Warum verzichten Veganer auf Schafswolle, wenn die Schaafe doch für ihr eigenes Wohl geschoren werden müssen?

...komplette Frage anzeigen

11 Antworten

Die Schafe würde es so gar nicht geben, hätten die Menschen sie nicht so gezüchtet. Ohne die Menschen würden sie im Sommer total überhitzen weil sie das Fell nicht abwerfen können. Warum sollte man sowas unterstützen wollen?

Wenn man sich ansieht wie Schafswolle "geerntet" wird, sieht man, warum es glücklicherweise genug Menschen gibt die darauf verzichten. Die Tiere werden dabei furchtbar schlecht behandelt, speich geschlagen, teilweise halb bewusstlos um sie besser festzuhalten, geschnitten, etc.

da gibt es natürlich Ausnahmen - genauso wie in der Baumwollindustrie.

Was heißt denn "für ihr eigenes Wohl ?"

Auch Wollschafe wurden als sog. "Nutztiere" auf maximale Ausnutzung gezüchtet, so dass sie die Wolle nicht mehr von selbst verlieren, wie das z. B. bei Kamerunschafen der Fall ist...

Die Schur ist für Schafe alles andere als angenehm und zuweilen wird diese sehr brutal vollzogen - google auch mal nach "Mulesing" !

Jegliche Ausbeutung - gleich welcher Art - ist immer menschgemacht und es gibt halt Menschen, die das nicht unterstützen wollen.

So einfach ist das - eigentlich...:)

Maisbaer78 21.04.2017, 19:32

Kurz und knapp, wie immer. Bewundernswert. *seufz*

0
granuaille 18.05.2017, 10:13

Menschen beuten sich auch gegenseitig aus.

0
MissPommeroy 09.06.2017, 10:14
@granuaille

Das stellt den an sich ausbeuterisch lebenden Anteil der Menschheit nicht in ein besseres Licht - im Gegenteil ! :(

Menschen, denen Rechte und Würde anderer Lebewesen sonstwo vorbeigehen, ist es egal, wen sie ausbeuten ! 

Deine "Aussage" ist diesbezüglich sowohl sinnfrei als auch irrelevant...

0

Zum einen müssen Schafe nicht geschoren werden. Wollschafe gab es schon lange bevor ein Mensch eine Hand an sie legte.

Wenn man natürlich versucht ist, immer stärkeres Haarwachstum herauszuzüchten, dann muss man sich nicht wundern wenn irgendwann nur noch Wattebäusche herumlaufen.

Das ist aber nicht die Schuld der Veganer, sondern derjenigen die diese Züchtung auf Grundlage profitorientieren Denkens vorgenommen haben.

Selbes Prinzip die Kühe, die "gemolken werden müssen"

Sie sind ein Resultat der Ausbeutung.  Ich kann ein Feuer nicht löschen in dem ich darin Grille.  Ich verhindere am besten, dass neues Material nachgelegt wird.

Die Baumwolle aus Afrika, das wichtigste Exportgut das die Menschen dort haben. Wer möchte kann sogar bei deutschen Ketten

"Cotton made in Africa" erwerben. Fair gehandelt und ökologisch nachhaltig produziert. Dieses Projekt baut gerade 17 Krankenhäuser in verschiedenen afrikanischen Staaten auf.

Die Entwicklungshelfer betteln gerade zu darum, dass diese Produkte gekauft werden. Die sind nichtmal sonderlich teuer. Aber außer ein paar Ökos und Veggies tut das kaum einer. Zumindest nicht wissentlich "danke OTTO" :)

Der Transport ist deutlich billiger als Schafswolle aus Australien, woher Deutschland seine größten Importsummen bezieht.

Gelebte Entwicklungshilfe für ein Land, dem alle sonstigen Rohstoffe an der Bevölkerung vorbei entrissen werden. Gold, Diamanten, Getreide.

