Warum waren die Kinder "früher" alle soooo unproblematisch und gut erzogen?

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Ein Teil davon ist Nostalgie. Rhapsodyinblue hat ja treffend geantwortet. Ein Teil davon beruht aber auch auf dem veränderten Erziehungsstil. Frühere Generationen haben viel weniger infrage gestellt, was Erziehung leisten soll, darf oder kann. Kein Mensch wäre auf die Idee gekommen, daß Kinder "antiautoritär" aufwachsen sollten oder daß es schlecht wäre, wenn Kinder sich nicht jederzeit ganz nach ihrem Willen ausleben dürften. Heutige Eltern tun das. Und dabei kommt dann oft heraus, daß sie nicht in der Lage oder nicht willens sind, ihren Kindern vernünftige Grenzen zu setzen und Regeln zu etablieren, innerhalb dessen die Erziehung zu geschehen hat. Das kannst Du an vielen Fragen bei GF zu diesem Thema schon ganz gut studieren. Eltern glauben oft, daß Kinder sich von allein erziehen und zu vernünftigen und sozialen Erwachsenen werden. Das ist aber ein Trugschluß. Sie werden vielmehr zu kleine Prinzchen, die darauf vertrauen, daß immer jemand da ist, der ihre Probleme für sie löst und das Leben für sie arrangiert. Und diese Kinder und Jugendlichen sind in der Tat problematisch, auch noch als Erwachsene. Glücklicherweise sind die allermeisten Kinder aber keine Prinzchen sondern gut erzogene, aufgeweckte, mitunter selbstbewußte, oft kluge und meist ganz leicht erträgliche kleine Persönlichkeiten. Nur die Omas und Opas pflegen halt die nostalgische Ansicht, daß Kinder früher noch viel lieber und freundlicher waren als heute. Gruß, q.

:-) Meine Oma erzählte immer dass sie 5 km zu Fuß mit Kniestrümpfen durch den 1 Meter hohen Schnee in die Schule laufen mussten ..... Klar wäre man da netter und dankbarer wenn einem mal der Bus fährt :-)

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@reiterhexe

Hey! Die Story ist von meinem Vater!!! 20 km zu Fuß zur Schule!!! Ohne Socken und im Schnee.....hi hi

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@stellimarinelli

Meine Mutter ging auch 2 Stunden jeden Tag zur Schule vom ganz kleinen Dorf ins übernächste Dorf. Und wieder zurück. Die Kinder hatten zwar Strümpfe oder Fußlappen, aber drüber keine Winterstiefel, sondern Holzschuhe. Das war damals (1940er-Jahre) einfach so. Danke für das Sternchen! Gruß, q.

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@quopiam

Meine Mutter ging nur einen Kilometer, musste aber schon allein zum Kindergarten laufen. Und nach dem Kindergarten ist sie mit ihrem Freund Heinz in eine Scheune gegangen und hat einen Heuballen angezündet. Danach war die Scheune weg und abends stand die Polizei auf der Matte und es gab nen Ar.sch voll. DAS war doch ne schöne Kindheit :-)

Fazit: Früher waren die Kinder nicht besser erzogen, sondern zum Teil verängstigt, weil sie Schläge bekamen und den Eltern war es einfach meistens egal, was die Kinder machen und wo sie sind, deshalb gabs halt weniger Probleme. Die wurden rausgeschickt bis abends und so lange sie nix anstellten galt die Regel: Kinder soll man, wenn überhaupt, nur sehen, aber nicht hören.

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Lass dich von den anderen Generationen nicht so verunsichern. Erziehe deine Kinder nach deinem Werte- und Bauchgefühl. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Es gibt nur Nachlässigkeit und die sollte man als Eltern immer versuchen zu vermeiden. Wenn das Kind etwas anstellt oder sich nicht benimmt, immer eingreifen - erziehen - und nie denken, wenn man etwas schon hundertmal dem kleinen Spross gesagt hat - aufzugeben - das zählt nicht ! Früher - so wie die anderen Generationen immer reden - war eben einfach eine ganz andere Zeit ! Früher gab es keine Bus und Bahn, geschweigedenn ein eigenes Auto und laufen diese Generationen heute noch 5 km ohne Socken von A nach B ? NEIN. Sie sind auch bequemer geworden und nutzen die heutige Technik. Früher gab es auch keinen Fernseher und hat die Generation nicht nun auch ein solches Gerät im Haus ? Was ich damit sagen will: Jeder nimmt doch Annehmlichkeiten an, man will sich das Leben doch so leicht wie es geht machen - auch die Älteren !!!!

