Warum verlangt unser Staat Geld, wenn er uns im Ausland im Fall einer Krise evkuiren muss?

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8 Antworten

Jedoch wurde die Krise ja auch nciht von Deutschen im Krisenland verursacht.

Aber Du bist da hingefahren, zumeist wider besseren Wissens.

Also wenn man derzeit meint, z.B. nach Jordanien fahren zu müssen, dann ist man schon sebst schuld, wenn einem dort eine Geiselhaft ereilt.

Sollte normalerweise der Staat nicht alle Kosten übernehmen und froh
sein, dass er seine Bürger wieder Gesund nach Deutschland schicken
konnte.

Warum sollen alle anderen hier dann froh sein, Dich  retten zu dürfen? Der Staat ist nicht wie ein Vater, der Staat sind wir alle.

Und wenn man, so als direktes Beispiel Dich zu Kasse bittet, um z.B. mich zu retten, weil ich vorher so bescheuert war, mich aus lauter Naseweisheit nach Jordanien zu begeben, na Du wirst Dich bedanken - aber genau so wäre das.

Also quasi so:

Sehr geehrter Herr/Frau ReligionsLiebe.

Anbei übersenden wir ihren Anteil der Rechnung an der heldenhaften Errettung des Bürgers feinerle in Höhe von 2457,99, den wir aus einer Geiselhaft in Jordanien befreien konnten.

Den Betrag überweisen Sie bitte binnen 5 Werktagen auf das Konto xy.

Zur Vorgehensweise, wie Sie wissen, die Befreiungskosten und Lösegeldzahlungen werden reihum verteilt und jeder ist einmal an der Reihe, sein Scherflein zu einem besonderen Fall dazu geben zu dürfen.

Diesmal sind sie in der unvergleichllich ehrenvollen Position, sich an einer solchen Aktion beteiligen zu können, was Sie sicherlich lange bereits herbeigesehnt haben.

Anzumerken wäre hierbei noch, dass wir Ihre übermäßige Freude und ihren tief empfundenen Stolz nachempfinden können und wir sind sicher, sie werden sich von Glück erfüllt zur Bank begeben, um die v.g. Überweisung zu tätigen.

Mit freundlichen Grüßen

Alle anderen hier.

Ich nehme an, Deine Reaktion auf ein solches Schreiben erahnen zu könnnen.

Diese wird lauten: "Hallo? Sagt mal, gehts noch oder was?"

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Kommentar von ReligionsLiebe
21.11.2016, 00:00

Ich lache mich kaputt :D Ich bedanke mich für das tolle schreiben. Niemand hätte um die uhrzeit so ein schreiben zusammengefasst :)

Ehrlich gesagt bin ich für so eine richtung. Der Staat muss kostenlos seine Bürger im Krisenfall retten! Natürlich müssen dafür die Steuergeld geopfert werden. Das ist kein Bankguthaben. Wer in einer Notlage ist dem wird auch geholfen. Stell dir das wie ein Sozialsystem vor :)

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Wer sich zum VERGNÜGEN im jeweiligen Land aufhält, der kann ja wohl kaum verlangen, dass der Staat für Probleme aufkommt. ANDERS sieht es (vermutlich) DANN aus, wenn man dort beruflich ist und  man DESHALB Probleme hat. Bezüglich der Reisen zu Urlaubszwecken weist das auswärtige Amt ständig darauf hin, wohin man aktuell besser NICHT reisen sollte.

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Kommentar von Pauli010
04.03.2017, 09:06

.. stimmt bedingt. Zwar gibt es die offiziellen Reisewarnungen des AA - doch, was nützt es, wenns 'mich' erwischt, wenn innerhalb kurzer Zeit die Lage kippt.

Es gibt derzeit 'Staaten auf der Kippe'.

Afghanistan ist ein NoGo, Iran, Ägypten, Maghreb und leider auch Türkei - da hat man Angst, wenn man sich politisch äußert, hinter Schwedischen Gardinen zu landen. Ich kenne Deutsch-Türken, die derzeit ihr Ursprungsland meiden.

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Laut dem entsprechenden Artikel kann auf die Geltendmachung der Ansprüche verzichtet werden, wenn es die Umstände erfordern.
Ich denke der Gedanke dahinter ist, das man immer wenn möglich zunächst selbst versuchen sollte Auszureisen bzw. sich in Sicherheit zu bringen.

