Warum werde ich in Deutschland als Ausländer immer wieder mit Aussagen wie "Was machst du hier, Geh zurück" konfrontiert?

20 Antworten

Das hat m. M. verschiedenartige Ursachen.

Das liegt v. a. an einer gewissen Verklemmung vieler (un- und halbgebildeter) deutscher Mitbürger.

Denn diese selbst werden von der Politik immer wieder angehalten, wegen von ihren deutschen Landsleuten in der Vergangenheit begangenen Verbrechen vor fremden Mächten zu kuschen (Israel, USA, Polen u. a.). Das führt zu Ressentiments bis hin zu Hass gegenüber allem Ausländischen.

Das liegt auch daran, dass Deutsche mit die mächtigste Gruppe von Touristen in und außerhalb Europas sind und sich daran gewöhnt haben, dass z. B. im Mittelmeerraum so ziemlich überall Deutsch gesprochen wird (aber andersrum kaum ein Deutscher eine Fremdsprache richtig kann). Weiter hat das damit zu tun, dass das "Wirtschaftswunder" in den 50-er Jahren v. a. von Fremd- und Gastarbeitern und durch deren Ausbeutung bewirkt wurde. Man hat sich auch oft daran "gewöhnt", dass das Ausland für Deutschland da zu sein habe und nicht umgekehrt. Essen geht man am liebsten zum Griechen, man fährt inzwischen sehr gern asiatische Autos, die Sprache wimmelt von Anglismen, der Vietnamese an der Ecke hat die frischesten Obst- und Gemüseprodukte, Fashion kommt aus Italien, man fliegt zum Weihnachtseinkauf nach New York, die besten Informatiker kommen aus Indien, die beste Mittagsversorgung nach Hause bietet der Türke, usw. usf. Aber wehe, die stehen einem dann mal persönlich vor der Nase und haben auch ihre Forderungen und Wünsche!!

Auch eine Rolle spielen die Verbände der "Heimatvertriebenen", die sich nach wie vor nicht an die Nachkriegsregelungen gewöhnen können. 

Eine Rolle spielt auch das deutlich deutsch-abendländische Überlegenheitsgefühl gegenüber anderen Völkern und Staaten, das auf tatsächlichen Errungenschaften in Wissenschaft und Technik aufbaut. 

Damit entwickelte sich eine gewissen nationale Überheblichkeit, die ganz schnell wieder in Herrenmenschendenken und Rassismus übergeleitet werden kann und schon wird (siehe so einige Aussprüche von NPD, AfD u. a. "Heimatliebenden" in jüngster Zeit).

Das liegt auch an einem deutlich ausgeprägten Besitzstandsdenken. Es könnte ja jemand einem Deutschen in Deutschland etwas wegnehmen. Neulich hatte ich eine Diskussion, nach der mein Gesprächspartner erklärte, dass er als Hartz IV-Empfänger kein Verständnis dafür habe, dass ein Asylant (Antrag genehmigt) mehr an sozialen Leistungen bekomme als er selbst und seine Kinder (was gar nicht stimmt, aber eben zur Stimmungsmache gehört).

Also Du siehst, es gibt dafür vielschichtige Gründe.

Allerdings ist es auch so, dass man in vielen Kreisen der deutschen Bevölkerung immer mehr gesund denkende Menschen antrifft, die sich gegen diese Feindseligkeit gegenüber allem Ausländischen stellen.

Womit ich eigentlich immer zuerst anfange in dieser Aufzählung und was ich hier komplett vergessen habe, ist die Tatsache, dass in der überheblichen Argumentation für das "christlich geprägte" Abendland mit seiner ominösen "Leitkultur" hier in Deutschland, der vor allem viele, von der Unfehlbarkeit ihrer Religion und ihres Gottes überzeugten Anhänger des Christentums folgen, nicht viel Raum für fremde Religionen und Kulturen bleibt!

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hm...habe ich bei Personen mit asiatischem Erscheinungsbild bisher vergleichsweise seltener mitbekommen, als beispielsweise bei Personen polnischer, russischer oder türkischer Abstammung/Herkunft.

Ja, leider gibt es solche Äußerungen auf den Straßen, die Gründe dafür sind vielfältig. Letztenendes sind darunter viele verdeckte Ängste oder schlechte Erfahrungen von anderen und weiter andere die sich von diesen Menschen wiederrum in ihrer Meinung beeinflussen lassen.

Man darf aber eben auch nicht verblenden dass es wie bei üblichen Meinungsverschiedenheiten teilweise große Differenzen zwischen den verschiedenen Kulturen geben kann, was alles bis hierhin okay und ich finde von jedem zu akzeptieren ist. Problematisch wird es allerdings wenn jene darauf pochen "ihre sei die alleinige richtige Ansicht", anderen zu nahe treten oder sich Machtkämpfe (oftmals schon in Schulen unter dem normalen Heranwachsen bilden und dadurch solche Persönlichkeiten weiter formen).

Man darf sich davon nicht beeinflussen lassen. Es gibt ÜBERALL auf der Welt Menschen, die andere Menschen angreifen, beleidigen, verfolgen, Schaden zufügen. Bestimmt Länder in denen ist das weitaus schlimmer als hier. Man darf auch die Pressefreiheit hierbei nicht ignorieren, die hat viel damit zu tun.

Ich bin nach wie vor der Meinung, und bleibe dieser treu, wer sympathisch auf andere zugeht und sich respektvoll und höflich verhält wird auch so behandelt. zumindest im weitesten Rahmen was den Umgang mit Menschen anderer Kultur betrifft.

Viele aber (darunter auch die welche nicht von hier sind oder anderer Abstammung sind) verhalten sich durch diese Ansicht oder weil sie es durch die Medien so erfahren automatisch so weil sie sich in den Strudel geraten sehen und merken garnicht wie sie eigentlich auftreten und projezieren es nur darauf. In wirklichkeit aber pöbeln sie dann vielleicht oder verhalten sich anderweitig nicht okay.

Beobachte einfach mal. ich bin sicher du wirst es merken :)

natürlich gibt es genauso unbedachte beleidigende Äußerungen von Personen die einfach mitziehen, irgendwas hören oder einfach dumm sind und nicht überlegen was sie damit anrichten..seien es nur Worte im Vorbeigehen, aber da muss man einfach drüber stehen. zeig der Welt dass du ein besserer Mensch bist, dann wirst du sowas in Zukunft nicht mehr erleben, weil du solchen unbedachten Äußerungen einfach keinen wertvollen Platz mehr in deinen Gedanken einräumst

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Solche Parolen sind ideologischer Natur und lässt sich leider kaum unterbinden. Auch suchen viele nach Problemen und Fehler anstatt objektiv zu differenzieren.

Viele Migranten haben leider eine gescheiterte Integration oder nur eine Teilintegration, was eine Grundlage bietet für eine Konservative Meinung. Die Schuld einer gescheiterten oder Teil Integration ist der Migrant selbst nicht unbedingt Schuld. Vielmehr lässt ihm sowohl die Gesellschaft als auch Politik kaum Freiraum um sich zeitnah zu integrieren.

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