Also zum einen denke ich, man vergisst mit der Zeit auch vieles, vor allem das negative bleibt einem nicht mehr so in Erinnerung und wenn man dann von Problemen hoert, dann kann man sich dran erinnern, so was auch gehabt zu haben. Deshalb bauschen sich solche Geschichten von der guten alten Zeit auch leicht auf.

Aber damals war auch eine andere Zeit, es war Krieg oder nach dem Krieg, alles war kaputt und da hatte man halt auch andere Prioritaeten als heute. Und es war ja auch fuer alle so. Niemand hatte alles. Und so waren viele Dinge (weit laufen) einfach normal. Fuer Erwachsene wie fuer Kinder. Die Eltern waren daher auch die Vorbilder dafuer.

Heute hat sich unser Leben gewandelt, wir haben im Prinzip alles und die Kinder wachsen daher auch nicht mehr mit allgemeinen Entbehrungen auf, sondern sehen eben, was es alles gibt (Werbung). Und der Erziehungstil hat sich geaendert. Heute will man seine Kinder einfach nicht mehr so authoritiaer erziehen, zudem ist Bildung viel wichtiger geworden und Sicherheit. Man will nicht nur sich, sondern auch den Kindern was goennen und man will, dass es ihnen gut geht und nicht einfach nur befehlen, was sie zu tun haben. Das ist halt viel schwieriger und erfoerdert viel mehr Zeit und Aufwand, um das gut hinzukriegen.

Damals hies es eben, halt die Klappe und tu, was man dir sagt, sonst gibt es eins aufs Maul. Und aus Angst klappte das dann auch. Aber wollen wir unsere Kinder heute noch in Angst aufwachsen lassen. Und wollen wir ihnen alles verbieten, was wir und andere selbstverstaendlich haben?

Und frueher sah man Gefahren auch nicht als so schlimm an wie heute. Wenn sich da einer an Kindern vergriff (was zu jeder Zeit gleich haeufig vorkam, worueber frueher aber nicht geredet wurde), dann war das halt so, das hatten sie auszuhalten. Und wenn dann einem Kind mal ein Ziegel auf den Kopf viel oder es vors Auto lief, dann war das auch einfach mal so, man hatte ja noch ein paar Kinder mehr. Man nahm gewisse Riskiken gar nicht bewusst war. Wer wuerde heute seine Kinder noch 3 km durch den Wald an oder an einer vielbefahrenen Strasse zur Schule laufen lassen wollen?

Das Problem heute ist halt, dass viele keinen grossen Bock auf Erziehung haben und ihre Kinder mit viel Desinteresse erziehen. Da kommt keiner zum Elternabend oder Schulfest, die Kinder werden sich selbst ueberlassen.

Und wieder andere sind halt so im Stress, dass sie lieber nachgeben oder Geld geben, als sich mit ihren Kindern auseinandersetzen zu muessen oder Verbote auch mal aussitzen zu wollen. Das fuehrt halt oft zu unerzogenen Kindern.

Ich finde, keiner ist perfekt und Kinder duerfen und sollen auch mal laut sein und Krach machen, das gehoert dazu. Auch der Kampf in der Pupertaet gehoert dazu. Und auch, dass sie oefter mal ueber die Straenge schlagen. Aber man muss sich auch die Zeit nehmen, sich mit den Kindern und der Erziehung zu beschaeftigen und auseindersetzen.

Und das ganze hat nichts mit berufstaetigen Karrieremuettern zu tun, wie ich es auch oft zu hoeren kriege. Es kommt nicht auf die Menge der Zeit sondern auf die Qualitaet der Zeit an, die man Kindern gibt. Und zu sehr bemuttern ist auch nicht gut fuer Kinder, sie muessen auch ihren Freiraum haben, den hatten sie frueher auch viel mehr als heute, wo alles geplant und ueberwacht werden soll und muss.

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