Finger in die Wunde legst.

Wir können in Deutschland nicht ewig von den Erfindungen und den Industrien unserer Vorväter zehren.

Und unsere Zukunft und unsere Kinder werden maßgeblich durch die Schule geprägt und gestaltet.

Wenn wir im positiven Sinne eine leistungsfähige und kreative Gesellschaft sein wollen, dann müssen wir raus aus der Komfortzone.

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Bei mir hieß es seit der 8. Klasse "nein, wir gehen jetzt nicht Eis essen / Film schauen, das macht ihr schon in jedem anderen Fach"... das sagte halt jeder Lehrer :D also ich hab seit Jahren bis zum Schluss Unterricht gehabt.
Ich könnte mir aber vorstellen, dass es einfach nichts bringt ein neues Thema anzufangen, wenn der Lehrplan durchgearbeitet ist. Man bekommt es nämlich in 2 Stunden nicht fertig und die Schüler haben es nach den Ferien so wie so vergessen und man kann von neuem anfangen. Ausserdem wechseln die Lehrer nach den Sommerferien meistens. Also bringt es in meinen Augen nicht so viel, irgendwas Neues anzufangen.
Ausserdem ist es ihn den Wochen vor den Sommerferien (komme aus Baden-Württemberg, habe also sehr spät Sommerferien) unerträglich heiß. Da kann man sich in einer nicht klimatisierten Schule mit riesigen Glasfenstern auch nicht mehr gut konzentrieren.

Das Problem an der Schule ist ja auch, dass es ein totales bürokratisches Stückwerk ist. "Was neues anfangen bringt nichts".

Na ja, wenn man im gleichen Fach Unterricht hat, sollte man behaupten, dass zwischen verschiedenen Themen ein inhaltlicher Zusammenhang besteht, auf dem man aufbauen kann.

"Was neues anfangen bringt nichts" ist die kleine Schwester von "Schule ist sc****e, wann sind Ferien". Wenn Schüler das sagen, okay, von Lehrern darf so was nicht kommen.

Schule sollte immer "was bringen", waum sonst da sein? Um sinnlos die Zeit totzuschlagen?

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Der Satz stammt von mir und ich bin keine Lehrerin.
Aber jeder ist froh, wenn am Ende vom Jahr nochmal Zeit ist, um alles zu wiederholen (wir schauen nämlich in der 11. Klasse keine Filme mehr).

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wir waren im Jahrgang immer die einzige Klasse, die bis zum Ende Unterricht gemacht hat, bei der einen Klassenlehrerin sogar am Tag wo es die Zeugnisse gibt.

Die Parallelklassen haben Filme geguckt usw.

Ich fand das auch immer blöd, nicht nur weil wir Stoff wiederholt haben oder evtl. schon was vorgegriffen haben, sondern weil man da so unnötig ist. Oft sind es ja auch keine lehrreichen Filme und selbst wenn, wir der Sinn dahinter nicht besprochen.

man hat nur gemerkt, dass bei meiner Klasse die Motivation auch nicht da war, immerhin gab es keine Noten mehr (nur bei ganz schlechtem Verhalten eine Änderung des Arbeitsverhältnis, zur Not noch im Eilbeschluss am Zeugnistag) Dass die Lehrer dann eins schlechtes Bild von einem bekommen war vielen total egal.

Es ist eben auch das Problem, dass die Motivation über die Noten geht. Es wird in der Schule zu wenig die Sinnfrage gestellt. Wofür lerne ich das eigentlich? Wenn einem das wirklich klar wird, dann gibt es auch wirkliche innere Motivation.

Und dann kann auch vernünftiger Unterricht bis zum Ende statt finden.

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@DomianFan

Richtig, eine absolute pädagogische Schieflage, fast schon ein Paradoxon, über die / das ich mich seit Jahrzehnten schwarz ärgere ! Siehe meine Antwort !

pk

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@paulklaus

das stimmt, wobei ich schon immer an das "höhere Ziel" Job gedacht habe, viele andere eben nicht. Heißt ja nicht, dass man sich deswegen tot arbeitet, aber alleine schon aus Respekt sollte man da ordentlich mitmachen. Das scheint ja aber gefühlt auch nicht mehr bei allen zur Erziehung dazu zu gehören und das sage ich als 22 Jährige...

Ok, warum ich mir dann noch weiter Geschichte antun musste war mir nicht immer klar, aber der Unterricht konnte eben nicht nur aus naturwissenschaftlichen Fächern bestehen... ;)

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Wie wäre es mit etwas Praxis im Lehrberuf?
Ich denke, es ist unangebracht, ohne eigene Erfahrung in dem Beruf nur von sehr selektiven Eindrücken durch die eigenen Kinder ein derartiges Urteil zu fällen.

Und werden Ärzte nicht noch besser bezahlt?
Ja, aber sie üben einen komplett anderen Beruf mit einer anderen Verantwortung aus.

Diesen Anspruch hat der Lehrberuf genauso.

Am Ende beschweren sich noch Eltern, dass ihr Kind am letzten Schultag zu müde ist, um in den Urlaub zu fliegen... Just sayin'...

