Warum war früher fast alles besser?

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7 Antworten

Ich bin mir nicht sicher, was dein "fast" angeht - ich fuerchte wir werden bald riesige Probleme mit Antibiotika und Multiresistenz haben.

Kleine Gemeinschaften helfen sich immer noch gegenseitig, aber die meisten Menschen leben halt nicht mehr in Doerfern. Ausserdem sind Leute misstrauisch geworden, sogar aengstlich, und Angst macht einsam. Vielleicht weil alle zu ueberinformiert sind.

Ich persoenlich finde nicht, dass frueher alles besser war, aber wir waren mit weniger zufrieden.

War es besser? Die Nostalgiebrille ist zwar leuchtend rosa aber ob es unsereinem bei einer Zeitreise - und seien es nur 80 Jahre gefiele wage ich zu bezweifeln.

Es gab vielleicht mehr Zusammenhalt und weniger Ellenbogen aber auch wenig Privatsphäre und wenn man einmal "unten durch" war konnte es richtig bitter werden weil einen ja jeder kennt. Es wurde genauso gelästert, rumgezickt und Stress gemacht wie heute auch, nur gab es nicht die Medien um jeden Mist überall zu verbreiten.

Meine Oma ist 91, wenn sie von früher erzählt ist nicht alles super. Vieles war schön aber ich würde die Ziet ihrer Kindheit und Jugend nicht zurückhaben wollen.

Inwiefern mehr Religiösität besser sein soll, erschließt sich mir nicht.

Ansonsten: Nimm mal deine Brille ab und betrachte die Dinge nüchtern. Niemals war Deutschland so liberal und tolerant wie jetzt. Niemals ging es Homosexuellen(bis 1969 verfolgt, bis 94 höheres Schutzalter, erst seit 2001 Rechtsinstitut), Frauen(hier zu nennen u.a. die Familienrechtsreform 1976, bis zu der die Hausfrauenehe per Gesetz festgeschrieben war oder das Verbot der Vergewaltigung innerhalb der Ehe 1997) und Kindern(durften bis 2000 von ihren Eltern geschlagen werden) so gut wie heute.

Ähnliches gilt z.B. für Nichtchristen und Zuwanderer. Insofern bin ich wirklich froh, heute zu leben und nicht in der Vergangenheit.

Der Blick nach hinten verfälscht immer. Gute Dinge der Vergangenheit werden immer besser, die schlechten immer schlechter.

Bedenke, der Lebenstanddard einer normalen Arbeitnehmerfamilie 1954 (mein Geburtsjahr) war schlechter, als heute in einem Haushalt mit ALG II.

unter anderem weil die Gesellschaft sich einfach wandelt, hat auch viel mit Medien zu tun. Durch erhöhte Kommunikation tauschen sich die Menschen im Internet mehr aus, es wird gegooglet, Dinge werden kritischer beäugt, Gerüchte verbreiten sich schneller und so weiter und so fort.

Außerdem war "damals" wohl ein Ort noch ne stärkere Gemeinschaft weil erstens Orte nicht so groß waren und zweitens weil man vllt nich so schnell mitgekriegt hat, was alles hinter seinem Rücken erzählt wird. Denn gelästert wird ja wohl schon immer. Denke nich, dass das damals oder sonst irgendwann anders war.

sie waren religiöser

Das ist ja wohl kein Vorteil.

Sie waren vor allem dümmer als wir.Viele konnten nicht Lesen und Schreiben, das Wissen über die Welt war insgesamt viel geringer.

Das macht das Leben in mancher Hinsicht einfacher. Die massive Arbeitsteilung, die wir brauchen, um unsere modernen Güter zu produzieren, gab es nicht. Da hat jeder im Dorf gelebt, gearbeitet, gesoffen und ist auch dort gestorben.

Man hat sich viel mehr direkt um die Befriedigung existenzieller Bedürfnisse gekümmert. Man hatte Vieh, das den Tag strukturiert hat, war viel draußen auf dem Feld.

Ich käme aber nicht auf die Idee, dass nun besser zu finden. Jeder ist ein Kind seiner Zeit. Und uns geht es in so vielen Aspekten soviel besser als den Menschen vergangener Zeiten, dass es keine Epoche gibt, die ich der unserern vorziehen würde.

Also das Gehirn vergisst viel lieber nicht so tolle Erinnerungen als tolle Erinnerungen

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