Warum weicht der Kohlenstoff Gehalt einer Probe so stark ab (C45)?

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3 Antworten

Ich nehme einmal an, es handelt sich nicht unbedingt um den Stahl C45. Laut Datenblatt ist bei diesem niedrig legierten / unlegierten Werkzeugstählen der C-gehalt bei mindestens 0,45%, etwas mehr kann es durchaus sein, aber keine 0,7%. Da aber C45 ein Billigstahl ist und immer öfter aus China kommt, ist mit allen zu rechnen.

Bei hochwertigen, pulvermetallurgisch hergestellten Stählen sind die Angaben genauer, da sich die hohen Zugaben an Legierungsbestandteilen stärker auf die Werkstoffeigenschaften  auswirken, wenn der C-gehalt nicht richtig passt.

Beim C45 muß der überhöhte Kohlenstoff nicht unbedingt in nutzbarer Form vorhanden sein, Reste von Lamellengraphit sind möglich, die sich beim härten weniger auswirken, aber in einer Analyse zum Vorschein kommen können.

Manchmal wird C45 bestellt und C60 geliefert. Dies ist in meiner Firma schon häufiger passiert. Nahezu identische Eigenschaften bei der Härtung tun ein übriges, daß man es nicht merkt. 

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Kommentar von olduschi1
15.05.2016, 22:55

Danke für die gute Antwort.

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dann ist das datenblatt falsch und der stahl verpfuscht. stahl bekomm tnicht einfach so 0,3-0,4% mehr kohlenstoff

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Hallo, ein C45 hat eine (von Dir nachschlagbare) Toleranz der chemischen Zudsammensetzung. Hst Du nun mehr C gemessen (wie?), kann es sich um eine (tolerierbare) Substitution durch einen anderen Werkstoff handeln - oder durch eine Aufkohlung des Werkstoffes bei einer Wärmebehandlung bzw. beim Schweißen. Oder die Prüffläche/Prüfspäne  wurden durch Öl, Kühlschmiermittel usw. kontaminiert. Oder Dein Spektograph, Dein EDX (REM) ist nicht geeicht. Gruß Osmond

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