Warum verspüren junge Menschen im Alter von vielleicht 18-(?) so einen ausufernden Freiheitsgedanken?

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10 Antworten

"Und woher kommt der (so nenne ich es einfach mal) Hass der Leute in der
angegebenen (ungenauen) Altersspanne auf konservative, unter Umständen
objektivere Ansichten?"

Weil die Ansichten in einigen Punkten eher den Fakten widersprechen; als Beispiel sei nur die Einstellung vieler Konservativer zum Umweltschutz genannt. Ich als junger Mensch habe ein Interesse daran, auch in den nächsten Jahrzehnten auf einem halbwegs intakten Planeten weiterleben zu können und das auch künftigen Generationen zu ermöglichen.

Insofern kann ich die (zu Demonstrationen führende) Wut auf die Politiker aus besagtem konservativen Umfeld gut nachvollziehen: Diese Politiker sind zu einem großen Teil schon älter und werden von den langfristigen Folgen ihrer Untätigkeit bzw. falschen Entscheidungen nicht viel mitbekommen. Das Handeln dieser Politiker ist oft nur darauf ausgerichtet, den eigenen (materiellen) Wohlstand zu wahren, anstatt für die Bevölkerung hilfreiche, nachhaltige Entscheidungen zu treffen.

Dass der "Hass" (wie du ihn nennst) nicht nur Politiker betrifft, liegt daran, dass wir in einer Demokratie leben. Die Verantwortung für diese fatalen Fehlentscheidungen liegt folglich nicht nur bei den Politikern, sondern auch bei den Bürgern, die sie gewählt haben.

"Die Freiheit hier im Westen finde ich natürlich gut, doch grenzenlose
Freiheit für alle ist meines Erachtens aus rationaler Betrachtung
kontraproduktiv."

Da weiß ich jetzt nicht, auf wen bzw. auf welche Ansichten du dich beziehst, aber mir selbst missfällt zum Beispiel die immer noch kirchlich beeinflusste Wertepolitik, die meiner Meinung nach weder legitim noch zweckmäßig ist. Das betrifft zum Beispiel die immer noch nicht umgesetzte Ehe für alle, aber auch andere mit Religion begründete Einschränkungen. Vielleicht bezieht sich die Freiheitsvorstellung der Studenten, die du meinst, darauf.

Kugellagerist 12.08.2017, 19:45

Ich unterstütze deine Abneigung gegenüber der kirchlich beeinflussten Wertepolitik. Religion sollte sich aus der Regierung eines Landes heraushalten. Doch hier darf nun auch gerne diskutieren, ob das Verbot von Mord und Diebstahl nicht auch kirchliche Werte sind. Gut, der Zusammenhang hier ist vielleicht etwas weit hergeholt.

Aber mich interessiert jetzt schon die plötzliche EInmischung in die Rechte von Minderheiten (nehmen wir dein Beispiel: Homosexuelle). Es wird immer gepredigt, dass eine solche Neigung doch niemanden etwas angeht und einem selbst nicht weh tut. Nur frage ich mich: Tut es denn nicht auch einem selbst auch nicht weh, wenn solche Leute nicht heiraten dürfen?

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Malagaeisbecher 13.08.2017, 10:26
@Kugellagerist

Bezüglich Mord und Diebstahl: Das sind einfache Grundsätze der Moral, dafür braucht man keine Kirche.

"Aber mich interessiert jetzt schon die plötzliche EInmischung in die
Rechte von Minderheiten (nehmen wir dein Beispiel: Homosexuelle)."

Inwiefern ist das eine Einmischung? Kann man denn nicht auch Interesse an der Freiheit anderer haben anstatt nur an der eigenen?

"Es wird immer gepredigt, dass eine solche Neigung doch niemanden etwas angeht und einem selbst nicht weh tut. Nur frage ich mich: Tut es denn nicht auch einem selbst auch nicht weh, wenn solche Leute nicht heiraten dürfen?"

Was ist das denn für eine Frage? Mit der Einstellung könnte man alles mögliche grundlos verbieten, was einen nicht betrifft.

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ceevee 13.08.2017, 12:07
@Kugellagerist

Nur frage ich mich: Tut es denn nicht auch einem selbst auch nicht weh, wenn solche Leute nicht heiraten dürfen?

Für die Homosexuellen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis freut es mich, dass sie heiraten dürfen. Empathie und so. Zudem könnte man da auch die Gegenfrage stellen - inwiefern schadet es meinem Leben, wenn solche Leute heiraten dürfen?

