Warum wartet der Sekundenzeiger einer Bahnhofsuhr bei der 12, um dann bis zur 1 zu rasen?

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5 Antworten

Die Bahnhofsuhren sind meistens Minutensprunguhren, bei denen der Minutenzeiger durch Umpolung der Betriebsspannung jede Minute bewegt wird, während der Sekundenzeiger getrennt davon durch einen Elektromotor angetrieben wird. Der Umlauf des Sekundenzeigers dauert etwa 58,5 Sekunden. Der Zeiger wird dann mechanisch blockiert und mit dem nächsten Minutenimpuls wieder freigegeben. Die Kombination mit der minütlichen Synchronisation erlaubt eine stabile Genauigkeit (http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhofsuhr).

Der Genauigkeit halber.

Wenn Du genau hinguckst, kannst Du feststellen, daß der Zeiger verschiedene Zeitspannen bei "59" Sekunden verharrt, um dann auf die "0" Stellung zu ziehen.

Deswegen wurde das auch so einergichtet. Mit dieser Technik wird die Bahnhofsuhr im Prinzip jede Minute neu justiert.

Das ist auch notwendig, da die je nach Witterung die (im Vergleich zu anderen Uhren schweren) Zeiger durch unterschiedliche Reibungen unterschiedlich schnell bewegt werden. Damit die Bahnhofsuhr immer möglichst exakt geht, ohne, daß diese von Menschenhand nachgestellt werden müssen.

Nun sind aber digitale Uhren auch bei der DB im kommen.

MfG!

DK

Alles was recht ist, Ihr habt mich nicht überzeugt: Der wahre Grund ist ein anderer.

Alle Bahnhöfe Deutschlands bekamen früher ein minütliches Zeitsignal aus Hamburg per Telefonleitung. Dieser Impuls bewegte den Minutenzeiger genau eine Minute weiter.

Erst einige Zeit nach dem Krieg wurde der Sekundenzeiger hinzugefügt. Durch ihn kann man sich viele Blicke sparen, besonders wenn die Abfahrt unmittelbar bevorsteht. Denkt daran, wie oft wir vor einer roten Ampel das rote Licht immer wieder neu fixieren wenn es nicht eine rückwärts zählende 'Warteuhr' gibt.

Der Sekundenzeiger der Bahnhofsuhren konnte nicht vom Minutensignal-Hamburg gesteuert werden, deshalb erhielt jede Uhr einen eigenen kleinen Motor dafür. Weil dieser aber nicht sehr exakt läuft, hätte es vorkommen können, dass er z.B. (witterungsbedingt) drei Sekunden zu langsam ist. Dann springt der Minutenzeiger vor seiner Ankunft oben um. Der Zugbegleiter, der in diesem Drei-Sekunden-Intervall der Falschanzeige einen Blick auf die Uhr wirft, sieht eine um fast eine Minute falsche Anzeige, der Sekundenzeiger ist ja kurz vor der Zwölf. Er denkt, noch drei Sekunden bis zur Abfahrt, pfeift also rund eine Minute zu früh!

Die Abhilfe besteht darin, dass der Sekundenzeiger immer gut eine Sekunde zu schnell läuft, aber oben angehalten wird, bis das Minutensignal kommt.

Da frage ich mich, warum man da nicht einfach die "analogen", herkömmlichen Uhren gegen gut sichtbare Digitalanzeigen (LEDs) austauscht. Hätte den Vorteil, dass die Uhren sekundengenau gehen und per Funksignal gesteuert werden könnten, das ist genauer als mit nem Elektromotor und ner Analoganzeige.

Gibt's überhaupt ÖPNV-Unternehmen, die Uhren mit Digitalanzeige haben?

Es handelt sich um sog. Schleppzeigeruhren. Gib "Schleppzeiger" unter Google ein und Du findest näheres.

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