Wenn man ein Gewissen hat, sollte man also unbedingt afrikanische Baumwolle aus fairem Handel kaufen.   Wer das nicht tut, kauft nämlich welche aus den USA wo dank massiver Subventionszuwendung der Preis so niedrig ist, dass er die angeblichen Hungerlöhne in Afrika auf dem Weltmarkt locker unterbietet.

null815nicname 20.04.2017, 23:20

Endlich mal eine fundierte Antwort auf ein doch recht emotionales Thema! Ich denke, auch jeder "Öko" muss seinen eigenen weg finden 😉 Ich finde deinen gut, aber einen einzig richtigen Königsweg gibt es wohl nicht... Ich zum Beispiel bin ein Verfechter von guten, regional, saisonal und bio produzierten Produkten und ja, auch Fleisch. Aber eben nicht täglich, sondern nur sehr selten und dafür teuer, gut und als was ganz Besonders. Ich hab mir ausgerechnet, das ich in einem Jahr ca. 5 Kilo Fleisch verbrauche, im vergleich zu den rund 60 kilo des Ottonormalverbrauchers.. Klar ist die Ökobilanz von Fleisch nicht die beste, aber beispielsweise auch nicht die vom Großteil der Avocados,  dem Palmöl,  dem Soja, Tomaten, etc...  Besonders, wenn man auch den Wasserverbrauch mit einrechnet, besonders in trockrnen Gebieten. Da hilft leider oft auch Bio nicht viel... Und viele vergessen auch ie Möglichkeit, mal Wildfleisch zu essen; in Deutschland muss gejagt werden, weil es hier schon lange keine Prädatoren mehr gibt und eine artgerechtere Haltung als frei im Wald ist auch kaum vorstellbar in einen Industrieland...

Ich denke, wenn man wenn möglich selbst frisch kocht, fairtrade und bio kauft, saisonales Gemüse aus der Region ( oder dem Garten ) verwendet, auf gute Haltungsbedingungen und kurze Wege achtet, Lebensmittel möglich so einkauft, dass nichts weggeworfen werden muss, auch mal wildfleisch bzw. allgemein wenig Fleisch isst, ist auch sehr ökologisch unterwegs ohne Veganer zu sein.. Sicher ist das nicht immer leicht umzusetzten, aber Mühe geben kann sich jeder!


2
Maisbaer78 21.04.2017, 00:28
@null815nicname

@null815nicname

Danke für dein Lob

Der Verbrauch von regionalen Gütern, vorallem was den täglichen Bedarf angeht, ist wohl der beste und wichtigste Schritt den man in Sachen Ökologie und Ökonomie gehen kann, sofern diese Produkte auch ursprünglich in dieser Region beheimatet waren und Ihre Produktion nicht durch übermäßige Ressourcenzuwendung erkauft wird. Einige Negativbeispiele hast du ja selbst schon genannt.

Da sich natürlich die vom Fragesteller angesprochene Schafswolle mit meiner Lebensweise schneidet, fällt die so oder so aus meiner "hier zu kaufen"- Liste heraus.

Baumwolle kann in Deutschland aufgrund des langen "Reifeprozesses" der ein halbes Jahr deutlich übersteigt und stets auf mindestens gemäßigte Temperaturen angewiesen ist, nicht angebaut werden, weshalb Länder mit einer hohen Durchschnittstemperatur für dieses Erzeugnis prädestiniert sind.

Trotzdem sollte noch einmal betont werden. Selbst die schlechteste und billigste Baumwolle aus Afrika ist immer noch besser als die Produkte aus den USA. Dort wird mit unfassbaren Mengen an Wasser und Dünger eine Überproduktion an Baumwolle realisiert, die die dortige Umwelt nachhaltig schädigt und gleichzeitig Regionen die eigentlich besser geeignet sind, wirtschaftlich ruiniert. Von Transportineffizienz mal ganz zu schweigen.