Fakt ist doch, dass in der Schule auch pädagogisch gearbeitet wird. In meiner Schulzeit fand ich gerade diese letzte Woche vor den Sommerferien am schönsten, da wird das Gefühl vermittelt, dass man richtig etwas geleistet hat und jetzt lockerer sein darf.
Ich verstehe nicht ganz dein Problem damit, betrifft dich ja nicht unmittelbar. Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und sage, dass die Kinder diese eine Woche sehr genießen.

In manchen Fächern kann man das Fach noch miteinbeziehen, z.b. in Chemie kann man super Wunderversuche machen (Feuerbälle und Explosionen sind immer beliebt xD), in Franze macht man ein französisches Essen mit Crêpes Und Baguette, in Englisch übersetzt man sinnbefreite Liedtexte von Liedern aus den aktuellen Charts...

Sowas ist in Fächern wie SoWi schon schwieriger, aber das heißt ja nicht dass man seinen superstrengen SoWi-Lehrer nicht mal von seiner lockeren Seite sehen darf.

Bin ganz deiner Meinung 👍

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Du musst bis zum letzten Tag zur Schule wegen der Schulpflicht. Wenn der vorgegebene Stoff durch ist, macht man das eben. Ist doch schön und es läutet deine Ferien ein.

Ich denke mal Steuern werden für viel unsinnigeres Zeug verballert.

Das Problem an der Schule ist, dass "vorgegebener Stoff" durchgearbeitet wird.

Deshalb herrscht von Lehrerseite manchmal und von Schülerseite sehr oft keine richtige Beziehung zu dem, was da gemacht wird.

Aber gerade wenn der Lehrer nicht aus Überzeugung für das brennt, was er da vermitteln will, dann lernen die Schüler auch nichts.

Und jemand vermittelt keine Begeisterung, wenn er vermittelt: So, jetzt ist der Scheiß abgehakt, jetzt gehen wir Eis essen, wahlweise Filme gucken oder wenn es die letzte Stunde ist, lassen wir sie ausfallen.

Auch wenn es die Schüler nervt, letztendlich werden sie den Lehrer am Meisten ernst nehmen, der das Standing hat, seinen Unterricht durchzuziehen, selbst wenn manche Schüler schon durchhängen.

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Ja. Im Grunde richtig. Gerade in der heutigen Zeit werden junge Menschen immer aufständischer. Da braucht es kurze Zügel um die zu dominieren. Andere wiederum mögen solche Lehrer, weil sie eine Identifikationsfigur suchen, wenn Papa oder Mama Ar....Löcher sind. Aber unmotivierte Lehrer erschaffen unmotivierte Schüler, da hast du echt recht.

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Die letzten Tage vor Ferienbeginn sind doch die Kinder/Schüler sowieso schon gedanklich abwesend; es macht doch keinen Sinn, so zu tun, als ob es anders wäre. Die Schüler sind schon wochenlange "ferienreif" und müssen die letzten Tage irgendwie absitzen.

Als ich noch im Schuldienst war, gab es dann immer irgendwelche Projekte, Exkursionen und Ausflüge, in praktischen Unterrichtsgegenständen abschließende Arbeiten. Oftmals waren solche Projekte arbeitsaufwändiger als der Unterricht während des Jahres.

Es steht Jeder/m frei, den Lehrerberuf zu wählen, wenn er meint, Lehrer "schieben eine ruhige Kugel" für gutes Geld.

Sicherlich sind manche Kinder zu einer gewissern Zeit "ferienreif". Das kann einmal an realer Erschöpfung liegen, die sich während des Schuljahres angereichert hat.

Und es kann daran liegen, dass in der Schule zum Ende eine Arbeitsatmosphäre herrscht nach dem Motto "sind eh bald Ferien, Unterricht findet nicht mehr statt". Klar, werden die Kinder da unruhig, denn sinnlos die Zeit totschlagen und "absitzen" erschöpft noch mehr als reales Arbeiten.

Würde während der Zeit vernünftiger Unterricht statt finden, würde sich die Ferienreife, die auf das Konto letzteren Punkts geht, gar nicht einstellen.

Wer hat schon Bock, "abzusitzen"? Und da ist sicherlich nicht nur die Einstellung der Schüler Schuld, sondern auch die mancher Lehrer.

Es mag sein, dass an deiner Schule in dieser Zeit des Schuljahres gute Projekte gemacht wurden. Leider war das an meiner nicht so und von vielen anderen Kindern, die jetzt zur Schule gehen, höre ich das gleiche.

Ich bestreite nicht, dass der Lehrerberuf ein anspruchsvoller Beruf ist, der oft hart ist und der eine Menge Respekt verdient.

Nur ist eben die Auslegung dessen, was Engagement heißt, sehr unterschiedlich. Und Lehrer die nachlässig und faul sein möchten, kommen damit leider in diesem System durch.

Umso mehr bewundere ich und schätze, die Vollblutpädagogen, die für ihren Beruf brennen. Leider gibt es heutzutage immer weniger von der Sorte.

