Warum war Paulus so wichtig für die Christen?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Paulus hat die Lehren Jesu schriftlich zusammengefasst und ausformuliert. Er hat damit die christliche Theologie begründet. Darüber hinaus hat er ganz praktische Handlungsanweisungen für das alltägliche Leben gegeben, und er hat beschrieben, wie eine christliche Gemeinde aufgebaut und geführt werden soll, damit sie (über)lebensfähig ist.

Paulus hat das alles auch höchstpersönlich ohne Rücksicht auf sich selbst verbreitet und vorgelebt.

Jesus hat für alle Menschen (nicht nur für die Juden) gewirkt. Paulus hat das deutlich gemacht und so aus einer jüdischen Sekte eine Weltreligion für alle Menschen gemacht.

Im Römerbrief hat Paulus die wichtigsten Dinge zusammengefasst. In Verbindung mit dem Johannesevangelium ist das ein "Crashkurs" in Sachen Christentum.

http://www.bibleserver.com/text/GNB/Roemer1

Und so wandelte sich Paulus (lateinicher name) zum Saulus (Hebräischer Name, Saul) das kennst du bestimmt auch.

Hier kannst du es genauestens nachlesen, frei von Ideologie :-)

http://de.wikipedia.org/wiki/Paulus_von_Tarsus

Falls es dir zuviel zum lesen ist:

Paulus war anfangs ein guter Bürger Roms, der die Juden (Christen) verfolgte, aber er erlangte Gottes Segen und wandelte sich vom Judenverfolger zum Gläubigen Christen bzw. Juden.

Ein nachahmenswertes Beispiel.

Da der Apostel Paulus das Beispiel Christi treu nachahmte, konnte er sagen: „Werdet meine Nachahmer“ (1Ko 4:16; 11:1; Php 3:17). Paulus war darauf bedacht, der Leitung des Geistes Gottes zu folgen (Apg 13:2-5; 16:9, 10). Er hausierte nicht mit dem Wort Gottes, sondern redete in Aufrichtigkeit (2Ko 2:17). Trotz seiner Bildung versuchte er nicht, andere durch seine Redekunst zu beeindrucken (1Ko 2:1-5) oder Menschen zu gefallen (Gal 1:10). Er bestand nicht darauf, das zu tun, wozu er ein Recht hatte, sondern er paßte sich denjenigen an, denen er predigte, und achtete sorgfältig darauf, daß er andere nicht zum Straucheln brachte (1Ko 9:19-26; 2Ko 6:3).

In seinem Dienst bekundete Paulus Eifer und scheute keine Mühe; er reiste Tausende von Kilometern auf dem Meer und auf dem Land und gründete in Europa und in Kleinasien viele Versammlungen. Er benötigte somit keine mit Tinte geschriebenen Empfehlungsbriefe, sondern konnte auf lebendige Briefe hinweisen, auf Personen, die durch seine Bemühungen gläubig geworden waren (2Ko 3:1-3). Dennoch erkannte er demütig an, daß er ein Sklave war (Php 1:1), der die Verpflichtung hatte, die gute Botschaft zu verkündigen (1Ko 9:16). Statt Ehre für sich in Anspruch zu nehmen, gab er Gott alle Ehre, da Gott das Wachstum bewirkte (1Ko 3:5-9) und ihn für den Dienst hinreichend befähigte (2Ko 3:5, 6). Der Apostel schätzte seinen Dienst sehr und verherrlichte ihn; außerdem war er sich bewußt, daß er das Vorrecht des Dienstes nur der Barmherzigkeit Gottes und seines Sohnes zu verdanken hatte (Rö 11:13; 2Ko 4:1; 1Ti 1:12, 13). Paulus schrieb an Timotheus: „Dennoch wurde mir deshalb Barmherzigkeit erwiesen, damit Christus Jesus vornehmlich durch mich seine ganze Langmut als Musterbeispiel für die zeigen könnte, die ihren Glauben zum ewigen Leben in ihn setzen werden“ (1Ti 1:16).