Die "Cotton made in Africa" Produkte werden sogar von einigen großen deutschen Versandhäusern und Mode Labels angeboten, oft sogar ohne einen Hinweis auf den Entwicklungshilfe-Effekt der dabei eruiert wird was ein wenig Verwundern mag, wo doch sonst alles zu Werbezwecken verwurstet wird.

Ein einfacher Weg sich zu engagieren ohne sich verausgaben zu müssen.

2
netflixanddyl 21.04.2017, 11:27

@null815nicname Du tust sicherlich mehr als viele Vegetarier es tun. Dein Denken find ich super👏

2
null815nicname 21.04.2017, 11:49
@netflixanddyl

Danke :-)

Allerdings sind ja auch nicht alle Vegetarier "Ökos"... Die Gründe sind ja ganz unterschiedlich. Ich hab auch schon Vegetarier getroffen, die Fleisch einfach eklig fanden, mein bester Freund ist Hindu und isst deshalb kein Fleisch... Oder einmal sagte mir jemand, er könne kein Tier schlachten, also esse er konsequent auch kein Fleisch... Vielleicht etwas radikal, aber ich bin auch kein Fan von dieser "anonymisierung" des Fleisches oder auch des Fischs. Damit meine ich, das viele Menschen zum Beispiel keinen Fisch mit Kopf essen können; Nichts gegen Filet, aber dieses Scheuklappen denken stört mich ein bisschen. Da gab es doch mal diesen Skandal, weil ein Lehrer in der Schule ein Kaninchen geschlachtet hat. Sicherlich ist das nicht unbedingt sensibel, aber man müsste mal sehen, wie es in den Schlachthöfen zugeht, da kann man wirklich zum Vegetarier werden! Und es schadet meiner Meinung nach nicht, auch schon  Jugendlichen klar zu machen, was sie da auf ihrem Teller haben und vielleicht zum nachdenken zu bewegen; Wegschauen ist meiner Meinung nach nie die beste Strategie...

1
Maisbaer78 21.04.2017, 11:55
@null815nicname

Allerdings sind ja auch nicht alle Vegetarier "Ökos

Bei Leibe auch nicht alle Veganer.

Ein ganz furchtbares Beispiel für zb. einen veganen Unöko,

Attila Hildmann.

Klar, er vollzieht diesen Lebenswandel aus rein gesundheitlichem Antrieb. Nebenher fährt er einen umweltverschmutzenden Porsche den er mit einer extra edlen Lederausstattung orderte, weil er, O-Ton Hildmann, "sich das verdient hat." 

Alles kein Problem, zumindest nicht unter dem Gesichtspunkt der gegenseitigen Toleranz, wenn er sich selbst nicht so als Vorzeigeveganer hinstellen würde und auch von vielen so wahrgenommen würde.

Das macht es natürlich für angegriffene Pflanzenfresser schwer gegen den Vorwurf der Heuchelei anzugehen.

2
null815nicname 21.04.2017, 12:21
@Maisbaer78

Hmm stimmt natürlich, vor allem dachte ich, dass konsequent Vegan auch Leder beinhaltet... Aber als eingefleischter Öko kann ich dazu nur sagen- gut wenn weniger Fleisch gegessen wird, die Gründe sind ja eigendlich nicht so wichtig.. Nur schade, wenn das zu einer Ernährung führt, die vor allem auf Exportgüter mit einem sehr schlechten ökologischem Fußabdruck fußt; Auch vegan kann relativ regional bzw. bio sein!

Ich denke, die Ernährung ist momentan ein sehr emotionales Thema, das teilweise schon religiöse Züge annimmt; Im Endeffekt ist es  doch eine persönliche Entscheidung. Es gibt ja genug Veganer, die wie du sagst, das wirklich nur aus gesundheitlichen Gründen machen und denen ökologische Ideen und Ressourcenschutz egal sind.

