Warum werden Abtreibungen so kritisch gesehen?

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9 Antworten

Ganz ehrlich lieber ein bisschen zellschrott aus dem Körper entfernen, als ein Kind groß zu ziehen, was man vielleicht eigentlich gar nicht will. Eine Ausbildung abbrechen und dem Kind (unbewusst) die Schuld für ein misslungenes Leben mitgeben.

Oder ein Kind abgeben. Klar eine Adoption kann sehr gut enden, aber ich glaube das führt auch zu einer Menge Probleme.

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Viele sehen es als moralisch verwerflich an, da sie denken es wäre Mord. Meiner Meinung nach ist das ebenfalls Quatsch aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

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Hallo

Ich sehe das anders.

Es geht ja nicht darum, ob es genug Menschen hat, ob man eh stirbt oder Schmerzen haben oder sündigen wird.

Fakt ist doch, dass eine Frau (ungewollt) schwanger wird und aus unterschiedlichen Gründen sich für eine Abtreibung entscheidet (alleinerziehend, kein Geld, Familienplanung abgeschlossen, überfordert, zu jung, in Schule/Ausbildung/Studium, Vergewaltigung, Behinderung des Kindes etc.).

Es gibt halt Menschen, die sind gegen Abtreibung und solche, die der Frau diese Wahl lassen. Einig werden sich diese beiden Gruppen nie.

Freundlichen Gruss

tm

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Kommentar von Kenfmisttoll
08.06.2016, 17:53

"Es geht ja nicht darum, ob es genug Menschen hat, ob man eh stirbt oder Schmerzen haben oder sündigen wird."

Nun,  warum gibt es Abtreibungen? Würden Frauen immernoch abtreiben, wenn es genug Geld gäbe,für alle? Würden Frauen auch in einer Gesellschaft abtreiben, in der es keine Zwänge gäbe, die dazu führen, dass man abtreiben muss, um eben Studium/Karriere/Ausbildung zu ende zu machen, weil man ohne um seine Existens fürchten muss?

Selbst zu jung ist ein Symptom einer gescheiterten Sexualerziehung bzw schlechten Erziehung allgemein

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Kommentar von anaandmia
08.06.2016, 21:01

Es gibt Frauen die haben Geld, keine Zwänge im Beruf usw. und treiben trotzdem ab.

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"Seh ich das falsch?"

1. Ja, wenigstens wenn es gleichzeitig deine Absicht sein sollte, keine Einstellungen zu haben, die im Widerspruch zur Menschenwürde und Art. 1 Abs. 1 GG stehen. Denn:

"Es gibt genug Menschen, und für die Menschheit sind weniger Kinder
besser als mehr Kinder, da Überbevölkerung. Das Baby würde früher oder
später eh sterben und ob man mit 0 Jahren,10 Jahren,20 Jahren oder 90
Jahren stirbt ist streng genommen auch egal.Selbst die Frage, ob das
Kind schmerzen hat sollte egal sein, da es nichts ist, gegen die
Schmerzen, die es später mal haben wird."

damit degradierst du die Menschen zu Sachen, von denen man halt eine gewisse Anzahl haben sollte, wenn man zu wenige hat, produziert man mehr, wenn man zu viele hat, dann wirft man sie halt weg bzw. vernichtet sie.

Menschenwürde beinhaltet aber gerade auch, dass das Lebensrecht eines Menschen gerade nicht davon abhängt, ob er bei einer Kosten-Nutzen-Rechnung positiv oder negativ wegkommt z.b. für die Gemeinschaft oder den Staat. Menschenwürde und der demi verbundene Kern der Menschenrechte gibt es völlig ohne Haken ohne jede Einschränkung für schlicht jeden Menschen (*).

2. Ja, ein wenig in einer mehr persönlichen Sichtweise; denn du postulierst ja, dass wenn es zu viele Menschen gibt, dass dann irgendein Dritter (z.b. du hier)  darüber befinden darf, dass es nach bestimmten vom Dritten SELBST festgelegten Kriterien besser sei, dass bestimmte Menschen sterben und dass damit quasi legitim ist;

ferner postulierst du, dass es aktuell und/oder in naher Zukunft zu viele Menschen gäbe; (**)

merkst du es? Du hast damit quasi unbekannten Dritten zugebilligt, dass sie legitim über dein Leben entscheiden und anhand ihrer eigenen Kriterien, die sie nicht mal gegenüber dir rechtfertigen müssen, den Daumen heben oder senken dürfen

Es ist zwar kein logischer Denkfehler, wenn man eine Philosophie befürwortet, die Dritten moralisch das Recht zubilligt, einem selbst, OHNE DASS MAN EIN WÖRTCHEN MITZUREDEN HÄTTE, das Leben absprechen dürfen und es dann vielleicht moralisch gesehen sogar umsetzen dürften; aber meiner Vermutung nach ist es ein Indiz, dass man vielleicht nochmal genau nachdenken sollte.