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Kugellagerist 13.08.2017, 15:33
@ceevee

Mir persönlich ist sowohl das eine als auch das andere vollkommen egal. Der Lebensstil ist nicht meiner, mich betrifft es nicht und es hat mich daher auch nicht zu kümmern. Ist das denn falsch? Ich kenne vielleicht zwei, drei Homosexuelle, aber diese gehören nicht zu meinem Freundeskreis. Nicht wegen ihrer Neigung, selbstverständlich, sondern einfach, weil sich nicht die Gelegenheit bot, sich irgendwie anzufreunden.

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Malagaeisbecher 14.08.2017, 12:22
@Kugellagerist

"Der Lebensstil ist nicht meiner, mich betrifft es nicht und es hat mich daher auch nicht zu kümmern. Ist das denn falsch?"

Meiner Meinung nach ja. Wer selbst Rechte genießen möchte, sollte sich auch halbwegs für die Rechte anderer interessieren.

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Malagaeisbecher 15.08.2017, 21:37
@Kugellagerist

Aus Menschlichkeit/Fairness ect.? Weil man kein Egoist ist... (gibt natürlich reichlich von der Sorte).

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Hallo!

Das mag evtl. damit zusammenhängen, dass das die erste "Freiheit" ist, die sich junge Menschen erlauben können nachdem die Eltern vorher alles kontrolliert und reglementiert, vllt. auch sehr kurzgehalten haben. Da wünscht man sich alles, auf was man bisher verzichten hat müssen und ist bereit, dafür im Zweifel über Leichen zu gehen.

Ich kenne zwei Beispiele ----> ein früher mit mir befreundetes Mädchen, das sehr streng und beinahe weltfremd-katholisch erzogen wurde, ist mit 18 zwischen Tag und Dunkel bei den katholischen Eltern ausgezogen und setzte alles auf eine Karte... das Ergebnis war, dass sie total versackte & beinahe vor die Hunde gegangen wäre.

Ein anderes Beispiel wäre ein Junge, dem die Mutter bis zur Oberstufe bei den Hausaufgaben half & der noch mit über 20 alles gemacht bekam, was man sich vorstellen konnte. Wenn er was wissen wollte, hieß es, dass die Mutter, der Vater oder der große Bruder "ihm das schon machen" und er nicht dran denken möge: Er hatte nciht die Gelegenheit eigene Stärken und Schwächen zu entdecken bzw. kein eigenes Leben zu leben. Nach bestandener Ausbildung - die ihm auch die Mutter über Kontakte zubrachte - zog er aus und lechzte so nach purem Leben, dass alles besser war als die strenge Mutter. Ende vom Lied: Er geriet unweigerlich an "falsche Freunde" sowie Drogen, wegen denen er sich immer noch in einer Therapie befindet.

Eine weitere Rolle spielt die generell eher linskgerichtete Ausrichtung typischer "Studentenstädte". Will man da neue Freundschaften schließen, gerät man oft in diese Kreise & lässt sich dann eben indoktrinieren oder findet von sich aus Gefallen an entsprechenden Ideologien. Das läuft meist nach dem Motto "komm' vorbei und schau's dir an" ab, ehe man dann doch dabei ist.

Aber das meine ich nicht mal negativ.

Kugellagerist 13.08.2017, 15:37

Oh, eine Expertenantwort. Sehr gut!

Das mit der Indoktrination kann ich nachvollziehen. Aber darf man voraussetzen, dass man ab dem Studentenalter einen so geformten Verstand hat, der nicht mehr darauf anspringt?

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rotesand 13.08.2017, 17:04
@Kugellagerist

Das ist mehr oder weniger ein Irrglaube.

Die "Reifeprüfung" ist kein Maßstab für mentale Reife, denn die kommt erst mit den Jahren & wer 18-20 ist, hat meist so wenig Lebenserfahrung, dass er noch lang nicht "reif" ist.

Man sieht es doch jährlich an ausufernden "Abistreich"-Besäufnissen, an der Abiturienten Dinge kaputtmachen, Polizeieinsätze provozieren und sich bis zur Grenze betrinken. Da merkt man, dass die meisten noch lange nicht "reif" sind, sondern im Grunde kleine Kinder.

