Warum verschreiben Ärzte keine leichten Opiate gegen Depressionen?

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6 Antworten

Das ist eine sehr gute und überaus wichtige Frage. Eine ehrliche und sachgerechte Anwort würde tatsächlich dazu beitragen, dass sich weniger Menschen aufgrund von Depressionen, Angsterkrankungen, und weiteren verschiedenen psychiatrischen Störungsbildern (endogen oder als Reaktion auf belastende Lebensereignisse) jedes Jahr das Leben nehmen. Dogmatische Scheuklappen (historisch verursacht; eines der vielen Kollateralschäden des gescheiterten "war on drugs") und Fehlinformationen über diese Stoffgruppe innerhalb der Ärzteschaft und der Bevölkerung verhindern eine offene und ehrliche Debatte über dieses Thema.

Kurz gesagt: Das Risiko einer Sucht ist natürlich real, wird aber völlig überbewertet, v.a. wenn es um chronisch an Depressionen Erkrankte geht, die ein ebenso reales Suizidrisiko haben. Eine unbehandelte Depression ist tödlich. Eine Abhängigkeit von legalen Opiaten/Opioiden in pharmazeutischer Qulität ist nicht tödlich und noch nicht einmal schädlich. Gute, mutige Ärzte, die es zum Glück noch gibt, wägen daher eben ab, was schwerer wiegt und ob nicht im begründeten Einzelfall eine Opiatabhängigkeit medizinisch betrachtet das geringere Übel darstellt.

Übrigens: Die dauerhafte Anwendung von Medikamenten führt häuftig zur Gewöhnung des Körpers an den betreffenden Stoff. Allerdings wird dies bei vielen Medikamenten nicht weiter thematisiert und schon garnicht als Sucht oder Abhängigkeit! Wenn wir von einem Tag auf den andern einem ein Antidepressiivum absetzen, dann kann es zu recht krassen Absetzungserscheinungen kommen. Angst, Schwitzen, Unruhe, Überkeit, Depressionen, ... Zum Glück muten wir Patienten, denen durch Antidepressiva geholfen werden konnte, eine solche Tortur nicht an! Sie dürfen ihr Medikament jahrelang und wenn es sein muss, auch ein Leben lang einnehmen. Wegen der Vorteile für den Patienten werden dabei sogar erhebliche Nebenwirkungen und medizinische Risiken in Kauf genommen. Ein Standard-Arztgespräch läuft fast spiegelverkehrt zum Opiat-Gespräch ab: Die Bedenken der Patienten hinsichtlich der Antidepressiva werden in der Regel relativiert, während vermeintliche medizinische Bedenken hinsichtlich der Opioide regelrecht aufgebauscht werden. In Wirklichkeit habe Opiate/Opioide toxikologisch betrachtet ein ziemlich harmloses Profil. Sie sind eigentlich unbedenklich und können sehr sicher kurz- und längerfristig eingesetzt werden.

Immer wieder kann man aus den Biographien von Opiatabhängigen erfahren, dass die Opiatabhängigkeit eine lebensrettende Funktion hatte. Endlich, so berichten Betroffene immer wieder, ist ein Leben möglich. Man sollte endlich aufhören, denjendigen Patienten, denen Opiate helfen (egal ob "starke" oder "schwache" Opiate) mit ihrer psychiatrischen Störung (d.h. mit ihrem Leben, sich selbst und den Einschränkungen, die sie erleiden) zurechtzukommen, Steine in den Weg zu legen. Opiate gehören zu den ältesten Heilmitteln der Welt und ihre historisch-ideologisch bedingte Stigmatisierung sollte endlich aufhören!

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Kommentar von Daniel7979
27.07.2016, 22:58

Danke für Deine Antwort. Habe 10 Jahre Tavor, Benzodiazepine genommen, welche gut gegen Angst wirkten aber mit der Zeit immer schlechter wirken es sei denn man nimmt immer mehr (bis 20-30 Tabletten am Tag) außerdem Frage ich mich bis heute noch wie ich alleine den kalten Entzug überlebt habe. Bei den Schmerzmittel Tilidin steht drin dass es Depressionen verschlimmert, was bei mir genau umgekehrt ist. Für mich ist das vorenthalten dieser Medikamente für Menschen mit Depressionen und Angsterkrankung, einfach nur Unterlassene Hilfeleistung. Ich gehe davon aus dass es für diese Krankheitsbilder nicht verschrieben wird, da man mit Antidepressiva ein Haufen Geld machen kann. Profit vor Gesundheit!

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Dein Arzt hat es dir doch verschrieben..erübrigt sich damit nicht die Frage?^^ 

Ich denke mal es liegt daran dass es sich bei Opiaten um Drogen handelt, und das nicht so gerne gemacht wird wenn es (theoretisch) auch anders geht, ergo mit speziellen Arzneien etc.

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Dauerhafte Schmerzmittel, insbesondere Opiate, sind bei Depressionen so ziemlich das schlechteste und kontraproduktivste was ein Arzt verschreiben kann und so etwas macht auch kein Arzt.

Insbesondere Opiate verschlechtern, fördern noch Depressionen, steht auch immer in den Beipackzetteln..

Allerdings ist Tillidin (wenn auch ein Schmerzmittel, bei mittelschweren und schweren Schmerzen anzuwenden) kein Opiat und wird auf ein normales Rezept geschrieben und nicht wie z.B. Fentanyl auf ein BTM Rezept. (Betäubungsmittel)

Trotzdem besteht bei Tillidin (ehemals Valeron) ein hohes Abhängigkeitsrisiko und das schon bei einer recht kurzen Einnahme. 

Solltest du wirklich echte Schmerzen hast, geh zu einem Schmerztherapeuten und ebenso zu einem Facharzt, wegen der Depressionen.

Dein Hausarzt tut dir keinen Gefallen..

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Kommentar von Daniel7979
23.05.2016, 00:55

10 Jahre Antidepressiva von Facharzt hat aber nichts gebracht außer schlimmer Nebenwirkungen wie zb. hoher Blutdruck, trockener Mund, Impotenz, Verwirrtheit ua

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Mit Drogen zu forschen hat in unserer Gesellschaft einen bitteren Beigeschmack, folglich finden sich nicht so viele Geldgeber usw..

Hier ein guter Zeitungsartikel darüber:

http://www.welt.de/gesundheit/article137769368/Partydrogen-sollen-Depressionen-und-Angst-heilen.html

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Kommentar von Daniel7979
22.05.2016, 23:13

Hier wird auf Kosten von Kranken Menschen über Jahrzehnte von der Pharmaindustrie Geld verdient für wirkungslose Medikamente mit schlimmen Nebenwirkungen, auch der Suizid dieser Menschen wird anscheinend gern in Kauf genommen, Hauptsache der Rubel rollt. Das sind Verbrecher! Droge hin oder her, Kranke sollten Sie bekommen anstatt Selbstmord zu begehen

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Weil diese Medikamente ein hohes Abhängigkeitspotential mit sich bringen.

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Weil es natürlich ganz schlaue idee ist suchtanfälligen leuten btm zu verschreiben

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Kommentar von Daniel7979
22.05.2016, 23:15

Lieber süchtig glücklich, als freiwillig vor einen Zug aus Verzweiflung zu springen

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Kommentar von xnihc
22.05.2016, 23:17

Dann warst du nie wirklich süchtig

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