Es gibt nur kaum etwas intimeres, als zu essen. Immerhin macht man die Nahrung ja zu einem Teil 
bzw. zur Lebensgrundlage des eigenen Körpers. Ich finde, da schadet es nicht, sich mal zu überlegen, was man sich eigentlich einverlaibt, inklusive aller Schadstoffe, Pestzide u.ä.. Auch ohne explizit ein "Öko" zu sein, landet man da schnell bei Bio, Fleisch in Maßen und Regional. Wenn man nun noch den Geschmacksfaktor dazunimmt, kommt man zum selben Schluss. jeder der gern Fleisch isst, wird mir zustimmen, das Fleisch von einem langsam gewachsenen Parmaschwein aud Biohaltung mit Freigang (und ohne standartmäßig Antibiotika zu füttern) einfach viel besser schmeckt, als das Supermarktzeug. Sowas ist zwar teuer, aber dann wird automatisch weniger gegessen. Genauso schmecken Erdbeeren vom Feld um die Ecke viel besser und aromatischer als die Treibhauserdbeeren aus Spanien. So kommt man auch Aufgrund des Geschmacks zur Saisonalität und zu weniger Fleischkonsum..

Wie gesagt, die Gründe können ganz unterschiedlich sien, aber man kommt trotzdem immer wieder zum selben Schluss, wenn man sich damit beschäftigt

1
Maisbaer78 21.04.2017, 12:52
@null815nicname

vor allem dachte ich, dass konsequent Vegan auch Leder beinhaltet

tut es ja auch. Hildmann kocht halt nur vegan und verdient sich als Fitnessguru dumm und dämlich.

Nur schade, wenn das zu einer Ernährung führt, die vor allem auf
Exportgüter mit einem sehr schlechten ökologischem Fußabdruck fußt

Das ist nur ein Klischee. Die meisten Produkte die du hier kaufst sind aus Seitan, das ist Weizen, oder aus Lupinenmehl.

Vegane "Ersatzprodukte" werden zu diesem Zweck sogar oft damit beworben, das weder Soja noch Palmfett enthalten ist. Eben weil die Leute drauf schauen.

Die meisten Veganer verzehren sowieso überhaupt keine Ersatzprodukte sondern leben von dem was der regionale Anbau so hergibt.  Kartoffeln, Kohl, Bohnen, Erbsen, Rüben, Pastinaken, Kürbis, Linsen uvm.

Von den 35 Millionen Tonnen  in die EU importieren Soja's, auf das du wahrscheinlich hinaus willst, werden gerade einmal 65.000 Tonnen direkt in Nahrungsmitteln verarbeitet. Und zwar für alle Ernährungsformen. Soja steckt ja inzwischen auch fast über all drin. Das verzehren also nicht nur Veganer.

Der Luxus den ich mir gönne sind zb. auch mal Süßkartoffeln, die kommen vorwiegend aus Israel.  Oder eben auch mal Kidneybohnen.

Aber mein Verbrauch an diesen importierten Produkten hat sich durch meine Abkehr zur pflanzlichen Ernährung nicht erhöht. Von daher ist mein Gewissen da nur mäßig beeindruckt.

Es gibt nur kaum etwas intimeres, als zu essen.

Das ist eine kluge Formulierung. Ich würde die Wahl der Nahrung tatsächlich als ein Persönlichkeitsrecht ansehen.   Zumindest, so lang niemand Anderes dazu zu schaden kommt.  Und da ist halt der Unterschied, für Veganer und Vegetarier hört die Gruppe "Niemand" bei 4 Beinern nicht auf.

jeder der gern Fleisch isst, wird mir zustimmen, das Fleisch von einem langsam gewachsenen Parmaschwein aud Biohaltung mit Freigang (und ohne standartmäßig Antibiotika zu füttern) einfach viel besser schmeckt,

Zu diesen Leuten gehöre ich auch. Ich habe sehr gern Fleisch gegessen.

Und wenn die Menschen weniger auf die Quantität und damit auch den Preis schauten, sähe auch die Welt in der Nutztierhaltung etwas weniger schlimm aus.

1950 gaben die Menschen bei einem geringeren Fleisch-Pro-Kopf verbrauch noch 4 mal mehr für Ihren monatlichen Fleischeinkauf aus als Sie es heute tun.