(*) Ist der einzige Ansatzpunkt für eine Befürwortung von Bevölkerungsreduktion durch Abtreibung ohne gleich die komplette Grundordnung der BRD und der meisten möglicherweise zivilisierten Länder (***) über Bord zu werfen, nämlich indem man davon ausgeht, bei ungeborenen Menschen handele es sich nicht um Menschen; aber da du davon auszugehen scheinst, es handele sich um Menschen, sag ich mal nichts dazu.

(**) Ich bestreite die Behauptung einfach mal und biete als Beweis an, dass es keine anständigen Menschen gibt, die diese Behauptung ernst meinen; denn gäbe es zu viele Menschen und wäre eine Reduktion dadurch moralisch geboten, würden anständige Menschen selbstverständlich mit der Menschenreduktion anfangen, die sie ohne Gesetzesbruch und ohne Verletzung Dritter durchführen können, also bei sich selbst; da sich jeder anständige Mensch somit in Erkenntnis dieser Behauptung umbringen muss, gibt es keine anständigen Menschen, die diese Behauptung ernst meinen; wer diese Behauptung trotzdem aufstellt, ist entweder nicht anständig oder meint sie nicht ernst; da ich versuche niemanden ungerechtfertigt zu unterstellen, nicht anständig zu sein, ist somit davon auszugehen, dass niemand diese Behauptung WIRKLICH ernst meint

(***) Nein, ich behaupte nicht, dass die BRD zwingend ein zivilisiertes Land ist oder dass es tatsächlich zivilisierte Länder gibt, will es aber auch beides nicht ausschließen

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Kommentar von Kenfmisttoll
08.06.2016, 17:44

Moment, ein Fötus lebt noch nicht richitg. Bis zur 12.Woche hat es weder Persönlichkeit noch Schmerzempfinden (laut WIkipedia).

Es wüsste also , anders als ich, nicht, dass es überhaupt lebt/leben könnte und würde einfach in den Zustand zurückgebracht, in dem vor der Befruchtung war(nach naturalistischen Weltbild nichts). Es kann auch eben anders als ich nicht mitreden.

Ich gebe dir aber recht, dass ich damit legitimiere, dass man mich als Fötus abtreiben hätte können. Dies wäre ja aber nicht weiter schlimm gewesen,da ich damals nicht gewusst habe, dass ich lebe

"damit degradierst du die Menschen zu Sachen, von denen man halt eine

gewisse Anzahl haben sollte, wenn man zu wenige hat, produziert man
mehr, wenn man zu viele hat, dann wirft man sie halt weg bzw. vernichtet
sie.

Menschenwürde beinhaltet aber gerade auch, dass das Lebensrecht eines
Menschen gerade nicht davon abhängt, ob er bei einer
Kosten-Nutzen-Rechnung positiv oder negativ wegkommt z.b. für die
Gemeinschaft oder den Staat. Menschenwürde und der demi verbundene Kern
der Menschenrechte gibt es völlig ohne Haken ohne jede Einschränkung für
schlicht jeden Menschen (*)."

Das sehe ich anders. Ich meine, dass man gerade wegen der Menschenwürde eben nicht Kinder zur Welt bringen soll, obwohl man sie nicht haben will und sie so zu einer Last zu degradieren.Auch finde ich, dass die lebenden Kinder vorrang haben, anstatt jetzt noch ein Kind, dass irgendwie ohne liebende Eltern warhscheinlich adoptiert werden muss/im Heim zu leben hat, zu forcieren.

Außerdem, wer hält sich an die Menschenwürde? Sowas hält man sich gerne auf die Stirn, aber wenn es mal wieder um die nächste Intervention handelt, bei der man wieder paar tausend Zivilisten bomben wird, sind diese Menschenwürde, auf die man sich so gern beruft, plötzlich nicht mehr zu wichtig. Und wenn es um billige Kleidung oder Nahrung geht, ist menschenwürdige Arbeit auch nicht mehr so wichtig, zumindest nicht wichtiger als der Profit.Na gut nur, dass mann die Kinderarbeiter nicht abgetrieben hat.

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Kommentar von anaandmia
08.06.2016, 19:58

Ist der Tod eines Kindes keine Konsequenz ?

