Warum verzichten religiöse Menschen auf Freiheit?

9 Antworten

Ihnen helfen die Regeln, um sich sicher in einer Gemeinschaft zu fùhlen. Sie denken, dass sie das richtige tun und sie fùhlen sich damit wohl.

Muss jeder für sich entscheiden, wie man leben mõchte.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Freiheit ist nicht immer ein Vergnügen, sondern kann auch als Last empfunden werden. „Frei sein heißt zum Freisein verurteilt sein.“ sagte Jean-Paul Sartre. Denn es bedeutet nicht nur sich zwischen Möglichkeiten entscheiden zu können, sondern oft auch, sich entscheiden zu müssen.

Auch Erich Fromm sieht die Schattenseiten der Freiheit und hat seine Faschismusanalyse „Die Furcht vor der Freiheit“ betitelt. Er beschreibt darin, warum es oft als bequemer empfunden wird, sich einer Macht unterzuordnen und andere entscheiden zu lassen anstatt eigene Entscheidungen zu treffen. Gehorsam entlastet von Verantwortung. Ursache solcher Unterordnung ist eine Erziehung mit wenig Freiheit, viel Gewalt und Schuldzuweisungen. Um den Umgang mit Freiheit und Verantwortung zu lernen, muss Kindern auch Freiheit gewährt werden.

Die Flucht vor der Eigenverantwortung ist bei den Religionen aber im Allgemeinen weniger schwerwiegend als beim Faschismus. Ausnahme sind beispielsweise religiös begründete Vorhautamputationen an Kindern. Ohne religiösen Hintergrund würden Eltern kaum eine Genitalverstümmelung an ihren Kindern vornehmen lassen.

Sehr schön beschrieben, Freiheit als "Zwang" und Gefühl der Überforderung, sich zwischen verschiedenen Optionen entscheiden zu müssen...

3

Warum verwenden Autofahrer ein Navigationsgerät? Das schränkt sie doch ein: Sie hätten die Freiheit, überall hinzufahren und dann lassen sie sich von einem Gerät sagen, wie sie fahren sollen.

Wer etwas erreichen und nicht nur ziellos umherirren will, braucht eine Richtung.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Nicht alles, was hinkt, ich auch ein Vergleich.

0
Sie hätten die Freiheit, überall hinzufahren und dann lassen sie sich von einem Gerät sagen

Beste Antwort heute!

0

Grüß Dich Kdodoo

Deine Feststellung mag für Menschen gelten, die an Götter oder an einen Gott glauben oder an feststehende Lehren glauben, die nicht hinterfragt werden dürfen und die geistig-seelische Freiheit in ihrer Entfaltung verhindern oder einschränken. Doch es gibt auch außerhalb dieser Feststellung religiöse Menschen.

Ich selbst bin freireligiös. Man kann sagen, das ich religiöser Atheist bin und kein Esoteriker.

In meiner Gemeinschaft kennt man keinen Gott und keine Götter. Es gibt keine heilige Schrift, keine Priester, kein Dogma, keine Indoktrination und sind keine Kirche. Ein Jenseits und eine Wiedergeburt ist unvorstellbar.

Bei uns heißt es:

Frei und ohne Zwang sei unser Glaube.

Das bedeutet die Überwindung des Dogmas und der Indoktrination, hin zu einer Internalisierung durch im Glauben verpflichteten Freiheit.

Entscheidend ist Toleranz, die hat natürlich auch seine Grenzen und wird durch die Menschenrechte begrenzt. Alles hängt mit allem zusammen und bildet eine Einheit, ein Ganzes worin für uns eine schöpferische Kraft erkennbar ist, die für uns ein Geheimnis ist, erlebbar und fühlbar aber nicht beschreibbar ist. Daher ist ein absolutes Wissen darüber ausgeschlossen.

Dieses Geheimnis könnte man als das Göttliche bezeichnen (als ES kein DU) und als Ursprung allen Seins erkennen. Dieser letzte Grund ist der Urgrund und somit auch der Grund für den Urknall, dessen Grund auch die Wissenschaftler nicht erkennen und wissen sondern nur vermuten können.

Die Welt ist für mich mein Tempel, in dem das Leben der Gegenstand meiner Verehrung ist.

Damit garantiere ich mir und anderen die größtmögliche Freiheit. Um das zu erreichen, steht die Vernunft als Kontrollinstanz. Das schließt aber persönliche Fehler nicht aus, für deren Folgen ich die Verantwortung übernehmen muss.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Atheismus ist keine Religion!

0
@LastUnicorn465

Das wird immer wieder behauptet, aber als Atheist kann man religiös sein. Ich habe das eben begründet. Das Wort sagt nur aus: A = nicht und Theist = an einen Gott glaubend oder an Götter als Polytheist. Buddhisten sind auch religiös und Atheisten. Ich bin aber auch kein Buddhist. Ein Atheist glaubt an keinen Gott oder an Götter.

1
@LastUnicorn465

Das ist nicht so.

Ein Atheist kann sehr wohl religiös sein. Ich begründete das. Aber ich bin nicht hier, Dich unbedingt zu überzeugen. Natürlich gibt es auch Atheisten, die jegliche Transzendenz leugnen, keine Frage. Ich gehöre nicht zu ihnen.

2
@vonGizycki

Buddhisten sind religiös. Buddhisten sind Atheisten. Wo ist das Problem? Natürlich gibt es religiöse Atheisten. Millionen davon.

1
@heikemargret

Ein Buddhist bin ich jedoch nicht. Siehe ganz oben meine Antwort. Ich bin Unitarier von Unitas = Einheit - der Glaube an die Einheit des Seins (Unitarier - Religionsgemeinschaft freien Glaubens)

1

Aus ihrer Sicht ist das ja nicht so, daher vermissen sie nichts.

Was möchtest Du wissen?