Für mich wäre natürlich damit noch immer nicht alles gut, bei weitem nicht. Aber es wäre zumindest ein Schritt den ich begrüßen würde, wenn die Konsumenten eher weniger und dafür qualitativ hochwertiger kaufen würden. Wie du richtig einschätzt, würden sich damit automatisch die Kapazitäten verringern und die Notwendigkeit für Intensivtierhaltung würde nach und nach abgeschafft.

Allerdings liessen sich weder die derzeitigen Produktionskapazitäten noch die Preise auch nur annähernd halten. Es gäbe zu wenig Fläche, zu wenig Tierfutter und ohne die Kraftfütterung auch zu wenig Massezuwachs. Was ja gut zu dem Bild passen würde, das man weniger und dafür besser isst.

aber man kommt trotzdem immer wieder zum selben Schluss, wenn man sich damit beschäftigt

Naja sagen wir so, wer offen dafür ist, kommt zu einem solchen Schluss. Aber bestimmte Personenkreise behaupten halt schlichtweg, alles sei in Ordnung so wie es jetzt ist. Vornehmlich Personen die direkt mit dieser Branche zu tun haben oder maßgeblich von Ihr profitieren. Das macht eine solche Einschätzung natürlich höchst subjektiv. Leider sind das aber auch die Vertreter, die gegen jede Koexistenz mit Menschen sind, die eben nicht zu den Kunden dieser Sparte zählen möchten. Inzwischen wird offen von "Hass" gesprochen. Und ich finde es sehr aussagekräftig, wenn der Verzicht auf ein Lebensmittel Hassgefühle auf sich zieht. Zumal ja Jeder irgendetwas nicht isst.

3

Veganer verzichten auch auf Milch, obwohl die Kühe nur gemolken werden.

Das ist einerseits eine prinzipielle Sache, nämlich die Idee, grundsätzlich und aus Prinzip auf tierische Produkte aller Art zu verzichten, egal, ob Tiere dafür sterben oder nicht.

Andererseits geht es vielen Veganern nicht nur um die Schlachtung der Tiere, es geht auch, wenn nicht hauptsächlich, um die Haltungsbedingungen. Der Großteil der Milch kommt aus Massenproduktion mit entsprechend artgerechter Haltung. Bei Schafen ist das nicht anders. Die werden, weil der Scherer pro Tier bezahlt wird, häufig sehr grob angefasst und tragen teilweise tiefe Schnittverletztungen davon, die nicht immer versorgt werden.

Und pro Forma: Ja, ich weis, dass es tolle Betriebe gibt, die super auf ihre Tiere achten.

null815nicname 20.04.2017, 22:49

Grundsätzlich stimme ich dir zu, aber speziell viele deutsche Milchviehbetriebe sind jetzt nicht per se quälerei.. Im gegenteil, da hat sich in den letzen Jahrzehnten viel getan, Anbindeställe gibts kaum noch und das sind meistens alte, kleine Betriebe, die früher oder später aufhörn oder neubauen... Die neuen Ställe sind Laufställe mit kratzbürsten, frischer Luft etc. manchmal auch mit Weidemöglichkeit.... Klar die Milchleistung einiger Kühe ist Quälerei,aber solche Hochleistungskühe sind auch anfälliger für Krankheiten und Geburtskomplikationen. Viele Bauern die ich kenne, setzen eher auf eine durchschnittliche Milchleistung aber dafür auch eine gewisse Robustheit. Viele Milchbauern hängen auch sehr an ihren Tieren.

Die  konventionelle Eier- und Fleischproduktion spielt da in vielen Fällen in einer ganz anderen, hässlichen Liga

0
Rheobatrachus 21.04.2017, 00:07
@null815nicname

Sicherlich liegt in der Eier- und Fleischproduktion mehr im argen als in der deutschen Milch- und Wolleproduktion. Aber auch in Deutschland gibt es unschöne Milchbetriebe. Schwarze Schafe gibt es leider immer.