So sollte man bei Beginn einer Krise schon möglichst schnell die Botschaft kontaktiert werden und man sollte dann je nach Empfehlung schnell ausreisen oder zumindest in andere Landesteile o.ä. umziehen.

Wer das nicht tut oder entgegen dem Rat der Botschaft den Aufenthalt ohne triftigen Grund verlängert, gefährdet sich selbst. Daher ist es nur Recht und Billig ggf. die Kosten der späteren Rettung/Evakuierung gelten zu machen.

War die Krise/Katastrophe aber nicht absehbar oder entwickelt sich schneller und dramatischer als absehbar (Beispiel: Wenn durch Erdbeben oder Putsch die Flughäfen o.ä. beschädigt oder gesperrt sind) und eine eigenständige Ausreise ist nicht oder nur sehr beschränkt möglich, oder die Person ist aufgrund akuter ärztlicher Behandlung o.ä. nicht in der Lage eigenständig auszureisen, dann hilft der Staat ggf. auch ohne Geltend machen der Kosten.

Siehe:


§6 Abs. 2 Konsulargesetz:
§ 5 Abs. 5 gilt entsprechend. Soweit die Entwicklung der Lage im Konsularbezirk, die persönlichen

Verhältnisse des Hilfs- oder Schutzbedürftigen oder sonstige besondere Umstände es erfordern, kann von derGeltendmachung der Ansprüche auf Auslagenersatz abgesehen werden.

§5 Abs. 5:

Der Empfänger ist zum Ersatz der Auslagen verpflichtet. Die Ersatzpflicht trifft neben ihm auch seineVerwandten und seinen Ehegatten im Rahmen ihrer Unterhaltspflicht. Die Verpflichtung zum Ersatz geht auf dieErben über. Die Haftung der Erben beschränkt sich auf den Nachlaß.



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Sollte normalerweise der Staat nicht alle Kosten übernehmen und froh sein, dass er seine Bürger wieder Gesund nach Deutschland schicken konnte. Staat sollte in so einem Fall wie ein Vater agieren!?

Nein, warum?

Es ist doch Deine eigene freie Entscheidung wenn Du ins Ausland fährst.

Der Staat ist keine kostenlose Vollkaskoversicherung für seine Bürger.

 

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Kommentar von ReligionsLiebe
21.11.2016, 12:15

Als US-Amerikaner ist man überall in Sicherheit. Im Falle einer Krise kommt der Botschafter und rettet dich. Man genießt eine Art von Immunität und Narrenfreiheit!

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Kommentar von Pauli010
04.03.2017, 09:08

Vater? Dafür gibts ne Mutti, die schafft alles ...

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Nein, er soll verantwortungsvoll mit unseren Steuergeldern umgehen. Wer sich in Krisenregionen rumtreibt, muss auch die Konsequenzen und ggf. Kosten tragen.

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Der Staat übernimmt die Kosten nur für Bürger, die er selber ins Ausland geschickt hat, also z. B. für seine Diplomaten. Ansonsten kannst Du froh sein, wenn Dich der Staat überhaupt rausholt aus einem Land, in das Du doch nicht hinfahren musstest!

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Der Staat hilft, ist doch toll.....aber was habe ich als Steuerzahler damit zu tun, dass du dich in gefährlichen Gegenden aufhälst.... meine Steuern sind für hier gedacht und nicht zur Rettung von Risikojunkies am Rande des Äquators, die sich steuerlich hier auch nicht beteiligen

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Kommentar von ReligionsLiebe
20.11.2016, 23:36

Wer redet hier von Risikojunkies. Stell vor du bist in Thailand mit deiner Frau auf Urlaub. Gehst schön baden und aufeinmal bricht ein Bürgerkrieg aus. Die Ausländer werdne ohne Grund erschossen wie in den Filmen. Die Botschaft evkuiert dich oder du gehst zur Botschaft wenn du natürlich auf dem Weg nicht erschossen wirst. Dann verlangt die Botschaft Geld vn dir um dich heim zu schicken. Wie würdest du dich fühlen?

Zumindest jeder Bürger sollte einmal im Leben so 1-2 mal kostenfreie Evakuriung als Bonus haben! Damit deine Risikojunkies das nicht ausnutzen können ;)

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Und was steht da noch?

"Die Teilnahme an Evakuierungsmaßnahmen einer Auslandsvertretung ist freiwillig"

Du kannst auch gerne dableiben oder versuchen, dich mit eigenen (Geld)Mitteln zu evakuieren.

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