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Abtreibungen werden "kritisch" gesehen, weil sie zusammenhängen mit Sexualität, Rolle der Frau in der Gesellschaft, Religion. Irgendwo lungert immer noch in vielen Hinterköpfen herum: Sexualität = pfui, nur zulässig um der Fortpflanzung willen, Frauen seien da um Kinder zu gebären und sich für andere aufzuopfern, "Gott" sei bei jeder Zeugung dabei und schaffe das Leben. Es sei daher "Sünde", dieses "Geschenk Gottes" abzulehnen.

Und weil einige Leute meinen, alle andern müssten das auch so sehen und sich ihrer "Moral" unterwerfen.

Ich glaube weder an einen Himmel noch an eine Hölle, aber es gibt Glaubensrichtungen, die gehen davon aus, dass abgestorbene Embryonen und Föten nicht direkt in den Himmel, sondern in den Limbus ("Vorhölle") kommen, da sie nicht getauft sind. Erst 2007 wurde das von der kath. Kirche offiziell geändert: "Am 20. April 2007 (AP) genehmigte Papst Benedikt XVI. die Ergebnisse der Internationalen Theologenkommission und ermöglichte damit die Abwertung der Lehre von limbus puerorum zu einer älteren theologischen Meinung, die nicht vom kirchlichen Lehramt unterstützt wird. Erzbischof Roland Minnerath, erläuterte die Entscheidung: Die Theologen im Vatikan seien zu der Auffassung gelangt, dass kleine Kinder, die nicht getauft sind und sterben, direkt ins Paradies kämen. ... Der Limbus gehöre nicht zur Glaubenslehre der katholischen Kirche, er bliebe jedoch eine Theorie, die die Kirche nicht verurteile und ihren Angehörigen zubillige." (Quelle: Wikipedia)

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Konsequenter Weise müsste es Eltern mit dieser Begründung auch erlaubt sein, ihre geborenen Kinder wieder zu beseitigen, wenn sie ihnen lästig sind oder nicht gefallen (geht durchaus schmerzfrei).

Solange man etwas noch nicht gesehen hat, fällt der Verzicht darauf halt wesentlich leichter. Das ist so ähnlich wie beim Verzehr von Fleisch: Würden wir die Viecher vorher kennen und müssten sie selbst schlachten, gäbe es sicher noch viel mehr Vegetarier.

Für mich (unreligiös) ist eine Abtreibung mit der Weigerung vergleichbar, die Schulden aus einem verlorenen Glücksspiel oder einer Wette zu begleichen.

Übrigens: Wer meint, dass die Erde überbevölkert ist, kann sie ja auch durchaus von sich selbst befreien. Aber mit der Konsequenz ist es halt so eine Sache (siehe oben)!

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Kommentar von isebise50
08.06.2016, 12:08

Nun, ich stimme dir größtenteils zu.

Aber ist das Austragen eines Fötus und Leben mit einem Kind die "Ehrenschuld", die die Frau für ihren Leichtsinn, ihre Naivität, ihre Unkenntnis, ihre finanzielle Notlage, ihre schlechte Verhütungsmittel- bzw. Partnerwahl (oder verstorbenen Partner) oder einfach für ihr Pech begleichen muss?

Wem ist damit geholfen, wer fühlt sich dadurch besser - die Frau, das Kind, die Gesellschaft oder du?

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Kommentar von Kenfmisttoll
08.06.2016, 17:31

"Konsequenter Weise müsste es Eltern mit dieser Begründung auch erlaubt sein, ihre geborenen Kinder wieder zu beseitigen, wenn sie ihnen lästig sind oder nicht gefallen (geht durchaus schmerzfrei). "

Jain, sie hatten ja ihre Chance schon bei der Abtreibung.

"Solange man etwas noch nicht gesehen hat, fällt der Verzicht darauf halt
wesentlich leichter. Das ist so ähnlich wie beim Verzehr von Fleisch:
Würden wir die Viecher vorher kennen und müssten sie selbst schlachten,
gäbe es sicher noch viel mehr Vegetarier."

Unsere Vorfahren haben auch das Fleisch selber jagen müssen und es trotzdem gegessen. Ich gebe dir trotzdem hier teilweiße recht.

"Übrigens: Wer meint, dass die Erde überbevölkert ist, kann sie ja auch
durchaus von sich selbst befreien. Aber mit der Konsequenz ist es halt
so eine Sache (siehe oben)!"

Warum "meinen" ? Wir sind mit der jetzigen Anzahl an Menschen schon völlig überfordert. Es klappt nunmal nicht, für die jetzt lebenden Menschen gut zu sorgen. Daher kann man mmn von einer Überbevölkerung reden.

