Warum wanderten so viele Russlanddeutsche aus Russland aus, als es möglich wurde?

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11 Antworten

Weil die westlichen "Freunde" uns "Freiheit", "Demokratie" und Kapitalismus brachten, so dass die Lebensbedingungen in den 90ern in den Ländern der ehem. SU ziemlich harsch waren. Die Russlanddeutschen hatten eben die Möglichkeit auszuwandern weil sie in Deutschland aufgenommen wurden. In manchen ex-SU-Ländern ging es auch etwas ruppiger zu. Die Kasachen haben zum Beispiel vielerorts Russen und Deutsche gleichemassen vertrieben.

Wo würdest du denn lieber leben - in einer völlig korrupten Oligarchie
 mit permanenter Mangelwirtschaft und Lebensstandard kurz oberhalb der dritten Welt, wo der Wohnraum so knapp ist, dass fünfköpfige Familien in der Regel nur ein Zimmer haben? Oder in Deutschland?

Zumal da ja noch die ganzen Mythen über Deutschland sind, an die wir hier zum Teil selbst noch glauben und deren Entzauberung nur sehr langsam voran schreitet ;-)

Die konnten ja damals nicht ahnen, dass wir uns alsbald selbst mit Begeisterung von unseren Eliten unter Führung der SPD(!) in ein Billiglohnland voller Unterprivilegierter ohne Zukunftsaussichten verwandeln lassen würden.

JBEZorg 27.10.2015, 06:03

Wo würdest du denn lieber leben - in einer völlig korrupten Oligarchie
 mit permanenter Mangelwirtschaft und Lebensstandard kurz oberhalb der dritten Welt, wo der Wohnraum so knapp ist, dass fünfköpfige Familien in der Regel nur ein Zimmer haben? Oder in Deutschland?

Kann man um 180° drehen und dann könnte es stimmen für viele Familie von Russlanddeutschen, die in Deutschland in einem Heim landeten mit zig anderen Familien zusammengepfercht mit Klo aufm Flur. Dann wurden sie permanent wie Menschen 2.Klasse behandelt, die Kinder in der Schule diskriminiert usw.

Und manche Russlanddeutsche haben es in Russland indes zum Minister oder Konzernchef geschafft.

Die korrpupte Oligarchie und Mangelwirtschaft gab es nur in den 90ern, dank Politiker, die nach auch deutschem Westvorbild gehandelt haben.


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Wie wir wissen, war der Zerfall der Sowjetunion die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jh.,  die in vielen ehem. Republiken bis heute ihre negativen Auswirkungen im wirtschaftlichen Bereich  (aber nicht nur in diesem) hat. Die Russlanddeutschen, die allerdings nicht ausschließlich aus Russland stammen, sondern v.A. aus Kasachstan und anderen zentralasiatischen Republiken waren Wirtschaftsflüchtlinge, denen die bundesdeutschen .  Einwanderungsgesetze die Möglichkeit boten, nach Dtl. auszuwandern und als "vollwertige" Deutsche aufgenommen zu werden.

Stalin hat sie dafür bestraft, dass ihre Ahnen Deutsche waren. Er schickte sie nach Sibirien und verbot ihnen Deutsch zu sprechen. Bis heute waren sie in Russland die Germanski, die Faschisten. Fremde im Land, in dem sie geboren und aufgewachsen waren. Da bietet sich die Möglichkeit legal (bisher bei Strafe verboten!) in das Land der Ahnen zurückzukehren. Und da, so hört man, ist alles viel schöner und besser als in Russland.

Nun gibt es das Problem: Die ganz Alten wollen nicht mehr, es ist ihnen zu beschwerlich. Die Jungen können kein Deutsch mehr. Sie haben Freunde unter den jungen Russen. Deutschland ist Fremde. Manche wollen nach der Übersiedlung wieder zurück, weg von den Eltern. Alles ist nicht so einfach gewesen.

Aber die Meisten haben es geschafft. Sie sind integriert und es geht ihnen gut. Sie sind zwar die "Russen" unter den Deutschen, aber in ein paar Generationen redet keiner mehr davon.

derzocker2015 27.10.2015, 19:27

Aber es sind an sich Deutsche? Oder? In Deutschland ist man ein Russe und in Russland ein deutscher

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Mit dem Ende der Sowjetunion und dem Zusammenbruch des Ostblocks setzte bei den Russlanddeutschen eine große Auswanderungswelle nach Deutschland ein, weil sie dort auf ein besseres Leben hofften. Außerdem konnten auseinandergerissene Familien wieder zusammengeführt werden. 