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Kugellagerist 13.08.2017, 20:24
@rotesand

Dass das so ausufern kann, habe ich ja noch nie gehört. :D

Ich weiß zwar, dass solche Besäufnisse durchaus stattfinden und das vielleicht einmal die Polizei wegen Ruhestörung oder ähnlichem eingreift. Aber so...

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Kennst du eigentlich auch ein paar echte Studenten oder nur das stereotype Klischee?

Die politische Linke ist eher offen und für Veränderungen, die politische Rechte ist eher konservativ und neigt dazu, sich abschotten zu wollen (die Aussagen meine ich nicht wertend!). Mit der linken Einstellung - also damit, dass man in alle Richtungen offen denkt - lässt es sich leichter forschen, Konservatismus macht es schwer, neue Erkenntnisse zu finden, so kann es sein, dass man die "konservativen und unter Umständen objektiveren Ansichten" auch mal kritisch hinterfragt und feststellt, dass es daran doch so einiges zu kritisieren gibt. Wenn man die Ansichten als "objektiv perfekt" hinnimmt, dann kommt man nicht weiter.

An der Uni wird u.a. auch geforscht und daher färbt diese Einstellung oftmals so'n bisschen ab. Davon mal abgesehen gibt es auch nicht wenige konservative Studenten. Ein Paradebeispiel findet sich in den Burschenschaften, aber auch während meines Studiums (Ingenieurswissenschaft) hatte ich so einige Mitstudenten, die schon damals recht offen gesagt haben, sie wären CDU bzw. FDP-Wähler. Aber dafür kenne ich nicht einen Che-Fan.

Kugellagerist 12.08.2017, 19:52

Ja, ich kenne "richtige" Studenten. Nicht viele, zugegebenermaßen.

Aber kann man denn nicht auch als Konservativer diese "offenen Werte" der politischen Linken hinterfragen? Beispielsweise diesen Hauch von Naivität?

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ceevee 13.08.2017, 11:13
@Kugellagerist

Darf man auch andere Dinge hinterfragen? Warum AfD-Wähler alle Nazis sind? Warum Fabrikarbeiter nix in der Birne haben? Oder warum die Grünen ständig bekifft sind?

Das sind genau solche Beispiele wie deins. Wenn du etwas als "Hauch von Naivität" bezeichnest, dann verallgemeinerst du und deine Meinung steht im Prinzip schon fest. Deine Argumente sind im Prinzip alle keine. Bei der einzigen Demonstration, die ich während meines Studiums mitgekriegt habe, ging es um die Finanzierung der Hochschulen. Das war ein wichtiges Thema und auch eins, das die Studenten selbst betroffen hat. Das kann man natürlich auch als "Hauch von Naivität" bezeichnen, aber dann ändert sich halt nix.

Che Guevara war nebenbei auch ein rassistischer Terrorist, der ist deswegen bei wenigstens minimal politikbegeisterten Menschen eher unbeliebt. Irgendwelche grundlosen Rebellen, die den Kerl toll finden, gibt es vereinzelt in vielen Gesellschaftsschichten.

"Chronisch Pleite" ist eigentlich auch Quatsch, als Student kann man zwar keine großen Sprünge machen, aber mit Bafög, Nebenjobs oder auch Finanzspritzen der Eltern (ich hab all diese drei Möglichkeiten erlebt) kann man gut leben.

Und dann wäre noch die Frage, wie du "Freiheit" definierst. Meinst du zufällig das Menschenrecht "Freiheit", das du "aus rationaler Betrachtung" für "kontraproduktiv" hältst. Merkst selber?

Sei mir nicht böse, aber du argumentierst mit Klischees und Verallgemeinerungen, die so auch aus dem RTL-Nachmittagsprogramm stammen können, du pauschalisierst ohne Ende und wirkst so, als wenn du nicht wirklich Ahnung von dem hast, was du erzählst.

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Kugellagerist 13.08.2017, 15:28
@ceevee

Zu aller erst danke ich dir für deine Teilnahme an dieser Frage.

Ich argumentiere deshalb mit Klischees, weil ich, leider Gottes, in vielen Fällen eben nur das Klischee kenne. Und leider war auch von dem, was ich bisher erlebt habe, das Klischee realität. Dennoch kann man getrost davon ausgehen, dass ich "keine Ahnung" habe.