Aber auch solche, die ihre Sache wirklich klasse machen. Bei uns im Dorf haben wir sowohl das eine als auch das andere Extrem.

1

die schafe leben aber nicht im freien und werden also so zu sagen ausgebeutet.

genau so wiel bei milch wenn wie kühe nicht gemolken werden haben sie auch schmerzen, aber in der natur wäre das nicht so da die tiere dann nur milch produzieren um ihre kälber zu ernähren.

und wilde schafe was es je fast nicht mehr gibt werden ja auch nicht geschoren und haben damit auch kein problem.

rztpll 20.04.2017, 22:21

Wilde Schafe haben auch nicht so viel wolle, so dass sie kein Problem damit haben, nicht geschoren zu werden.

1
MisterKey 20.04.2017, 22:29
@rztpll

genau weil dafür extra solche wollschafe gezüchtet worden sind und baumwolle ist nicht so hochgezüchtet um möglichst viel wolle abzugeben.

0
rztpll 21.04.2017, 08:52
@MisterKey

Oh doch, Baumwolle wurde und wird selbstverständlich in diese Richtung gezüchtet. Man wäre blöd gewesen, das nicht zu tun. Fast alle Nutzpflanzen wurden durch Zucht so verändert, dass ihre nützlichen Eigenschaften stärker hervor treten.

In freier Wildbahn wären die meisten unserer Nutzpflanzen genau wie viele Nutztiere nicht überlebensfähig.

0
null815nicname 20.04.2017, 22:34

Aber die Nutzrassen existieren... Was soll mit ihnen passieren? Ich bin zwar kein Veganer und keine Frage auch kein Fan von Hochleistungskühen und industrieller Landwirtschaft, aber ernsthaft, was machen wir mit unseren Nutztieren und den von ihnen produzierten Lebensmitteln? Kein Kälbchen kann so viel Milch trinken, die Kuh ändert sich nicht von heute auf morgen, also was tun? Klar, ein Umdenken ist nötig, aber gerade jetzt im Moment... Was soll mit ihnen passieren? Allein lebensfähig in freier Wildbahn sind viele Rassen nicht überlebensfähig, der versuch würde massives Tierleid sich ziehen.

Vielleicht bin ich etwas empfindlich bei dem Thema, seit mir eine Veganerin dargelegt hat, man sollte alle nutztiere töten. Lieber mal alle Kühe töten, als melken???

0
Maisbaer78 21.04.2017, 01:16
@null815nicname

was machen wir mit unseren Nutztieren und den von ihnen produzierten Lebensmitteln?

Da wohl kaum alle Menschen gleichzeitig vegan werden würden, wäre der Weg ein ganz einfacher. Die Nachfrage sinkt nach und nach bis sich die Nachzucht nicht mehr lohnt.

Ein völlig normaler Vorgang der täglich auf eine Vielzahl von Produkten und Branchen Anwendung findet.

Es fragt ja auch keiner: "was machen wir mit den ganzen Soldaten wenn plötzlich keiner mehr Krieg führt?"

1
eostre 21.04.2017, 11:52
@null815nicname

Einfach nicht mehr nachzüchten. Tiere in der Industrie werden eh nicht alt, also wäre dieses "Problem" nach spätestens 10 Jahren nicht mehr existent. 

2
mulano 20.04.2017, 23:02

Getötet werden sie sowiso wenn die Milchleistung nachlässt.

1

Weil Veganer jegliche Ausnutzung von Tieren ablehnen. Die Schafe speziell so gezüchtet wurden. Die Schur alles anders als tiergerecht ist, die Tiere im Akkord geschoren werden und dabei verletzt werden und wenn die Temperaturen nach der Schur abstürzen (Schafskälte)  die Schafe entsetzlich frieren. Wo keine Nachfrage da kein Markt.

Veganer tragen Second Klamotten (Nachhaltigkeit) oder aus fairem Handel gefertigte Bekleidung.