Man studiert Lehramt, weil man "was mit Sprachen machen will". Rein Germanistik ist zu unsicher, macht man Lehramt. Gutes Geld, sicherer Job. Diese Kandidaten sind dann leider oft später die schlechten Lehrer, weil ihre Berufswahl eine Verlegenheitsentscheidung war.

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Als Schüler kann ich dir sagen, dass man schon zu 99% auf Ferien eingestellt ist und kein Schüler (es gibt sicherlich Ausnahmen) noch ansatzweise Motivation hat und das zeigen die meisten auch sehr. Und letztendlich ist es bei jedem Lehrer auch anders. Bei uns schauen auch welche einen Film zum passenden Thema, einige eben nicht.

Also ich gehe noch zur Schule und finde das sehr gut. Ich mach nächstes Jahr mein Abi und deshalb war das ganze Jahr sehr stressig, da war diese Enspannte Zeit extrem erleichternd. Vor allem, weil man dann Zeit hat, sich die Sachen, die man nicht so gut konnte nochmal anzuschauen, da man endlich nichts mehr für die Schule erledigen muss in einem absehbaren Zeitraum. So kann man Lücken direkt schließen. Im Unterricht könnte der Lehrer nicht auf jeden einzeln eingehen und bestimmte Fragen haben unsere Lehrer zumindest beantwortet, wenn man noch welche hatte.

Im Grunde genommenn ist es doch ein Irsinn, möglichst viel Stoff stressig durchzupeitschen und dann 20 % des Schuljahres die Schüler nur noch vor Filmen ruhig zu stellen.

Es geht mir nicht darum, dass "Stress" gemacht werden soll oder dass es "entspannt" sein soll.

Es geht mir darum, dass durchgängig die Schule und der Schulunterricht eine ernstzunehmende Versanstaltung ist, die die Schüler voran bringt und bereichert. 

Und das finanzielle: Steuergeld merkt man nicht so. Aber stell dir mal vor, der Handwerker sagt zu dir: Morgen habe ich Urlaub, deshalb mache ich Ihren Abfluss nicht mehr. Die Rechnung müssen Sie aber trotzdem bezahlen, ist ja noch kein Urlaub.

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20% stimmt nicht, 2 - 4 Wochen sind es. Und was soll man machen, wenn man mit dem Stoff durch ist?^^

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@ScoreMagnet

"Mit dem Stoff durch" ist das Problem. Die Schule ist das Abhaken von irgendwelchen bürokratischen Vorgaben.

Ein Lehrer, der für sein Fach brennt, der wird nie "mit dem Stoff durch" sein, weil er weiß, dass das, was er beibringt so wichtig ist, dass die Schüler nie genug lernen können, selbst wenn "die Noten schon feststehen".

Wenn man sich als Lehrer klar macht, dass in unserer globalisierten Welt für unsere Jugend es so wichtig ist, Englisch perfekt zu beherrschen, dann wird man nicht 4 Wochen lang den Unterricht schleifen lasssen.

Wenn der Mathe-oder Physiklehrer sich bewusst ist, dass unser ganzer Wohlstand in Deutschland maßgeblich von unserer Ingenieurskunst und dem Maschinenbau abhängig ist, dann wird er durchunterrichten.

Usw.

Bei mir in der Schule waren jedoch leider nur ca. 50 % solche Überzeugungstäter.

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@DomianFan

Obwohl ich sehr gut im englischen bin, habe ich eine schlechte Note in Englisch gehabt. Ich wusste nämlich, dass die Vokabeln so ziemlich falsch sind, da diese entweder Wörter ableiten oder in sehr, seltenen Situationen benutzt werden und bei der hauptsächliche Situation das Wort eine andere Bedeutung hat und ich wollte mir es nicht falsch merken. 

Zumindest in Englisch kann man immer lernen. Selbst, wenn es nur 19. Jahrhundert Englisch ist, z.B. "awry." (= schief, falsch), lohnt es sich zu wissen, was es bedeutet, da es z.B. in alten Geschichtsbüchern benutzt wird oder in fiktive Bücher die in Mittelalter spielen (ich hab eins z.B.)

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Wir haben in Physik schon mit Stoff von nächsten Jahr begonnen. Und was bringt das? Wir machen das selbe nächstes Jahr sowieso.

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Wiederholung sollte man selbstständig machen, das ist nicht Aufgabe der Schule.

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@ScoreMagnet

Widerholung heißt ja nicht stumpf wiederholen.

Glaubst du, dass die Schüler ein Thema wirklich durchdrungen haben, wenn sie es einmal einigermaßen in der Arbeit "erbrochen" haben und dann sich damit nicht mehr beschäftigen?

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Also, ich schon.

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Manche Lehrer wissen das sie bald gehen und haben ihre Noten bereit, etc.

Ich denke weil die Lehrer einfach auch keine Lust mehr haben die letzten Tage noch Unterricht durch zu ziehen und machen es lieber entspannt . :D

Oder weil die meisten eh in den letzten Tagen kein Bock mehr haben :D

Ja, das mag so sein. Ist von beiden Seiten, besonders von den Lehrern, die doch vom Staat recht anständig bezahlt werden, eine ziemlich impotente Einstellung.

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