Warum wächst die Anzahl nicht an Menschen in Industrieländern, aber dafür in Entwicklungsländern?

...komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Weil die Menschen in Industrieländern mit Empfängnisverhütung und Geburtenkontrolle besser umgehen können. Es gibt in den Industrieländern viele Singles und viele Paare, die kein Kind oder höchstens ein, zwei Kinder haben (wollen). In den Entwicklungsländern bekommen viele Menschen unkontrolliert Kinder, weil sie keine oder keine ausreichende Empfängnisverhütung betreiben - teils aus Unwissenheit, teils aus Geldmangel, teils weil Kinder als billige Arbeitskräfte missbraucht werden, und oft auch deshalb, weil es keine staatlichen Pensionsvorsorgesysteme gibt und Kinder die Altersvorsorge darstellen, die sich dann später einmal um ihre alten und kranken Eltern kümmern müssen. In der Regel treffen mehrere dieser Faktoren zusammen.

Das ist hart...

0

Weil wir in den Industrieländern viel zu sehr beeinflusst werden und zu viel nachdenken. Wir wollen unseren Kindern zu viel bieten und der Konsum der Kinder ist schon so hoch, dass man sich echt überlegt, ob man sich noch ein zweites, drittes oder viertes Kind leisten kann. Mütter sollen möglichst früh wieder Arbeiten gehen und ihre Kinder in Kitas stecken. Bloß nicht zu lange zu Hause bleiben, sonst bekommt man ja später keine angemessene Rente von der man leben kann. Außerdem dürfen unsere Kinder doch fast gar nichts mehr machen und werden nur als Störenfriede empfunden. Spielen sie auf der Wiese, könnten sie das Gras kaputt machen. Spielen sie im Haus, dürfen sie nicht laut sein. Überall gibt es nur Verbote.
In den Entwicklungsländern wird da einfach nicht drüber nachgedacht. Die machen einfach. Ist zwar auch nicht unbedingt optimal, da die dann teilweise zu viele Kinder haben, die sie nicht mehr ernähren können. Mir wäre es lieber, wenn man hier in Deutschland vieles wieder etwas lockerer sehen würde.

Dem, was hier schon gutes geantwortet worden ist, ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Nur noch eine Kleinigkeit: Die Religion. Dort, wo die katholische Kirche ihr Unwesen treibt, gilt die Empfängnisverhütung auch noch als Sünde. Selbst, wenn die Menschen dort wissen, dass man überhaupt verhüten KANN und sich Kondome leisten könnten, würden sie es aus Glaubensgründen nicht tun. Der Pabst hat ja nur gesagt, dass sich die Menschen trotz Hungerkatastrophen und Überbevölkerung noch immer fleißig vermehren solle. Wie ein armer Afrikaner aber seine 10 Kinder ernähren soll, dazu hat er sich nicht geäußert...

Ach ja. Die meisten Menschen in Entwicklungsländern sind ja Analphabeten. Und sie leben teilweise sehr weit weg von Großstädten. wo es z.B. Zeitungen, Zeitschriften und Bücher gibt, aus denen sie die Informaionen beziehen könnten, wie man z.B. Familienplanung betreibt. Aber lesen könnten sie es ja ohnehin nicht. Auch die Informationen per Radio oder Fernsehr fallen flach, wenn du im Dschungel oder im Busch wohnst, denn erstens gibt es dort ja keinen Strom. Zweitens kann sich dort niemand ein Radio oder Fernseher leisten...

LG!

Bei uns sind Kinder ein Armutsrisiko. Es ist schlicht so, dass Du für Leben mit einem Kind erstens mehr Geld ausgeben musst als für Dich allein und zweitens auf der anderen Seite weniger Zeit hast, weniger flexibel bist, Dich an Erwerbsarbeit anzupassen (Umzug, Schichtarbeit usw.).

Wenn Du ein Kind hast - oder gar mehrere - ist die Wahrscheinlichkeit also höher, dass Du einen Karrierestau hast oder gar sozial abstürzt, als wenn Du allein durchs Leben gehst.

Das bestätigt so auch die Statistik. Für Berlin z.B. sagt sie, dass ca. 25 Prozent der Bevölkerung (mindestens überwiegend) von Sozialleistungen leben. Kinder jedoch leben zur Hälfte (!) in Haushalten mit Einkommen aus Sozialleistungsbezug.

Das ist ganz simpel hergeleitet. Wenn Du bspw. 1.200 Euro verdienst, ist das soviel, dass Du höchstwahrscheinlich mit keiner Sozialleistung (wie ALG II, Wohngeld, Bafög usw.) aufstocken könntest. Wenn Du hingegen jetzt ein Kind zusätzlich hast, brauchst Du ja mehr Geld zum Leben, womit auch Dein sog. "Bedarf" an den Sozialleistungen steigt, die Du jetzt hinzu bekommen könntest.

Durch die geringere Flexibilität im Berufsleben wirst Du vermutlich auch eher weniger Chancen haben, Dein Einkommen zu steigern. Und wegen geringerer Arbeitsleistung wirst Du später auch sogar eher eine geringere Rente erzielen.

