Warum waren wir in der Antike so viel weiter?

7 Antworten

Dass das Mittelalter gegenüber der Antike in jeder Hinsicht ein Rückschritt war ist ein verbreitetes Klischee und reduziert beide Epochen auf selektierte und simplifizierte Einzelaspekte.

Die Mär vom durch und durch "finsteren Mittelalter" ist im Prinzip Propaganda der Renaissance, die sich ausgesprochen hartnäckig hält. Als man im 16. Jahrhundert die Antike wiederentdeckte und zum Goldenen Zeitalter stilisierte, wollte man sich nämlich unbedingt von dem abgrenzen, was zwischen der alten Antike und der 'neuen', wiedergeborenen Antike (i.e. der Renaissance) lag: Man bezeichnete diesen Zeitraum abfällig als medium aevum (als 'mittleres Zeitalter') und beschrieb ihn in möglichst negativen Tönen, um die eigene Epoche aufzuwerten.

Natürlich war das Mittelalter jetzt nicht unbedingt eine gänzlich von Friede und Menschenliebe geprägt Epoche, aber das war auch die Antike nicht, ebensowenig die Neuzeit. Das Mittelalter war gegenüber der Antike kein Rückschritt - zumindest sicherlich nicht in jeder Hinsicht - es war vor allem anders.

Antikes Wissen wurde im Mittelalter nicht 'verloren' oder gar absichtlich ignoriert, wie so oft kolportiert wird, man hat sich ganz im Gegenteil damit auseinandergesetzt. In den klösterlichen Skriptorien wurden antike Texte von Mönchen abgeschrieben und die Philosophie des Mittelalters war ganz wesentlich auch von den Philosophen der Antike beeinflusst.

Auch im technologischen Bereich konnte man sich mitunter auf antikes Wissen stützen, das Mittelalter hat zudem aber auch selber viele Innovationen hervorgebracht, gerade im landwirtschaftlichen Bereich (und das ist keineswegs zu unterschätzen), siehe hierzu überblicksmäßig:https://de.wikipedia.org/wiki/Technik_im_Mittelalter. Auch der Buchdruck, der eine Wissens- und Diskursgesellschaft wie wir sie kennen überhaupt erst möglich gemacht hat, ist eine Erfindung des Mittelalters.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium Germanistik (Schwerpunkt Mediävistik)

In der Antike waren die Völker bereit neue Technologien zu entdecken und zu nutzen. Sie forschten, probierten und setzten ihre Ideen um. Neue Werke die der Gesellschaft geholfen haben wurden gerne gesehen und benutzt. Von daher war der aufsteigende Fortschritt ein Erfolg der durch den Aufstieg der Christlichen und Islamischen Religion verloren ging. Denn die Christen vernichteten viele Wissenbücher und technologischen Werker der Antike. Die Muslime behielten einen Teil des Antiken Erbes, aber auch sie zerstörten das was die Christen übersehen hatten. Von daher ging vieles verloren und auch der Fortschritt in Europa ging durch den Einfluss der Kirche stark zurück.

Jedes mal wenn ich mich mit diesem Thema auseinander setzte glaube ich am ende immer daran das es mit Sicherheit einmal eine Hochkultur gab die aber ausgelöscht wurde. Anderster kann ich es mir einfach nicht erklären.

Es gibt so viele Spekulationen und ich denke die Wahrheit wird man nie Erfahren

Ich würde sagen: Die Griechen waren friedlich und hatten Zeit über den Sinn von etwas nachzudenken. Zudem schätzte man den Erfindergeist.

Im Mittelalter hingegen hat man sich bekriegt, keine Zeit für etwas anderes als das Militär. Wer etwas erfand wurde von der Kirche erdrückt, oder wenn es eine Frau war gleich als Hexe verbrannt.

Hast Du das beim Daeniken gelesen, mit den Automatiktoooren ;) , wo solls denn so etwas gegeben haben, bitteschoen ? Alles ändert sich und deshalb sind wir heute sogar viel weiter als in der Antike, im Mittelalter war auch nicht alles schlecht, und was Demokratie bei den alten Griechen hiess, weisst Du wohl hoffentlich bestimmt?.. ;)

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

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