Die Arbeitsbedingungen und Entlohnung sind nach Einführung der Agenda 2010, in Deutschland auch immer mieser geworden, Erntehelfer, Schlachthof etc. In Deutschland müssen Menschen die arbeiten staatliche Transfermittel beziehen und werden vor dem Gesetz, wie Hilfeempfänger behandelt. Langzeitarbeitslose und Arbeitnehmer unter 18 Jahren und Jugendliche die keine(Berufsausbildung  abgeschlossen haben) müssen unterhalb des Mindestlohn arbeiten.


 

Gute Frage. Vermutlich weil es einfach vom Tier stammt, ob es nun gequält wird, oder nicht.

Aus dem gleichen Grund werden ja keine Eier gegessen, das sind potenziell auch Tiere.

Maisbaer78 21.04.2017, 19:28

das sind potenziell auch Tiere.

Zudem legt ein Huhn normalerweise nicht täglich ein Ei.

Für die industrialisierte Eierproduktion sterben zudem jedes Jahr 50 Millionen männliche Kücken, die lebendig in den Schredder geworfen werden.

Schade das Gutefrage.net mein "Ostervideo" damals aus meinem Profil gelöscht hat.

1
michi57319 21.04.2017, 23:22
@Maisbaer78

Ich kauf meine Eier meistens aus Biohaltung. Da gibts auch nicht zwingend jeden Tag ein Ei pro Huhn. Ich nehm dann auch gerne mal ein nicht mehr legendes Huhn. Das ist dann ein gesundes, fleischiges Huhn und weit vom Masthuhn entfernt. Genug ist immer noch dran.

Für die Problematik der männlichen Küken wünsche ich mir schon seit Jahren eine gute Lösung. Das empfinde ich als wirklich pervers, was aktuell immer noch damit getrieben wird.

Genauso pervers ist das Keulen ganzer Geflügelbestände, ohne tatsächlichen Nachweis des H5N1. Es ist unglaublich traurig, daß es billiger ist, tausende von Hühnern zu töten und den Bestand neu aufzubauen, als das Leben des einzelnen Tieres zu achten.


0
Maisbaer78 23.04.2017, 00:33
@michi57319

Für die Problematik der männlichen Küken wünsche ich mir schon seit Jahren eine gute Lösung.

Ja, darüber habe ich mir zu der Zeit, als ich noch Vegetarier war auch den Kopf zerbrochen. Aber eine "Gute" Lösung wird es nie geben. Es wird darauf hinaus laufen, dass die Kücken vergast werden bevor man Sie häckselt.

Die angebliche Gentechnische Variante hat sich bereits als viel zu teuer und daher dem Kunden nicht zumutbar herausgestellt.

Was jetzt noch statt findet ist lediglich eine Abschöpfung von Fördermitteln zur angeblichen Forschung in dieser Richtung.

Allerdings existiert bereits ein Standpunktpapier der Erzeugergemeinschaften...leider hab ichs nicht zur Hand, in dem eine Akzeptanz durch den Kunden wegen des deutlich höheren "Erzeugerpreises" als praktisch ausgeschlossen gilt.

Da können dann auch die kleinen Biohöfe nicht auf eigene Faust aufspringen, weil die Gentechnik nunmal nichts ist, was im Kleinen geschieht.

Und auch der Biobauer muss die Auswahl treffen, Hahn leben lassen oder eben nicht. Für Fleischesser ist die logische Konsequenz einfach. Für Vegetarier eigentlich kaum tragbar.

2

weil sie auf alle tierischen Produkte verzichten und unabhängig von anderen Lebewesen leben wollen

rztpll 20.04.2017, 22:20

Pflanzen sind auch Lebewesen

0
Maisbaer78 21.04.2017, 01:09
@rztpll

Pflanzen sind auch Lebewesen

Nur kann der Mensch ohne Pflanzen nicht überleben. Ohne tierische Produkte schon.