Naivität besteht insofern zum Beispiel in der Weltoffenheit. Nehmen wir als klassisches aktuelles Beispiel die Flüchtlingskrise (Hinweis: Ich habe nichts gegen Flüchtlinge). Warum beharren einige auf "ihre Menschlichkeit" und möchten möglichst vielen von ihnen aufnehmen, obwohl sicher nicht alle Flüchtlinge, nennen wir es "nicht positive Intentionen" haben? Warum gibt es da kein (womöglich) berechtigtes Maß an Misstrauen? Warum wird immer davon ausgegangen, dass jeder Mensch herzensgut ist? Warum denken manche junge Erwachsene zu wenig an sich selbst?

Auch besteht meines Erachtens Naivität in Form von Demonstrationen. Egal, ob friedlich oder gewaltsam. Glaubt allen Ernstes irgendein Demonstrant, dass er durch mit einem Plakat umhermarschierend und Parolen grölend irgendetwas verändert? Ich will dir nicht zu nahe treten, aber in dem von dir geschilderten Sachverhalt glaube ich kaum, dass sich etwas durch die Demonstration etwas an der Finanzierung der Hochschulen geändert hat. Sollte dem doch so sein, darfst du mich gerne korrigieren und ich nehme die letzten paar Zeilen zurück.

Die Sache mit Che Guevara und der finanziellen Lage von Studenten war wohl ein ziemlich grober Schnitzer von mir. Ich entschuldige mich.

Thema Freiheit: Es geht mir nicht um das Menschenrecht Freiheit bzw. die Freiheit des Individuums. Es geht mir um gesellschaftliche Freiheit. Warum kümmern sich junge Menschen denn bitte um die Freiheit von anderen? Kann ihnen das nicht egal sein, solange sie selbst frei sind?

Und keine Sorge, das mit RTL nehme ich dir nicht übel, weil ich den Sender nicht schaue. Ich behaupte aber, dass ich mich zu einem nicht unerheblichen Teil von Hollywood und dem Internet großziehen lassen habe. :D

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Vielleicht liegt daran, dass man Dinge, mit denen man aufgewachsen ist, als selbstverständlich betrachtet und daher nicht mehr so wertschätzt.

Beispiel: Jüngere Menschen schimpfen schon mal auf die Technik, wenn sie wo keinen Handyempfang haben. Überall erreichbar zu sein ist für sie völlig normal. Als ich in dem Alter war, hat man an Mobilfunk für alle noch nicht einmal gedacht und ich finde es immer noch faszinierend, was man hier erreicht hat und dass man von (fast) überall aus anrufen und ins Internet gehen kann.

Mit gesellschaftlichen Problemen ist es vermutlich ähnlich. Als junger Mensch fällt einem eher auf, wo Verbesserungsbedarf besteht. Im Laufe der Jahre lernt man dann auch zu schätzen, was man hat, insbesondere, wenn man es mit anderen Epochen oder Regionen der Welt vergleicht.

Bei der Freiheit stimme ich dir zu. Was für den einen Freiheit ist, ist für seinen Nachbarn vielleicht Egoismus, wenn er dadurch Nachteile hat.

Kugellagerist 12.08.2017, 19:49

Der technische Fortschritt ist beachtlich, ja. Und wichtig ist er auch. Nur frage ich mich, ob diese Entwicklung hin zum "gläsernen Menschen" bei der jüngeren Generation wirklich so gut. Ich halte das in den meisten Fällen für blanken Narzissmus.

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Das ist nicht unbedingt eine Frage der Freiheit. Der Begriff Revolution trifft es schon besser. Junge Menschen haben einen höheren Anspruch daran die Welt nach ihren Vorstellungen zu gestalten, als alte Menschen, die sich bereits zufrieden eingerichtet haben. Das hängt in erster Linie damit zusammen, daß jungen Menschen Inovationen zur Verfügung stehen, die von den älteren gar nicht mehr beachtet werden.

Das Phänomen ist im Übrigen nicht neu sondern ein Teil derr generativen Entwicklung des Menschen.

Kugellagerist 12.08.2017, 16:05

Also kann man sagen, dass sich das mit der Zeit "auswächst"?

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tryanswer 12.08.2017, 16:15
@Kugellagerist

Da wächst sich nichts aus, nur wird deren Überzeugung zur Gesetzmäßigkeit. Das kannst du doch in der Geschichte immer wieder beobachten.

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Vielleicht ist dieses Phänom in den Genen verankert?