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Dann wäre es ja auch egal ob man geborene Menschen töten würde. Und so wie du sagst ja sogar besser wegen Überbevölkerung. ;)

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Kommentar von Kenfmisttoll
07.06.2016, 23:55

Jain. Erstens kommen geborene Menschen, die man tötet, laut Religion nicht 100% in den Himmel.

Zweitens könnte eine Gesellschaft nicht funktionieren,wenn jeder sich gegenseitig umbringt. .Das gilt aber nicht für Abtreibungen.

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Kommentar von anaandmia
07.06.2016, 23:58

Was ? Wie sollte eine Gesellschaft funktionieren wenn jeder abtreibt?

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Kommentar von anaandmia
08.06.2016, 00:08

Das ist mir durchaus bewusst aber du hast geschrieben: " ...könnte eine Gesellschaft nicht funktionieren, wenn JEDER sich gegenseitig umbringt. Das gilt aber nicht für Abtreibungen.

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Ich kann dir nur meinen persönlichen Standpunkt sagen:
Ich bin der Meinung, dass jeder der Sex haben kann auch verhüten kann! Desweitern bin ich der meinung, dass jeder der Sex haben kann auch mit evtl. Konsequenzen leben muss.
Ich hatte früher nie etwas gegen abtreibungen bis ich mich mit diesem Thema auseinander gesetzt habe. Und jetzt bin ich der meinung das es Mord ist und ich es nicht in Ordnung finde außer eine Frau wurde vergewaltigt etc.
Aber wie gesagt das ist einfach nur meine persönliche Einstellung!
Deine Argumentation mit "früher oder später hat jeder schmerzen, stirbt jeder etc. finde ich haltlos. Dann müsste ja auch Mord, Körperverletzung etc. erlaubt sein.
LG

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Kommentar von Kenfmisttoll
08.06.2016, 00:01

Verhütung hat keinen 100% Schutzt. Mord und Körperverletzung müssen, mal abgesehen von moralischen Argumenten, verboten sein, damit die Gesellschaft funktioniert. Dies ist bei Abtreibung nicht der Fall.

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Kommentar von anaandmia
08.06.2016, 00:03

Ich habe dir meinen PERSÖNLICHEN Standpunkt erklärt. Jeder hat seine Einstellung dazu und das ist auch gut so !

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Kommentar von anaandmia
08.06.2016, 00:09

Nein im Gegenteil :)

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Kommentar von isebise50
08.06.2016, 11:58

Desweitern bin ich der meinung, dass jeder der Sex haben kann auch mit evtl. Konsequenzen leben muss.

Ist ein ungeplante Schwangerschaft oder ein ungewolltes Kinds die Suppe, die die Frau zur Strafe für ihren Leichtsinn, ihre Naivität, ihre

Unkenntnis, ihre finanzielle Notlage, ihre schlechte Verhütungsmittel- bzw. Partnerwahl (oder verstorbenen Partner) oder einfach für ihr Pech gefälligst auslöffeln muss?

Wem ist damit geholfen, wer fühlt sich dadurch besser - die Frau, das Kind, die Gesellschaft oder du?

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Muss jeder für sich selbst entscheiden, ich würde es dennoch niemals tun. Wer zu blöd ist zu verhüten, der sollte mit den Konsequenzen leben. 

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Kommentar von Mewchen
07.06.2016, 23:52

Ein Kind sollte nicht als Strafe dienen. Und bei einer Abtreibung hat man auch Konsequenzen zu tragen, nur eben nicht die, die viele Abtreibungsgegner gerne hätten.

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Kommentar von anaandmia
07.06.2016, 23:56

Ich bin ganz deiner Meinung Sole03 ! Bei einer Abtreibung trägt das Kind die größten Konsequenzen, denn es stirbt. Die Mutter hat sich auf Kosten ihres Kindes für die für sie leichtere Variante entschieden. Tut mir leid aber so ist es in meinen Augen. Aber es ist jedem die seine Entscheidung !

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Kommentar von Thomas414
08.06.2016, 00:03

Kein Verhütungsmittel ist zu 100% sicher .

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Kommentar von anaandmia
08.06.2016, 00:06

Nein, dass ist es nicht aber keine Abtreibung zu machen heißt nicht gleich das Kind zu behalten ! Und klar kann man jetzt anfangen mit den "Bösen Kinderheim Geschichten" allerdings wird man dann nie fertig. Jeder hat seine Meinung dazu - Ende !

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