Warum war Großbritannien im Autobau der Nachkriegszeit so sensationell erfolglos (abgesehen vom Land Rover Defender/Range Rover)?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ihr Image war in Deutschland (oft berechtigterweise) desaströs.

Ich habe in mehreren Werbeagenturen gearbeitet, in denen meine Kollegen zufällig sehr oft englische Autos fuhren. Austin Healy Sprite, MGB GT, Triumph Spitfire, Morris Minor usw.

Ich habe diese ganzen Autos immer nur als in der Werkstatt stehend in Erinnerung. Auf Ersatzteile musste teilweise ein halbes Jahr gewartet werden, dann passten die Schraubenmaße nicht, weil sie irgendwelchen mittelalterlichen Maßsystemen entsprachen.

In einem Fall besass der betreffende Product Manager sogar zwei Wagen des gleichen Typs, damit wenigstens die Chance bestand, mit einem fahren zu können, während der andere seinen Winterschlaf in irgendeiner Werkstatt machte.

Oft standen auch beide in unterschiedlichen Werkstätten, und wir hatten Spaß dabei, die Ausreden für die Verzögerungen der Reparaturen zu vergleichen und zu raten, welche von beiden verlogener war. Wir hatten aber neben dem ganzen Ärger durchaus Spaß, als wir uns nämlich dafür entschieden hatten, diese Unzuverlässigkeit eher als "schwarzen englischen Humor" zu betrachten.

Unfassbar

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@Rockerarms

Aber es beweist immerhin, dass Werbefuzzis auch Humor haben können. :-)

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Ergänzung: Wir haben sogar jeden Morgen Wetten abgeschlossen, ob unser Art Director in seinem Triumph kommen würde oder im Taxi bzw. den Öffentlichen Verkehrsmitteln.

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Da kommen viele Faktoren zusammen. Veraltete technische Konzepte, kleine Marken, die nur für den heimischen Markt produzierten, mächtige Gewerkschaften, Qualitätsmängel, Design-Flops...

Lies mal hier: https://de.wikipedia.org/wiki/British_Leyland_Motor_Corporation

Dabei entstanden immer wieder auch Kult-Autos wie eben der Defender, der Range-Rover oder Aston Martin, Rolls Royce, Jaguar und Bentley. Das waren aber eben keine Massen-Autos und mit denen wird das Geld verdient, nicht mit den Luxusschlitten oder Autos für die Queen.

Die Autobauer auf der Insel haben es in ihren Nischen durchaus verstanden, nicht nur wunderschöne, sondern auch kommerziell erfolgreiche Autos zu bauen.

Namen wir Rolls Royce, Bentley, Daimler, Jaguar, Lotus, MG Oder Aston Martin waren halt keine Butter- und Brot-Modelle für den Massenmarkt. Aber sie faszinieren auch heute noch außerordentlich.

Gut, ob man jetzt einen RR als wunderschön ansehen kann, ist sicherlich umstritten, aber edel war und ist er allemal. Mit welchem Auto kann man sonst völlig geräuschlos von London nach Birmingham fahren?

Bis weit in die Siebzigerjahre haben auch die britischen Motorradschmieden Fahrzeuge für den Zweiradolymp gebaut, als deutsche Motorräder noch ziemlich bieder und unscheinbar aussahen.

Hallo, den Grund kann ich dir nicht sagen aber ein guter Bekannter hatte einen Maxi (ein Bruder des Mini) und der war wöchendlich in seiner Werkstatt wegen lästigem Kleinkram und wenn du die Möglichkeitst eine Liste der TÜV Prüfungen der 70 ziger und 80 ziger Jahre ansiehst fragst du dich warum die Leute überhaupt solche Autos gekauft haben.

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