 Die gutausgebildete Jugend fühlt sich stark genug die "Alten" vom Sockel zu stoßen und aus den Trümmern was Neues zu konstruieren. Frei nach den Motto - Die alten Ärsche müssen weg, jetzt sind wir dran. 

Meistens haben diese Revolutionäre aber genauen Plan im Kopf, sondern nur gewagte Thesen von irgendwelchen Philosophen. 

Kugellagerist 12.08.2017, 16:15

Dumme Frage, aber kann man denn dann davon ausgehen, dass der Aspekt der Erfahrung bei Älteren vernachlässigt wird?

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quantthomas 12.08.2017, 16:20
@Kugellagerist

Junge Hitzköpfe halten von Erfahrungen nicht sehr viel, höchsten daß die "Alten" alles falsch gemacht haben. 

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Kugellagerist 12.08.2017, 19:46
@quantthomas

Naja, ich zähle auch noch zu den "jungen Hitzköpfen". :D Aber ich bin lange nicht so realitätsfern und von Emotionen gesteuert wie einige meiner Altersgenossen.

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Zukushi 12.08.2017, 20:02
@Kugellagerist

Eben, deswegen finde ich es total unfair wenn es wiedermal heisst, "Die heutige Jugend"

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Kugellagerist 12.08.2017, 20:10
@Zukushi

Mit "die heutige Jugend" wird eben der Großteil bezeichnet. Auf den Einzelfall wird nicht geachtet.

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quantthomas 12.08.2017, 20:11
@Zukushi

Das soll kein Vorwurf sein, sondern eine mögliche Erklärung für das revolutionäre Verhalten vieler Jugendlicher.

Ich kann mich nicht mehr genau an diese Zeit erinnern, aber ein zahmes Lämmchen war ich bestimmt auch nicht.

 Im gesetzten Alter schüttelt man nur den Kopf darüber. 

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Ich bin 18, nächstes Jahr (2018) sicherlich auch ein Student und ich kann dir sagen, eine Revolution in Deutschland lehne ich ab. Wozu auch? Wir haben alle Freiheiten die man sich für eine vollwärtige Demokratie, wie der unseren, nur wünschen kann. Da brauchen wir keinen Umsturz.

Die Freiheiten, die wir haben, genügen mir. Ich meine die Wehrpflicht ist weg, wir dürfen so schnell auf Autobahnen rasen wie wir wollen, das Leben ist durch den technologischen Fortschritt auch deutlich angenehmer geworden. Nur die Frauenqulote könnte noch abgeschafft werden. Aber selbst mit ist das für mich kein Beinbruch.

Mir strebt es eher nach Sicherheit. Insbesondere sozialer Sicherheit. Wenn ich mir anschaue, wie viele Deutsche sich kaputtarbeiten für ein paar Almosen, oder schlecht behandelt werden, wenn sie in die Arbeitslosigkeit fallen, graut es mir davor, wenn ich einmal später in meinem Leben Hilfe vom Sozialstaat bräuchte - was ich natürlich niemals hoffe - dass ich genauso schlecht behandelt werde.

Ich habe auch Angst davor, nur ein befristeten Leih- bzw. Zeitarbeitsvertrag später zu bekommen. Für mich gibt es im Job nur unbefristete Vollzeitarbeit. Nur so kann ich genügend in die staatlichen Rentenkassen einzahlen um später auch eine menschenwürdige Rente zu bekommen. Alle anderen Arbeitsformen sind auf gut deutsch gesagt Mist.







Kugellagerist 12.08.2017, 19:58

Deine Bedenken kann ich nachvollziehen. Ich bin im selben Alter wie du. Doch ich bin eher der Ansicht, dass heutzutage jeder selbst für seine soziale Sicherheit verantwortlich ist, speziell was das Rentenalter angeht.

Daher ist mein einziger Antrieb auch nur, Geld zu verdienen. Einen anderen Ansporn habe ich nicht.

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teletobbi 12.08.2017, 20:17
@Kugellagerist

Ich traue der privaten Altersvorsorge nicht. Die ziehen einen immer über den Tisch. Größtmögliche soziale Sicherheit kann am Ende nur der Staat garantieren. Und auf einen starken Staat setze ich auch.