Da Paulus früher die Christen verfolgt hatte, fühlte er sich unwürdig, Apostel genannt zu werden, und er gab zu, daß sein Apostelamt allein der unverdienten Güte Gottes zuzuschreiben war. Weil er nicht wollte, daß ihm diese unverdiente Güte vergeblich erwiesen wurde, strengte er sich noch mehr an als die anderen Apostel. Paulus erkannte jedoch, daß er seinen Dienst nur durch Gottes unverdiente Güte durchführen konnte (1Ko 15:9, 10). Er sagte: „Für alles bin ich stark durch den, der mir Kraft verleiht“ (Php 4:13). Er erduldete viel, aber er beklagte sich nicht darüber. Als Paulus (um das Jahr 55 u. Z.) seine Erfahrungen mit denen anderer verglich, schrieb er: „. . . in mühevollen Arbeiten viel mehr, in Gefängnissen viel mehr, unter Schlägen bis zum Übermaß, oft dem Tod nahe. Von Juden erhielt ich fünfmal vierzig Streiche weniger einen, dreimal wurde ich mit Ruten geschlagen, einmal wurde ich gesteinigt, dreimal erlitt ich Schiffbruch, eine Nacht und einen Tag habe ich in der Tiefe des Meeres zugebracht; oft auf Reisen, in Gefahren von Flüssen, in Gefahren von Wegelagerern, in Gefahren von meiner eigenen Rasse, in Gefahren von seiten der Nationen, in Gefahren in der Stadt, in Gefahren in der Wildnis, in Gefahren auf dem Meer, in Gefahren unter falschen Brüdern, in anstrengender Arbeit und Mühsal, oft in schlaflosen Nächten, in Hunger und Durst, oftmals der Nahrung entbehrend, in Kälte und Nacktheit. Zu diesen Dingen von äußerlicher Art kommt das hinzu, was Tag für Tag auf mich einstürmt, die Sorge um alle Versammlungen“ (2Ko 11:23-28; 6:4-10; 7:5). Außer allen diesen sowie weiteren Belastungen in den darauffolgenden Jahren machte ein ‘Dorn im Fleisch’ Paulus zu schaffen (2Ko 12:7); dabei könnte es sich um ein Augenleiden oder um irgendein anderes Leiden gehandelt haben. (Vgl. Apg. 23:1-5; Gal 4:15; 6:11.)

Aufgrund seiner Unvollkommenheit lebte Paulus ständig im Widerstreit zwischen seinem Sinn und seinem sündigen Fleisch (Rö 7:21-24). Doch er gab nicht auf. Er sagte: „Ich zerschlage meinen Leib und mache ihn zum Sklaven, damit ich mich nicht, nachdem ich anderen gepredigt habe, selbst irgendwie als unbewährt erweise“ (1Ko 9:27). Paulus hielt sich immer den unschätzbaren Preis — unvergängliches Leben im Himmel — vor Augen. Alle Leiden betrachtete er als nichts im Vergleich zu der Herrlichkeit, die als Lohn für Treue in Aussicht stand (Rö 8:18; Php 3:6-14). Deshalb konnte Paulus offenbar kurz vor seinem Tod schreiben: „Ich habe den vortrefflichen Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt. Fortan ist mir die Krone der Gerechtigkeit aufbehalten“ (2Ti 4:7, 8).

***************************************************************************************

Quelle und weitere Infos über seine Bekehrung, seine Reisen und seine Inhaftierung siehe hier

http://m.wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/1200003406

Warum wird die Historizität von Paulus nicht in Frage gestellt, obwohl es eigentlich keinen Beweis seiner Existenz gibt?

Hey.

Diese Frage kam mir neulich beim Nachlesen über die Paulus-Briefe im Neuen Testament in den Sinn: wieso wird, insbesondere von wissenschaftlicher oder atheistischer Seite, die Existenz des Apostels Paulus so gut wie niemals angezweifelt?

Zum Vergleich: bei Fragen zur Person Jesus kriegt man immerwieder zu lesen, er sei nur eine ausgedachte Figur, die niemals wirklich gelebt habe. Irgendjemand habe ein paar alte Mythen wie den des ägyptischen Gottes Horus kopiert und darauf basierend die Gestalt "Jesus Christus" erfunden. Dass diese Behauptungen auf falschen Annahmen basieren und bei genauerer Betrachtung garnicht haltbar sind, lassen wir jetzt mal außen vor.

Bei Paulus ist es aber komplett anders: so erkennt die Wissenschaft sieben seiner Briefe, darunter den Römerbrief, als authentische Paulusschriften an - und das, obwohl es außerhalb des Neuen Testamentes sowie einiger Schriften der Kirchenväter keine Hinweise darauf gibt, dass dieser Mensch überhaupt jemals existiert hat. Es gibt keine Berichte über ihn aus den Urgemeinden, keine "Nachrufe" auf ihn von seinen zahlreichen Schreibkontakten, keine Nachweise seiner zahlreichen und langen Reisen durch den Mittelmeerraum, keine römischen Prozessakten, kein Grab, keine Knochen, nichts. Es ist, als hätten wir es mit einem Phantom zu tun.

Zwar haben Sprachforscher aufgrund von auffälligen Textähnlichkeiten festgestellt, dass mehrere Paulusbriefe mit großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich von ein und derselben Person verfasst wurden, aber das allein kann doch nicht als Beweis für die Existenz von Paulus ausreichen.

Mich würde einfach mal interessieren, warum gerade auch religionskritische Menschen bei Paulus so viel "nachgiebiger" sind, als bei Jesus.

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?