Wenn man mehr darüber erfahren will, wieso Russlanddeutsche nach Deutschland kommen und gekommen sind, kann man sich zum Beispiel das mBook Russlanddeutsche Kulturgeschichte angucken. https://mbook.schule/rd/mbook/6-fremde-und-feinde-die-russlanddeutschen-im-20-jahrhundert/67-rueckwanderung-als-massenbewegung-und-kampf-um-die-russlanddeutsche-kultur-in-russland-nach-1990/

Aus demselben Grund, warum viele sog. Armutsflüchtlinge hierhin kommen. Es geht ihnen hier meist wirtschaftlich besser.

In den 90ern wurde die Sowjetunion ausgebeutet, die Wirtschaft brach zusammen und viele Leute hatten kaum was zu essen und konnten sich kaum was leisten. Deshalb wanderten viele aus der Sowjetunion aus, die Meisten nach Deutschland, weil viele von denen deutsche Wurzeln haben.

Heute ist Russland ein Einwanderungsland, da es den Leuten dort nun besser geht, dank Putin und der neuen Regierung.                                                           Das Sozialsystem ist heute halt nicht so gut wie in Deutschland aufgebaut, immerhin deutlich besser als in der Sowjetunion, hat aber auch Vor- und Nachteile das Sozialsystem.

Aufgrund der schlechten Lebensbedingungen im Osten. Neben der schlechten Wirtschaft und der finanziellen Probleme der Menschen dort erfolgte jede Auswanderung wohl u.a noch durch andere persönliche Gründe...
Heute ist es aber nicht besser. Es gibt keine Unterstützung vom Staat, wie es in Deutschland der Fall ist. Wenn du krank bist, musst du für die Arztkosten allein aufkommen, es gibt nämlich keine Krankenkassen. Bist du Alleinerziehend, gibt es keine Zuschüsse vom Staat, soweit ich weiß auch keine 180€ (aktuell 184 €) Kindergeld pro Kind, wie hier bei uns.

Genaug Gründe um hierhin auszuwandern...

ITdroid 27.10.2015, 08:17

Da hast du altes wissen nicht erneuert. Es gibt Unterstützung vom Staat (nicht so umfangreich wie hier in Deutschland). So bekommen alleinerziehende auch Hilfe in Form von Geld (verglichen wie mit dem Kindergeld). Körperlich und Geistig eingeschränkte bekommen auch Hilfe und der Staat trägt ein Teil der Arzt kosten. Wie gesagt es ist nicht Umfangreich und so "gütig" wie die Deutschen Hilfen. Aber es gibt sie.

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cherskiy 27.10.2015, 11:01
@ITdroid

Richtig. z.B. Stichwort Mutterschaftskapital (материнский капитал). Es handelt sich dabei um eine Einmalzahlung, die Familien für jedes zweite und nachfolgende Kind, das sie zur Welt bringen oder adoptieren, gewährt wird. Das Mutterschaftskapital wird zunächst in Form eines staatlichen Zertifikats gewährt und steht nach Ablauf von drei Jahren nach der Geburt oder Adoption des Kindes zur Verfügung. Es kann von den Eltern für drei Zwecke eingesetzt werden: Bildung der Kinder, Verbesserung der Wohnsituation oder Anlage in die eigene Altersvorsorge. Die Höhe des Mutterschaftskapitals betrug initial ca. 250.000 Rubel (ca. 6250 Euro), im Jahr 2013 erreichte sie 408.960 Rubel (ca. 10.000 Euro).

https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9C%D0%B0%D1%82%D0%B5%D1%80%D0%B8%D0%BD%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9\_%D0%BA%D0%B0%D0%BF%D0%B8%D1%82%D0%B0%D0%BB

Darüber hinaus gibt es jede Menge weiterer Vergünstigungen und Zahlungen für Familien mit Kindern.

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Nach dem Zusammenbruch eines Staatssystems und dem plötzlich an seine Stelle tretenden unregulierten, entfesselten Kapitalismus, waren es nicht nur Rußlanddeutsche, die auswanderten. Die hatten als ethnische Deutsche nur viel bessere Chancen, die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen. Ausgewandert sind auch viele Russen - und tun das bis heute. Eine Moskauerin sprach mir gegenüber neulich von einer regelrechten Diaspora.


FelixLingelbach 27.10.2015, 00:28

Heute ist Russland ein Einwanderungsland: mehr Ein- als Auswanderer. Die Einwanderer kommen zum größten Teil aus den ehemaligen Sowjetrepubliken. Die Verhältnisse in Russland sind eben heute deutlich besser, z. B. als in der Ukraine. 

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Da kannst Du nun auch leicht selbst draufkommen.

Welche Zukunft hätten die Rußlanddeutschen in Rußland gehabt?

Waren sie voll integrierte und respektierte Russen oder verdächtige und ungeliebte Germanskis?

Denk mal drüber nach.

Weil man in Deutschland eine bessere Sozialversicherung hat. z.B. Hartz 4

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