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Bin zwar kein Student sondern nur in der 10. Klasse... Aber ich bin Anarchist weil ich eben im Internet rumgesucht hab und dann irgendwann angefangen habe mich über das Thema zu informieren. Ich finde es einfach nicht richtig dass einige wenige Menschen die macht haben den Rest zu regieren... und Autorität an sich ist einfach Mist. .. und warum es meistens Junge Menschen sind? Wahrscheinlich weil die hier noch länger hier leben müssen als die Alten... und auf Demos ist es für alte Leute auch einfach zu gefährlich , wenn die Bullen mal wieder eskalieren... Vielen "Mittelalten" Leuten wird es entweder einfach egal sein oder sie sind zu konservativ erzogen worden und wollen vielleicht auch einfach nicht so viel darüber nachdenken wie man die Welt noch verbessern könnte... und durch die Arbeit schuften sie sich ja auch kaputt und haben so gar keine Zeit sich weiter zu bilden und auf Demos zu gehen.. Wäre jetzt meine Erklärung dafür aber natürlich muss es so nicht sein...

Kugellagerist 12.08.2017, 19:54

Ich will dich nicht beleidigen, aber Anarchisten kann ich zum Beispiel nicht verstehen.

Ich meine, was habt ihr davon, dass Autoritäten abgeschafft werden, die unter Umständen für eure Sicherheit zuständig sind? Verbrechen werden nicht mit ihnen verschwinden.

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regenmeister 13.08.2017, 17:30
@Kugellagerist

verbrechen werden nach meinen Ansichten weniger in einer Anarchie... Polizei ist nicht für meine Sicherheit zuständig, das wird zwar immer propagiert aber ich sehe das eben anders...meiner Meinung nach beschützen Polizisten nur das Kapitalistische System und alle die davon Profitieren... aber die mehheit eben nicht... wenn ein Obdachloser kein Geld hat für essen und in Müllcontainern danach sucht wer kommt und bestraft ihn? Richtig die Polizei.. dein "Freund und Helfer" existiert nicht in Form von Polizei.. was wir davon ab wenn keine Autorität mehr existiert? dann hätten wir tatsächliche demokratie und nicht diesen Müll von jetzt... dann wäre wirklich jeder Mensch FREI. und beleidigt hast du mich damit nu wirklich nicht war ja ne ganz normale Frage ;D

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Kugellagerist 13.08.2017, 20:27
@regenmeister

Ich bin da immer vorsichtig. Nicht, dass ich in Textzeilen angeschrien werde. :D

Aber warum sollte die Polizei einen Obdachlosen bestrafen? Und was du dir unter Demokratie vorstellst, ist leider keine. Das ist, naja, Anarchie.

Aber gut, dass man mit dir normal reden kann. Ich habe zugegebenermaßen etwas anderes erwartet. :D

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regenmeister 24.08.2017, 18:41
@Kugellagerist

Wenn ein Obdachloser etwas aus einem Müllcontainer eines Supermarktes oder so nimmt (essen was man noch essen könnte, die Läden es aber wegwerfen) dann kann er schon bestraft werden wegen "Diebstahl"... und auch wenn er etwas aus einem Supermarkt stiehlt, weil er kein Geld für essen hat, wird er angezeigt und bestraft... obwohl in dem Markt ja eigentlich so viel Essen ist, dass man das gar nicht alles essen kann.. in einer Gesellschaft ohne Geld (Anarchie) würde es das nicht geben, da jeder das hätte, was er benötigt und nicht nur diejenigen, die ihr ganzes Leben damit verschwenden sich den Ar*** aufzureißen um genug Geld zu verdienen... und doch es ist Demokratie... sogar Basisdemokratie, bei der jeder mitbestimmen kann, nicht nur ein paar wenige... ich meine ich finde es nicht sehr demokratisch wenn ich nur alle paar Jahre mal wählen kann wer mich regiert obwohl sich nie etwas verändert... man kann wählen was man will, es bleibt immer gleich... "Wenn wählen etwas verändern würde hätten sie es längst verboten"

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Weil Gymnasien und Universitäten vornehmlich links gerichtet sind. Es wird ihnen schlicht beigebracht.

Kugellagerist 12.08.2017, 16:04

Das höre ich recht oft. Ich habe mir Videos angesehen, bei denen Besucher einer Universität für Vorträge eben diese aufgrund des lauten Publikums kaum bis gar nicht durchführen konnten.

Aber an Gymnasien ist mir das neu.

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Kurz: weil wir es können. 

Kugellagerist 12.08.2017, 16:03

Genau DAS wollte ich hören! :D

Spaß beiseite: Könntest du etwas präziser sein?

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