Also verzichtet man auf das was möglich ist.  Und da die Nutztiere deutlich mehr Pflanzen vertilgen als ein Vegetarier oder Veganer für den Ersatz tierischer Produkte benötigt, hilft dieser Verzicht letztendlich auch, weniger Pflanzen "auszubeuten".

Eine einfache Logik die selbst Achtjährige von selbst erkennen.

2

Ich habe davon keine Ahnung, aber warum sollten Schafe geschert werden müssen? Meinst Du die Wolle wächst immer weiter und irgendwann werden sie darunter begraben und ersticken qualvoll?

Ansonsten: echte Veganer tragen nur Kleidung, die aus körpereigenen Haaren gewoben wurde. Auch Pflanzen haben ein Recht auf Leben.

teletobbi 20.04.2017, 22:16

Meinst Du die Wolle wächst immer weiter und irgendwann werden sie darunter begraben und ersticken qualvoll?

Ja. So ist das bei jedem Schaaf. Die können irgendwann ihr eigenes Gewicht nicht mehr halten.

0
rztpll 20.04.2017, 22:19

Meinst Du die Wolle wächst immer weiter und irgendwann werden sie darunter begraben und ersticken qualvoll?

Schafe haben keinen Fellwechsel. Wächst die Wolle immer weiter, verfilzen sie, was ihre Bewegungsfreiheit einschränkt und zu schmerzhaften Entzündungen führt, weil die dicke Filzschicht nicht vernünftig trocknet. Außerdem wachsen ihnen oft die Augen zu, dann sind sie blind. Werden sie jährlich geschoren, passiert das nicht.

1
AnnaOHa 20.04.2017, 22:22
@rztpll

Ist das natürlich so oder ist das ein Züchtungs"erfolg"?

1
rztpll 20.04.2017, 23:24
@AnnaOHa

Das ist das Ergebnis von Zucht, aber die Tiere existieren, man kann nicht einfach aufhören, sie zu scheren.

Man könnte auch eine Perserkatze in die Freiheit entlassen, um sie nicht als Haustier auszubeuten. Dort würde sie dann bis zur Bewegungsunfähigkeit verfilzen. Was wäre wohl besser?

0
Maisbaer78 21.04.2017, 01:13
@rztpll

Das ist das Ergebnis von Zucht, aber die Tiere existieren, man kann nicht einfach aufhören, sie zu scheren.

Kurz gedacht. In dem man das Produkt Schafswolle kauft, sorgt man dafür, dass diese Züchtung immer weiter "produziert wird" und die genetische Veränderung sogar noch verschärft fortgeführt wird.

Der einzige Weg für den Verbraucher dem Einhalt zu gebieten, ist dieses System zu boykottieren.

Gleiches gilt für Milchprodukte, die Fleischlegehuhnrasse uvm.

Aber natürlich ist es einfacher einfach immer weiter zuzulangen.

2
edmuina 20.04.2017, 22:45

Natürlich ist das folge von jahrelanger züchtung.

2
MissPommeroy 21.04.2017, 19:02

Ja, auch Pflanzen haben ein Recht auf ihr Dasein - nenne es "Leben"...

Wenn dir jedoch das Pflanzenwohl mehr am Herzen liegt als das der Tiere, solltest du erst recht Veganer werden - denn durch Fleischkonsum sterben ungleich mehr Pflanzen als durch Veganer !

Wollschafe, die nicht geschoren werden, können bei Regenwetter ohne Unterstand nicht mehr aufstehen, weil sich ihre Wolle derart vollsaugt, dass dieses Gewicht sie runterzieht...

Im Sommer bei Hitze können sie - ungeschoren - Hitzschläge erleiden...

 

1

Vegan ist eine Glaubensfrage, nicht notwendigerweise der Weisheit letzer Schluß.

Die Löhne in Deutschland sind schon seit der Agenda 2010 der SPD, auch nicht gerde das gelbe vom Ei.

Was möchtest Du wissen?