In Entwicklungsländern ist das eher nicht so, sondern tendentiell anders herum. Da kosten Kinder nicht soviel. Im Gegenteil werden sie auf die eine oder andere Weise vielerorts noch in Arbeit eingebunden, wenn die Eltern der Mittelschicht angehören, etwas Land haben oder eine Selbständigkeit, bringen also sogar Umsatz ein.

Wenn Du mal alt bist, sind die Kinder Deine Rente. Denn von deren Arbeit wirst Du erhalten; vermutlich wohnst Du bei einer Familie Deiner Kinder, und erhältst von ihr und den Geschwistern auch Zuwendungen wie Essen, Pflegearbeit usw.

Weil das der wirtschaftliche Hintergrund ist, ist Kinderhaben auch kulturell hoch bewertet, wird als Statussymbol für Wohlstand gesehen, und gilt schlicht als das Zentrum eines erfüllten Lebens. Man(n und Frau) wollen Kinder haben, am besten viele, weil das eben das ist, wofür man lebt und Familie gründet. In vielen Milieus ist das auch wichtiger als Berufserfolg.

Das wird gar nicht hinterfragt, ist einfach ganz selbstverständlich.

Naja, zunächst ist es so, dass Kinder für die Eltern sorgen müssen. Die Eltern müssen also mehrere Kinder bekommen. In Entwicklungsländern sind dazu die Umstände unter denen ein Kind geboren wird und lebt anders. Dort kann man mit dem Kind nicht einfach so zum Arzt und es impfen oder behandeln lassen. Die haben gar nicht solche System wie wir (Krankenversicherung, Altersvorsorge usw.) also wird auch damit gerechnet dass einige Kinder nicht durchkommen. Zum anderen ist das teilweise kulturell bedingt. Eine Familie ohne Geld kann ihren Stellenwert "aufbessern" indem sie mehrere Kinder hat.

AAlle Antworten hier sind richtig, ich kann daher allenthalben noch folgenden Zusatz anheften: In den entwickelten kapitalistischen Staaten allgemein, die des Imperialismus insbesondere zerfallen zusehens jegliche Sozialbindungen, daher hält der bloße spätbürgerliche zuweilen dekadente Individualismus fröhliche Urständ. Und weil das so ist, werden immer weniger Familien gegründet, bestehende zerfallen zusehens. Alles erinnert mehr oder minder an das spätrömische Reich, wo es ähnlich zuging. Dann noch dies: Viele Kinder bedeutet in Trikontstaaten nicht selten als ein Zeichen von Potenz. Und welcher Mann wollte wohl auf die verzichten. Für die Industriestaaten gilt zudem auch, dass viele Kinder recht teure Mietswohnungen dann zur Folge haben. Frauen wären zudem gezwungen ihre Berufstätigkeit entweder einzuschränken, oder ganz aufzugeben. Es ist völlig nachvollziehbar, dass eine Frau sich auf so was nicht einlassen kann. In den sogenannten Entwicklungsländern ist die Ferau eh selten im Berufsleben verankert, weil dort unerwünscht, so dass sie dann in Ermangelung an Berufstätigkeit die Kinderaufzucht billigend in Kauf nimmt. Es wäre übrigens viel gewonnen, wenn in den entwickelten kapitalistischen Staaten ein anständiges Sozialnetz bestünde, bzw. hochgezogen wird, damit Frau sowohl arbeiten, als auch Kinder gebähren kann, so sie dies wünscht. Unter Sozialnetz ist hierbei flächendeckendes und preiswertes Angebot an Krabbelstuben und Kitas, sowie Horte gemeint.

Wahrscheinlich weil in den Industrieländern vermehrt Empfängnisverhütung betrieben wird. Den faulen Witz, nachdem die schwarze Frau immer will und der schwarze Mann immer kann, möchte ich mir hier ausdrücklich verkneifen.

In den Entwicklungsländern waren und sind auch heute Kinder noch die Altersversorgung. In den Industrie-Ländern, um beim Titel der Frage zu bleiben, sind Kinder für die eigene Entfaltung heute eher eine Bremse.

Sorry, das ist hart formuliert aber der Wahrheit sehr nahe.

Also kriegen die in den Entwicklungsländern mehr Kinder, um mehr Geld zu verdienen wenn die Kinder alt genung sind um selbst Geld für die Familie zu verdeienen???

0
@Maciko

Leider müssen Kinder in den Entwicklungsländern schon mit 6- 8 Jahren mit helfen die Familien zu versorgen. Und je mehr Familienangehörige es gibt desto besser gelingt das oft. Nicht immer. Daher rührt auch die Kindersterblichkeit.

1

Nun es liegt wohl in erster Line daran, dass in den Entwicklungsländern die Geburtenregelung entweder unbekannt , oder nicht Sinn der Familienplanung ist. In einem Entwicklungsland wie Indien z.B. hat die Familie und deren Planung einen ganz anderen Stellenwert. In reichen Ländern wie Deutschland spielen Kinder eher eine untergeordnete Rolle.

Bernd Stephanny

Was möchtest Du wissen?