Warum Vermögenssteuer, anstatt erstmal die Umverteilung von unten nach oben zu stoppen?

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7 Antworten

Weil die angebliche Umverteilung von unten nach oben ein Mythos ist.

Wer mehr verdient, der zahlt auch mehr Steuern und Abgaben. Wir haben einen progressiven Einkommensteuertarif. 

Freibeträge und Kindergeld machen sich prozentual bei kleineren Einkommen stärker bemerkbar, als bei großen.

Grundsätzlich steigt der Betrag, mit dem sich ein Bürger am Steuer und Sozialversicherungsaufkommen beteiligt mit der Höhe seines Einkommens.

Ja, so lange man mit "oben" die Haushaltsgruppen 7, 8, und 9 meint ist das ein Mythos. Bei 10, jedoch nicht.

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@NewKemroy

Könntest du das, was du meinst vielleicht etwas genauer beschreiben und vielleicht auch noch ein paar Zahlen anführen?

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@Interesierter

Bei der Analyse der Gesamteinkommenssituation werden alle in 10 sogenannte Haushaltsgruppen aufgeteilt. Die oberste Haushaltsgruppe (=10) verfügt dabei ungefähr über ein Jahresbruttoeinkommen von 100000 EUR. Ab dieser Größenordnung (aufwärts) ist der Betreffende einfach so reich, dass er mit seinen Kapitalerträgen alle sonstigen "Kosten" überkompensieren kann. Oder auf deutsch er verdient sich dumm und dappich.

Für Kapitalerträge der Superreichen schuftet aber der kleine Arbeiter am Band. Dem seine Bezüge werden künstlich klein gehalten, wenn es z.B. um den Shareholder Value geht.

Die Haushaltsgruppen 6,7,8, sind besonders betroffen, denn sie zahlen über Steuern und Zinsen den Großteil des leistungslosen Einkommens der Superreichen.

Interessant ist das die Superreichen sogar nicht einmal mehr in die Statistik eingehen. Die hört nämlich bei einem bestimmten Wert auf. Ich glaub 18000 brutto pro Monat. Damit nehmen die nichtmal an der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung teil, was die Ergebnisse geschönt aussehen lässt.

Was mir auch recht kurios vorkommt, dass z.B. bei Tarifverhandlungen niemals die Großgeldbesitzer mit am Tisch sitzen. Meistens sind es Gebeutelte Unternehmensvorstände, denen selber das Wasser bis zum Hals steht.

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Weil die angebliche Umverteilung von unten nach oben ein Mythos ist.

Langsam halte ich ihre Bildung für einen Mythos ... um zu leugnen das die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden braucht man schon ein extrem hohes Maß an Ignoranz.

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@Fielkeinnameein

Das Eine hat doch mit dem Anderen nichts zu tun. Grundsätzlich steigt mit dem Einkommen auch der tatsächliche Betrag, der an Steuern und Sozialabgaben abgeführt wird.

So haben wir das Ergebnis, dass die Menschen mit hohem Einkommen "Nettozahler" sind, während die Menschen mit geringem oder gar keinem eigenem Einkommen "Nettoempfänger" sind.

Ergo fliesst Geld nicht von unten nach oben sondern von oben nach unten.

Ob dies genug ist oder nicht, darüber lässt sich streiten. Nur sollten wir, wenn wir diskutieren, auch immer bei der Wahrheit bleiben.

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Die Vermögensteuer ist 1996 ausgelaufen, jedoch nicht ohne die damit verbundenen Steuerausfälle auszugleichen. So wurde bundesweit die Grunderwerbsteuer von vorher 2 auf 3,5 % fast verdoppelt. Zwischenzeitlich genehmigen sich einige Bundesländer einen Grunderwerbsteuersatz von 6,5 % und liegen damit fast beim ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 % allerdings ohne einen entsprechenden Vorsteuerabzug.

Ich kann danach nicht erkennen, dass wir einen weiteren Bedarf an Steuereinnamen haben.

Weil dein System zu weniger Steuereinnahmen führt, die Einführung einer weiteren Steuer aber zu mehr Steuereinnahmen.

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